Die Kleiderschrank-Diät: So einfach geht Ausmisten

24. Februar 2020 | von

Sechzig neue Klei­dungsstücke kauft sich jed­er Deutsche im Jahres­durch­schnitt, hörte ich kür­zlich im Radio. Da sich mein Mann mit zir­ka zwei bis fünf neuen Sachen pro Jahr beg­nügt, müssen es bei mir ein paar mehr als 60 sein – son­st käme ja der ganze Jahres­durch­schnitt durcheinan­der! Zumal das Mode­blog­ger-Dasein nicht son­der­lich förder­lich dafür ist, den Klei­derkauf klein zu hal­ten. Ach, wenn doch nicht über­all diese wun­der­schö­nen Dinge lauern wür­den! Hier das Täschchen in just dem Rot-Ton, der so per­fekt zur Liebling­shose passt! Da die Schuhe mit den Kit­ten-Heels, wie ich sie schon so lange suche! Hach!

Klamiotten-Fasten für den LOok.
Wie miste ich meinen Kleiderschrank aus.

Ja, ich kaufe gerne. Aber auch mit zunehmend schlechtem Gewis­sen! Muss ich dies und jenes wirk­lich haben? Brauche ich es wirk­lich? Habe ich nicht schon genug von allem? Und die vielle­icht wichtig­ste Frage: Machen mich die neuen Schuhe, die neue Tasche, die neue Bluse wirk­lich glück­lich­er? Denn seien wir ehrlich: Kon­sum ist immer auch die Sehn­sucht nach Glück oder dem noch per­fek­teren Leben. Das ist mir in den let­zten Jahren immer stärk­er bewusst geworden.

Kaufrausch ins Glück?

Ich wün­schte, ich kön­nte nun stolz verkün­den, dass diese Erken­nt­nis mein Kaufver­hal­ten drama­tisch verän­dert hat. Ganz ehrlich: lei­der nein. Ich tappe immer noch regelmäßig in dieselbe Falle: Der erste Blick. Das auf­flam­mende Entzück­en. Herzk­lopfen. Adren­a­lin! Dann der Kampf zwis­chen Ver­nun­ft und Ver­suchung: Soll ich? Soll ich nicht? Lieber nicht – oder vielle­icht doch? Dann die Entschei­dung. Der Kauf. Und das Glücks­ge­fühl, während die Verkäuferin die Tüte über die Laden­theke reicht. Oder man auf den Bestell­but­ton klickt.

Aber kaum hat man das Teil daheim aus­gepackt, ist der Rausch auch schon wieder vor­bei. Das Ding lan­det im Schuh­schrank, im Regel, im Klei­der­schrank. Wom­öglich sog­ar auf Nim­mer­wieder­se­hen! Ich fürchte, mein Schrank beste­ht min­destens zu einem Vier­tel aus solchen Leichen. Und ich bin damit nicht allein: Nur rund 40 Prozent der Garder­obe wird tat­säch­lich regelmäßig getra­gen, sagt die Sta­tis­tik. Der Rest schlum­mert fröh­lich vor sich hin. Was für eine Ver­schwen­dung von Ressourcen.

Die Kleiderschrank-Diät – so geht's

Ein biss­chen habe ich mein Kon­sumver­hal­ten aber doch geän­dert. Den­noch habe ich für mich drei Wege gefun­den, wie ich vernün­ftig kon­sum­ieren kann ohne ein schlecht­es Gewis­sen zu bekommen.

Hier meine 3 Tipps, wie auch du sparsam mit Klamotten umgehen kannst:

1. Ich ver­suche, ver­stärkt Sachen Sec­ond-Hand zu kaufen. Das kostet weniger Rohstoffe, ist gün­stiger, und ich liebe die Vorstel­lung, welche Geschicht­en gebrauchte Klei­dungsstücke oder Acces­soires in sich tragen.

2. Ich verkaufe Sachen, die ich nicht trage – anstatt sie auf ewig zu hort­en. Vielle­icht hat ja eine andere Frau mehr Freude daran.

3. Ich tausche mit Fre­undin­nen oder Kol­legin­nen Klam­ot­ten. Ein­mal im Jahr machen wir eine große „Butike“, für die jede Frau aus­gemis­tete Klei­dungsstücke mit­bringt und jede sich neu ein­klei­den kann. Das ist für alle ein großer Spaß!

Wie ist deine Mei­n­ung zum The­ma Kon­sum? Bist du eher Min­i­mal­istin oder Verschwenderin?

Letzte Kommentare (7)

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Helga
Donnerstag, 21. Mai 2020, 9:51 Uhr

Ich wohne idyl­lisch mit Hund ‚Katze ‚Maus. Mein schlecht­es Gewis­sen treibt mich um, aber ein­mal im Jahr MUSS ich nach New York. Ich bewerbe Klam­ot­ten, wo es nur geht, aber Nach­haltigkeit ist ein The­ma für mich.
Hier stimmt etwas in der Argu­men­ta­tion ganz und gar nicht.
Haupt­sache der Rubel rollt, dann springt man auch noch mal auf den Nach­haltigkeits­gedanken, weil es ger­ade ange­sagt ist.
Eine kaum zu ertra­ge­nen Irreführung, die lediglich dem Ego dient.

Maragete
Freitag, 27. März 2020, 18:29 Uhr

Sec­ond Hand ist zwar eine tolle Idee, aber ich habe es nicht so damit. Wenn ich wirk­lich etwas loswer­den will, spende ich es an eine Organ­i­sa­tion. Außer­dem habe ich mir jet­zt, ich in Rente bin, Kaufzurück­hal­tung aufer­legt. Und dann sind da noch die Enkel. Der­rn Freude über neue Klam­ot­ten ist ein­fach zu schön. Und das Ange­bot für mich in meinem Schrank ist immer noch groß. ☺

Bifi
Dienstag, 17. März 2020, 13:26 Uhr

Ich habe so schön abgenom­men und bin total stolz…ich kaufe immer nur tolle Qual­ität und so habe ich meine Sachen zu einem sec­ond hand concierge Ser­vice geschickt und nur ein einziges Teil wurde verkauft. Das auch noch für ganz wenig Geld. Ich bin jet­zt echt rat­los. Zum ver­schenken oder spenden waren sie zu teuer. Hat jemand eine Idee?

Iris
Montag, 24. Februar 2020, 19:04 Uhr

Oh, ich kenne das sehr gut. Über­all sind Ver­suchun­gen 😂 ich glaube ich habe von Größe 38 bis 44 alles im Schrank😩 werde im Früh­jahr mal sortieren. Doch die aller größte Ver­suchung für mich sind Schuhe 😨😱😲 die passen immer 👍 Lei­der habe ich schon so viele… 👠👡👢👟 gezählte 420 Paar und es gibt noch soooo Schöne.…. doch jet­zt habe ich keinen platz mehr 😈 und weg geben kommt nicht in frage liebe grüße Iris

Freitag, 2. März 2018, 10:50 Uhr

Liebe Andrea, das mit den Klei­der­bügeln ist eine wirk­lich gute Idee! DANKE dafür!

Andrea Schmidt
Donnerstag, 1. März 2018, 11:08 Uhr

Ach.…ein klein­er Nachtrag.….
bin grade an meinem Schuhre­gal vor­beigekom­men. Und da gibt´s ja keine Klei­der­bügel. Und Schuhe kann man auch übere­inan­der­stapeln.…. Ahh­h­hh, da bin ich wohl ertappt worden.
Und wieviele Schuhe habt Ihr so?????

Andrea Schmidt
Donnerstag, 1. März 2018, 10:54 Uhr

Jaaa.…kann ich echt unterschreiben.…
Ich habe jet­zt schon seit einiger Zeit eine feste Klei­der­bügelzahl. Und wenn was neues einzieht, muss was altes weg. Und gemogelt wird nicht dabei! So trenne ich mich regelmäßig von Sachen die ja eigentlich sowieso schon nicht mehr so on Top sind. Klappt ganz gut 🙂
L.G.