Sport: Für alle Größen großartig

20. Dezember 2019 | von

Hallo Ihr lieben Soulfully-Leserinnen!

Ich habe heute mal wieder eine Gast-Blog­gerin für Euch: Ulrike von Miss Bar­toz — Du bist nicht von der Stange, die ihre Fans mit ihrem unfehlbaren Gespür für Trends eben­so wie mit ihrem her­rlich amüsan­ten Schreib­stil unter­hält. Ulrike, die übri­gens auch bei unserem Soul­ful­ly-Auf­tak­t­work­shop dabei war, lässt sich nichts vorschreiben — wed­er was sie anziehen, noch wie sie ihr Leben leben soll. Und so hat sie auch kein Prob­lem damit, einem großen Hob­by nachzuge­hen: dem Sport. Ob Yoga, Joggen oder Street­style-Tanzen — Miss Bar­toz macht, was ihr gefällt. Von ihrer Lei­den­schaft kann man sich wirk­lich eine Scheibe abschnei­den! Aber lest selbst …

Zugegeben, ich bin eher so der Typ, der sich auf der Chaise­longue die Trauben reichen lässt. Aber gle­ichzeit­ig pro­biere ich gerne Neues aus und kann mich für viele Dinge, wie zum Beispiel Tanzen, begeis­tern. Dass ich mich in let­zter Zeit viel mehr bewege, hat damit zu tun, dass ich am eige­nen Kör­p­er erlebe, wie toll Sport sein kann!

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Er bringt mir eine ganze Menge: ein gutes Kör­perge­fühl, einen starken Rück­en, Freude, der Genuss draußen in der Natur zu sein, entspan­nte Muskeln und dass ich nicht zusam­men­breche, wenn ich drei Stock­w­erke zu Fuß gehen muss, finde ich auch einen schö­nen Effekt. 
Sport kann einen mit den ganzen Endor­phi­nen, die der Kör­p­er auss­chüt­tet, sehr glück­lich machen. Wenn man das erst mal erlebt hat, will man mehr davon — so geht es zumin­d­est mir.

Ich bin eigentlich eher der Team­typ. Ob das nun in einem Fit­nesskurs ist oder in der Schwimmhalle beim Aquafit. Wenn ich nie­man­den habe, der mich anfeuert oder eine Gruppe, die weit­er­ma­cht, höre ich auf, wenn es zu anstren­gend wird. Auch mal ein Zwinkern von der Nach­bar­mat­te, das klar sagt: „Ich läge jet­zt auch lieber auf dem Sofa, mache aber weit­er und Du auch“ hil­ft mir sehr. Erst in let­zter Zeit gehe ich auch alleine an meine Gren­zen. Das hat vor­wiegend damit zu tun, dass ich bish­er keine Lauf­gruppe gefun­den habe, die so langsam schlurft wie ich.

Die Krux mit dem Schönheitsideal

Wie, Du machst Sport? Ein Blick, der sagt: „Und warum bist Du dann so speckig?“

So eine Begeg­nung fasst ganz gut zusam­men, wo der Hase begraben liegt: Gedanklich brin­gen wir Sport fast immer mit Dünn­sein in Verbindung. Sport ist gut, kein Sport ist nicht gut. Schlank ist gesund, Dick­sein nicht. Durch diese verin­ner­lichte Kette ist Sport etwas gewor­den, das man machen muss, weil wir ja alle gut und gesund sein wollen und nicht etwas, das man machen will, ein­fach weil es Spaß macht.

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Tat­säch­lich ist es genau das, was mir viele mein­er Leserin­nen in ihren Reak­tio­nen spiegeln. Das Dog­ma von „erst­mal abnehmen und dann“ macht auch vor dem Fit­ness­raum nicht halt.

Yoga oder Pilates sind Sportange­bote, mit denen wir, durch das all­ge­gen­wär­tige Schön­heit­side­al und die Wer­bung, schlanke und bewegliche Kör­p­er verbinden. Der Eigene ist oft aber nicht so beweglich und schlank schon mal gar nicht. Heißt das dann im Umkehrschluss, dass ich die vie­len Yogaarten, die mein Sportvere­in mir bietet, nicht aus­pro­bieren kann?

Das Gefühl, von jedem anges­tar­rt zu wer­den, wenn man den Son­nen­gruß nur so halb hin­bekommt, weil der Bauch im Weg ist, ist „nur“ ein Gefühl. Tat­säch­lich ist jed­er dabei mit sich beschäftigt und konzen­tri­ert sich auf die Sache. Auch im Park sind die Hunde, die über die Wiese tollen, lustiger anzuse­hen, als ich beim Joggen.

Und: Abge­se­hen davon, dass es Inter­es­san­teres gibt, ist es auch so, dass die meis­ten Men­schen gar nicht böse, blöd und respek­t­los sind. Das ist wirk­lich so!

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Aber ein Gefühl lässt sich auch nicht ein­fach so aus der Welt schaffen.

„Trau Dich doch“, „die anderen sind doch egal“ sind Sprüche, die einige vielle­icht ken­nen und einen kein Gramm weiterbringen.

Dass da wirk­lich nie­mand schaut oder lästert und Bewe­gung, ob drin­nen oder draußen, Spaß macht, schreibe ich in mein­er Curvy Sports-Kolumne, für die ich ver­schiedene Sportarten ausprobiere.

Einfach mal machen

Die richtige Sportart find­et man nur durch Aus­pro­bieren. Mal bleibe ich bei ein­er Sache, dann muss etwas Neues her. Beim Zum­ba war es zum Beispiel so: Eine Zeit lang hat mir das viel Spaß gemacht und ich bin aus­ge­pow­ert und glück­lich nach Hause gekom­men. Mit­tler­weile nervt mich die Musik extrem und so richtig her­aus­fordernd ist es auch nicht mehr.

Also habe ich mir was anderes gesucht. Jet­zt, wo es draußen wieder schön ist, möchte ich an der frischen Luft sein. Meine ersten Jog­gingver­suche habe ich schon hin­ter mir, mal richtig walken zu ler­nen wird noch fol­gen. Zu sehen, welche Jahreszeit wir eigentlich haben und wie die Natur sich entwick­elt, ist dabei ein schön­er Nebeneffekt.

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Ander­er­seits gehe ich aber auch mal in eine Street­dance-Klasse mit lauter jun­gen Leuten, weil ich das im Fernse­hen gese­hen habe und kaum still auf dem Sofa sitzen kon­nte. 
Ich wollte das auch, so cool und läs­sig tanzen und wäre meine Eit­elkeit nicht gewe­sen, die mich dazu ver­leit­et hat, mit anderen Kursteil­nehmern mithal­ten zu wollen, wäre ich auch nicht humpel­nd aus dem Tanzsaal gekom­men, aber das ist eine andere Geschichte. Das Feed­back auf diesen Artikel: Mein eupho­risiert­er Funke sprang über und amüsiert haben sich die meis­ten eben­falls. Jedoch hat­ten fast alle Mails, die ich dazu bekom­men habe, densel­ben Tenor: „Ich traue mich das nicht, weil ich mich dafür zu dick fühle.“

Das ändern wir jetzt!

Sport ist geil, auch für Euch!

Verzichtet nicht auf etwas, worauf Ihr im Grunde Lust habt. Stellt den Spaß, nicht das „müssen“ in den Vorder­grund und ver­saut ihn Euch nicht, indem Ihr Euch unerr­e­ich­bare Ziele setzt.

Wenn Ihr Ziele braucht, um aus den Puschen zu kom­men, bleibt real­is­tisch: Die Treppe in den vierten Stock zu nehmen, ohne aus der Puste zu kom­men, ist real­is­tis­ch­er, als in drei Monat­en zum Halb­marathon anzutreten.

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Sucht Euch etwas aus, von dem Ihr meint, dass es Euch Spaß macht. Mir ging es mit dem Tanzen so: Das sah alles so toll aus und ich tanze eh gern, da lag es nahe, dass ich mal einen solchen Kurs pro­biere. Vielle­icht arbeit­et Ihr die Dinge gerne struk­turi­ert ab, da kön­nte sich Geräte­train­ing anbieten.

Über seinen Schat­ten zu sprin­gen ist zu zweit leichter. Außer­dem geht Ihr auch wirk­lich los, wenn Ihr Euch mit ein­er Fre­undin zum Sport verabredest.

Mach Pausen, wenn Ihr nicht mehr kön­nt. Sich zu kasteien macht keinen Spaß und ohne den schmeißt Ihr schnell wieder hin. Aber set­zt Euch nicht hin und ruht Euch aus, son­dern bleibt in Bewe­gung, nur eben langsamer. Ihr werdet schnell merken, dass diese Pausen immer kürz­er werden.

„Kann ich nicht“ gibt’s nicht. Die anderen haben ja auch mal ange­fan­gen und Beweglichkeit und Fit­ness haben oft weniger mit der Fig­ur zu tun, als uns die Schön­heitsin­dus­trie glauben lassen möchte. Ein Beispiel: Wir hat­ten neulich eine Train­ervertre­tung, die ziem­lich rundlich war. „Das wird sich­er schön entspan­nt mit der“ dachte ich. Am Ende bin nicht nur ich auf allen Vieren aus dem Kurs gekrochen.

Stylish zum Sport

Zum richti­gen Work­out gehört natür­lich auch ein cooles Out­fit, hier habe ich einige Vorschläge für Euch aus dem OTTO-Sortiment:

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Tights von Nike Legend

Fleece­jacke von KangaROOS

Stirn­band von Buff

T‑Shirt von Venice Beach

Letzte Kommentare (7)

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!

Noemi
Freitag, 5. Juni 2015, 23:23 Uhr

Sport ist für jeden da, der Spaß an der Bewe­gung hat. Möglicher­weise wird das Ange­bot an Sportk­lei­dung in größeren Größen steigen, wenn die Nach­frage steigt.

Tina
Dienstag, 2. Juni 2015, 8:16 Uhr

Liebe Ulrike
Genau­so geht es mir auch .… Höre auch oft “wie, du machst Sport???”
Nur weil ich nicht der gängi­gen Klei­der­stän­der­größe von 38 entspreche, und damit in den Augen viel­er ander­er nicht “nor­mal” bin, heißt das noch lange nicht, dass ich den ganzen Tag Chips in mich rein­fut­tere und faul auf der Couch liege. Klar weiß jed­er, woran das liegt, wenn man mehr ist/wird (da brauchen wir uns ja nun echt nix vormachen) .…
Den­noch stellen wir “Dicke” ja nicht gle­ich alles was uns Spaß macht kom­plett ein, nur weil wir anders ausse­hen, als unsere nor­mal­gewichti­gen Mitmenschen .…
Sport ist toll … vor allem zum “bei sich sein”, zum Frust abbauen, oder auch ein­fach nur weil es Spaß macht.… Ich spiele Bad­minton 2–3 mal die Woche und an den Tagen, wo ich das nicht habe und Zeit ist, gehe ich Joggen …
Selb­st von vie­len nicht Mop­pels höre ich dann, “also joggen das kön­nte ich ja niee” .… Hey, ich hab auch nicht mit 5 km ange­fan­gen .… und wenn man erst­mal bloß um den Block läuft (oder auch die ersten 4 Wochen nur walkt) .… aber das eben regelmäßig, dann kann jed­er, wirk­lich jed­er anfan­gen mit joggen.… Jede Bewe­gung ist bess­er als keine Bewe­gung (mein Mot­to .… und dann ger­ade an den Tagen, wo mir meine Jog­gin­grunde echt zuviel wird und ich auf Walk­ing umsteige, weil ich das Gefühl habe dass ich son­st nicht wieder zu Hause ankomme).
Danke dass du hier mal Sportk­lam­ot­ten raus­ge­sucht hast, die auch jen­seits von Größe 44 passen .… Denn in nor­malen Sportlä­den bekomme ich auch nix .… Denn selb­st die Sportin­dus­trie hat anscheinend beschlossen, dass man ab ein­er gewis­sen Kon­fek­tion­s­größe ein­fach keine Sportk­lam­ot­ten braucht, weil man ja eh keinen Sport macht .… da gibts echt großen Nach­holbe­darf (es gibt zwar immer­noch die Her­ren­abteilung, wo schon mal größer geschnit­tene Teile zu find­en sind, die sind aber meis­tens dann echt richtig lang).
Ach ja, und zum Joggen .… ich laufe alleine, weil es mir so viel bess­er geht.… ich kann dann in meinem eige­nen Tem­po laufen, het­ze nie­man­dem hin­ter­her und kann meine Strecke so gestal­ten wie ich will … Beim Joggen mit jeman­dem zusam­men paßt man sich dann doch eher an und ist entwed­er gar nicht aus­ge­lastet oder viel zu abgehetzt .…
Dir viel Erfolg beim Sporteln .… ich werd an Dich denken heute abend beim Joggen
Lieben Gruß
Tina
(übri­gens auch Nordlicht, ausm Ham­burg­er Speck­gür­tel … eher so nord­west­lich angesiedelt)

    Ulrike
    Mittwoch, 3. Juni 2015, 11:08 Uhr

    Hal­lo liebe Tina,

    viele Grüße in den Ham­burg­er Speck­gür­tel 😉 Sor­ry, aber ich musste bei dem The­ma doch grad grin­sen, bei dem Wort.
    Dass mit den Sportk­lam­ot­ten kann ich bestäti­gen. Ich war neulich von dem Onlin­eange­bot ein­er schwedis­chen Mod­ekette in eine Fil­iale gelockt wor­den. Dort erfuhr ich dann dass, die Sportk­lei­dung für große Größen “ein Exper­i­ment” seien und nur online erhältlich. Bis heute frage ich mich, was für eine Art Exper­i­ment das wohl sein soll.
    Klar habe ich, man­gels Ange­bot in den sauren Apfel gebis­sen und online bestellt, aber eigentlich finde ich das schon fast frech.
    Joggen zu zweit finde ich auch schwierig, ich fange jet­zt nordic walk­ing an und kön­nte mir vorstellen, dass das vielle­icht bess­er geht. Ander­er­seits will ich nicht quatschen und langsamer wer­den. In Kursen geht es oft bess­er, da ermahtn einen dann der Train­er. Mal sehen, ich werde bericht­en und die neuen Sportarten auf meinem Blog auch begleiten.

    Her­zlichst
    Ulrike & miss BARTOZ

Montag, 1. Juni 2015, 18:09 Uhr

Und dann gibt es sog­ar noch dicke Men­schen, die als “Beweger” ihr Geld ver­di­enen. Nur lei­der viel zu wenige… 

Liebe Ulrike, falls du mal Langeweile hast bei deinem Sport-Pro­gramm: Her­zlich willkom­men bei Kur­ven­re­ich-Yoga! Seit 20 Jahren unter­richte ich als dicke Frau, leite Fort­bil­dun­ge­nund Schu­lun­gen zu Bewe­gungs­the­men, die dann eigentlich nur von schlanken Trainer­In­nen besucht werden.
Je mehr dicke Teil­nehmerIn­nen, desto mehr dicke Kol­legIn­nen werde ich irgend­wann haben und umso mehr dicke Teil­nehmerIn­nen wird es ver­mut­lich geben. Teste weit­er und berichte, ich freue mich sehr darüber!

Wie fit ein Men­sch ist hängt näm­lich nicht von der Zahl auf der Waage oder der Klei­der­größe ab son­dern einzig und allein davon, wie er trainiert! 

Her­zliche Grüße,
Dörte

    Ulrike Bartos
    Mittwoch, 3. Juni 2015, 11:14 Uhr

    Liebe Dörte,

    ich feue mich, Dich ken­nen­zuler­nen. Mein Büro ist von Deinem Sport­stu­dio nicht weit ent­fer­nt, hab dich schon gegooglet.

    Näch­ste Woche mache ich allerid­ngs erst­mal vier Tage Nordic Walk­ing. Ich fand es bess­er dafür einen richti­gen Kurs zu buchen und das zu ler­nen, anstatt nur Stöck­er im Park hin­ter mir her zu schleifen ;-)) Darauf wäre es hinausgelaufen.

    Curvy Yoga hat es ja sog­ar neulich in die Petra (oder Elle, bin grad nicht sich­er) geschafft. Da habe ich schon nicht schlecht gestaunt. 

    Also, bis Mitte Juni dann! Vielle­icht kommt ja eine der Leserin­nen hier mit, das wäre doch eine feine Sache.

    Her­zlichst
    Ulrike & miss BARTOZ

Rammkatze
Montag, 1. Juni 2015, 17:04 Uhr

Finde ich gut, dass extra gesagt wird “weil es Spaß macht” und nicht “weil es gesund ist”. Der Gesund­heitswahn geht mir auch extrem auf den Keks. Es ist schon ein Wahnsinn, wieviele leute ich kenne die fit >ausse­henalles< fet­tarm nehmen (obwohl laut Welt Gesund­heit­sor­gan­i­sa­tion, 25–30% der ein­genommene Calo­rien am Tag sollen vom Fett im Essen kom­men). Ich nehme mir das Radeln vor! Fange zwar erst an, aber die Lust ist schon enorm hoch!

Isabell von Nebensaechlich
Montag, 1. Juni 2015, 14:31 Uhr

Sehr schön­er Beitrag! Ich finde auch, dass man Sport nicht gle­ich mit dünn sein gle­ich­set­zen sollte. Ich mache auch sehr gerne Sport und halte mich fit, trotz mein­er Pfunde. Dazu habe ich let­ztens auch einen Blog­post ver­fasst, würde mich freuen, wenn ihr mal vorbeischaut 🙂
Liebe Grüße