Warum ist es so schwer, unseren Busen zu mögen?

5. September 2019 | von

Ich habe meine Brüste noch nie gemocht. Immer schon waren sie mir zu groß, zu schwer, zu auffällig. Selbst wenn mich schmal(er) gebaute Freundinnen um mein schönes Dekolleté beneideten: Wie gerne hätte ich mit ihnen getauscht! Wie sehr habe ich mir, gerade als Mädchen und junge Frau, Brüste à la Twiggy gewünscht – klein, fest, fast schon androgyn –, während meine eher denen einer Marylin Monroe oder Anita Ekberg glichen. Wie gerne hätte ich meine Brüste versteckt, wenn es denn möglich gewesen wäre! Aber sie waren nun mal da und sie waren präsent, sehr präsent … So sehr ich mich mit den unterschiedlichsten BHs mühte, sie kleiner zu mogeln. Kommt dir das bekannt vor? Ich bin mir fast sicher. Aber warum ist das so?

Zu groß, zu klein – der Frust mit der Brust  

Ich kenne ehrlich gesagt kaum eine Frau, die ihre Brüste mag. Immer sind sie zu klein oder eben zu groß, ein A-Körbchen wird ebenso wenig gemocht wie Doppel-D. Und selbst die, die mittendrin liegen – und doch eigentlich zufrieden sein könnten – wünschen sich andere Brüste. Vielleicht, weil sie nicht mehr so straff sind wie mit 25, weil sie hängen oder flach sind, weil die Nippel zu groß oder zu klein sind. Ach, es gibt tausend Gründe, an sich und am Busen rumzumäkeln!

Warum ist das so?  

Ich habe keine Ahnung! Vielleicht, weil wir Frauen (anders als Männer) so sozialisiert sind, nie zufrieden mit uns zu sein. Und der Busen ist nun mal ein typisch weibliches Attribut! Immer haben wir Schönheitsideale vor Augen, die wir zu erreichen suchen! Die mit den kleinen Brüsten sehnen sich nach einem Marylin-Busen, die mit großen wollen es lieber flach à la Twiggy haben. Und die dazwischen lassen sich einfach von der allgemeinen Unzufriedenheit anstecken.

Darum sind Frauen nie mit ihrem Dekolletee zufrieden

Was wir Frauen für mehr Busen-Liebe tun können 

Ein paar Ideen habe ich: Uns annehmen, wie wir sind! Uns selbst lieben und schön finden! Nicht ständig nach links und rechts schielen, wer möglicherweise den schöneren Busen (oder: Bauch, Beine, Po, Lippen, Nase, Haare, Augen und so weiter) hat. Ja, ich weiß, klingt einfach – ist es aber nicht. Umso dankbarer bin ich für #selflove und #bodypositivity, die eben nicht nur Schlagwörter und Instagram-Hashtags sind, sondern globale Bewegungen, die (nicht nur) uns Curvys vor Augen führen, dass Selbstakzeptanz der erste Schritt ist, um sich selbst zu mögen – mit großem oder kleinem Busen.

Was ich mir aber auch wünschen würde: eine Modeindustrie, die auf unterschiedliche Körperformen noch mehr eingeht. Die Kleider und Blusen so produziert, dass sie nicht über dem Busen spannen und klaffen (und wir keine Sicherheitsnadeln brauchen, um nicht zu viel Einblick zu gewähren). Die uns Bikinis und Badeanzüge anbietet, die richtig guten Halt bieten. Und Unterwäsche, die bei aller Formstabilität auch noch sexy ist. Ja, in den letzten Jahren ist schon einiges passiert – aber da geht noch was!

Wie bekomme ich mehr Selbstliebe

Hier findest du Susannes Look zum Nachstylen:

In dem Kleid, das ich gemeinsam mit meiner Tochter während unseres Sommerurlaubs fotografiert habe, gefalle ich mir übrigens samt meiner üppigen Oberweite richtig gut. Und genau von diesen „Ich-mag-meinen-Busen!“-Momenten möchte ich noch mehr in meinem Leben haben!

Ich arbeite daran. Und was denkst du?

Fotos: Eva Ackstaller 

Letzte Kommentare (1)

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swantje
Montag, 23. September 2019, 15:52 Uhr

Ich habe meinen Busen (90F) immer gemocht. Aber ich musste mir viel anhören in all den Jahren und viele Blicke ertragen. Nicht meine Brust ging mur auf die Nerven, der die ist (immer noch) wunderschön, sondern die Kerle, die das Glotzen nicht abstellen konnten und die Frauen, die versuchten mich deswegen abzuwerten und darauf zu reduzieren. Dieser Artikel setzt ja auch schon fast Unzufriedenheit voraus. Das finde ich schade.