Raus aus der Komfortzone und Posen lernen

1. März 2021 | von

Ich kann mich noch gut an den Moment erin­nern: an den Moment, als ich Mode­blog­gerin wurde. Es war Ende Dezem­ber 2008. Ich saß an Wirtschaft­s­tex­ten, for­mulierte Lage­berichte für DAX-Unternehmen, studierte Umsatz-Tabellen … und hat­te es plöt­zlich so satt. Wollte ich nicht in grauer Vorzeit erst Schnei­derin wer­den, um dann Mod­edesign zu studieren? Oder alter­na­tiv vorge­habt, als Jour­nal­istin von New York aus die Welt zu erobern, um irgend­wann für die VOGUE zu schreiben? Wo waren all diese Träume und Pläne hin? Stattdessen saß ich da und wälzte Tag für Tag Excel-Tabellen und tex­tete Geschäfts­berichte. Na toll.Am näch­sten Tag meldete ich mein Blog an. Tex­terel­la sollte es heißen. Schließlich war ich Tex­terin. Und von Mode sollte es han­deln. Denn das war meine Leidenschaft.

Modebloggerin mit 50plus: Wie aus Angst vor der Lächerlichkeit Spaß am Posen wurde.

Und so blog­gte ich fast sieben Jahre. Schrieb über Mode, über Beau­ty, Lifestyle. Über alles, was zu einem Mode­blog gehört. Ohne Fotos von mir allerd­ings, denn das war mir pein­lich. Wer würde schon eine mop­pelige Ü50-Blog­gerin sehen wollen, wo es doch so viele schlanke Blog­gerin­nen in meinem Alter gab?! Die toll aus­sa­hen, während ich … ach.

Ü50-Bloggerin Susanne zeigt wie posen geht

Eines Tages klin­gelte dann das Tele­fon. Am Appa­rat war Soul­ful­ly. Man wolle ich mich als Blog­gerin für ein gemein­sames Plus-Size-Blog gewin­nen. Ob ich denn dazu Lust hätte? Und ob! Ich hat­te sog­ar sehr große Lust! Einen Hak­en allerd­ings hat­te die Sache: Out­fit-Fotos. Von mir.

Oh. Mein. Gott. Das hat­te ich in all den Tex­terel­la-Jahren fleißig ver­mieden. Weil … weil halt. Und plöt­zlich war sie da, die Angst vor der Lächer­lichkeit! Mit Ü50 und Plus-Size vor der Kam­era! Das kon­nte doch nur schiefge­hen! Ich habe mich dann aber trotz­dem getraut. Eine Kam­era gekauft und ein Foto-Coach­ing gebucht. Gel­ernt, was eine Blende ist und eine Bren­nweite. Und mein­er Tochter dann die Kam­era mit den richti­gen Ein­stel­lun­gen in die Hand gedrückt.

Ü50-Bloggerin Susanne zeigt wie posen geht

Ein­er mein­er ersten „Shoot­ings“ als waschechte Modebloggerin …

Die ersten Shoot­ings ließen mich tat­säch­lich ein wenig verzweifeln. Was sollte ich mit meinen Hän­den tun und mit den Füßen? Wohin sollte ich schauen, wohin mich drehen und wen­den? Wenn ich mir die ersten Fotos anschauen, muss ich immer ein wenig grin­sen. Ja, alles will geübt wer­den: Selb­st das Posen als Modebloggerin.

Ü50-Bloggerin Susanne zeigt wie posen gehtÜ50-Bloggerin Susanne zeigt wie posen geht

Doch mit der Zeit kam nicht nur die Übung. Es kam auch Gelassen­heit. Und Mut. Nicht mehr nur bre­it in die Kam­era strahlen – son­dern auch mal zur Seite oder nach unten blick­en. Nicht nur sta­tisch vor der Kam­era ste­hen, son­dern in Bewe­gung fotografieren. Nicht nur im Vor­garten „shooten“ son­dern auch auf der Straße und irgend­wann sog­ar mit­ten in der Stadt! Neues aus­pro­bieren, bewährtes abwan­deln, andere Loca­tions suchen. Mutig sein – auch beim Mode­bloggen! Das Beste aber: Es fing an, Spaß zu machen. So viel Spaß, dass ich nicht nur Soul­ful­ly, son­dern mit­tler­weile auch Tex­terel­la mit eige­nen Out­fit-Fotos bestücke. Out­fit-Posts sind sog­ar regelmäßig meine erfol­gre­ich­sten Blog-Beiträge!

Ü50-Bloggerin Susanne zeigt wie posen geht

Posen auf der Paris Fash­ion Week – ein Highlight!

Wer hätte das vor zwei Jahren gedacht?

Was ich für mich daraus gel­ernt habe: Posen ist nicht ein­fach und die Kom­fort­zone zu ver­lassen immer eine gute Idee. Wie heißt es so schön: An der Angst ent­lang wird das Leben erst so richtig spannend.

Keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!