Kaufberatung Forstnerbohrer
Große Löcher in Holz bohren
Ein Forstnerbohrer ist ein praktisches und vielseitiges Bohrwerkzeug. Dank seiner speziellen Form ist es nützlich für Hand- und Heimwerker*innen, die vorwiegend Holz bearbeiten.
Inhaltsverzeichnis
> Wofür verwende ich Forstnerbohrer und welche Vorteile bieten sie?
> Worauf sollte ich bei der Auswahl eines Topfbohrers achten?
> Wie nutze und pflege ich einen Astlochbohrer? 10 Tipps
Wofür verwende ich Forstnerbohrer und welche Vorteile bieten sie?
- Der Forstnerbohrer ist nach seinem Erfinder Benjamin Forstner benannt, wird aber auch als Astlochbohrer, Scharnierlochbohrer oder Topfbohrer bezeichnet.
- Dieser Spezialbohrer ist kein eigenständiges Werkzeug, sondern ein Zubehörteil für den Einsatz in Bohrmaschinen. Er wird benutzt, um große, glatte und saubere Löcher mit einem Durchmesser von 10 bis 50 mm zu bohren. Für kleinere Löcher genügt ein herkömmlicher Holzbohrer.
- Anders als andere Bohrer haben die Bits je zwei scharfe Hauptschneiden und Seitenschneiden, aber kein Gewinde. Dazu kommt eine kurze Spitze, die zum Ansetzen dient: Sie drückt sich in das Material ein und sorgt für Stabilität.
- Die rotierenden Klingen schneiden mit jeder Umdrehung eine dünne Holzschicht ab, die an die Späne erinnert, die beim Hobeln anfallen. So entsteht ein präzises Loch, ohne dass das Holz splittert oder ausfranst.
- Du kannst mit den Präzisionsbohrern auch flach bohren, also sogenannte Sacklöcher mit einem flachen Boden erzeugen, die für das Einlassen von Scharnieren, Beschlägen, Scheiben oder Zapfen benötigt werden.
- Forstnerbohrer sind vor allem für die Holzverarbeitung gedacht, etwa für harte und weiche Hölzer und MDF-Platten. Du kannst damit aber auch andere Materialien bearbeiten, hauptsächlich weiche Metalle wie Aluminium und bestimmte Kunststoffe.
Worauf sollte ich bei der Auswahl eines Topfbohrers achten?
Material
Die Schneiden von hochwertigen Forstnerbohrern bestehen aus Hartmetall (Carbide). Dieses Material ist extrem stabil, widerstandsfähig gegen Verschleiß und langlebig. Die Qualität dieser Bohrer ist sehr hoch, sie können hohe Temperaturen aushalten und bleiben länger scharf als andere Varianten. Weiterhin verwenden die Hersteller Hochgeschwindigkeitsstahl (HSS), der ebenfalls sehr stabil und hitzebeständig ist. Werkzeugstahl ist robust, aber weniger lange haltbar, dafür aber preiswerter.
Tipp: Einige Bits sind zusätzlich mit Titan oder einer anderen Legierung beschichtet, um sie belastbarer zu machen. Ein solcher Materialmix ist zum Beispiel Chrom-Vanadium-Stahl.
Schaft
Die meisten Forstnerbohrer haben einen zylindrischen Schaft und passen damit in das Bohrfutter von gängigen Bohrmaschinen. Einige wenige Varianten haben stattdessen einen Sechskant-Schaft, der für eine bessere Griffigkeit sorgt und verhindert, dass das Bohrfutter durchrutscht. Diese Bits kannst du vorrangig bei kleinen Akkuschraubern verwenden.
Durchmesser und Länge
Beim Durchmesser von Forstnerbohrern sind 10 bis 50 mm gängig. Entscheidend ist, wie breit das Loch sein soll. Darüber hinaus sind die Bits in verschiedenen Längen zu haben. Die richtige Größe wählst du abhängig von der gewünschten Bohrtiefe. Für ein flaches Loch genügt ein Bohrer mit kürzerem Schaft. Soll das Loch tiefer sein, benötigst du eine Variante mit längerem Schaft. Wichtig ist in jedem Fall die Arbeitslänge: Sie bezieht sich auf den Teil des Bohrers, der tatsächlich in das Material eindringt und das Loch bohrt. Weit verbreitet sind Längen zwischen 13 und 50 mm, es gibt aber auch größere Versionen mit 100 mm und mehr.
Tipp: Ist der Schaft des Forstnerbohrers nicht lang genug für dein Vorhaben, kannst du ihn mit einem Aufsatz verlängern.
Klingenform
Die Klingen von Forstnerbohrern liegen normalerweise gerade auf der Fläche, bei speziellen Varianten können sie aber auch gewellt sein. Damit arbeiten sie besonders effizient und präzise, entfernen die Späne schneller aus dem Bohrloch, und du musst weniger Kraft aufwenden. Zudem reduzieren die gezahnten Messer die Wärmeentwicklung – das erhöht die Lebensdauer des Bohrers.
Bohrersets
Forstnerbohrer kannst du einzeln oder in Form praktischer Werkzeugsets erwerben. Enthalten sind dann 4, 5, 15 oder sogar 20 Bohrer, in der Regel mit unterschiedlichen Durchmessern und Längen. Das ist nützlich, wenn du häufig Ast- oder Scharnierlöcher bohren möchtest. Wenn die Bits in einer Plastikbox oder einer Holzkiste geliefert werden, kannst du sie darin geschützt aufbewahren und hast sie gleich ordentlich sortiert zur Hand, wenn du sie brauchst. Darüber hinaus bekommst du auch Sets, die sowohl Forstnerbohrer als auch herkömmliche Holzbohrer enthalten.
Wie nutze und pflege ich einen Astlochbohrer? 10 Tipps
- Überprüfe den Bohrer vor jedem Einsatz und tausch ihn aus, falls er abgenutzt ist oder Risse hat. Eine beschädigte Schneide führt zu einer unsauberen Bohrung. Das ist ärgerlich, wenn es auf präzise Arbeit ankommt, etwa bei einem Möbelstück.
- Markiere die Stelle, die du bohren willst, mit einem Bleistift. Sichere das Werkstück und spann es fest, damit es sich nicht bewegen kann.
- Bevor du den Forstnerbohrer benutzt, solltest du mit einem Holzbohrer vorbohren. Sonst brauchst du viel Kraft, um die kleine Spitze ins Holz zu drücken. Achte aber unbedingt darauf, dass der Holzbohrer genauso groß ist wie die Spitze und nicht größer – diese kann sonst auf dem Untergrund nicht mehr greifen.
- Stell sicher, dass der Forstnerbohrer richtig in die Bohrmaschine eingespannt ist, damit nichts verrutschen oder sich verklemmen kann.
- Übe beim Bohren nicht zu viel Druck aus und achte auf die richtige Bohrtechnik. Wähle eine langsame, gleichmäßige Geschwindigkeit, um präzise und sauber zu bohren.
- Am besten stellst du eine niedrige Drehzahl und ein hohes Drehmoment ein. Ansonsten kann der Bohrer überhitzen und stumpf und damit unbrauchbar werden.
- Reinige den Bohreinsatz nach jedem Gebrauch. Entferne mit einer kleinen Bürste oder einem Druckluftspray Schmutz, Staub und Späne aus den Schneiden und von der Spitze.
- Hartnäckige Ablagerungen kannst du mit einer Nadel oder einem Zahnstocher von den Schneiden entfernen. Sei dabei vorsichtig, damit du die Schneidkanten nicht beschädigst.
- Lagere den Forstnerbohrer in einer trockenen Umgebung. Er muss vor Feuchtigkeit geschützt werden, damit sich kein Rost bilden kann. Am besten eignet sich dafür ein Werkzeugkoffer.
- Schärfe den Bohrer regelmäßig, damit er weiterhin saubere Löcher bohrt. Nimm dafür einen feinen Schleifstein oder eine Diamantfeile und bearbeite die Schneiden vorsichtig. Achte darauf, dass der ursprüngliche Winkel erhalten bleibt.