Alle Jahre wieder: Der Novemberblues

17. Oktober 2018 | von

Und wieder ein­mal neigt sich das Jahr dem Ende zu. Jet­zt mal ehrlich: Wer hat sich das in den let­zten zwei Wochen auch schon gedacht? Qua­si fast jed­er, oder? Und wieder fragt man sich: Wo ist bitte die Zeit geblieben? War es nicht erst gestern, als ich den Wei­h­nachts­baum entsorgt, die Som­m­er­sachen aus dem Schrank geholt oder die Uni been­det habe? Ich habe mich in den let­zten Tagen immer wieder gefragt, ob es nicht Meth­o­d­en oder Denkweisen gibt, um die Zeit etwas aufzuhal­ten. Vielle­icht tick­en ja die Uhren auch gar nicht schneller und ich empfinde ein­fach so, weil ich weniger bewusst lebe? Dabei ver­suche ich meine Zeit so gut es geht zu nutzen: Neben meinem Job gehe ich immer noch aus, will meine Fre­unde sehen und neuerd­ings gehe ich auch noch zum Sport. Aber es ist trotz­dem so, dass das Jahr gefühlt immer schneller vergeht.

Melanie schreibt über Novemberblues.Was habe ich damals anders gemacht? Eine Sache ist auf jeden Fall: Ich bin weniger für mich allein. Und ich nutze diese beson­dere Zeit nicht mehr so inten­siv wie früher. Heute schaue ich immer wieder auf mein Smart­phone, lasse mich ablenken, bin rund um die Uhr online. Früher hat­te ich ein Nokia-Handy, da kam gele­gentlich eine SMS, die haben aber Geld gekostet und man hat nicht auf jede Nachricht sofort geant­wortet. Heute hänge ich manch­mal 30 Minuten lang in What­sApp-Chats fest, anstatt eben kurz zu tele­fonieren. Oder Face­book und Insta­gram – auch solche Zeit­fress­er. Auf ein­mal erwis­cht man sich, wie man das 100. Video oder Bild kom­men­tiert oder liked. Warum eigentlich? Hm, gute Frage!

Ich habe mich erin­nert, dass ich früher Nach­mit­tage lang mit Tee, Kek­sen und einem Buch auf der Couch gesessen und gele­sen habe. Warum mache ich das eigentlich nicht wieder öfters? Meine Lösung: Ich mache es wieder öfter. Zwar mit dem Smart­phone an mein­er Seite, aber den Screen lege ich streng nach unten. Der Lap­top bleibt auch zugeklappt und das Radio aus­geschal­tet. Keine Ablenkung. Und dann genieße ich eine Tasse Tee mit mein­er Katze auf dem Schoß und lese. Und das ganz bewusst. Nur für mich. Ich gebe zwar zu: Auch mit solchen Lese­nach­mit­ta­gen dreht sich die Welt natür­lich nicht langsamer. Trotz­dem hil­ft es mir, die Bremse zu ziehen und mein son­st so hek­tis­ches Leben ein biss­chen zu entschleunigen.

„Ganz ehrlich: Buch, Tee und schöne Kerzen sind auch ein wirk­lich gutes Mit­tel gegen den all­seits bekan­nten Novem­berblues. Und es hil­ft dabei Kräfte zu sam­meln: Der Dezem­ber wird noch hek­tisch genug. Ver­sprochen. Also, machen wir aus dem Novem­ber doch mal den „Yes-itstime­forme-mber“.”
Melanie schreibt über Novemberblues.

Alle Fotos © Andrea Huf­nagel

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