Mutter-Kind-Kur: Entspannung oder Stress pur?

14. Januar 2019 | von

Das neue Jahr hat begonnen: Hal­lo 2019! Hast du auch brav deine guten Vorsätze aufgeschrieben und hältst du nichts von dem Brauch? Entspan­nung und Selb­st­für­sorge ste­ht dieses Jahr ganz oben auf mein­er Liste.

Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff?

„Wir nutzen das Reiseange­bot unser­er Krankenkasse!“ sagte ich immer salopp, wenn ich jeman­dem in meinem Bekan­ntenkreis von unser­er bevorste­hen­den Mut­ter-Kind-Kur erzählte. Denn wer will sich schon gerne öffentlich eingeste­hen, dass man so eine Maß­nahme tat­säch­lich nötig hat? Eigentlich sind wir Müt­ter doch immer bemüht, den schö­nen Schein zu wahren. Dass man alles gut im Griff hat. Den All­t­ag, die Dop­pel­be­las­tung durch Kinder und die Kar­riere. Den Schlafentzug und Dauer­stress. Und eigentlich dachte ich auch, dass ich alles ganz gut hinkriege. Meine bei­den Hörstürze in den let­zten drei Jahren zeu­gen aber gle­ichzeit­ig wohl auch vom Gegen­teil. Ich war erschöpft. Ich brauchte ein­fach drin­gend mal etwas Entspan­nung und Abstand vom All­t­ag. Und so dachte ich mir: Jetzt oder nie!

Karo-Look große größen
Entspannungsurlaub an der Nordsee

Keine Erwartungen – keine Enttäuschungen?

Meine Erwartun­gen waren nicht hoch. Ich würde sie auch eher Befürch­tun­gen nen­nen. Wie gemütlich kön­nte es in so ein­er Kur-Klinik schon sein? Wür­den meine Kinder über­haupt in die Betreu­ung gehen? Und das Essen essen? Und dann auch noch das Wet­ter im nass-kalten Herb­st? Zusät­zlich macht­en Schauer­märchen von dauerkranken und nervtö­ten­den anderen Kurkindern und hell­höri­gen zugi­gen Zim­mern die Runde. Am lieb­sten hätte ich kurz vorher einen Rückzieher gemacht. Aber selb­st dafür fehlte mir ein­fach die Kraft. Also pack­te ich gle­ich­mütig die Kinder und all unsere dick­en Klam­ot­ten, Regen­jack­en und Gum­mistiefel ins Auto und fuhr los Rich­tung Cuxhaven.

Ausblick Cuxhaven

Doch 1. kommt es anders und 2. als man denkt

Bere­its direkt bei der Ankun­ft war ich pos­i­tiv über­rascht. Richtig ein­ladend sah das Haus mit­ten in einem Wohnge­bi­et aus. Und unser Zim­mer war frisch ren­oviert, großzügig geschnit­ten, mit extra Kinderz­im­mer und sog­ar richtig wohn­lich mit ein­er kleinen Sitzecke aus­ges­tat­tet. So weit, so gut. Kof­fer aus­pack­en und dann erst mal guck­en, wo der Strand ist. Zu Fuß braucht­en wir keine 10 Minuten. Und keine Jacke! Denn die Nord­see zeigte sich uns von ihrer wind­stillen und spät­som­mer­lich war­men Seite. Und das mit­ten im Okto­ber! Der Blick auf’s weite Watt und der ein­ma­lig bunt gemalte Abend­him­mel ließ uns alle ordentlich staunen. Bess­er kon­nten wir es gar nicht antreffen!

Urlaub mit Kindern in Cuxhafen

Endlich Zeit für mich

Am näch­sten Mor­gen gin­gen die Kinder zunächst noch etwas skep­tisch zum Kinder-Tre­ff, fan­den dann aber direkt Anschluss und span­nende Spielmöglichkeit­en und ließen mich über­raschend schnell links liegen. Und ich kam nach einem ärztlichen Auf­nah­mege­spräch direkt in den Genuss mein­er ersten Anwen­dun­gen. 20 Minuten Laven­del-Voll­bad und im Anschluss direkt eine Fan­go-Mas­sage zum Entspan­nen. Ich wusste erst gar nix mit mir und der ganzen freien Zeit anz­u­fan­gen. Ich habe zu Hause zwar auch eine Wanne, aber die wird eher von den Kindern zum Plan­schen genutzt.

Entspannte Mama – entspannte Kinder

Nach ein­er etwas unruhi­gen ersten Eingewöh­nungsnacht schliefen wir alle super. Durch­schlafen kan­nte ich zu Hause eigentlich nur noch vom Hören-Sagen. Das Essen war durch­weg leck­er und aus­ge­wogen. Und die viele Bewe­gung an der frischen Luft in der Okto­ber­son­ne zauberte uns allen ein paar Som­mer­sprossen auf die Nase und mir per­sön­lich den Kopf mal wieder so richtig frei. Für Entspan­nung sorgten weit­ere Bäder und Mas­sagen. Nie hätte ich erwartet, dass ich mich nach so kurz­er Zeit hier bere­its so erholt fühlen würde. Und dass die ganze Bewe­gung mich gar nicht erschöpft, son­dern mir im Gegen­teil so viel Energie geben würde! Nach­mit­tags hat­ten wir immer Fam­i­lien-Zeit und haben ein­fach das gemacht, worauf wir Lust hatten:

  • Muscheln suchen am Strand
  • Eis essen gehen
  • Durch die Stadt bummeln
  • Einen Aus­flug machen

Pure „Qual­i­ty Time“ mit den Kindern ohne Ablenkun­gen durch Ter­minzwänge oder lästige Haushalt­spflicht­en. Denn das kam als Bonus hinzu: Drei Wochen lang nicht kochen, keine Spül­mas­chine ein- oder aus­räu­men oder arbeit­en gehen. Stattdessen: Entspan­nung und atem­ber­aubende Son­nenun­tergänge. Welch ein Luxus. Warum habe ich das nicht schon viel früher gemacht?

Landschaft Nordsee
„Mein Faz­it für zu Hause:
Weniger „ich muss / sollte“ und mehr „ich will“. Und mehr Bewe­gung! Denn nur wenn meine Energiespe­ich­er aus­re­ichend gefüllt sind, kann ich den Laden hier auch richtig entspan­nt schmeißen.
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