Muttersein und der Sprung über den eigenen Schatten

18. Juli 2018 | von

Mutter­sein ist ohne Frage eine wun­der­volle Angele­gen­heit, doch auch ganz schön hart! Es ist her­aus­fordernd und erschöpfend, genau­so wie es beruhi­gend und erfül­lend ist. Plöt­zlich ste­ht man den eige­nen Fehlern und Tugen­den gegenüber aber mul­ti­pliziert mal zwei. 

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Mein Styling-Zwang aus der Kindheit

Wir haben alle unsere kleinen Ticks und Manien, natür­lich noch lange nicht so schlimm, um ern­sthaft Pillen dage­gen einzunehmen, aber den­noch hat man die ein oder andere zwang­hafte Nei­gung. In meinem Fall, welch eine Über­raschung, alles was mit Klei­dung zu tun hat! Und das schon seit mein­er Kind­heit. Damals habe ich schon die eine oder andere Ver­hal­tensauf­fäl­ligkeit zu Tage gebracht. Meine Mut­ter hat mir erst neulich erzählt, dass ich schon als ganz kleines Mäd­chen ger­adezu besessen davon war, dass alle Klei­dungsstücke von den Sock­en bis zur Haarspange aufeinan­der abges­timmt waren, anson­sten hat­te ich mich geweigert das Haus zu verlassen.

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Ohne Ohrringe, ohne mich

Und hier noch eine kleine Geschichte aus meinem Styling-Zwang: Ich muss immer Ohrringe tra­gen. Wenn in meinen zwei Ohrlöch­ern nichts steckt, füh­le ich mich ger­adezu nackt und nicht ange­zo­gen. Falls es vorkommt, dass ich mal in der Eile vergesse, welche anzule­gen, muss ich mir unter­wegs welche kaufen, um einiger­maßen durch den Tag zu kom­men. Nun ja, das ist meine Obses­sion, alles muss per­fekt zueinan­der passen, ich plane meine Out­fits oft­mals schon lange im Voraus. Und nun habe ich noch eine zweite Per­son, die ange­zo­gen wer­den muss. Auch hier kommt mein zwang­haftes Out­fit-Gestal­ten zum Vorschein.

Die Unberechenbarkeit von Kindern

Doch bei diesem Mini-Geschöpf mit seinem ganz und gar eigensin­ni­gen Ver­hal­ten stoße ich mit meinem Kon­trol­lzwang an Gren­zen. Ger­adezu ein Schock für mein Sys­tem, in dem alles seine Ord­nung hat. Denn es gibt so viele nicht kon­trol­lier­bare Fak­toren, beispiel­sweise wenn ich die Kleine ger­ade von Socke bis Haarspange passend eingek­lei­det habe, spuckt sie plöt­zlich ihren Spinat auf das liebevoll aus­gewählte Som­merkleid. Das natür­lich far­blich dazu passende Lätzchen fängt nur die Hälfte der Sauerei auf. 

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Der tägliche Kampf gegen die Obsession

Meine Alar­m­glock­en läuten, denn das ist nun der Moment, wo ich entwed­er mein­er Obses­sion nachge­hen muss und sie wieder von oben bis unten neu ein­klei­de, oder über meinen Schat­ten springe und es ertrage, dass das frische Kleid nicht 100% zum Body darunter passt. Ganz zu schweigen davon, wenn ich mir ein Out­fit aus­gedacht habe und dann ein Teil davon irgend­wo in einem Wäscheberg ver­sunken ist. In solchen Sit­u­a­tio­nen habe ich mir angewöh­nt, tief durchzu­at­men und es als eine Übung zu sehen, über meine eige­nen Gren­zen zu gehen. Aber keine Sorge, ich bin mir über meinen kleinen Spleen bewusst und nehme es auch mit Humor.

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Wenn Kinder zu Lehrern werden

Und ohne Frage freue ich mich schon darauf, wenn sich die Kleine selb­st anzieht! Auch wenn das für viele Müt­ter und Kinder oft­mals eine weit­ere Zer­reißprobe darstellt. Ich bin mal ges­pan­nt, ob ich da einen weit­eren Schat­ten über­sprin­gen muss. Auf jeden Fall ver­suche ich, durch diese Unkon­trol­lier­barkeit­en vieles gelassen­er zu sehen und bin froh, dass ich so einen kleinen Zen-Meis­ter zu Hause habe, der mich mit meinen eige­nen Neu­rosen konfrontiert.
Was lehren euch eure Kinder? Ich bin ges­pan­nt auf eure Erfahrungen!

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