Bloß nicht
auffallen – aus dem Alltag einer Dicken

9. August 2018 | von

Vor ein paar Wochen war ich mit ein paar Freundinnen nach der Arbeit zum Essen verabredet. Ich war viel zu früh dran, trödelte durch die Stadt und traf zeitgleich mit einer (auch dicken) Freundin am Treffpunkt ein. Sie war total abgehetzt und verschwitzt (es war heiß, wir hatten 30 Grad). Ich fragte, warum sie sich so beeilt hätte, wir haben doch noch jede Menge Zeit.

„Ach, weißt Du, sagte sie, wenn ich in der Stadt unterwegs bin, dann gehe ich immer ganz ganz schnell - nicht dass die Leute denken, die Dicke kann sich nicht richtig bewegen mit ihrem Gewicht.”

Mir fiel kurz die Kinnlade runter, ich kam aber nicht dazu weiter darauf einzugehen, weil wir gleich über andere Dinge gesprochen haben. Zu Hause hat mich das dann aber doch noch beschäftigt und ich hab darüber nachgedacht ob und was ich eigentlich so alles mache – oder gemacht habe, nur um der Gesellschaft zu gefallen und nicht die vorherrschenden Vorurteile zu erfüllen. Und ja, tatsächlich, auch ich war und bin stets bemüht, den dicken Klischees entgegenzuwirken:

Diese selbsterlegten Regeln bestimm(t)en meinen Alltag:

  • Diäten. Der Druck abzunehmen war früher so groß, dass ich immer wieder ungesunde Crash-Diäten gemacht habe. Mache ich jetzt nicht mehr. Diäten funktionieren langfristig nicht.
  • Keine ungesunden Lebensmittel in der Öffentlichkeit essen. Was sollen die Leute von mir denken, wenn ich in der Öffentlichkeit ein Eis esse? Ist die nicht schon fett genug? Muss die jetzt auch noch Eis essen? Kommt immer auf meine Tagesform man – meistens kein Problem für mich, es gibt aber auch Tage, wo ich einfach keine Lust auf blöde Blicke habe.
  • Am besten gar nichts in der Öffentlichkeit essen. In der U-Bahn, auf der Straße, Parkbank etc. esse ich grundsätzlich sehr ungern.
essen in der öffentlichkeit
  • Früher habe ich manchmal, wenn ich eingeladen war, sogar zu Hause schon gegessen, damit ich dort nicht vor anderen Menschen essen muss. Ich habe höchstens wie ein Vögelchen gepickt, nur damit es kein Gerede gibt, wieviel ich gegessen habe. Gerade bei z.B. Familienfeiern wird man ja gern mal von „besorgten“ Verwandten angesprochen, ob man eigentlich weiß, wieviel Kalorien das Kuchenstück enthält, das man da gerade auf dem Teller hat. Heute mache ich das nicht mehr. Auch dicke Menschen müssen essen und wer meint das kommentieren zu müssen, bekommt einen Spruch zurück.
  • Möglichst keine ungesunden Sachen im Supermarkt kaufen. Ja, ich esse ab und zu auch Chips und Schokolade. Aber wenn ich das im Supermarkt aufs Band legen muss, möchte ich jedes Mal im Erdboden versinken. Ich habe das Gefühl, dass die Schlangesteher hinter mir sich verschworene Blicke zuwerfen, sich zunicken und gemeinsam denken: kein Wunder, dass die so fett ist!
  • Ich fahre sehr viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Bus würde ich mich niemals neben eine andere Person setzen, um sie nicht mit meinem Umfang zu belästigen. Wenn kein Doppelsitzer frei ist, stehe ich. Und wenn ich schon sitze und jemand setzt sich neben mich, versuche ich mich so schmal wie möglich zu machen und sitze dann manchmal total verkrampft da.
plus size regeln in der öffentlichkeit
  • Ich versuche Situationen zu vermeiden, in denen es zu peinlichen Momenten aufgrund meines Körperumfangs kommen könnte. Ich taxiere zum Beispiel Stühle vorher ganz genau, nicht dass ich da nicht gut rein oder rauskomme. Wenn Tische in Restaurants eng beieinander stehen, bitte ich meine (dünne) Begleitung, durch den Spalt zwischen den Tischen zu schlüpfen und ich nehme den vorderen Platz – nicht dass ich mit meinem ausladenden Hintern noch den Nachbartisch abräume. Bars und Restaurants mit Barhockern oder Hochstühlen, auf die ich mit meinen kurzen dicken Beinen nicht gut raufkomme, meide ich grundsätzlich.
  • Ich verhülle meinen Körper. Um anderen den Anblick meiner dicken Oberarme zu ersparen, trage ich nur langärmlige Kleidung, auch im Sommer. Ich liebe eigentlich Kleider und Röcke, aber meine Beine sind deformiert, sodass ich auch das niemandem zumuten will und trage nur lange Hosen. Da ich wahnsinnig gerne schwimme und somit oft in Bädern und am Strand unterwegs bin, muss ich natürlich meinen Körper auch im Badeanzug zeigen. Geht ja nicht anders, dazu bin ich viel zu gern am und im Wasser unterwegs, das lasse ich mir nicht nehmen. Hier überwiegt meine Freude am Wasser und der Bewegung, da müssen andere dann eben durch – die Blicke halte ich aus.
  • Ich kleide mich eher unauffällig. Ich weiß, dass einige Fashion-Bloggerinnen da eine andere Auffassung haben: gerade als dicke Frau sollte man immer aufgedonnert und auffällig aus dem Haus gehen, nur so wird man als Dicke ernst genommen. Aber das bin nicht ich. Ich bevorzuge klassische Schnitte, gedeckte Farben, wenig bis gar kein Make-up. Mir persönlich ist es lieber, in der Masse „unterzugehen“.
  • In allem, was ich tue, versuche ich besonders gut und fleißig zu sein, damit ja nicht der Eindruck entsteht, ich sei eine faule Dicke. Und ich habe tatsächlich das Gefühl, als Dicke muss ich immer ein bisschen besser sein als andere, damit ich die selbe Anerkennung erhalte.
neon schriftzug work harder

Fazit: Meine Bedürfnisse müssen für mich im Vordergrund stehen

Wenn ich mir meine (sehr persönliche und ehrliche) Liste jetzt anschaue, bin ich ganz schön erschrocken, was da alles zusammengekommen ist. Ich bin sehr selbstbewusst, gelassen, mit mir im Reinen und mache das, was mir Spaß macht – aber unterm Strich verbiege ich mich doch noch ganz schön, um der Gesellschaft zu gefallen. Es gibt hier also noch jede Menge Arbeit für mich.

Wie sieht es bei euch aus – gibt es etwas, das ihr mit Rücksicht auf andere anders macht, als ihr eigentlich möchtet?

Letzte Kommentare (41)

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Mina
Samstag, 2. Februar 2019, 23:13 Uhr

Liebe Conny, ja es gibt so Menschen die genau das denken als dünne Menschen. Und dann gibt’s da Menschen wie mich… Mir ist es egal ob dick oder dünn.. ich möchte mich mit dem Gegenüber unterhalten, Spaß haben, verstehen. Mir ist es egal ob der Mensch vor mir entstellt ist oder irgendwelche markel hat, ob er dick oder dünn ist, ob schwarz,weiß oder was weiß ich. Mir ist nur wichtig ob die Person freundlich, fair und empathisch ist. Alles andere ist mir sowas von egal. Kauf ein was du willst, iss dein Eis, trage Kleider und Röcke. Denn es ist dein Lebensgefühl und nicht das der anderen. Jeder Mensch ist wertvoll. Und niemand hat das Recht zu urteilen!

Yanis
Dienstag, 22. Januar 2019, 21:58 Uhr

Ja das ist schon ‚lustig‘. Ich habe den Artikel jetzt gleich gelesen (nachdem ich entspannter war durch das ‚Luftmachen‘) und stelle tatsächlich fest, dass ich mehrere Themen als Dünne auch kenne.
Ich habe tatsächlich immer wieder versucht möglichst viel zu essen, da mich die anderen schon ganz panisch gemacht hatten, dass ich verhungern könnte, lol. Was natürlich fatal ist, also zu essen wenn man satt ist, den es kommt nur das gesamte Verdauungssystem – und letztlich der ganze Organismus samt Psyche aus dem Gleichgewicht.
Im Supermarkt frage ich mich auch manchmal, ob die anderen denken ’na ist ja klar, dass die Dürre nur Obst und Gemüse isst, kein Wunder wenn sie nix auf den Knochen hat‘ wenn ich meine Waren auf das Band lege. Oder sie sehen dass es alles sehr gesund ist und denken ‚übertreiben kann man es auch‘ weil sie sich nicht vorstellen können dass jemand das leicht und gern auswählt und ihm einfach schmeckt.
Wenn ich essen gehe drängt man mir gerne auch mal ‚was Gescheites zu essen‘ auf, aus Sorge, ich nage zuhause nur an Salatblättern. Meistens entscheide jedoch noch ich, was ich bestelle, aber die Kommentare nerven.
Im Schwimmbad schauen auch einige, da ich auch schon Mitte Fünfzig bin, aber athletisch, etwas androgyn und relativ durchtrainiert. Ich merke an den Blicken wie es im Kopf arbeitet und versucht wird, mich einzuordnen. Warum sieht die so aus? Man merkt teilweise, ob es anerkennende oder abwertende Gedanken sind und manchmal wirkt es tatsächlich so, als wäre der Gedanke ‚das ist doch keine richtige Frau, eine richtige Frau hat Rundungen und Fülle‘.
Natürlich weiß ich dass es diesbezüglich viele Vorlieben gibt, wie auch bei anderen Themen, wie Beruf, Karriere ect. Die einen wollen die anpassungsfähige Mutter und Hausfrau, die anderen die hippe Erfolgsfrau.
Ich bekomme auch immer wieder Komplimente wegen meiner ‚tollen Figur‘ aber längst nicht von allen.
Im Cafe sitze ich gern mal auf dem Stuhl mit Kissen, da es wärmer ist und mir eben jegliches Neopren fehlt und beim Schwimmen muss ich irgendwann raus und mich aufwärmen, während die molligen Omas noch eine Stunde weiter paddeln und dabei plaudern.
Ich habe auch oft hören dürfen ‚jetzt setz dich doch mal hin‘, ‚wie, du gehst jetzt noch raus?‘, ‚was, du warst so spät noch schwimmen, da brauchst du dich nicht wundern wenn du erkältet bist‘ ect. ect. wenn ich etwas sportlicher oder bewegungsfreudiger war, als die anderen.
Und da ich mich auch ungern schminke und leger kleide, bin ich für viele dann eine Karotten fressende Ökotussi, die vermutlich auch nix allzu gscheites arbeitet und ein bisserl faul ist.
Alle Vorurteile die mir bezüglich genannter Themen begegnet sind, waren eigentlich falsch. Ich bin eben nicht so und versuche auch, mich möglichst wenig zu verbiegen und irgendjemand zu beweisen, dass seine dummen Gedanken nicht stimmen sind.
Die Menschen gehen gehen eben immer von dem ihnen Bekannten aus, insofern sagen die Urteile mehr über sie, als über mich aus.
Im allgemeinen habe ich da einiges Selbstbewusstsein, es ödet mich eher an, wenn ich merke wie oberflächlich der eine oder andere seine Kommunikation angeht und auch garnicht wissen will, wer man ist – und dass man eben vllt einfach ganz anders ist.
Nunja, so ist das unter den Menschen und vermutlich bei vielen anderen Eigenarten auch, wie arm, reich, schwarz, weiß, alt, jung ect. Aber oft ist mir das auch alles herzlich wurscht, denn es gibt wichtigere Themen auf dem Planeten.
Vielfalt ist eben eine Herausforderung und eigentlich Bereicherung, entsprechend sollte man sie wertschätzen und nutzen.

Yanis
Dienstag, 22. Januar 2019, 21:06 Uhr

Ich habe den Artikel noch garnicht gelesen, da ich schon auf die Überschrift, besser gesagt auf das Thema allergisch bin, werde das aber nachholen. Ich habe vermutlich genau das selbe, nur umgekehrt. Ich höre mir schon mein Leben lang Beleidigungen und Bewertungen an, dass ich angeblich zu dünn sei. Das ging als Kind los, obwohl ich ganz normal und gerne gegessen habe und bei einer schlanken Mutter und großem Bewegungsdrang eben auch schlank bin. Momentan 52/168, also nichts wirklich Ungewöhnliches, ‚es schauen auch keine Knochen raus‘. Ich schätze ganz einfach mal, mit dem Finger auf Leute zeigen, ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Menschheit. Man setzt sich dabei innerhalb Sekundenschnelle eine oder mehrere Ebenen höher und lenkt von sich selber ab.
Seid froh wenn ihr mollig sein, schlank ist auch nicht unbedingt besser. Man friert mehr und Männer mögen auch Pfunde, habe ich knallhart merken müssen. Sorry vielmals für die Coleur meines Textes, es musste einfach mal raus. 🙂

Katharina
Sonntag, 30. Dezember 2018, 11:41 Uhr

Interessanter Artikel.
Es tut mir sehr leid für die Autorin und allen anderen die sich dabei angesprochen fühlen, dass sie sich so unwohl in ihrer Haut fühlen und sich so verbiegen müssen.
Ich bin selber sehr dick und bin froh darüber ein ausgeprägtes selbstbewusstsein zu haben. Mir ist es so was von egal ob jemand es nicht passt wenn ich mit Badeanzug am Strand liege und mein Eis dabei Schlecke. Oder ob jemand denkt ich esse nur ungesunde Sachen und bin nicht sportlich.
Was interessiert es mich was ein fremder auf der Straße über mich denkt. Der sieht mich doch eh nie wieder und hat mich innerhalb einer Minute vergessen.
Und wenn ich mehr esse bei Freunden oder der Familie , dann sollen die Gastgeber sich doch freuen, dass es mir schmeckt und wer mich dabei tadelt ist doch kein Freund, da er mich nicht so akzeptiert wie ich bin und dann brauche ich auch keinen Umgang mit ihm.
Ich bitte nun also alle die sich bei diesem Artikel angesprochen fühlen darüber aufzuhören anderen zu gefallen und krampfhaft zu versuchen der Gesellschaft es Recht zu machen. Lebt euer Leben so wie es euch gefällt , genießt alles was euch gut tut und gebt euch nicht mit Idioten ab, die euch verurteilen. Seid glücklich!!!

Gabby
Donnerstag, 27. Dezember 2018, 23:22 Uhr

Bussi links, Bussi rechts.
Hier ist meine Diät-Vita in Stichpunkten:
Eltern: ungarische Flüchtlinge, die den Deutschen zeigen mussten, dass sie ihr Kind zu ernähren in der Lage waren – Pflichtportionen über 15 Lebensjahre und eine Crashdiät, nachdem ich mir erlaubt habe, dagegen aufzubegehren und den Satz „Dann mach doch, was du willst!“ erntete.
Nach wochenlangem Genuss von ausschließlich Wasser und täglichen 20-km-Fußmärschen völliger Zusammenbruch des Stoffwechsels. Idealgewicht mit Nebenwirkungen. Nach zweijähriger Therapie fünf Kilo zu viel. Nach Fotorückschau sah ich gut aus, aber ich fühlte mich FETT.
Diät. Diät. Diät. Begleitet von lebensgefährlichen Megaheels (um die anzuziehen, brauchte ich eine Bergsteigerausrüstung – aber die Beine wirkten länger), pobedeckenden und kaschierenden Hängerchen, merkwürdigerweise trotzdem Erfolg bei Männern habend, konnte ich nicht wahrhaben, dass die mich lieben könnten, denn ich war ja FETT. Wer weiß, was die von mir wollten.
Schließlich Ehemann. Der heiratete mich „trotzdem“. OK, das konnte ich wenigstens glauben. Kind bekommen. Gewichtszunahme 20 kg. Crashdiät + 450 Situps täglich. Anfangs konnte ich vor Muskelkater nicht aufrecht stehen. Danach war ich optisch einigermaßen schlank. Aber nie schlank genug. (Wenn ich aus heutiger Sicht das damaligel Gewicht haben könnte, würde ich Deutschland eine Runde Freibier spendieren!)
Die Ehe crashte. Gewichtszunahme 20 kg. Crashdiät aus orthopädischen Gründen.
Mein Leben crashte. Gewichtszunahme 45 kg. Danach war ich Ü100 und kämpfte immer noch. Habe beschlossen, nicht mehr elegant oder gar sexy zu sein, sondern ein Typ zu werden. Lagenlook. Kein Dancing, kein Ausgehen, keine Unternehmungen und erst recht keine Männer, obwohl es da erstaunlicherweise Interessenten gegeben hätte, die mich von der Straße weg genommen hätten. Offenbar gibt es Geschmacksverirrte.
Inzwischen großes STOPP. Ich esse morgens und mittags wenig, weil ich wenig Hunger habe, abends esse ich deutlich mehr. OK, Chips und Schoki mochte ich noch nie, aber Wein. Trinke allabendlich ein Glas dunkelroten, staubtrockenen, während ich meinen Tag Revue passieren lasse (eine neue super Angewohnheit, da fällt einem immer wieder auf, wie tapfer man sich geschlagen hat und wieviel Schönes es gab). Bin inzwischen ein Typ, passe in keinen Büroalltag mit all den mausgrauen Blazerchen. Passe aber nach zwei Jahren wieder in eine Hose, die ich vorher nicht über den Hintern brachte. Ich bekomme sie sogar zu. Gehe zu Silvester aus. Ohne besonderes Outfit. Aber wer sagt, wie groß der erste Schritt sein muss? Habe Waffenstillstand mit meinem Gewicht geschlossen, will es immer noch weghaben. Aber nicht mehr um jeden Preis. Ich wiege mich nie wieder.
Was lernte ich aus alldem? Manche mögen mich wegen meiner Pfunde. Weit mehr mögen mich, weil ich bin, wie ich bin. Diejenigen, die mich nicht mögen, mochten mich in schlankeren Zeiten auch nicht. Bei Dicken ist der Weg der inneren Schönheit nach außen nur länger, aber möglich. Das ist der einzige Sport, den Dicke wirklich machen sollten: Ihr Inneres nach außen zu katapultieren. Und nach der Regel von Marika Rökk leben (kennt die heute noch jemand?): Nicht fressen sondern essen, nicht saufen sondern trinken, nicht schuften sondern arbeiten. Ich hab euch lieb, Ihr Dicken und Dünnen <3

Stella
Sonntag, 23. Dezember 2018, 23:30 Uhr

Liebe Conny, in den meisten Dingen erkenne ich mich schon durchaus wieder, nur beim Thema Mode nicht. Ich trage was mir gefällt, am liebsten Rockabilly Kleidung. Und das ist gut so, jede Frau sollte tragen was ihr gefällt.

Elli
Donnerstag, 20. Dezember 2018, 23:39 Uhr

Hallo,

Du hast mir aus der Seele gesprochen. Ich fühle mich besonders erniedrigt wenn ich bei jemandem zum Essen eingeladen bin und die Gastgeberin allen große Portionen aufscheppt und mir gerade eine Handvoll. Nicht nur das ich dann so ein Hunger habe sondern die Scham und Erniedrigung die ich verspüre. Aber da hört es nicht auf, alle werden gefragt ob sie Nachschlag möchten, ich selbstverständlich nicht. Und das alle dann auch Dessert bekommen und ich nicht gibt mir den Rest. Ich frage mich warum ich eingeladen werde. Ich nehme seit einiger Zeit keine Einladungen mehr an, das tue ich mir nicht mehr an. Ist das einem von Euch auch schon mal passiert und was habt ihr gemacht?

Tippse
Mittwoch, 19. Dezember 2018, 21:52 Uhr

Hallole

Erinnerungen ohne Ende, ich habe mich so wieder erkannt. 40 Jahre habe ich eine Diät nach der anderen gemacht und mich genau so gefühlt, wie du es beschrieben hast. Jetzt habe ich durch eiserne Disziplin ein akzeptables Gewicht und achte mehr oder weniger gut darauf es auch zu halten (Weihnachtsgebäck kann ich nicht wiederstehen).
Wenn ich jemanden sehe, der oder die korpulenter ist, kommt mir oft der Gedanke, nein, das will ich nicht mehr. Eben wegen dieser Verurteilung durch Blicke oder dummen Sprüchen.
Mein Selbstbewusstsein ist nicht größer geworden durch mein geringeres Gewicht, schöner bin ich auch nicht geworden – zu viel hängende Haut.

Bleibt so wie ihr euch gut fühlt, lebt nicht das was andere gut finden. Irgendjemand hat ohnehin immer was zum Meckern und Maulen. Bleibt Euch treu. LG von der Tippse

Pamela Alt
Samstag, 15. Dezember 2018, 23:07 Uhr

Hallo Conny!
Ich kann dich nicht verstehen,dass du dich versteckst.Ich dachte immer für Kleider bin ich zu fett.Aber in diesem heißen Sommer habe ich es nicht ohne Kleid im Büro ausgehalten.Und jeder fragte mich,warum ich nie früher welche getragen habe.Auch ich habe dicke Waden.Aber lange Kleider kaschieren super.Sogar einen Rock habe ich gekauft.
Und bitte kaufe im Supermarkt was du möchtest und esse in Restaurant s was du gerade magst und esse bei Einladungen auch normal.Jeder ist berechtigt zu tun was er möchte.Auch Dicke!!!.Auch Dicke Frauen können attraktiv sein.Es gibt sogar Männer die nur kräftige Frauen bevorzugen.
Liebe Grüße Pamela

Hannah
Dienstag, 11. Dezember 2018, 20:02 Uhr

Hallo liebe Conny,

Ich wüsste gerne, warum dieser Artikel über das „Dick-sein“ außgerechnet mit Bildern von (sehr) schlanken Models (insbesondere das dritte Bild) illustriert ist?
Mich würde interessierten, ob es einen bestimmten Grund hat.

Liebe Grüße,
Hannah

    Kathrin
    Mittwoch, 12. Dezember 2018, 10:53 Uhr

    Liebe Hannah,

    das hat keinen bestimmten Grund und war auch keine Absicht – da haben wir einfach nicht gut aufgepasst.
    Du hast auf jeden Fall Recht, danke für den Hinweis! Darauf werden wir ab jetzt verstärkt achten.

    Liebe Grüße,
    dein Soulfully-Team

Conny
Sonntag, 9. Dezember 2018, 20:17 Uhr

Hi Conny
Ich heisse auch so😉. Bin leider seit langem, nach 2 Schwangerschaften, sehr dick. Und ich kann das nur genauso bestätigen. Ich tanze sogar in einer Faschingsgesellschaft in der alten Gruppe, bin schon 45, showtanz. Aber das Leben ist extrem schwierig als dicke. Leider nicht so einfach zu sagen sch…. drauf

Zauberstern
Sonntag, 9. Dezember 2018, 13:02 Uhr

Halloo. Die Regeln sind auch so meine Regeln wenn’s ums Essen geht. … Baden gehe ich nicht mehr weil das mit meiner Blase kompliziert ist. Beim Ankleiden, naja, meistens langärmelig, farbig, dezent mit Überkleid. Meine Gewicht schwankt sehr wegen der Medikamente. Aber allerdings gehe ich auch nur zum Einkauf raus wegen meiner Blase. Es gibt selten Toiletten wenn ich sie brauche. Wenn ich andere „dicke“ Menschen sehe gucke ich oft traurig „hinterher“. Ich esse vegan. Ob nun der Einkaufswagen der Anderen nicht dem meines eigenen entspricht ist mir nur halbwegs egal. … Ich weiß ja nicht des anderen Sorgen. Vielleicht muss der oder die auch irgendwelche Medikamente nehmen. Es macht mich traurig was da oft bei Anderen drin liegt. Vielleicht liegt es ja auch echt am wenigen Geld warum sich andere so ernähren. Es tut mir dennoch irgendwie leid. …

Pinats
Sonntag, 9. Dezember 2018, 1:32 Uhr

Hallo Conny,
keine Ahnung wie ich auf dieser Seite gelandet bin, aber egal, sehr guter lautlos unauffälliger Artikel.
Habe so 10 Min. drüber nachgedacht, erstaunlich das es Anderen nicht anders geht aber wie gut wir Alle am Spielen sind.
Ja, die an der Kasse fallen mir auch auf, neuerdings aber auch, weil es mich selbst stört, durch meine Krankheit, die ich mir zugezogen habe durch das Frustfressen.
Nun egal, auf jeden Fall gucken sie nicht noch einmal und auch keinen Anderen mehr an, nach dem ich mit denen kurz fertig bin. ( bin da halt nicht lautlos)
Diät kenne ich nicht, möchte ich nicht, bringt auch nix; man sehe sich nur um.
Mit dem Schwimmen kann ich seeehr gut nachvollziehen.
Ich war soooo abgenervt mit diesen Badeanzügen, weil ich mir fast eine Nierenentzündung zugezogen habe. Gleich alles in den Müll und Bikinis her, ja genau was soll das, ist freier und meine Haut braucht auch Sonne am Rettungsring😉 Ich habe auch diese Dinger nur getragen weil der Bauch sonst schwabbelt mich selbst gestört hat.
Wer ist diese Gesell schaft eigentlich. Schau dich mal um. Ihretwegen mache ich NICHTS. Klar ist die Haltung etwas aggressiv, aber was sind das bitte für Menschen die denken über mich urteilen zu dürfen!
Dementsprechend sorge ich dafür dass Sie beim Anblick eines fetten Menschens sich das mehrmals überlegen wie sie reagieren. A
Lächerlich zum quitschen sehe ich auch diese bunten Damen die durch die Gegend rudern.
Ne ne ne ich muss mich weder kriegsbemalen noch mir n Turbo an den A… binden, noch muss ich auf mein Eis und Chips verzichten, setz mich auch ganz gemütlich auf ne bank und verdrück mein curry mit pommes, und natürlich setze ich mich im Bus hin, auf diese Gesell schaft kann ich blind verzichten. Arbeitskollegen: kein Problem jeder ausnahmslos hat ein viel Größeres mitzuschleppen als ich auch wenn unsichtbar😜 wird halt kurz heiss serviert, gut ist.
Meine Sachen sind einfach schlicht und bequem und ich fühl mich wohl wenn ich vorm Spiegel stehe und mich damit bewege, fertig aus. So war ich mit Gr. 36 nicht anders heute mit Gr. 46 genauso.
Egal sind mir diese Deppen nicht, es wäre nicht ganz ehrlich so sich selbst zu betäuben, für mich sind es niedrige Zellen gegen die ich immer vorgehe, egal aus welchem Grund. Man kann nicht aus dem Haus gehen und sich das Übel aneignen und zurecht biegen andere Menschen schlecht zu behandeln um sich selbst ok zu nennen. (Diese Scheiss ich bin Ok. Gesellschaft) nix ist oke.
Nur!
Wenn die Gesundheit knackst, ist es ein ganz Anderes.
Also Mädels bitte achtet aufs Gewicht.
Die Gesellschaft ist nicht da, wenn ihr krank werdet und hilfe braucht. Nur ihr allein mit eurem Verursacher.
Liebe fette Grüße

holzwurm
Dienstag, 27. November 2018, 0:24 Uhr

Liebe Conny, ich war früher ein absoluter „Spaghetti“, bei 185 habe ich mal nur 48 kg gewogen. Heute bin ich nach mehreren Unfällen und OPs bei 117 kg, habe aber eine liebe Frau, die mich so akzeptiert wie ich bin, solange ich gesund bleibe und mich wohlfühle. Zu Hause trage ich am liebsten bequeme Sachen, die mich nicht einengen, am allerliebsten lange Röcke, die meiner Meinung nach zu Unrecht nicht von Männern getragen werden „dürfen“!!! Frauen tragen schließlich auch Hosen und Anzüge! Und die Frauen, denen ich so begegne, finden es immer ziemlich cool. Selbst einige Männer in der Nachbarschaft haben sich dran gewöhnt. Jeder soll so leben, wie er sich wohlfühlt. PS.: Von den Menschen, die man liebt, kann es nie genug geben!

h.s.
Freitag, 23. November 2018, 11:17 Uhr

Auch mir ist das oben Beschriebene selbst sehr allgegenwärtig. Aber ich genieße mein Leben und trage was ich will, seit mir folgendes klar geworden ist.

Das klingt jetzt vielleicht hart, aber: Wenn ihr dick seid, seid ihr eben dick! Das SIEHT man, und das meine ich jetzt positiv: Die Leute wissen doch sowieso, dass ihr dick seid, dann braucht ihr doch keine langen Ärmel und Hosen anziehen – Eure Form sieht man doch trotzdem… es ist ja nicht so, dass ihr eure Hose auszieht und plötzlich 50kg mehr wiegt …

Darum: Scheißt doch drauf, zieht an was ihr wollt – die Tatsachen ändern sich weder in der einen oder anderen Richtung 🙂

Saphira104
Freitag, 2. November 2018, 16:12 Uhr

Ich bin auch extrem wichtig doch ich ziehe im Sommer kurze sachen an auch ein rock. Es kommt drauf an wie man durch das Leben geht. Nimmt man eine geradehaltung ein den kopf leicht hoch und lächelt verwirrt man anderere leute. Die Haltung sagt viel aus so als Tipp

Souljam
Donnerstag, 18. Oktober 2018, 19:40 Uhr

Oh ja!
Auch ich verkneife mir Eis und Torte in der Öffentlichkeit! Bedecke meine Arme selbst bei über 39* im Schatten, die Kleider und Röcke sind immer bodenlang, die Jeans weit….. egal ob Sommer oder Winter!

Wie sehr ich mir doch gefallen lasse, dass andere Menschen mich ausschließlich über mein Äußeres beurteilen …: wie sehr es am Selbstwert kratzt, wenn man glaubt sich immerzu in Zelten verstecken zu müssen….
….: die Blicke von Kalorien zählenden Normalbewichtigen: Abwertend und bemitleidend …. wenn’s ganz arg kommt sogar angeekelt….😔😭

Neulich erzählte mir eine Kollegin ( Kleidergröße 36), dass ihr Freund sie mit „so einer wie mir“ betrogen hätte , und nun zu ihr zurück gekrochen wäre…. sie würde ihn noch lieben, könne sich aber niemals mehr von ihm anfassen lassen, der er hätte „ so eine wie mich“ in den Händen gehabt….😱😱😱
Das Schlimme ist, SIE wollte mir gar nicht weh tun, sondern sich nur über den Betrug des Freundes auslassen!
IST DAS ZU GLAUBEN?!?!
Um derart gefühllos und dickfellig zu sein, braucht es offensichtlich nicht 50 kg zu viel! DAS schafft Frau auch mit zarter Kleidergröße 36!!!
😱😭😱

Nobody
Montag, 8. Oktober 2018, 22:23 Uhr

Seelenverwand,würde ich Deinen Text nennen.Verbiege mich ständig und merke es jetzt erst.Immer wohlmeinende Hinweise,die mich total treffen.Dann finde ich Entschuldigungen ,weil ich dick bin.Warum bloss?Es wäre schön ,ein ehrliches Kompliment zu bekommen,weil ich bin wie ich bin.

Chrissi
Mittwoch, 3. Oktober 2018, 0:24 Uhr

Man könnte denken du schreibst aus meinem Leben . Passt zu 100 Prozent. Doch auch Ich finde es schade das wir uns so verhalten . Wir sind auch Menschen und müssen niemand etwas recht machen !Wir wollen auch Leben und Spaß haben wir jeder andere auch . Denke wir müssen selbstbewusster werden. Wir sind wie wir sind .

Tessa
Dienstag, 2. Oktober 2018, 23:25 Uhr

Puuuhhh, Treffer versenkt!
Als hättest Du die ganze Zeit meines Lebens neben mir gestanden und alles notiert.
Meine erste Diät habe ich mit 9 Jahren machen müssen (Schularzt und Kinderarzt), aber im Laufe der Zeit immer wieder zugelegt. Mehr als 40 Jahre dauert meine Diätkarriere, Jojo-Effekt ist mein zweiter Vorname.
In gewisser Hinsicht habe ich mich freigekämpft und trage durchaus gerne auffällige Kleidung und eine verrückte Haarfarbe. Die Menschen starren mich doch sowieso an, dann bekommen sie eben einen Grund mit meiner ausgeflippten Art. Der Weg dahin war schwer und auch heute ertappe ich mich oft genug dabei, dass ich mich zu sehr den Wünschen der anderen unterordne. Aber letzten Endes habe ich Freunde gefunden, die mich einfach so nehmen wie ich bin, das tut gut. Nur bei der Partnersuche bin ich noch sehr misstrauisch, kann mir schlecht vorstellen, dass mich jemand so will wie ich bin. Wahrscheinlich bin ich einfach zu oft abgelehnt, vereimert und/ oder verletzt worden.
Trotzdem: ich gebe nicht auf! Wer uns Dicke nicht so nimmt wie wir sind, der hat uns auch nicht verdient und verpasst eine ganze Menge Liebenswürdigkeit, Intelligenz, Humor und Spass…

Helene
Dienstag, 2. Oktober 2018, 21:24 Uhr

Ich habe mein Leben lang mit meinem Gewicht gekämpft. Als junge Frau konnte ich mein Gewicht noch relativ gut halten, allerdings bestanden meine „Mahlzeiten” oft aus einem Kaffee und einer Zigarette. Zwanzig Jahre, drei Kindern und zig Diäten später habe ich es aufgegeben einem Ziel hinterher zu hecheln, das ich nicht erreichen kann. Menschen sind verschieden, so ist das neunmal. Aus einem Haflinger wird keine Araberstute. Zufrieden bin ich mit meiner Figur nicht wirklich und auch ich kenne all die Taktiken, die man als beleibter Mensch anwendet. Ich bin mir dennoch sicher, dass ich heute ein gesünderes Leben führe als früher. Ich esse vernünftig, ich bewege mich, ich lebe. Charisma ist nicht abhängig vom Gewicht, sondern von einer positiven Ausstrahlung. Das muss ich mir allerdings auch immer wieder selbst vor Augen führen.

Möchtegerntraumfrau
Samstag, 29. September 2018, 10:34 Uhr

Hallo. Du sprichst mir aus der Seele. Alles ist genau wie du es schreibst. Ausser das ich auch gerne schwimme aber niemals gehe wegen der Blicke der anderen. Habe im Sommer ein neues Kniegelenk bekommen und selbst da wurde man von manchen Ärzten wie ein Mensch 2. Klasse behandelt. Ich verzichte seid meinem 7. Lebensjahr und renne meinem Traum von einer Selbstbewussten schönen Frau hinterher. Jetzt mit fast 51 lasse ich so langsam die Flügel hängen. Man ist es leid immer auf sein äußeres reduziert zu werden.

Mera
Montag, 24. September 2018, 23:16 Uhr

Hallo Conny

Ich finde es beruhigend und erschreckend zugleich das ich mich in all diesen Punkten wieder finde…

Ich hab schon x Diäten versucht und immer wieder kam nach der Zeit der innere Schweinehund zurück und so bin und bleibe ich eine Pummelfee ^-^

Es ist als ob das ganze ein Codex für Dicke sei und wehe man hält sich nicht daran, dann wird man mit den bösen Blicken daran erinnert.

Ich dachte immer ich sei Selbstbewusst genug um über der Meinung anderer zu stehen und doch verstecke ich mich, um bloß nicht negativ aufzufallen.

Ich danke dir für deinen offenen Text, er zeigt mir das ich nicht allein mit solchen Denkweisen bin und macht mir Mut etwas dagegen zu unternehmen!

Felicitas
Freitag, 31. August 2018, 23:49 Uhr

Ich bin dick, und? Ich habe nicht vor gesund zu sterben und mir verschiedene Genüsse entgehen zu lassen. Ja vielleicht sterbe ich früher, vielleicht. Eventuell werde ich aber auch steinalt und sitze als Oma mit Pommes und Mayo da und schau mir die dünnen mit Ihren Salatblättern an. Mir geht es gut, auch wenn ich jetzt schon ein gestandenes Alter erreicht habe. Ich bin so gelenkig das ich meinen Kindern zeigen kann wie die Hände im Stehen auf den Boden kommen und sie nur blöd aus der Wäsche schauen. Andere Menschen leben nicht mein Leben und ich muss nicht schlank sein um anderen zu gefallen. Ich gefalle mir so wie ich bin. Dick, rund und kugelig. Disziplin habe ich in anderen Bereichen die nichts mit essen und Training zu tun haben, das ist mir wichtiger.

Babayaga
Mittwoch, 29. August 2018, 10:31 Uhr

@Tom: Ratschläge sind auch Schläge, lass es sein. Von Männern habe ich es immer wieder gehört, dass Disziplin reicht. Frauen scheinen anders zu funktionieren. Meine Ärztin sagte mir mal, viele Dicke essen ganz, ganz wenig. Ich hab Phasen gehabt, wo ich aus Stressgründen über viele Wochen täglich kaum 500 kcal zu mir genommen habe. Mein Gewicht hat das nicht die Bohne interessiert. – Danke für den schönen Artikel. Mit „nur“ 15 kg zuviel finde ich mich trotzdem in einigem wieder. Es ist doch furchtbar. In anderen Kulturen werden Dicke besonders hoch angesehen, und wir machen uns das Leben so schwer.

Mona
Sonntag, 26. August 2018, 0:25 Uhr

Jepp, stimmt alles. Inzwischen stehe ich meist über einigem drüber, je nach Tagesform, aber im Prinzip kann ich da alles unterschreiben.

Und natürlich sind in den Kommentaren u.a. auch Vertreter von „Dicke haben keine Disziplin“ und „also *ich* steh drauf“ und – mein Favorit – „hier sind unaufgefordert aufgedrängte Tipps“ vertreten.

Tom
Freitag, 24. August 2018, 1:46 Uhr

Ich persönlich bin schlank, aber nur durch Disziplin. Nicht jeder kann das, aber am Ende hat man es meistens (bis auf wenige Ausnahmen, die wirklich krank sind) selbst in der Hand.
Die Entscheidung trifft jeder selbst, mit den Konsequenzen muss man aber dann auch leben. Bei 10 Kilo würde ich nichts sagen, bei 40 Kilo muss man dann aber schon von einem ernsten Problem reden…

Werner
Freitag, 24. August 2018, 0:59 Uhr

Hallo Conny,

zu mir: Ich mag Frauen, die weiblich aussehen. Ich kann mit Model-Typen nichts anfangen. Mein Leben lang habe ich das unterdrückt. Aber nun habe ich dieses Tabu einfach weggeworfen.
Ich brauche die schwellenden Schenkel, Arme und Brüste. Und der Bauch ist erst recht ein hocherotisches Detail. Und der Po erst……
Ich glaube, dass sehr viele Männer so drauf sind wie ich. Aber sie lassen sich von den Modediktatoren unterdrücken.

Der einzige Maßstab, den fülllige Frauen gelten lassen sollten, ist ihr eigenes Wohlbefinden. Und das bemißt sich nicht daran, dass sie tatsächlich bei 30 Grad in der Stadt mal ins Schwitzen kommen. Nein, ich rede von anderen Fakten wie Atemnot, Bluthochdruck etc. etc. Also rein medizinische Kriterien.

Schon Caesar sagte: „Laßt Dicke um mich sein“. Weil er sich selbst an seinen Spruch nicht gehalten hat, wurde er ermordet. Dicke sind einfach sympathisch, weniger exaltiert.

Jutta
Donnerstag, 23. August 2018, 4:43 Uhr

Also, ich bin nicht mehr die jüngste und mit Kleidergröße 42/44 relativ normal, ganz gut verteilt. Warum ich schreibe ist, ich habe immer den Eindruck, das Ihr Dickeren nicht auf Euer Sättigungsgefühl hört oder keins habt? Ich kann nur jeder raten, nicht verstecken sondern rausgehen, bewegen. Sonst wird der Kreislauf von zu viel essen und zu wenig Bewegung immer größer. Man sollte sich aber auch Limits setzen. Zum Frühstück 1 bis 2 Brötchen oder Schnitten sollten reichen, Mittag am besten eine richtige Mahlzeit und wenn man Hunger hat, auch Mal was zwischendurch. Man sollte sich nicht alles verbieten, das macht nur gierig. Esst das, worauf Ihr Appetit habt aber auch Gesundes, und auf seinen Körper hören, da habt Ihr ne Menge gewonnen.

T.B.
Dienstag, 21. August 2018, 23:25 Uhr

hallo.
ich habe mich total wieder gefunden, in deinen regeln. nur eine habe ich noch mehr. ich achte peinlich genau darauf nicht nach schweiß zu riechen. um das klischee der stinkenden dicken nicht zu erfllen.

Bergerin
Dienstag, 21. August 2018, 0:44 Uhr

Hallo,
Diese Ganzen Verhaltensweisen kommen mir total bekannt vor.
Früher war ich sehr sehr dick und habe mich ähnlich verhalten.
Ich war immer sehr organisiert um auf gewisse Situationen vorbereitet zu sein.
Vor einigen Jahren hab ich dann abgenommen und ein Schlüsselerlebnis gehabt:
Mein Kollege und ich gingen in der Mittagspause eine Runde durch die Stadt. Vor einem Schnellrestaurant saß eine recht kräftige Frau und aß. Mein Kollege meinte beiläufig „ob die aber unbedingt nen Burger essen sollte… “
Daraufhin traf es mich wie ein Blitz und ich sagte „wenn sie dort sitzen und einen Salat essen würde, würdest du sagen „die soll mal nicht so tun als ob sie nur Salat isst“. Wie sie es macht, ist es falsch.“
Er war erst erstaunt und sagte dann nur „stimmt“.
Wir haben dann schnell das Thema gewechselt aber diese Situation hat mich nie mehr losgelassen.
Heute versuche ich nicht mehr vorherzusehen wer was denkt. Denn wer etwas denken will, wird es auch tun und etwas finden.
Das klappt nicht immer aber ich bin bedeutend freier als früher.
Ganz werde ich diesen antrainierten Schutz wohl nie ablegen.
Denn egal was die Waage sagt; im Herzen bleib ich immer das dicke Mädchen von früher.

Astrid Horowski-Popp
Montag, 20. August 2018, 15:31 Uhr

Hallo, toll wie du mir aus der Seele schreibst. Mir geht es genau so wie du es schreibst. Früher, als Kind war ich ´mal dünn, habe viel und gerne Sport getrieben, unter Anderem: aktiv Handball. Doch dann wurde ich krank, ständig im Krankenhaus, viele Medikamente (darunter hochdosiert Cortison). Mit den Jahren nahm ich immer mehr zu, na ja, dann ging gar nichts mehr. Nach jeder Diät nahm ich noch mehr zu und heute? tja, nichts passt mehr, man möchte sich am liebsten einschliessen und nirgend wo mehr hin.

Gitta M
Montag, 20. August 2018, 11:32 Uhr

🤔…ab wann ist man/frau dick??ich war in jungen Jahren sportlich 1,73m/68kg ,fand ich „normal“ ,heute wiege ich bedeutend mehr, aber deshalb bin ich kein anderer Mensch. Ich arbeite als Schlosserin und verfüge über genug Selbstbewusstsein, deshalb ist es mir auch ziemlich egal, was andere Menschen über mich denken. Ich kleide mich, wo mir gerade der Sinn nach steht. In letzter Zeit liebe ich Latzröcke in Jeans und Cord,und wenn mir dannach ist auch mit Ringelpulli oder bunten Farben. Man sollte das machen,was einem gefällt und nicht das,was anderen gefallen könnte.

Pam
Sonntag, 12. August 2018, 15:05 Uhr

Danke für deine ehrlichen Worte.
Du sprichst mir so was von aus der Seele. Warum machen wir das? Warum verstecken wir uns noch?
Auf der einen Seite macht es mich sehr betroffen, auf der anderen Seite sehr wütend.
Wir Dicken, die hier und da ein Problemchen mit sich haben, werden immer angreifbar bleiben. Bis zu dem Zeitpunkt wo man die Entscheidung zu sich trifft und nicht zur Menge.
Nochmals vielen herzlichen Dank für deine Zeilen. Sie haben mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin.

Yvette
Freitag, 10. August 2018, 21:27 Uhr

Wunderbar geschrieben. Das könnte ich sein. Ich wusste gar nicht, dass ich mich bei so vielen Dingen verbiege. Aber es tut gut, dass man nicht die einzige „Doofe“ ist 🙂

Kerstin
Freitag, 10. August 2018, 16:56 Uhr

Dazu kann ich was berichten! Ich bin Lehrerin und habe für Nikolaus für alle meine 60 Schüler einen kleinen Schokonikolaus gekauft! Als die auf dem Band lagen, haben mich alle taxiert von wegen: jetzt frisst die das noch!
Ich meinte dann: „genau, ich gehe jetzt heim und hau mir 60 Nikoläuse rein, das wird ein Fest!“ die Kassiererin (die scheinbar einzig schlaue) musste lachen und meinte: „die kaufen Sie doch für Schüler oder so!“ das schlimme ist eben: die Leute haben so krasse Vorstellungen davon, was dicke so machen den ganzen Tag, dass sie sich in sowas bestätigt sehen!!!

Conny
Donnerstag, 9. August 2018, 10:10 Uhr

Ihr Lieben, vielen Dank für Eure Kommentare!

Ich habe, bevor ich hier anfing zu schreiben, lange überlegt, ob ich hier so viel von mir preisgeben will. Aber das viele tolle Feedback, dass ich von Euch bekomme, bestärkt mich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es hilft manchmal schon, einfach zu wissen, dass man nicht die einzige ist, die dieses oder jenes Problem hat. Oder dass es auch noch andere gibt, die sich genauso bekloppt verhalten wie ich. 😉 Es ist schön, dass wir uns gegenseitig unterstützen, Mut machen und Tipps geben können. Liebe Zaunkönigin, das mit den Maxikleidern werde ich mal überdenken. Und danke dafür, dass Du Deine Erlebnisse mit uns teils – wir scheinen viele Gemeinsamkeiten zu haben!

Mimiwi
Mittwoch, 8. August 2018, 21:24 Uhr

Mir ging es genau so. Ich habe dermaßen gelitten das ich mir vor einem Jahr einen Magenbaypass habe machen lassen. Ich konnte so nicht weiter leben. 😢

Steffi
Mittwoch, 8. August 2018, 19:55 Uhr

Liebe Conny. Genauso verhalte ich mich leider!

Zaunkoenigin
Montag, 6. August 2018, 17:29 Uhr

Hallo Conny,
ich mag Deine Beiträge … besonders, weil Du vor nichts zurück schreckst ;-). Auch wenn das kein Diskussionsforum ist, Dein Beitrag reizt mich, so dass ich etwas länger schreiben werde. Es sind einfach zu viele gute Gedanken dabei.
Das was Du hier aktuell formuliert hast, das gibt man, am wenigsten vor sich selbst, gerne zu. Aber ja, diese Gedanken kenne ich auch. Zumindest so ähnlich. Allerdings begleiten mich diese Überlegungen schon viel länger als meine große Kleidergröße. Das fing schon mit Kleidergröße 38 an. Schlank gefühlt habe ich mich wohl nie – auch nicht, als ich es war.

Diäten. Der Druck abzunehmen war früher so groß, dass ich immer wieder ungesunde Crash-Diäten gemacht habe. => bei mir waren das in den 70ern, als Teenager, Appetitzügler (ja, die damals ganz üblen) und dann lange Zeit werktags fast nichts essen damit man am Wochenende auch mal mit Freunden essen gehen konnte. Bei mir hat das lange funktioniert, aber dick habe ich mich trotzdem gefühlt.

Keine ungesunden Lebensmittel in der Öffentlichkeit essen. Was sollen die Leute von mir denken, wenn ich in der Öffentlichkeit ein Eis esse? => ja, dieser Gedanke holte mich ein als ich die Gr. 46 erreicht hatte.

Am besten gar nichts in der Öffentlichkeit essen => Den Gedanken kenne ich zum Glück noch nicht.

Früher habe ich manchmal, wenn ich eingeladen war, sogar zu Hause schon gegessen => Ein Gedanke, der sich bei mir (inzwischen Gr.48) erst jetzt langsam einschleicht. Ich achte darauf, dass niemals der Eindruck entstehen könnte, dass ich über die Maßen esse.

Im Bus würde ich mich niemals neben eine andere Person setzen, um sie nicht mit meinem Umfang zu belästigen => niemals kann ich nicht sagen – aber ich vermeide es und ich erinnere mich mit Grausen an einen Langstreckenflug bei dem ich zwischen 2 kräftigen Männern sitzen musste. Ich war stundenlang damit beschäftigt mich mit dem Gedanken herum zu schlagen, dass diese Männer wegen mir zu wenig Platz haben könnten. Es war mir unangenehm, dass wir wie die Sardinen in der Büchse sassen und habe das nur auf mich zurück geführt. Aber .. Hei.. die waren auch nicht gerade schlank.

Ich taxiere zum Beispiel Stühle vorher ganz genau, nicht dass ich da nicht gut rein oder rauskomme => jo, das fing ab Gr. 40 an. Und das nur, weil mein Po schon immer das üppigste Körperteil war. Und mich durch irgendwelche engen Reihen quetschen zu müssen war mir wegen selbigem auch schon immer peinlich.

Ich verhülle meinen Körper. => ich verhülle meine Beine. Ich fand sie noch nie schön, weil zwar nicht unförmig, aber stämmig und weil ich hellhäutig bin (ein braunes Bein wirkt gleich ganz anders). Ich habe auch in schlanken Jahren Weitschaftstiefel benötigt. Die Waden *seufz*. Ich trage dennoch gerne Röcke. Es kommt halt auf die Länge an und im Winter auf die richtige Strumpfhose. Aber Mini würde ich mir nie und nimmer erlauben.
Hast Du schon mal die z.Zt. aktuellen Maxikleider ausprobiert? Da gibt es so schöne Teile und gerade hier wurden erst die Tage so schöne Kleider vorgestellt.
Im Winter trage ich übrigens auch knieumspielte Röcke. Dann eben mit blickdichten dunklen Strumpfhosen. Ob das gut aussieht muss man probieren und kommt nicht unbedingt auf die Beinform an.

Ich bevorzuge klassische Schnitte, gedeckte Farben, wenig bis gar kein Make-up. Mir persönlich ist es lieber, in der Masse „unterzugehen => Ich bin jetzt auch nicht unbedingt der Fan von sehr auffälliger Mode (war ich noch nie) aber das nur deshalb weil das weniger zu mir passt. Aber ein zartes Make-Up muss sein. Und das würde ich Dir auch empfehlen. Besonders weil Du einen so tollen Mund hast (hab‘ ich hier schon mal geschrieben 🙂 ) und Dein Gesicht und Dein Lächeln ein Hingucker ist. Ach so.. und noch ein Gedanke .. mit der Mode mit der Du hier vorgestellt wurdest stichst Du auch aus der Masse heraus. Dazu braucht es keine schrille/peppige Mode.

In allem, was ich tue, versuche ich besonders gut und fleißig zu sein, damit ja nicht der Eindruck entsteht, ich sei eine faule Dicke => Liegt das nur am „Dick sein“? Ich kann das von mir auch – allerdings spielt bei mir noch viel mehr als das Körgergewicht rein.

Viele Grüße von der
Zaunkönigin 😉