Sozial, grün, erfolgreich: IT-Dienstleister AfB

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PCs, Druck­er, Mon­i­tore, Note­books und Handys– wenn IT-Hardware aus­geson­dert wird, ist diese oft noch lange nicht schrot­treif. Ger­ade große Unternehmen, die tech­nisch immer auf dem neuesten Stand sein müssen, haben oft große Men­gen funk­tion­stüchtiger IT-Hardware abzugeben. Doch wohin mit den alten Geräten? Diese Frage hat sich auch OTTO gestellt und kooperiert deswe­gen seit August 2014 mit dem IT-Dienstleister AfB – social and green IT.

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© AfB

AfB ist Europas erstes gemein­nütziges IT-Systemhaus und CSR-Partner namhafter Großun­ternehmen mit Stan­dorten in Deutsch­land, Öster­re­ich, Frankre­ich und der Schweiz. Als gemein­nützige GmbH, übern­immt AfB aus­ge­musterte IT-Hardware von öffentlichen Ein­rich­tun­gen und großen Konz­er­nen, nimmt eine zer­ti­fizierte Löschung vorhan­den­er Dat­en vor und bere­it­et die Geräte auf, um sie danach in den jew­eili­gen AfB-Shops oder online zu verkaufen – die Pro­duk­te wer­den also in den Verwendungs-Kreislauf zurückgeführt.

Sind Geräte zu alt oder irrepara­bel geschädigt, wer­den sie zur Ersatzteil­gewin­nung in ihre Einzel­teile zer­legt. Alles, was dann noch übrig bleibt, geht an zer­ti­fizierte Recy­cling­be­triebe. Dadurch wird eine Menge an Elek­troschrott ver­mieden und durch die Wiederver­w­er­tung CO₂ in erhe­blichem Maße einges­part. Im Jahr 2012 waren es dank der Arbeit von AfB beispiel­sweise 5.000 Ton­nen CO₂ und 66.000 Ton­nen Rohstoffe.

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Mit der Frage nach der Bedeu­tung des Kürzels AfB, wird außer­dem eine ganz große Beson­der­heit ans Licht gebracht. AfB ste­ht für „Arbeit für Men­schen mit Behin­derung“. Rund 50 Prozent der Mitar­beit­er haben ein Hand­i­cap – die Arbeit wird also von behin­derten und nicht-behinderten Men­schen gle­icher­maßen sol­i­darisch ver­richtet. „Dabei sind die Mitar­beit­er mit Hand­i­cap in allen Bere­ichen von AfB bunt verteilt“, sagt Jurij Deper­schmidt, Nieder­las­sungsleit­er der AfB Han­nover. Sie arbeit­en zum Beispiel in der Auf­bere­itung der Geräte, im Mar­ket­ing oder auch im Verkauf. Das ist möglich, weil alle Arbeitss­chritte bar­ri­ere­frei gestal­tet sind.

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Aber nicht nur Roll­stuhlfahrer sind bei AfB zu find­en, son­dern Hand­i­caps aller Art. Jurij Deper­schmidt ist es wichtig, zu beto­nen, dass die Mitar­beit­er nicht auf­grund ihrer Behin­derung, son­dern wegen ihres Kön­nens und ihrer Begabung eingestellt wer­den und jed­er seinen Fähigkeit­en entsprechend einge­set­zt wird. Denn: In erster Lin­ie ist AfB ein pro­fes­sionelles Dien­stleis­tung­sun­ternehmen, welch­es Gewinn erwirtschaften muss.

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Trotz­dem sor­gen die guten Arbeits­be­din­gun­gen (z. B. unbe­fris­tete Verträge) und die gelebte Inklu­sion für viele Bewer­bun­gen – AfB ist beliebt als Arbeit­ge­ber und hat schon diverse Ausze­ich­nun­gen erhal­ten, sei es im Bere­ich der Inklu­sion oder der Nach­haltigkeit. Nach­haltig ist auch die Struk­turierung der Stan­dorte. Jedem AfB-Shop schließt sich die Werk­statt an, in der die jew­eili­gen Alt­geräte wieder aufgemö­belt wer­den. Dies ver­mei­det unnötige Trans­portwege. Die Vision von AfB ist, 500 Arbeit­splätze für behin­derte Men­schen in der IT-Branche zu schaf­fen. Deswe­gen sucht AfB auch weit­er­hin nach Fir­men und öffentlichen Ein­rich­tun­gen, die ihre IT-Hardware abgeben.

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Diese Sym­biose von sozialer und ökol­o­gis­ch­er Ver­ant­wor­tung, die sich dazu auch noch wirtschaftlich trägt, sucht seines­gle­ichen. Deswe­gen hat OTTO nicht lange gezögert und ist eine Koop­er­a­tion mit AfB einge­gan­gen. Beson­ders motivierend für kooperierende Unternehmen: AfB stellt eine Urkunde aus, auf der jedes Unternehmen genau sehen kann, wie viel Arbeit­splätze für Men­schen mit Behin­derung durch die Abgabe der alten Geräte geschaf­fen wer­den kon­nten. Und auch, wie viel CO₂ einges­part wer­den konnte.

Für OTTO ist dies in viel­er­lei Hin­sicht ein wertvolles Engage­ment: „Bei AfB kön­nen wir uns sich­er sein, dass ver­trauliche Dat­en nach ihrer Abschrei­bung endgültig von unseren Rech­n­ern gelöscht wer­den und nicht in falsche Hände gelan­gen. Außer­dem unter­stützen wir damit einen aktiv­en Ressourcenschutz durch Recy­cling und Wiederverkauf und helfen dabei, Arbeits- und Aus­bil­dungsplätze für Men­schen mit Hand­i­cap zu schaf­fen“, sagt Katy Pose­nauer, Lizenz­man­agerin im IT-Einkauf. Auch Ben­jamin Köh­ler, Pro­jek­t­man­ag­er Cor­po­rate Respon­si­bil­i­ty bei OTTO, freut sich über die Koop­er­a­tion: „Die AfB-Zusammenarbeit befind­et sich damit in guter Gesellschaft mit anderen Ini­tia­tiv­en, die aktiv­en Ressourcenschutz und Nach­haltigkeit bei OTTO fördern – zum Beispiel Platz schaf­fen mit Herz.“

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Auf die Frage hin, welche Schwierigkeit die Ein­stel­lung von Behin­derten mit sich bringt, über­legt Jurij Deper­schmidt von AfB kurz. „Eigentlich keine. Oder doch: Beson­ders die Handicap-Mitarbeiter muss man regel­recht dazu zwin­gen, Feier­abend zu machen. Die wür­den son­st alle ein­fach weiterarbeiten.“

Titel­bild: © markus spiske

Platz schaffen mit Herz: Upcycling-Reise nach Rotterdam

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Bloggerin Thuy von Two for Fashion hat sich im Rahmen der OTTO-Initiative „Platz schaffen mit Herz“ für re:BLOG auf eine Reise nach Rotterdam begeben und einen Sortierbetrieb besucht. Hier erzählt sie, was sie erlebt hat: Thuy von Two for Fashion:  Ich habe gespendet. Und zwar mithilfe der OTTO-Initiative „Platz schaffen mit Herz“. Einfach, weil ich zu viele Klamotten hatte. „Den Sachen, die ich im Kleiderschrank so horte, aber nie anziehe, gebe ich besser ein zweites, sinnvolleres Leben“, dachte ich mir. Schließlich macht „Platz schaffen mit Herz“ durch den Verkauf der gespendeten Kleidung aus einer Sachspende eine Wertspende, um diese an…

Alex war bis Juni 2015 verantwortliche Projektleiterin bei OTTO für die Nachhaltigkeitskommunikation in Social Media. Sie hat mit ihrem Team re:BLOG auf die Welt gebracht. Jetzt hat sie innerhalb OTTOs...

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