Der ultimative Wiesn-Knigge: Dos and Don’ts

10. August 2018 | von

Die Bierwerbung im Radio läuft sich schon warm, Facebook blendet mir ständig Dirndl-Werbung ein. Die Blätter färben sich langsam rötlich und der Himmel übt bayrisches Weiß-Blau. Es ist nicht zu übersehen: Die Zeichen stehen auf Oktoberfest – aka: die Wiesn! Das größte Volksfest weltweit naht und mit ihm sechs Millionen Touristen aus nah und fern, die München überrollen und die Stadt für 16 Tage in einen Ausnahmezustand versetzen. Lila Plastik-Dirndl zwängen sich neben Sepperl-Hüte, auf den Bierbänken stampft man zu „Atemlos“, prostet sich mit großzügig gefüllten Bierkrügen überschwappend zu. Und alles unter dem Label „Typisch bayrisch“. Na, wunderbar – prost!

I ♥ Oktoberfest!

Dabei könnte alles so schön sein: Es herrscht traditionell Kaiserwetter! Die Zuckerwatte duftet mit knusprigen Hendln um die Wette. Vom Riesenrad aus hat man den schönsten Blick über München überhaupt. Und mit ein wenig Achtsamkeit wird das Oktoberfest das, was es wirklich ist: das schönste und größte Fest der Welt.

Das Oktoberfest von Oben
Foto © Bucchi Francesco/Shutterstock.com

Top 1: Die Kleidung

Welche Frage! Dirndl, versteht sich! Manche Dirndl gleichen allerdings eher einem Karnevalskostüm denn einer Tracht. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Oder vielleicht doch? Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Weniger schrille Farben, weniger Mustermix, weniger Chichi! Schöne Dirndl punkten ohnehin durch eine sehr weibliche Schnittführung, da muss man nicht noch eins draufsetzen! (Dass Sepperl-Hüte allerhöchstens Klamauk sind und damit ein absolutes No-Go, muss ich nicht noch extra betonen, oder?)

dirndl für große größen
traditionelle trachten für die wiesn

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Top 2: Das Bier

Bier ist nicht gleich Bier, und Oktoberfestbier schon gleich gar nicht. Erstens trinkt man letzteres grundsätzlich in der Maß, zweitens schmeckt es besonders würzig, drittens ist es stärker gebraut als normales Bier. Im Klartext: Vorsicht, man (frau auch!) trinkt vom Oktoberfestbier schneller mehr als man vielleicht verträgt. Radler und Wasser sind übrigens absolut bierzelttauglich – Wein und Sekt eher nicht, dafür gibt es spezielle Zelte bzw. „Hüttn“.

Bier auf dem Oktoberfest
Foto © Frank Gaertner/Shutterstock.com

Top 3: Das Essen

Multikulti finde ich toll, aber auf der Wiesn darf’s kulinarisch ruhig bayrisch zugehen: Hendl (mit der Hand essen! Oja!), Steckerlfisch (dito!), im Zelt eine klassische Haxn … ich bin immer wieder überrascht, wie gut – angesichts durchgeschleuster Menschenmassen – das Oktoberfestessen schmeckt! Und zum Flanieren dann Zuckerwatte, Magenbrot oder gebrannte Mandeln!

Haxn auf dem Oktoberfest
Foto © Thinkstock/iStock/gkrphoto

Top 4: Der Flirt

Nirgends ist Anbandeln leichter als auf der Wiesn. Schon die links gebundene Schleife an der Schürze signalisiert: Ich bin zu haben! Was aber nicht heißt, dass man(n) sein gutes Benehmen am Bierzelteingang abgeben soll! (Wem schon mal in den Ausschnitt gegrabscht wurde, weiß, wovon ich spreche … ;-)) Sind männliche Leser anwesend? Weil: Wiesn-Bedienungen sind absolut tabu! Außer man möchte mit der Security Bekanntschaft machen. Verena erklärt euch gerne das Dirndl Schleifen A-B-C!

Flirten auf dem Oktoberfest
Foto © © photocase.de/Stihl024

Top 5: Die Alternative

Ab auf die „Oide Wiesn“ („Die alte Wiesn“)! Wer es etwas leiser, etwas gemütlicher und vor allem nostalgischer mag, der ist auf der „Oidn Wiesn“ richtig. Zwischen ein paar kleineren Fahrgeschäften und Essen im Freien bekommt man eine Vorstellung davon, wie charmant Volksfeste früher mal waren. Und das Beste: Man bekommt hier noch einen Tisch – auch ohne monatelange Reservierung!

Oide Wiesn Oktoberfest

Top 6: Der Morgen (danach)

Uuuups, das Aufwachen hat nicht wirklich Spaß gemacht und die Sonne könnte sich ruhig ein wenig bedeckter halten? Das kann nur eines bedeuten: Du hast diesen Wiesn-Knigge nicht genau genug gelesen! Meine Empfehlung: Noch mal und genauer lesen – und dann wieder ab auf die Wiesn!

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