Alles bio, oder? Bio-Siegel im Überblick

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Kühe und Hüh­n­er auf saftig grü­nen Wiesen sind gängige Etiket­ten­mo­tive auf Milch- und Eierkar­tons. Doch häu­fig trügt der Schein, dass hin­ter den Pro­duk­ten auch wirk­lich glück­liche Tiere steck­en. Wer Lebens­mit­tel mit ethis­chem Anspruch kaufen will, sollte auf das Bio-Siegel achten.
Doch was ver­spricht eigentlich „bio“ und welche Unter­schiede es bei den Siegeln gibt, ver­rät dieser Bio-Siegel-Guide.

Was bedeutet eigentlich biologische Landwirtschaft?

Biobauern set­zen wed­er chemisch-synthetische Pes­tizide noch Kun­st­dünger oder die Gen­tech­nik ein. Für Nutztiere gel­ten art­gerechte Hal­tungsregeln. Im Ver­gle­ich zu ihren kon­ven­tionellen Kol­le­gen bieten Biobauern mehr Arbeit­splätze, sie hal­bieren den Energie­ver­brauch und den Ausstoß von Treib­haus­gasen. Sie scho­nen natür­liche Ressourcen wie Boden und Wass­er, wahren schöne Kul­tur­land­schaften und leg­en offen dar, wie sie unsere Lebens­mit­tel erzeugen.

Gibt es einen Unterschied zwischen bio und öko?

Bio“ und „öko“ sind bei­des Syn­onyme und meinen im Ursprung das Gle­iche. Außer­dem sind bei­de im Zusam­men­hang mit Lebens­mit­teln und Fut­ter­mit­teln sowie land­wirtschaftlichen Rohwaren, die nach den Richtlin­ien des ökol­o­gis­chen Land­baus erzeugt und ver­ar­beit­et wer­den, geschützt.

Woran erkenne ich, dass das Produkt auch wirklich „bio“ ist?

Bio-Produkte müssen in der Etiket­tierung den Kon­troll­stel­len­code enthal­ten. Die Form des Codes ist in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Land­bau vorgegeben. In Deutsch­land zum Beispiel muss der Code in fol­gen­der Form angegeben wer­den: „DE-ÖKO-000“. DE ist das Länderkürzel für Deutsch­land und „000“ ste­ht für die dreis­tel­lige Num­mer der Kon­troll­stelle, die von der Bun­de­sanstalt für Land­wirtschaft und Ernährung bei der Zulas­sung vergeben wird.

Warum „bio“ nicht immer Sinn macht

Ein „Bio-Rind“ aus Südameri­ka heißt zwar so, den­noch wer­den laut Green­peace in Brasilien die meis­ten Rinder völ­lig unnach­haltig gehalten.

Das EU-Bio-Siegel sollte bei der Ausze­ich­nung von Fleisch der Min­dest­stan­dard sein, dann kann man sich­er sein, dass das Tier nicht in Massen­tier­hal­tung gehal­ten wurde, jedoch stammt das Fleisch immer noch aus indus­trieller Tier­hal­tung. Zudem sind Bio-Äpfel aus Neusee­land zwar aus ökol­o­gis­ch­er Land­wirtschaft, den­noch sollte man lieber zu einem regionalen Apfel greifen, der nicht tausende von Kilo­me­ter trans­portiert wurde.

Bio-Siegel: Was haben die Tiere davon?

Tiere auf „Öko-Höfen“ haben meist mehr Platz und leben in kleineren Grup­pen. Sie bekom­men Fut­ter, das vor­wiegend vom Betrieb pro­duziert wurde. Zudem bekom­men Kühe z.B. mehr Bewe­gungsmöglichkeit­en durch Weidegänge.
Bei Schweinen sind schmerzhafte Ein­griffe wie das Kupieren der Schwänze ver­boten und Ziel der Bio­hal­tung ist auch das Leben­salter der Tiere zu erhöhen.
Im ökol­o­gis­chen Land­bau darf Tieren nur im äußer­sten Not­fall Antibi­oti­ka verabre­icht wer­den. Das spiegelt sich let­ztlich auch in der Qual­ität der Lebens­mit­tel wider.
Die besten Lebens­be­din­gun­gen haben Tiere, die unter den Richtlin­ien von Deme­ter und Bioland gehal­ten werden.

Die wichtigsten Bio-Siegel im Überblick

Das deutsche Bio-Siegel

Das deutsche Bio-Siegel wurde 2001 von der Bun­de­sanstalt für Land­wirtschaft und Ernährung her­aus­gegeben. Mit­tler­weile nutzen fast 5.000 Unternehmen das Siegel, das nur zusät­zlich zum EU-Bio-Siegel benutzt wer­den darf.

Was verspricht es?

Das Siegel ver­bi­etet die Benutzung von chemisch-synthetischen Pes­tiziden sowie min­er­alis­chem Stick­stoffdünger und ist zudem gentechnik-frei.

Tiere müssen auf eine art­gerechte Weise gehal­ten wer­den, dazu zählt beispiel­sweise ein größeres Platzange­bot, biol­o­gis­che Fut­ter­mit­tel und das Ver­bot von Antibi­oti­ka zu anderen als medi­zinis­chen Zweck­en, etwa der Leistungssteigerung.

Bei ver­ar­beit­eten Lebens­mit­teln sind zudem nur eingeschränkt Zusatzstoffe erlaubt, derzeit 49 statt der 316 in kon­ven­tionellen Pro­duk­ten zugelassenen.

Das EU-Bio-Siegel

Das deutsche Biosiegel mit sechs Eck­en kennze­ich­net bere­its seit 2001 Pro­duk­te, die der EG-Öko-Verordnung genü­gen. Es wurde vom EU-Bio-Logo abgelöst, ein­er Ähren­form aus EU-Sternen auf grünem Grund, das Zeichen ist seit 2012 mit Kon­troll­stel­len­code und der Herkun­ft­sangabe der Zutat­en vorgeschrieben. Das deutsche Siegel wird auf­grund des hohen Bekan­ntheits­grads von vie­len Her­stellern par­al­lel weiterverwendet.

Was verspricht es?

Mit ihnen dür­fen nur Erzeug­nisse oder Pro­duk­te aus­geze­ich­net wer­den, die aus ökol­o­gis­ch­er Land­wirtschaft stam­men und deren Erzeuger oder Ver­ar­beit­er die Kri­te­rien für ökol­o­gis­chen Land­bau ein­hal­ten, so wie sie das EU-Recht definiert.

Mit ein­er Aus­nahme: Fünf Prozent eines Pro­duk­ts dür­fen aus kon­ven­tioneller Land­wirtschaft stam­men, wenn die Zutat­en nicht in ökol­o­gis­ch­er Qual­ität am Markt ver­füg­bar sind.

Bioland

Bioland ist mit fast 6.000 Erzeuger-Betrieben und rund 1.000 Part­nern aus Her­stel­lung und Han­del der größte ökol­o­gis­che Anbau­ver­band in Deutsch­land. Das Siegel wird seit 1981 durch den gle­ich­nami­gen Ver­band vergeben. Es basiert auf hohen ökol­o­gis­chen Stan­dards und geht über die geset­zlich vorgeschriebe­nen Kri­te­rien der EG-Öko-Verordnung hinaus.

Was verspricht es?

Die Wirtschaftsweise der Bioland-Betriebe basiert auf ein­er Kreis­laufwirtschaft – ohne syn­thetis­che Pes­tizide und chemisch-synthetische Stick­stoffdünger. Die Tiere wer­den art­gerecht gehal­ten. Bioland zer­ti­fiziert land­wirtschaftliche Erzeug­nisse aller Art – von Bier über Fleisch bis hin zu Brot.

Den Bio-Anbauverband Bioland zeich­net vor allem aus, dass er ein sehr umfan­gre­ich­es Qual­itätssicherungssys­tem hat, das über die reinen Richtlin­ien hin­aus­ge­ht. Vor allem Tier­wohl und Region­al­ität ste­hen im Fokus. Nur Erzeuger­be­triebe in Deutsch­land und Südtirol wer­den mit dem Bioland-Siegel ausgezeichnet.

Demeter

Deme­ter ist mit rund 1.500 Mitglieds-Betrieben in Deutsch­land der kle­in­ste der drei wichti­gen Anbau­ver­bände (Bioland, Natur­land und Deme­ter). Doch inter­na­tion­al wirtschaften rund 5.000 Betriebe nach den Demeter-Richtlinien.

Im Unter­schied zu den anderen Anbau­ver­bän­den betreiben Demeter-Höfe „biologisch-dynamische“ Land­wirtschaft. Deme­ter beruft sich damit auf Impulse aus der anthro­posophis­chen Lehre von Rudolf Stein­er. In der Prax­is bedeutet das vor allem, dass Demeter-Bauern laut Richtlin­ien verpflichtet sind, bes­timmte Prä­parate aus Heilkräutern, Min­er­alien und Kuh­dung regelmäßig zu verwenden.

Was verspricht es?

Deme­ter ist in Bezug auf die Richtlin­ien – sowohl, was die Tier­hal­tung, als auch, was den Acker­bau und die Ver­ar­beitung ange­ht – der „streng­ste“ der Anbau­ver­bände. Und: die Pro­duk­te sind am schw­er­sten zu bekom­men. Auch wenn der ein oder andere Super­markt einzelne Demeter-Produkte führt, kauft man sie immer noch am leicht­esten im Bio­laden, Reformhaus, Bio-Supermarkt, im Hofladen oder auf Wochenmärkten.

Naturland

Natur­land wurde 1982 von Wis­senschaftlern, Land­wirten und Ver­brauch­ern gegrün­det und gehört zu den wichtig­sten Zer­ti­fizierung­sor­gan­i­sa­tio­nen für Qual­ität im Ökoland­bau. Der Anbau­ver­band hat derzeit über 2.600 Mitglieds-Betriebe in Deutsch­land – und rund 38.000 auf der ganzen Welt. Die Kri­te­rien reichen über geset­zliche Vor­gaben hin­aus, Ver­stöße wer­den sanktioniert.

Neben klas­sis­chen land­wirtschaftlichen Pro­duk­ten zer­ti­fiziert es auch Fisch und im glob­alen Süden erzeugte Waren wie Kaffee.

Was verspricht es?

Natur­land achtet auf diversen Gebi­eten sehr streng darauf, dass Natur, Tier und Men­sch im Ein­klang miteinan­der ste­hen und beson­ders nach­haltig Lebens­mit­tel her­vor­brin­gen. Von der Saatgutauswahl über ein Min­destschlach­tal­ter bis zum Tierzukauf legt der Ver­band strenge Richtlin­ien fest.

Evovin

Der Bun­desver­band Ökol­o­gis­ch­er Wein­bau e.V., kurz ECOVIN, ver­tritt seit 1985 die wein­baulichen und agrar­poli­tis­chen Inter­essen von Biow­inz­ern in Deutschland.

Was verspricht es?

Seine Richtlin­ien set­zen weit über die Ein­hal­tung der EU-Standards hin­aus auf die Pflege eines intak­ten Ökosys­tems. ECOVIN-Winzer stärken die Reben, um Krankheit­en vorzubeu­gen. Sie begrü­nen die Wein­berge, um den Boden zu nähren, zu lock­ern und die Vielfalt der Arten zu bewahren. Diese Ver­fahrensweisen sind für die Mit­glieds­be­triebe verbindlich.

Bio-Siegel der Handelsketten

Viele Han­dels­ket­ten haben mit­tler­weile eine eigene Bio­marke im Sor­ti­ment. Hier sollte man kri­tisch sein, jedoch müssen die Pro­duk­te mit der Beze­ich­nung „bio“ immer min­destens dem Stan­dard des EU-Bio-Siegels entsprechen.

Gutes tun - Ideen für gemeinnützige Arbeit

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„Kluge Egoisten denken an andere, helfen anderen so gut sie können - mit dem Ergebnis, dass sie selbst davon profitieren.“ Dieses Zitat vom Dalai Lama trifft es wohl auf den Punkt: Es macht uns glücklich, mit anderen eine Verbindung aufzubauen und sie zu unterstützen, wo wir nur können. Wir Menschen sind soziale Wesen und es liegt in unserer Natur, anderen zu helfen. Bereits jeder Dritte in Deutschland engagiert sich für ein Ehrenamt. Die Gründe für das soziale Engagement sind dabei, den Kontakt zu anderen Menschen zu pflegen, sich weiter zu qualifizieren oder einfach aus Spaß und Freude an der Tätigkeit.…

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

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