Süßigkeiten an Weihnachten verbieten?

4. Dezember 2019 | von

Dezem­ber ist ein beson­der­er Monat voller sozialer Aktiv­itäten und famil­iär­er Zusam­menkün­fte. Bei allen gibt es viel zu essen und sehr viele Süßigkeit­en. Schafft man es da, seine Kinder gesund zu ernähren?

Ungehemmt essen und schlemmen an Weihnachten

Die Fest­tage näh­ern sich und damit ein Über­maß an Feier­lichkeit­en. Bei vie­len ist der Fokus eine vere­inte Fam­i­lie an einem Tisch. Ein großer Tisch voller Essen. Viel Essen. Und um ehrlich zu sein, sind wohl 70 % dieses Essens Süßigkeit­en. Und dabei spreche ich nicht ein­mal von der Tra­di­tion des Adventskalen­ders. Was ich wohl am häu­fig­sten im Verkauf gese­hen habe, ist der Adventskalen­der für Kinder, in dem jedes Türchen als Geschenk eine Schoko­lade oder andere Süßigkeit enthält. Da stellt sich mir die Frage: Wie kann ich mein­er Tochter helfen, damit sie an diesem vollen Tisch nicht nur die Süßigkeit­en isst, son­dern auch die Nüsse, die Feigen, die Äpfel, also die gesün­deren Optio­nen wählt? Wie ver­hin­dert man, dass während dieser paar Wochen, in denen man Fre­unde und Fam­i­lie ein­lädt oder selb­st zu Gast ist, immer dieser volle Tisch voller Süßigkeit­en erre­ich­bar ist.

Gesunde Ernährung an Weihnachten

Gewichtsdruck bei Kindern? 

Vor fast genau einem Jahr habe ich bere­its einen ähn­lichen Artikel geschrieben: Wird mein Kind auch übergewichtig? Dazu muss ich sagen, dass ich abso­lut nicht obses­siv mit dem Gewicht mein­er Tochter bin, die heute 2 ½ Jahre alt ist. Jedoch ertappe ich mich manch­mal schon dabei, darüber nachzu­denken. Oder sagen wir mal, ich füh­le eine gewisse Ungewis­sheit oder Neugi­er, wis­sen zu wollen, ob die Gene nun alles sind, ob sie auch ein nen­nenswertes Übergewicht haben wird, so wie ich. Oder ob meine Erziehungsver­suche eher einem Wun­sch nach gesun­der Ernährung und Lebensweise entsprechen. Eines weiß ich aber ganz bes­timmt: Druck ausüben ist falsch. Dadurch bekommt sie ein unge­sun­des Ver­hält­nis zum Essen und lernt nichts über gesunde Ernährung.

Zuckerstangen am Weihnachtsbaum

Kinder und Zucker 

In diesen ersten 2 ½ Jahren des Mut­ter­seins, in denen ich auch die anderen Müt­ter sowie das soziale Leben in den Kitas um mich herum erlebte, habe ich fest­gestellt, dass der Zuck­er und die Süßigkeit­en ein großes The­ma für viele Eltern darstellt. Ich habe noch keine einzige Studie über die Auswirkun­gen des Zuck­erkon­sums bei Kindern gele­sen, doch ich weiß, dass viele andere Eltern dies tun. Ich habe mich bish­er an den besonnenen Ratschlä­gen des Kinder­arztes ori­en­tiert und an einem gesun­den Men­schen­ver­stand. Meine Tochter isst Süßigkeit­en – Bon­bons, Eis­creme, Lutsch­er, aber in Maßen. Sie isst auch Früchte, Joghurt, Brokkoli, Gurke und Möhren als alter­na­tive Snacks. Die Idee ist, ihr damit zu zeigen, dass alle diese Lebens­mit­tel leck­er sind und dass man vari­ieren sollte. Aber ich habe auch ver­standen, dass das Prob­lem des Zuck­ers und der Süßigkeit­en auch ein kul­turelles ist. Seit­dem ich vor 12 Jahren aus Argen­tinien nach Deutsch­land gekom­men bin, hat sich mein eigen­er Zuck­erkon­sum ver­ringert. Und ich bin mir sehr viel mehr über den Zuck­erkon­sum und die Ernährung ins­ge­samt bewusst geworden.

In Argen­tinien ist der Süßigkeit­enkon­sum bei Kindern enorm. Schon bevor ich Mut­ter wurde, ist mir aufge­fall­en, wie hoch der Kon­sum von Süßem und Schoko­lade – nicht ger­ade 70 % Kakao – bei Kindern ist, die damit ihren Vor­mit­tags- oder Nach­mit­tags-Snack bekom­men. So wollte ich es nicht machen.

Tipps für einen gesünderen Weihnachtsteller 

Ich habe hier ein paar Tricks für dich, mit denen du beim The­ma Süßigkeit­en, ger­ade in der Wei­h­nacht­szeit, etwas schum­meln kannst. Nicht nur, weil du deinem Kind, son­dern auch dir mehr gesunde Optio­nen geben möcht­est, ohne das Gefühl zu erzeu­gen, dass man beim Genuss außen vor bleibt. Diese Tipps sind eine Möglichkeit, die Ernährung so ein biss­chen zu steuern und auszubalancieren:

  • Gemein­sam mit ein­er Fre­undin sind wir übereingekom­men, dass die Por­tio­nen der Schoko­lade, Man­del­brote und Kuchen weniger hoch sein soll­ten als die der Nüsse, Trock­en­früchte und frischen Früchte.
  • Anstatt reine Schoko­lade anzu­bi­eten, ist es bess­er, Erd­beeren, Wein­trauben oder Hei­del­beeren in Schoko­lade mit wenig Kakao­ge­halt zu stip­pen und sie auf kleine Spieße zu steck­en. So wird Schoko­lade gegessen, aber wesentlich weniger und die Schoko­lade ist nur das Kleid der Frucht.
  • Warum mehr Süßes für einen visuellen Effekt hinzufü­gen, wenn man dies mit anderen Mate­ri­alien auch erzeu­gen kann? Die Deko­ra­tion der Torten, Lebkuchen­häuser etc. kann aus Papi­er und eini­gen glänzen­den Glit­ter-Details sowie aus nicht ess­baren Din­gen hergestellt wer­den. Das sieht sehr schön aus und man muss es nicht essen. (Nicht wie die typ­is­chen Smar­ties oder m&m, die rein­er Zuck­er sind und oft zur Deko­ra­tion ver­wen­det werden.)
  • Der „gesün­deste“ Teller sollte der aller­schön­ste sein! Far­big deko­ri­ert, sollte er der ver­führerischste sein. Damit ist es leicht, die Kleinen zu überzeu­gen, dass er die leck­er­sten Dinge anzu­bi­eten hat.
  • Wenn möglich, sollte man die Süßigkeit­en selb­st machen und nicht fer­tig kaufen. Kuchen, Plätzchen etc. – alle Süßigkeit­en, die man selb­st pro­duziert, kann man mit Voll-Rohr-Zuck­er und vor allem immer mit weniger Zuck­er bzw. ein­er Zuck­er­al­ter­na­tive machen.
  • Es ist bess­er, weniger Menge und Vielfalt an Süßigkeit­en und Schoko­lade anzu­bi­eten, aber dafür bessere Qual­ität. Statt 10 ver­schiedene Teile auf dem Teller zu haben, reicht es auch, wenn 2–3 süße Snacks bereitliegen.
Gesunde Ernährung und Weihnachtssüßigkeiten

Schlussendlich: Mit ein biss­chen weniger Süße im Geschmack, aber dafür mit all der Süße der Liebe, hoffe ich auf sehr glück­liche Feiertage mit etwas mehr Bewusst­sein, wie wir uns ernähren. Dabei soll der Genuss natür­lich nicht auf der Strecke bleiben.

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