Kleines Gepäck? Nicht mit mir!

13. November 2018 | von

Ich kann einen Lid­strich rel­a­tiv zit­ter­frei ziehen, hantiere ganz lei­dlich mit der deutschen Sprache und mein viet­name­sis­ch­er Kaf­fee sucht seines­gle­ichen. Ich par­liere einiger­maßen fließend auf Englisch und in frem­den Städten finde ich immer die Läden mit den hüb­schesten (und teuer­sten) Taschen. Doch, ich habe dur­chaus ein paar Tal­ente … aber eines kann ich nicht:

Pack­en.

Woch­enendtrip mit kleinem Week­ender? Ver­giss es! Während andere ihre Garder­obe im Handgepäck trans­portieren, muss ich immer am Gepäck­band warten. Nein, kleine Kof­fer liegen mir nicht: Hier die Bequem­schuhe fürs Sight­see­ing, dort die ele­gan­ten Pumps für den Abend. Plus ein Paar für den Fall der Fälle. Und noch eines in Reserve. Shirts in diversen Far­ben und Schnit­ten, dazu noch Pullis: den einen aus kusche­ligem Kaschmir, falls es kühl wird, einen Zweit­en zum Wech­seln. Und noch einen Drit­ten – weil … weil halt! Und weil – wer weiß? – ich mich beim Essen ja wom­öglich bek­leckere?! Den Badeanzug fürs Hotel-Spa plus die Sporthose zum Joggen (ich jogge zwar nicht – aber kön­nte doch sein?!). Und natür­lich passend dazu die Schuhe. Mal ehrlich –  viel weniger geht nun wirk­lich nicht …

… oder vielle­icht doch?

Bild2_Susi_Packen

Bei ein­er kurzen Grup­pen­reise nach Hongkong wollte ich es dann doch mal wis­sen, endlich mit kleinem Gepäck reisen, als echte Glo­be­trot­terin mit Handgepäck die Welt umrun­den. Ich befol­gte alle Tipps: Klam­ot­ten zum Kom­binieren, Plas­tik­beu­tel zum Kom­prim­ieren. Kos­meti­ka in Reiseg­röße, Kleinkram in Schuhe und Lück­en stopfen. Zwei Shirts, zwei Pullis, ein einzelnes Blüschen für den Abend, abgezählte Wäsche und Sock­en. Ein Paar schwarze Lauf­schuhe und nur ein einziges Paar San­dalen. Keine Pumps, keine Bal­leri­nas … Ich war wie im Rausch, reduzierte immer mehr, bis wirk­lich alles in meine zier­liche Reise­tasche passte.

Bei der Ankun­ft in der Hotel­lob­by stand mein Täschchen Seite an Seite mit riesi­gen Schrankkof­fern. Neb­st ele­gan­ten Damen. Mir schwante Schlimmes. Und es kam schlimm. Nein, schlim­mer! Während ich meine über­sichtliche Reisegarder­obe im Wech­sel trug, wech­sel­ten andere ihre Bek­lei­dung zweimal täglich. Nei­d­voll blick­te ich auf schicke Klam­ot­ten, auf Oberteile in diversen Schnit­ten und Far­ben, far­blich abges­timmte Hosen, auf Bal­leri­nas, Sandälchen, flotte Lauf­schuhe – während mir mitlei­di­ge Blicke fol­gten, als ich an Tag drei schon wieder das Shirt von Tag 1 trug. In prak­tis­chem, kom­bi­na­tions­freudi­gem Dunkel­blau.

Das Pro­jekt „klein­er Pack­en“ ist für mich auf jeden Fall gestor­ben. Den Fehler mache ich kein zweites Mal. Für die näch­ste Reise habe ich mir vor­sicht­shal­ber schon mal einen Schrankkof­fer bestellt. Neb­st ein­er Auswahl von Lauf­schuhen in Bunt­far­ben.

1Susi_Packen

Letzte Kommentare (4)

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Dienstag, 3. November 2015, 18:14 Uhr

Ich liebe deine roten Boots!!! Meine sind grün aber… ich will rote auch! 😉
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Und ich liebe auch alle deinen Posts!!!
Viele Küsse Susanne!

    Dienstag, 3. November 2015, 20:39 Uhr

    Und ich liebe deine grü­nen!!!! ECHT!!!!!!!

    Aber meine roten gebe ich nicht her. Ich will höch­stens deine grü­nen dazu! 😀

Mittwoch, 28. Oktober 2015, 16:14 Uhr

HA! Kenn ich! Kenn ich alles! Kenn ich alles sog­ar ziem­lich gut. Während mein Mann immer qua­dratisch, prak­tisch, gut reist, bin ich mit einem hal­ben Kaufhaus unterwegs…weil halt! 😉 Wenn ich dien­stlich ver­reise, geht es aber dann plöt­zlich — dann bekommt 3/4 des Platzes mein Equip­ment für Haare & Make up zum Arbeit­en und 1/4 mein pri­vatzeugs Platz im Kof­fer. Eine gute Meth­ode auch: Klam­ot­ten rollen. Da gibts mehrere Videos im Netz zu find­en.
Viel Spaß auf der näch­sten reise mit Schrankkof­fer! 😉
Anja

Strapsie
Mittwoch, 28. Oktober 2015, 13:26 Uhr

Oh, wie gut ich das nachvol­lziehen kann. Mir geht es genau­so. Fliegen? Nur für max­i­mal eine Woche. Mehr ist nicht drin.
Wir fahren mit dem Auto in den wohlver­di­en­ten Urlaub und da packe ich ein, was ich will. Die einzige Dro­hung meines Mannes in jedem Jahr: “Dieses Jahr schleppst du deinen Kof­fer die zwei Eta­gen zur Ferien­woh­nung alleine hoch.” In die Tat umge­set­zt hat er es zum Glück noch nicht.
Da sind in meinem Kof­fer aber wirk­lich nur Klam­ot­ten. Dann gibt es eine Tasche für Schuhe, eine für Kos­metik usw. Unser großes Auto ist richtig pick­epacke voll gepackt.
Ich habe in der Beziehung einen Knall, ich weiß, aber damit kann ich gut leben.