Warum meine Mama meine Muse ist

8. Mai 2018 | von

Das Finale unseres „The Muse Club“! rückt immer näher. Heute stellen wir bere­its die siebte großar­tige Frau vor, vorgestellt von Ela von “Fat­shion Café”. Für alle, die unsere Musen-Aktion nicht von Beginn an ver­fol­gt haben, hier noch ein­mal die Idee: Soul­ful­ly stat­tete zehn geschätzte Blog­gerin­nen mit Olym­pus Pen Sys­tem Kam­eras aus und bat sie, damit und mit schö­nen Worten Frauen zu por­traitieren, die sie ermuti­gen, inspiri­eren, beein­druck­en – ihre ganz per­sön­lichen Musen eben. Den Start machte Miss Bar­toz mit ihrer Fre­undin Nina, es fol­gten Tan­ja vom Kur­ven­rausch mit ihrer Oma, Curvy Clau­dia mit der Flug­pi­onierin Amelia Earhart, Berlin­mit­te­mom Anna mit ihrer Fre­undin Jen­ny, There­sa von Curvy & Con­fi­dent mit ihrer Fre­undin Shi­la und zulet­zt Joan­na von„The­P­lus­Size­Blog“ mit ihrem Musen-Duo aus Lon­don: Trin­ny & Susan­nah.

Heute erzählt Euch Ela von Con­quore vom Fat­shion Café , welche wun­der­bare Frau sie zu ihrer per­sön­lichen Muse auserko­ren hat und welche Gedanken dahin­ter steck­en. „A well dressed woman, even though her purse is painful­ly emp­ty, can con­quer the world“ (Louise Brooks), ist nicht ohne Grund das Lieblingsz­i­tat der 25-Jähri­gen. Als Blog­gerin ist sie selb­st­be­wusst, exper­i­men­tier­freudig und hat ein gutes Händ­chen für schöne Stücke, ob ein Retro-Ten­niskleid von Lacoste, ein H&M Blüm­chen­dress oder eine Led­er­jacke von Stu­dio Untold. Auf Insta­gram lässt sie Ihre Fol­low­er auch ab und an über ihr näch­stes Out­fit-Post abstim­men. In ihrem Post für Soul­ful­ly erzählt sie Euch eine Geschichte über eine sehr beson­dere Frau, die ihr sehr am Herzen liegt — und zwar ziem­lich genau 25 Jahre lang.

Kann meine Muse wirk­lich eine Muse sein?

Musen sind Schutzher­rin­nen der schö­nen Kün­ste und entstam­men der griechis­chen Mytholo­gie. Heute ste­ht eine Muse für eine Per­son (meis­tens eine Frau), die eine gewisse kreative Ader in ein­er anderen Per­son weckt, sie inspiri­ert und zu neuen Ideen anregt. Früher ging man sog­ar davon aus, dass das Denken sich beim Men­schen nicht von selb­st entwick­elt, son­dern von außen, durch eine Muse, eingegeben wird. Und genau an diesem Punkt steige ich ein, denn diese Def­i­n­i­tion trifft in meinem Leben auf eine Frau zu: meine Mama.

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Liebe
Meine Mut­ter war erst 20 Jahre alt, als sie mich zur Welt brachte. Als ich eingeschult wurde, dacht­en die meis­ten, dass sie meine große Schwest­er sei. Das fand ich witzig. Sie hat mich oft von der Schule abge­holt, wir sind gemein­sam nach Hause gelaufen und bei Hausauf­gaben hat sie mir auch immer geholfen. Eigentlich hat­te sie immer eine Lösung parat, wenn ich nicht weit­er­wusste. Eine Zeit­lang ging ich nicht gerne zur Schule. Aus Angst vor manchen Mitschülern bel­og ich meine Eltern sog­ar ein­mal: “Ich habe Halss­chmerzen, füh­le mich schlapp…” Natür­lich fuhren sie sofort mit mir zur Ärztin, die über­raschen­der­weise tat­säch­lich eine Man­de­lentzün­dung diag­nos­tizierte.  Dabei hat­te ich eigentlich gel­o­gen… Ich hat­te näm­lich keine Hals‑, son­dern Herz­schmerzen. Nach eini­gen Stun­den fing ich an zu weinen und ges­tand ihr die Lüge. Meine Mut­ter nahm mich ein­fach in den Arm und ich fühlte mich gebor­gen, sich­er – ein­fach geliebt. So ist es auch heute noch. Meine Mama liebt mich und gibt mir Schutz. Wenn alle Stricke reißen, dann habe ich stets einen Ort, zu dem ich zurück­kom­men kann.

Wenn eine Muse also das Denken eines Men­schen von außen bee­in­flussen kann, dann pflanzte meine Mama die Idee in meinem Kopf, dass Liebe ein Fun­da­ment für ein gebor­genes und schönes Leben ist.

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Kreativ­ität
Mein­er Mut­ter war es wichtig, dass wir auch an vie­len außer­schulis­chen Aktiv­itäten teil­nah­men, ob Sport, Tanzen oder Musizieren. Dabei ging es ihr in erster Lin­ie um den Kon­takt zu anderen Kindern. Meine Mut­ter kam selb­st aus ein­er großen Fam­i­lie. Von neun Kindern war sie die Jüng­ste und das Zusam­men­leben in ihrer Fam­i­lie war und ist nach wie vor immer gesel­lig. Jed­er war zur jed­er Zeit willkom­men.
Mit gemein­samem Basteln förderte meine Mama nicht nur uns als kleine Kinder, son­dern auch unsere „Qual­i­ty Time“ zusam­men. Wobei „Kun­st“ unser Leben schon immer schön­er gemacht hat: Ob zu Ostern selb­st­ge­bastelte Hasen (an denen selb­st mein Papa mit­gear­beit­et hat) oder Fen­ster­bilder zu Wei­h­nacht­en. Du lachst? Ich freue mich immer noch, wenn ich diese Fen­ster­bilder sehe.
Gemein­sam Musizieren, Sin­gen, Lachen und Spaß haben – das sind Erin­nerun­gen an Momente, die heute viel zu kurz kom­men. Ich halte sie aber in Ehren und freue mich jedes Mal darüber, wenn wir alte Zeit­en aufleben lassen. Solche Ele­mente haben mich und meine Kreativ­ität geformt, oder zumin­d­est geprägt.

Wenn eine Muse also das Denken eines Men­schen von Außen bee­in­flusst, dann pflanzte meine Mama die Idee in meinem Kopf, dass man gemein­sam kreativ­er ist.

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Mode
Meinen Stil hat meine Mut­ter auch geprägt. Sie liebt Pumps, Taschen, schöne Klei­der und als Kind kon­nte ich ihr stun­den­lang beim Schminken zuse­hen. Ich fand sie schon immer wun­der­schön und ver­liebte mich vor Jahren in ein Bild von ihr. Damals war sie 18 Jahre alt, und für mich stand fest: Wenn ich mal 18 bin, dann möchte ich mich auch so hüb­sch schminken und frisieren. Mama hat wun­der­schönes, volles und dick­es Haar – ein Traum! Meine Haare kon­nten da nie mithal­ten. Ich hat­te zwar langes, aber sehr feines Haar. Also fing ich an zu krep­pen, glät­ten, lock­en – bis meine Haare vor lauter Stra­pazen brachen. Schnell stand für mich fest, dass sie keine rosige Zukun­ft mit mir haben wür­den. Aber ich schminke mich nach wie vor sehr gerne! Meine Mut­ter machte daraus ein Rit­u­al, das stets mit ein­er Holzschat­ulle begann. Dort ver­bar­gen sich Kos­meti­ka und ein Spiegel. Dieses Bild werde ich nicht vergessen. Am Ende trug sie immer Lip­pen­s­tift oder Lip­gloss auf, das macht sie bis heute …

Wenn eine Muse also das Denken eines Men­schen von Außen bee­in­flusst, dann pflanzte meine Mama die Idee in meinem Kopf, dass Auf­brezeln etwas ist, was Spaß macht UND nur Spaß machen sollte.

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Arbeit
Ich habe vier Geschwis­ter. Wir sind also eine große Fam­i­lie. Und obwohl wir so viele sind, hat es uns an essen­tiellen Din­gen nie geman­gelt. Im Gegen­teil! Wir beka­men jeden Tag unser Brot geschmiert und oft­mals sog­ar noch ein, zwei Kleinigkeit­en für unsere besten Schul­fre­unde dazu. Meine Mut­ter hat ein großes Herz, das für alle reicht. Zu Geburt­sta­gen bekom­men wir nach wie vor die schön­sten Torten von ihr. Wei­h­nacht­en wird immer großgeschrieben und es sind die schön­sten famil­iären Fest­tage, die man gemein­sam ver­brin­gen kann: bei gutem, tra­di­tionellem Essen und gemein­samen Musizieren. Meine Eltern sind der Motor, der das alles ermöglicht. Aber in vie­len Fällen ist es auch ein­fach nur meine Mut­ter. Sie steckt täglich so viel an Arbeit in diese Fam­i­lie. Manch­mal frage ich mich, ob ich in der Lage wäre, an einem Tag das zu schaf­fen, was meine Mut­ter schafft, und muss geste­hen: Nein, ich kön­nte es nicht. Aber der Gedanke an meine Mut­ter treibt mich dazu an, mehr zu leis­ten, oder mir zumin­d­est mehr Mühe zu geben.

Wenn eine Muse also das Denken eines Men­schen von außen bee­in­flusst, dann pflanzte meine Mama die Idee in meinem Kopf, dass Arbeit nicht sinn­los ist. Wenn man fleißig ist, wird man irgend­wann auch reich belohnt.

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Die Muse
Wenn eine Muse also die Schutzher­rin ein­er Kun­st ist, dann ist meine Mama die Muse der Leben­skun­st. Ihr Name ist Elis­a­beth.

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Kommt manchen von Euch Elas Geschichte ver­traut vor? Habt Ihr beim Lesen an eini­gen Stellen mit den Kopf genickt und an anderen in Erin­nerung an die eigene Kind­heit ein wenig geschmun­zelt? Danke, Ela für deine wun­der­bare Geschichte über deine Mut­ter.  Ich denke, viele kon­nten sich sich­er darin ein wenig wieder find­en. In zwei Tagen, am 11. Okto­ber, geht es schon weit­er mit der acht­en Musen­geschichte. Stephanie Pasche von Dres­sitcurvy gibt der Gedanke an eine mutige, sehr starke Frau, die auch in vie­len Songs verewigt wurde, jeden Tag aufs Neue Kraft, Mut und Stärke. Ihr dürft ges­pan­nt sein, über wen sie schreibt!

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