Mein Leben mit der Schilddrüsen-
erkrankung

13. März 2020 | von

Schon seit früher Jugend ste­ht meine ärztlich bestätigte Diag­nose: Ich habe Schild­drüse. Für mich bedeutet das, dass ich seit mein­er Jugend jeden Mor­gen eine kleine weiße Tablette schluck­en und ein­mal im Jahr zur Kon­troll-Unter­suchung muss. Eigentlich stört mich das auch gar nicht weit­er, aber manch­mal zeigt sich meine ver­größerte Schild­drüse auf Fotos, vor allem, wenn ich aus vollem Hals lache. Beim Frisör lasse ich meinen Umhang immer ein Knöpfchen weit­er machen. Enge Klam­ot­ten wie Rol­lkra­gen­pullover sind mir ein Graus. Und nicht sel­ten werde ich aus heit­erem Him­mel von medi­zinisch inter­essierten Men­schen auf der Straße ange­sprochen: „Hast du vielle­icht was an der Schild­drüse?“ Ja. Habe ich.

Und leicht hypochon­drisch ver­an­lagt wie ich bin, ordne ich meine (mit dem Alter auch noch zunehmenden) Zip­per­lein natür­lich zum Großteil mein­er Schild­drüsen-Erkrankung zu. Offiziell habe ich eine Stru­ma, so nen­nt man eine Ver­größerung der Schild­drüse. Meine Symp­tome ähneln aber meist denen ein­er klas­sis­chen Unter­funk­tion. Die bekan­ntesten Aus­prä­gun­gen sind wohl die Über- oder Unter­funk­tion, wenn die Drüse zu viele, beziehungsweise zu wenige Hor­mone pro­duziert. Ich stelle euch in diesem Beitrag die bekan­ntesten Krankheits­bilder ein­mal kurz vor:

  • Stru­ma
  • Schild­drüsen-Unter­funk­tion
  • Schild­drüsen-Über­funk­tion
  • Hashimo­to-Thyreoidi­tis
Julia hat eine Schilddrüsen-Erkrankung.

Volkskrankheit Schilddrüse?

Immer­hin bin ich damit nicht alleine. Schild­drüsen-Erkrankun­gen kom­men in Deutsch­land rel­a­tiv häu­fig vor. Man glaubt gar nicht, was die Hor­mone dieses kleinen Organs in Schmetter­lings-Form vorne im Hals in unserem Kör­p­er alles bee­in­flussen: Stof­fwech­sel, Kreis­lauf, Wach­s­tum und sog­ar die Psy­che.

Julia über ihre Schilddrüsen Erkrankung.
Julia über ihre Schilddrüsen Erkrankung.

Struma

Wie in meinem Fall, ist es bei ein­er Stru­ma so, dass die Schild­drüse es ger­ade noch so schafft, die erforder­lichen Hor­mone zu pro­duzieren, aber eben nur unter enormer Anstren­gung. Daher ist die Schild­drüse ver­größert – der Medi­zin­er spricht von ein­er Stru­ma. Die Ursache liegt oft an Jod­man­gel. Eine ver­größerte Schild­drüse kann zum Glück weit­er­hin ganz nor­mal funk­tion­ieren.

Schilddrüsen-Unterfunktion

Bei ein­er Unter­funk­tion der Schild­drüse ste­hen fol­gende Symp­tome auf dem Pro­gramm: die Ten­denz zur Gewicht­szu­nahme, spröde Haare, trock­ene Haut, geschwol­lene Augen, Käl­teempfind­lichkeit, Antrieb­slosigkeit, ein ver­langsamter Stof­fwech­sel oder depres­sive Ver­stim­mungen. Bei ein­er Über­funk­tion ist der Kör­p­er mit Schild­drüsen-Hor­mo­nen überver­sorgt. Die Symp­tome äußern sich in Ner­vosität, Konzen­tra­tionss­chwäche, ver­mehrtem Schwitzen, unerk­lär­lichem Gewichtsver­lust oder unruhigem Schlaf.

Hashimoto-Thyreoiditis

Eine weit­ere eher sel­tene (aber dafür eben auch lei­der sel­ten erkan­nte) Aus­prä­gung von Schild­drüsen-Erkrankun­gen sei an dieser Stelle auch noch erwäh­nt: die Hashimo­to-Thyreoidi­tis. Dabei han­delt es sich um eine chro­nis­che Entzün­dung der Schild­drüse, bei der das eigene Immun­sys­tem das Schild­drüsen­gewebe angreift. Die Symp­tome ähneln ein­er Unter­funk­tion – oder tück­ischer­weise auch ein­er Über­funk­tion, und dadurch wer­den sie oft auch bei Frauen um die 50 mit typ­is­chen Wech­sel­jahrs­beschw­er­den ver­wech­selt.

Untersuchung und Diagnose

Euer Hausarzt kann über eine nor­male Blu­tun­ter­suchung des soge­nan­nten TSH-Wertes rel­a­tiv sich­er Auf­schluss über eine mögliche Schild­drüsen-Erkrankung geben. Mit Hil­fe ein­er Ultra­schal­lun­ter­suchung kann der Arzt außer­dem die Form und Größe der Schild­drüse ermit­teln. Ein weit­eres Ver­fahren ist die soge­nan­nte Szinti­grafie. Dabei kön­nen mit Hil­fe eines radioak­tiv­en Medika­mentes Rückschlüsse auf die Funk­tion einzel­ner Schild­drüsen­bere­iche gezo­gen wer­den.

Falls ihr jet­zt meint, euch unter den oben erwäh­n­ten Symp­tomen an der einen oder anderen Stelle wieder zu find­en, macht euch bitte bloß nicht ver­rückt! Sprecht doch ein­fach bei eur­er näch­sten Check-Up-Unter­suchung am besten ein­mal euren Hausarzt gezielt auf eure Schild­drüse an.

Alle Fotos © Andrea Huf­nagel

Letzte Kommentare (17)

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Katharina
Sonntag, 26. April 2020, 20:58 Uhr

Hal­lo bei mir wurde lestes Jahr eine unter­funkion fest­gestellt. Ich muß 150mg nehmen und habe Prob­lem mit meinem Gewicht bekom­men. Ich nehme immer mehr zu stadt ab. Egahl was ich esse.

Katja
Mittwoch, 22. April 2020, 20:02 Uhr

Unter­funk­tion und seid let­ztem Jahr nur noch eine halbe Schild­drüse da auf ein­er Seite ein Knoten war der unver­hält­nis­mäßig wuchs. Vor etwas mehr als 10 Jahren wurde die Unter­funk­tion diag­nos­tiziert. Ich nehme Tablet­ten jeden Tag, fühl mich trotz­dem oft müde und über zuviel an Gewicht muss ich ja nichts groß sagen. Du musst Sport machen, du musst weniger Zuck­er, Kohle­hy­drate zu dir nehmen. Alles tolle Vorschläge, die ich schon alle durch habe. Also, ich bin für mein Gewicht ein­fach zu klein.…😇

Bärbel
Samstag, 18. April 2020, 19:38 Uhr

Kenn ich gut..mir wurde die Schild­drüse mit 14 Jahren entfernt…Tumor gutartig…aber das Leben ohne Schild­drüse ist über 40 Jahren eine Her­aus­forderung.

Mary
Donnerstag, 16. April 2020, 11:45 Uhr

Du schreib­st über die schild­drüse hast aber die Erkrankung mor­bus Base­dow vergessen. Eine autoimun Erkrankung mit chro­nis­ch­er über­funk­tion.. Ich kenne dein Prob­lem zu gut.. Ich habe eigentlich eine unter­funk­tion gehabt, war gut eingestellt und bekam mit ein­er Erkäl­tung zusam­men dieses mor­bus Base­dow… LG und alles gute

Anke
Samstag, 11. April 2020, 13:06 Uhr

Hal­lo Julia,

Ja, auch ich habe Schild­drüse. Aber was mich inter­essiert, ist die Bluse und die Hose. Du siehst sowas von schick aus.Magst du mir ver­rat­en woher das Out­fit ist? Fröh­liche Ostern Anke

    Katha
    Dienstag, 14. April 2020, 16:35 Uhr

    Hal­lo liebe Anke,
    die genauen Artikel ken­nen wir lei­der nicht, aber schau dir doch mal diese Artikel auf Otto.de an:

    9672704699
    4152710999
    62546672
    4908811499
    9762422899

    Vielle­icht sagt dir ja etwas davon zu!
    Liebe Grüße aus Ham­burg,
    Katharine aus deinem Soul­ful­ly-Team

Joachim Hussing
Mittwoch, 29. Januar 2020, 0:24 Uhr

Danke für den Beitrag zu Schild­drüse. Ich habe lange gesucht, um hil­fre­iche Infor­ma­tio­nen dazu zu find­en, weil sich meine Schwest­er dafür sehr inter­essiert. Sie hat in let­zter Zeit Prob­leme mit ihrer Gesund­heit und sie glaubt, es kön­nte ihre Schild­drüse sein. Die Infos hier werde ich ihr mal weit­ergeben. Link ver­bor­gen

Rinna
Mittwoch, 1. Mai 2019, 6:57 Uhr

Mor­bus- Base­dow

Die gibt es auch noch. Hier greift das eigene Immun­sys­tem die Schild­drüse an.
Gibt es auch sehr viel öfter als gedacht und wird ganz oft erst von den Ärzten kurz vorm Zusam­men­bruch erkan­nt.

Hashi Moto
Donnerstag, 24. Januar 2019, 19:13 Uhr

Seit Jahrzehn­ten habe ich eine hashimo­to thyreoidi­tis. Diese ist uebri­gens nicht sel­ten und kommt in Fam­i­lien die einen Erkrank­ten haben gehäuft vor. Man hat zu kämpfen mit stark­er Müdigkeit, Erschöp­fung, Antrieb­slosigkeit, Gewicht­szu­nahme, Waermreg­u­la­tion­sstoerun­gen, Gluten/Lactoseintoleranz, Depres­sio­nen, teils Ganzko­er­per­schmerz um nur wenige Symp­tome zu nen­nen. Bei Schild­drue­sen­erkrankun­gen ist es am besten sich auch Hil­fe bei einem Endokri­nolo­gen zu suchen dort ist man zumin­d­est mit Hashimo­to aufge­hoben. Hier wer­den nicht nur die Schild­drue­sen­werte bes­timmt son­dern viel mehr u. a. auch die Min­er­al­stoffe und ein Hor­mon­spiegel erstellt. Bei zu hoher Dosierung des L‑Thyroxins wie bei mir ueber Jahrzehnte(200) und dadurch bed­ingt viel zu niedrigem TSH Wert der zulet­zt nur bei 0,0062 lag trotz Kon­trollen bei Radi­olo­gen und Schild­drue­sen­zen­trum! kam es zu 2 Schla­gan­fällen infolge Vorhof­flim­mern. Denn ein viel zu niedriger TSH Wert kann zu Herzrhyth­musstoerun­gen und Vorhof­flim­mern fuehren. Deshalb gehe ich nur noch zu meinem Endokri­nolo­gen bei dem ich damals vor 2 Jahren immer­halb von 10 tagen einen Ter­min bekam es ist eine große Endokri­nolo­gieprax­is in der Nähe vom Bochumer Haupt­bahn­hof. Hier wurde ich richtig behan­delt und eingestellt der Pro­fes­sor dort hat mein (und das mein­er Mit­stre­i­t­erin­nen unser Hashimo­to Selb­sthil­fe­gruppe) voll­stes Ver­trauen. Ich kann wirk­li h nur jedem rat­en egal welche Schild­drue­sen­erkrankung ihr habt geht zum Endokri­nolo­gen dort seit ihr auf der sicheren Seite ver­lasst Euch nicht nur auf Hausärzte denn viele ken­nen sich mit manchen Schild­drue­sen­erkrankung. gar nicht so genau aus.

Montag, 3. Dezember 2018, 12:19 Uhr

In mein­er Fam­i­lie gibt es häu­fig Prob­leme mit der Schild­drüse. Ich glaube, dass das am Essen liegt. Wir essen oft viel Zuck­er und Kohlen­hy­drate reiche Lebens­mit­tel. Ich kon­nte beobacht­en, dass andere Fam­i­lien sich anders ernähren und dadurch auch gesün­der sind. Daher lasse ich die Kohlen­hy­drate weitläu­fig weg. Danke für die Infos!

Gustav Sucher
Montag, 15. Oktober 2018, 11:40 Uhr

Hal­lo, danke für den Beitrag! Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Schild­drüse­nun­ter­funk­tion mit Kohlen­hy­drat­en zu tun hat. Schließlich lassen Kohlen­hy­drate den Insulin­spiegel ansteigen, sodass der Stof­fwech­sel gebremst wird. Danke für den tollen Blog Beitrag!

Makellostanzen
Donnerstag, 27. September 2018, 22:13 Uhr

Hal­lo , da bei mir die Schild­drüse ent­fer­nt wor­den ist , habe ich arge Prob­leme bekom­men . Ich habe mich dann bele­sen und Hil­fe gefun­den , nur nicht von den entsprechen­den Ärzten . Ich kann nur sagen ändert Eure Ernährung und Ihr kön­nt Eure Schild­drüse wieder in Ord­nung bekom­men ohne Tablet­ten nehmen zu müssen . Ich würde Sie mir heute nicht wieder ent­fer­nen lassen . Lei­der habe früher nicht so auf meine Gesund­heit geachtet und immer schön auf die Ärzte gehört .Würde ich heute auch nicht mehr machen . Nehmt es sel­ber in die Hand und find­et bessere Wege Euch aus der Tabletet­ten Abhängigkeit zu befreien .

Lena
Mittwoch, 18. April 2018, 6:28 Uhr

Ich habe vier Jahre nach der Diag­nose Hashimo­to noch ein Mor­bus Base­dow dazu bekom­men. Eine weit­ere Schild­drüsen- aber auch Autoim­munerkrankung, die hier nicht erwäh­nt wird.
Die Lösung war eine Radio­jod Ther­a­pie, die Schild­drüse wurde qua­si fast voll­ständig zer­stört.
Es hat sich vieles verän­dert aber ich kann gut damit Leben.

Rita
Dienstag, 17. April 2018, 22:46 Uhr

Bei mein­er let­zten Blu­tun­ter­suchung wurde eine Unter­funk­tion der Schild­drüse fest­gestellt. Bin ständig müde und antrieb­s­los. Nehme jeden Mor­gen eine Tablette, ist schon eine automa­tis­che Hand­lung. Man gewöh­nt sich dran. Was mich stört die Gewichtzu­nahme. Mit 50 ist eben einiges ander­st und man sollte sich mit seinem Kör­p­er arrang­ieren

Mel
Samstag, 14. April 2018, 22:12 Uhr

Hal­lo
Ich nehme L thy­rox 112 … weiß nicht ob über oder unter Funk­tion . Genau wie du kann ich nichts enges am Hals haben . Wenn eine Bluse , Pullover mal eng am als liegt zuppe ich immer daran .

Marina
Mittwoch, 11. April 2018, 8:17 Uhr

Hi,
Ich habe auch eine ver­größerte Schild­drüse. Bis man das erkan­nt hat, wurde ich fast für ver­rückt gehal­ten. Ich habe schon Tablet­ten gehen nervöse Zustände bekom­men. Allerd­ings habe ich einen wirk­lich tollen Hausarzt der mich für voll genom­men hat und bei mir eine Ultra­achall-Unter­suchung gemacht hat und gese­hen hat, dass die zu groß ist. Seit­dem nehme ich Jodid 200 und ich fühlte mich fast wie bei geboren. Was so ein kleines Ding aus­richt­en kann.

Jane
Sonntag, 1. April 2018, 23:28 Uhr

Hi, wie gut ich das kenne. Ich bin ein Hashi, lange Zeit nicht erkan­nt wor­den, bis hin zur Arztbe­merkung, dass ich mir das alles vielle­icht nur ein­bilde.
Ich dachte das wirk­lich irgend­wann u glaubte, ich werde ver­rückt.
Gott sei Dank ging der Doc in Rente u ein neuer Art über­nahm die Prax­is .… mein Hero .…. er erkan­nte u stellte die Diag­nose Hashimo­to The­ri­odi­tis .….
Es geht mir manch­mal nicht gut, aber ich weiß warum u habe über die Jahre gel­ernt, auf meinen Kör­p­er zu hören u mit der Krankheit umzuge­hen .….
LG Jane