Sport: Für alle Größen großartig

15. Februar 2019 | von

Hallo Ihr lieben Soulfully-Leserinnen!

Ich habe heute mal wieder eine Gast-Bloggerin für Euch: Ulrike von Miss Bartoz – Du bist nicht von der Stange, die ihre Fans mit ihrem unfehlbaren Gespür für Trends ebenso wie mit ihrem herrlich amüsanten Schreibstil unterhält. Ulrike, die übrigens auch bei unserem Soulfully-Auftaktworkshop dabei war, lässt sich nichts vorschreiben – weder was sie anziehen, noch wie sie ihr Leben leben soll. Und so hat sie auch kein Problem damit, einem großen Hobby nachzugehen: dem Sport. Ob Yoga, Joggen oder Streetstyle-Tanzen – Miss Bartoz macht, was ihr gefällt. Von ihrer Leidenschaft kann man sich wirklich eine Scheibe abschneiden! Aber lest selbst …

Zugegeben, ich bin eher so der Typ, der sich auf der Chaiselongue die Trauben reichen lässt. Aber gleichzeitig probiere ich gerne Neues aus und kann mich für viele Dinge, wie zum Beispiel Tanzen, begeistern. Dass ich mich in letzter Zeit viel mehr bewege, hat damit zu tun, dass ich am eigenen Körper erlebe, wie toll Sport sein kann!

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Er bringt mir eine ganze Menge: ein gutes Körpergefühl, einen starken Rücken, Freude, der Genuss draußen in der Natur zu sein, entspannte Muskeln und dass ich nicht zusammenbreche, wenn ich drei Stockwerke zu Fuß gehen muss, finde ich auch einen schönen Effekt. 
Sport kann einen mit den ganzen Endorphinen, die der Körper ausschüttet, sehr glücklich machen. Wenn man das erst mal erlebt hat, will man mehr davon – so geht es zumindest mir.

Ich bin eigentlich eher der Teamtyp. Ob das nun in einem Fitnesskurs ist oder in der Schwimmhalle beim Aquafit. Wenn ich niemanden habe, der mich anfeuert oder eine Gruppe, die weitermacht, höre ich auf, wenn es zu anstrengend wird. Auch mal ein Zwinkern von der Nachbarmatte, das klar sagt: „Ich läge jetzt auch lieber auf dem Sofa, mache aber weiter und Du auch“ hilft mir sehr. Erst in letzter Zeit gehe ich auch alleine an meine Grenzen. Das hat vorwiegend damit zu tun, dass ich bisher keine Laufgruppe gefunden habe, die so langsam schlurft wie ich.

Die Krux mit dem Schönheitsideal

Wie, Du machst Sport? Ein Blick, der sagt: „Und warum bist Du dann so speckig?“

So eine Begegnung fasst ganz gut zusammen, wo der Hase begraben liegt: Gedanklich bringen wir Sport fast immer mit Dünnsein in Verbindung. Sport ist gut, kein Sport ist nicht gut. Schlank ist gesund, Dicksein nicht. Durch diese verinnerlichte Kette ist Sport etwas geworden, das man machen muss, weil wir ja alle gut und gesund sein wollen und nicht etwas, das man machen will, einfach weil es Spaß macht.

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Tatsächlich ist es genau das, was mir viele meiner Leserinnen in ihren Reaktionen spiegeln. Das Dogma von „erstmal abnehmen und dann“ macht auch vor dem Fitnessraum nicht halt.

Yoga oder Pilates sind Sportangebote, mit denen wir, durch das allgegenwärtige Schönheitsideal und die Werbung, schlanke und bewegliche Körper verbinden. Der Eigene ist oft aber nicht so beweglich und schlank schon mal gar nicht. Heißt das dann im Umkehrschluss, dass ich die vielen Yogaarten, die mein Sportverein mir bietet, nicht ausprobieren kann?

Das Gefühl, von jedem angestarrt zu werden, wenn man den Sonnengruß nur so halb hinbekommt, weil der Bauch im Weg ist, ist „nur“ ein Gefühl. Tatsächlich ist jeder dabei mit sich beschäftigt und konzentriert sich auf die Sache. Auch im Park sind die Hunde, die über die Wiese tollen, lustiger anzusehen, als ich beim Joggen.

Und: Abgesehen davon, dass es Interessanteres gibt, ist es auch so, dass die meisten Menschen gar nicht böse, blöd und respektlos sind. Das ist wirklich so!

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Aber ein Gefühl lässt sich auch nicht einfach so aus der Welt schaffen.

„Trau Dich doch“, „die anderen sind doch egal“ sind Sprüche, die einige vielleicht kennen und einen kein Gramm weiterbringen.

Dass da wirklich niemand schaut oder lästert und Bewegung, ob drinnen oder draußen, Spaß macht, schreibe ich in meiner Curvy Sports-Kolumne, für die ich verschiedene Sportarten ausprobiere.

Einfach mal machen

Die richtige Sportart findet man nur durch Ausprobieren. Mal bleibe ich bei einer Sache, dann muss etwas Neues her. Beim Zumba war es zum Beispiel so: Eine Zeit lang hat mir das viel Spaß gemacht und ich bin ausgepowert und glücklich nach Hause gekommen. Mittlerweile nervt mich die Musik extrem und so richtig herausfordernd ist es auch nicht mehr.

Also habe ich mir was anderes gesucht. Jetzt, wo es draußen wieder schön ist, möchte ich an der frischen Luft sein. Meine ersten Joggingversuche habe ich schon hinter mir, mal richtig walken zu lernen wird noch folgen. Zu sehen, welche Jahreszeit wir eigentlich haben und wie die Natur sich entwickelt, ist dabei ein schöner Nebeneffekt.

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Andererseits gehe ich aber auch mal in eine Streetdance-Klasse mit lauter jungen Leuten, weil ich das im Fernsehen gesehen habe und kaum still auf dem Sofa sitzen konnte. 
Ich wollte das auch, so cool und lässig tanzen und wäre meine Eitelkeit nicht gewesen, die mich dazu verleitet hat, mit anderen Kursteilnehmern mithalten zu wollen, wäre ich auch nicht humpelnd aus dem Tanzsaal gekommen, aber das ist eine andere Geschichte. Das Feedback auf diesen Artikel: Mein euphorisierter Funke sprang über und amüsiert haben sich die meisten ebenfalls. Jedoch hatten fast alle Mails, die ich dazu bekommen habe, denselben Tenor: „Ich traue mich das nicht, weil ich mich dafür zu dick fühle.“

Das ändern wir jetzt!

Sport ist geil, auch für Euch!

Verzichtet nicht auf etwas, worauf Ihr im Grunde Lust habt. Stellt den Spaß, nicht das „müssen“ in den Vordergrund und versaut ihn Euch nicht, indem Ihr Euch unerreichbare Ziele setzt.

Wenn Ihr Ziele braucht, um aus den Puschen zu kommen, bleibt realistisch: Die Treppe in den vierten Stock zu nehmen, ohne aus der Puste zu kommen, ist realistischer, als in drei Monaten zum Halbmarathon anzutreten.

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Sucht Euch etwas aus, von dem Ihr meint, dass es Euch Spaß macht. Mir ging es mit dem Tanzen so: Das sah alles so toll aus und ich tanze eh gern, da lag es nahe, dass ich mal einen solchen Kurs probiere. Vielleicht arbeitet Ihr die Dinge gerne strukturiert ab, da könnte sich Gerätetraining anbieten.

Über seinen Schatten zu springen ist zu zweit leichter. Außerdem geht Ihr auch wirklich los, wenn Ihr Euch mit einer Freundin zum Sport verabredest.

Mach Pausen, wenn Ihr nicht mehr könnt. Sich zu kasteien macht keinen Spaß und ohne den schmeißt Ihr schnell wieder hin. Aber setzt Euch nicht hin und ruht Euch aus, sondern bleibt in Bewegung, nur eben langsamer. Ihr werdet schnell merken, dass diese Pausen immer kürzer werden.

„Kann ich nicht“ gibt’s nicht. Die anderen haben ja auch mal angefangen und Beweglichkeit und Fitness haben oft weniger mit der Figur zu tun, als uns die Schönheitsindustrie glauben lassen möchte. Ein Beispiel: Wir hatten neulich eine Trainervertretung, die ziemlich rundlich war. „Das wird sicher schön entspannt mit der“ dachte ich. Am Ende bin nicht nur ich auf allen Vieren aus dem Kurs gekrochen.

Stylish zum Sport

Zum richtigen Workout gehört natürlich auch ein cooles Outfit, hier habe ich einige Vorschläge für Euch aus dem OTTO-Sortiment:

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Tights von Nike Legend

Fleecejacke von KangaROOS

Stirnband von Buff

T-Shirt von Venice Beach

Letzte Kommentare (7)

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!

Noemi
Freitag, 5. Juni 2015, 23:23 Uhr

Sport ist für jeden da, der Spaß an der Bewegung hat. Möglicherweise wird das Angebot an Sportkleidung in größeren Größen steigen, wenn die Nachfrage steigt.

Tina
Dienstag, 2. Juni 2015, 8:16 Uhr

Liebe Ulrike
Genauso geht es mir auch . . . . Höre auch oft „wie, du machst Sport???“
Nur weil ich nicht der gängigen Kleiderständergröße von 38 entspreche, und damit in den Augen vieler anderer nicht „normal“ bin, heißt das noch lange nicht, dass ich den ganzen Tag Chips in mich reinfuttere und faul auf der Couch liege. Klar weiß jeder, woran das liegt, wenn man mehr ist/wird (da brauchen wir uns ja nun echt nix vormachen) . . . .
Dennoch stellen wir „Dicke“ ja nicht gleich alles was uns Spaß macht komplett ein, nur weil wir anders aussehen, als unsere normalgewichtigen Mitmenschen . . . .
Sport ist toll . . . vor allem zum „bei sich sein“, zum Frust abbauen, oder auch einfach nur weil es Spaß macht. . . . Ich spiele Badminton 2-3 mal die Woche und an den Tagen, wo ich das nicht habe und Zeit ist, gehe ich Joggen . . .
Selbst von vielen nicht Moppels höre ich dann, „also joggen das könnte ich ja niee“ . . . . Hey, ich hab auch nicht mit 5 km angefangen . . . . und wenn man erstmal bloß um den Block läuft (oder auch die ersten 4 Wochen nur walkt) . . . . aber das eben regelmäßig, dann kann jeder, wirklich jeder anfangen mit joggen. . . . Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung (mein Motto . . . . und dann gerade an den Tagen, wo mir meine Joggingrunde echt zuviel wird und ich auf Walking umsteige, weil ich das Gefühl habe dass ich sonst nicht wieder zu Hause ankomme).
Danke dass du hier mal Sportklamotten rausgesucht hast, die auch jenseits von Größe 44 passen . . . . Denn in normalen Sportläden bekomme ich auch nix . . . . Denn selbst die Sportindustrie hat anscheinend beschlossen, dass man ab einer gewissen Konfektionsgröße einfach keine Sportklamotten braucht, weil man ja eh keinen Sport macht . . . . da gibts echt großen Nachholbedarf (es gibt zwar immernoch die Herrenabteilung, wo schon mal größer geschnittene Teile zu finden sind, die sind aber meistens dann echt richtig lang).
Ach ja, und zum Joggen . . . . ich laufe alleine, weil es mir so viel besser geht. . . . ich kann dann in meinem eigenen Tempo laufen, hetze niemandem hinterher und kann meine Strecke so gestalten wie ich will . . . Beim Joggen mit jemandem zusammen paßt man sich dann doch eher an und ist entweder gar nicht ausgelastet oder viel zu abgehetzt . . . .
Dir viel Erfolg beim Sporteln . . . . ich werd an Dich denken heute abend beim Joggen
Lieben Gruß
Tina
(übrigens auch Nordlicht, ausm Hamburger Speckgürtel . . . eher so nordwestlich angesiedelt)

    Ulrike
    Mittwoch, 3. Juni 2015, 11:08 Uhr

    Hallo liebe Tina,

    viele Grüße in den Hamburger Speckgürtel 😉 Sorry, aber ich musste bei dem Thema doch grad grinsen, bei dem Wort.
    Dass mit den Sportklamotten kann ich bestätigen. Ich war neulich von dem Onlineangebot einer schwedischen Modekette in eine Filiale gelockt worden. Dort erfuhr ich dann dass, die Sportkleidung für große Größen „ein Experiment“ seien und nur online erhältlich. Bis heute frage ich mich, was für eine Art Experiment das wohl sein soll.
    Klar habe ich, mangels Angebot in den sauren Apfel gebissen und online bestellt, aber eigentlich finde ich das schon fast frech.
    Joggen zu zweit finde ich auch schwierig, ich fange jetzt nordic walking an und könnte mir vorstellen, dass das vielleicht besser geht. Andererseits will ich nicht quatschen und langsamer werden. In Kursen geht es oft besser, da ermahtn einen dann der Trainer. Mal sehen, ich werde berichten und die neuen Sportarten auf meinem Blog auch begleiten.

    Herzlichst
    Ulrike & miss BARTOZ

Montag, 1. Juni 2015, 18:09 Uhr

Und dann gibt es sogar noch dicke Menschen, die als „Beweger“ ihr Geld verdienen. Nur leider viel zu wenige…

Liebe Ulrike, falls du mal Langeweile hast bei deinem Sport-Programm: Herzlich willkommen bei Kurvenreich-Yoga! Seit 20 Jahren unterrichte ich als dicke Frau, leite Fortbildungenund Schulungen zu Bewegungsthemen, die dann eigentlich nur von schlanken TrainerInnen besucht werden.
Je mehr dicke TeilnehmerInnen, desto mehr dicke KollegInnen werde ich irgendwann haben und umso mehr dicke TeilnehmerInnen wird es vermutlich geben. Teste weiter und berichte, ich freue mich sehr darüber!

Wie fit ein Mensch ist hängt nämlich nicht von der Zahl auf der Waage oder der Kleidergröße ab sondern einzig und allein davon, wie er trainiert!

Herzliche Grüße,
Dörte

    Ulrike Bartos
    Mittwoch, 3. Juni 2015, 11:14 Uhr

    Liebe Dörte,

    ich feue mich, Dich kennenzulernen. Mein Büro ist von Deinem Sportstudio nicht weit entfernt, hab dich schon gegooglet.

    Nächste Woche mache ich alleridngs erstmal vier Tage Nordic Walking. Ich fand es besser dafür einen richtigen Kurs zu buchen und das zu lernen, anstatt nur Stöcker im Park hinter mir her zu schleifen ;-)) Darauf wäre es hinausgelaufen.

    Curvy Yoga hat es ja sogar neulich in die Petra (oder Elle, bin grad nicht sicher) geschafft. Da habe ich schon nicht schlecht gestaunt.

    Also, bis Mitte Juni dann! Vielleicht kommt ja eine der Leserinnen hier mit, das wäre doch eine feine Sache.

    Herzlichst
    Ulrike & miss BARTOZ

Rammkatze
Montag, 1. Juni 2015, 17:04 Uhr

Finde ich gut, dass extra gesagt wird „weil es Spaß macht“ und nicht „weil es gesund ist“. Der Gesundheitswahn geht mir auch extrem auf den Keks. Es ist schon ein Wahnsinn, wieviele leute ich kenne die fit >aussehenalles< fettarm nehmen (obwohl laut Welt Gesundheitsorganisation, 25-30% der eingenommene Calorien am Tag sollen vom Fett im Essen kommen). Ich nehme mir das Radeln vor! Fange zwar erst an, aber die Lust ist schon enorm hoch!

Isabell von Nebensaechlich
Montag, 1. Juni 2015, 14:31 Uhr

Sehr schöner Beitrag! Ich finde auch, dass man Sport nicht gleich mit dünn sein gleichsetzen sollte. Ich mache auch sehr gerne Sport und halte mich fit, trotz meiner Pfunde. Dazu habe ich letztens auch einen Blogpost verfasst, würde mich freuen, wenn ihr mal vorbeischaut 🙂
Liebe Grüße