Innovative Versandkartons aus nachwachsender Biomasse
Auch, wenn wir nach Möglichkeit auf eine Umverpackung verzichten, versenden wir schwere Artikel, die nicht in eine Versandtüte passen, im Karton. Derzeit testen wir Versandbehältnisse aus nachwachsenden Rohstoffen. Konkret: Kartons, die zu ca. zehn Prozent aus Paludi bestehen.
Dabei handelt es sich um eine Biomasse aus Sauergräsern wie Seggen und Binsen, die aus wiedervernässten Mooren gewonnen werden – und zwar ohne, dass dabei wertvoller Torf verloren geht. Der Anbau von Paludi-Kulturen ist eine Möglichkeit, um Moore zu erhalten und sie einem wirtschaftlichen Zweck zuzuführen.
Basierend auf einer Machbarkeitsstudie der toMOORow-Initiative haben wir einen Pilotversuch gestartet: Dabei wurden rund 100.000 Kartons in einer Kartongröße mit ca. zehn Prozent Paludi-Biomasse-Anteil hergestellt. Für die Herstellung des Kartons werden die Seggen und Sauergräser mechanisch verarbeitet und zu Pellets verarbeitet. Diese Pellets gelangen in die Papierfabrik, wo sie zu Papieren gepresst werden. Das Ergebnis ist eine lange Papierbahn, die teilweise aus den Paludipflanzen und zum anderen Teil aus FSC®-zertifiziertem Recyclingpapier sowie einem geringen Anteil an Frischfaser (nicht recycelt) besteht, um die Stabilität des Kartons zu gewährleisten. Ein Versandkarton besteht aus mehreren Papierlagen, wobei die Paludipapiere in der äußersten Lage zum Einsatz kommen. Die restlichen Lagen des Kartons setzen sich aus FSC®-zertifiziertem Recyclingpapier und einem geringen Anteil an Frischfaser zusammen, welches ebenfalls FSC®-zertifiziert ist.
Und nicht nur wir finden unseren neuen Karton großartig. In 2025 wurde der Karton mit dem deutschen Verpackungspreis in der Kategorie "Materialsubstitution" ausgezeichnet.
Der Pilotversuch hat zum einen wichtige Aufschlüsse zur Stabilität und zum anderen Erkenntnisse zur Wahrnehmung unserer Kunden*innen geliefert.
Das Ergebnis:
Insgesamt wird die Paludi-Verpackung von 88 % der befragten Kund*innen als (sehr) positiv bewertet. Lediglich 5 % der Tester*innen bewerteten den Karton negativ.
Die mühelose Entsorgung im Altpapier und die leichte Handhabung wurden als Stärken der Paludi-Verpackung empfunden.
Bei der Haptik der Verpackung nahmen 4 von 10 Kund*innen kleine Unterschiede zu einem typischen Altpapier-Karton wahr.
Wir freuen uns über den positiven und vielversprechenden Verlauf des Testzeitraums. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden wir im nächsten Schritt weitere Materialzusammensetzungen erproben. Unser Ziel: Bis 2027 sollen alle OTTO Versandkartons einen größtmöglichen Paludianteil haben.