Interview mit einem Plus-Size Nachwuchsmodel

23. November 2018 | von

Ein Interview mit Eva-Lena Möller

Besser kann man seine Model-Karriere wohl nicht starten: Mit einem wunderschönen, knallroten Kleid von Newcomer-Designerin Yolander James lief Eva-Lena Möller das erste Mal in ihrem Leben über den Laufsteg. Ihr Debüt als Model feierte die 29-Jährige bei der Finalshow der „Plus Size Fashion Days“ im Oktober, zu denen Tanja Marfo und ihr Kurvenrausch-Team bereits zum dritten Mal in Hamburg eingeladen hatten.

Ob Fransen-Ponchos, Lederröcke oder Wintermäntel – starke Frauen mit tollen Kurven, darunter auch Promi-Model Hayley Hasselhof, präsentierten in der pink ausgeleuchteten Kulturkirche Altona die aktuellen Trends von Große-Größen-Marken wie u.a. Sheego, Happy Size, Studio Untold oder Ulla Popken und Nachwuchs-Labels wie Mable oder Courbes & Co. Die Veranstaltung zog auch Promis an: Im Publikum saßen unter anderem die Sängerin Cassandra Steen und Fernsehmoderatorin Tine Wittler (RTL-Serie „Einsatz in vier Wänden“), die für das das Label Kingsizequeens steht.

Spannend, oder? Wir waren natürlich sehr neugierig und haben Eva-Lena gefragt, wie sie ihren ersten Auftritt als Model erlebt hat. Und natürlich auch, wie sie überhaupt dazu gekommen ist.

eva-lena model plussize

© www.plussizefashiondays.de/Belmondo Photography

Eva-Lena, dein allererster Walk auf dem Laufsteg – warst du nervös?

Meine Hände haben vielleicht ein bisschen gezittert. Aber eigentlich war ich ruhig und habe beim Auftritt Spaß gehabt – schließlich haben wir die verschiedenen Choreographien dafür am Tag zuvor tausendmal geprobt. Beim Training sind wir übrigens in Leggings gelaufen, die Outfits haben wir erst auf dem Laufsteg getragen.

Was war das Highlight deiner Garderobe?

Von den fünf Outfits, die ich getragen habe, hat mir wohl das rote Abendkleid von Yolander James am besten gefallen. Das würde ich gerne wieder tragen. Aber ich habe mich auch sehr darüber gefreut, dass ich die Kleidung von Happy Size und Beautiful Curves behalten durfte.

eva-lena model plussize rotes kleid

© www.plussizefashiondays.de/Belmondo Photography

Auf dem Laufsteg dabei waren überwiegend Profi- und sogar Promimodels wie Hayley Hasselhof – wie lief die Zusammenarbeit mit ihnen?

Die anderen Models waren super hilfsbereit während der ganzen Show. Sie haben mich bei allen Fragen unterstützt: Wie pose ich? Wie laufe ich richtig? Inspiriert hat mich besonders Silvana Denker, Model und hauptberuflich Fotografin, die mir hinter der Bühne noch ein paar Tipps gegeben hat.

Wie bist du dazu gekommen, als Plus-Size-Model zu arbeiten?

Meine Kollegen haben mich schon immer ermutigt, sie meinten, ich sei sehr fotogen. Ich habe das aber nicht weiter verfolgt – bis ich auf den Casting-Aufruf für die Plus Size Fashion Days im Juni gestoßen bin.

Wie hast du das Casting erlebt?

Ganz ehrlich, da war ich wirklich nervös. Ca. 100 Mädchen waren beim Casting im Juni mit dabei. Wir sind zu Musik einmal kurz auf und ab gelaufen, sollten einmal posen und ein paar Fragen beantworten. Dann wurden noch Fotos gemacht. Das war sehr aufregend für mich.

Hast du dafür trainiert?

Das ging leider nicht, im Januar hatte ich mir das Kreuzband gerissen. Beim Casting bin ich das erste Mal wieder auf hohen Schuhen gelaufen. Ich war ziemlich unsicher, ob das klappen würde.

Das ist ja mutig! Wie wir wissen, hat es geklappt! Hast du denn vorher schon gemodelt?

Nicht wirklich. Ein paar Modefoto-Sessions mit Freundinnen, ganz privat, und zwei Fotoshootings für meine Firma. Einmal als Azubi ein Umstyling für eine Zeitschrift, das andere Mal für ein internes Mitarbeitershooting.

Könntest du dir vorstellen, in Zukunft fulltime als Model zu arbeiten?

Ja, definitiv. Ich kann mir vorstellen, dass man dabei immer wieder viel Neues erlebt und oft auf Reisen ist. Das kann anstrengend sein, aber macht sicher auch sehr viel Spaß. Ich habe jetzt übrigens auch eine Sedcard in Tanja Marfos Kurvenrausch-Agentur – man kann mich also als Model buchen.

eva-lena model plussize
Gratuliere! Dann bist du ja jetzt ganz offiziell Model. Aber kollidiert das nicht mit deiner Festanstellung?

Nein. Ich arbeite bei Bonprix im Produktmanagement für Männertextilien und bin dort auch zuständig für unseren Große-Größen-Shop. In meinen Arbeitszeiten bin ich zum Glück bei diesem Job ziemlich flexibel. Solange kein wichtiger Termin ansteht, ist es auch möglich, einmal kurzfristig einen Tag frei zu nehmen und aufs Shooting zu fahren.

Vielen Dank Eva-Lena! Hast du zum Abschluss ein paar Tipps für Leserinnen unseres Blogs, die auch mal gerne ins Modelleben eintauchen würden?

Einfach mal mit ein paar hübschen Fotos zu den Agenturen gehen und mit Selbstbewusstsein sagen: „Hey, hier bin ich! Bin ich die Richtige für euch?“ Und einfach gucken, was passiert. So bin ich an die Sache auch anfangs herangegangen – ganz entspannt. Und es hat ja geklappt! Man muss sich immer vergegenwärtigen: Es kann ja gar nichts Schlimmes dabei passieren. Im Gegenteil: Es kann ja nur etwas Schönes passieren. Und wenn es nicht klappen sollte, kann man wenigstens sagen, dass man es versucht hat und muss sich später nicht den Kopf über die Frage zerbrechen: Was wäre wohl gewesen, wenn….

Übrigens: Weitere hübsche Fotos von Eva-Lena findet Ihr auch auf ihrem Instagram-Profil: Curvymodel_Eva_Lena

Aufmacherfoto: © www.plussizefashiondays.de/Belmondo Photography

 

Apropos Model, in einem anderen Beitrag erzählt Euch Susie von Ihren Plus-Size-Model Favoriten.

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