Wird mein Kind auch übergewichtig?

16. November 2018 | von

In diesem Artikel geht es um Fra­gen und Annah­men.  Aber auch um die selt­samen Fan­tasien und Gedanken, die sich eine Mut­ter macht, mit einem Hauch von Besorg­nis und einem kleinen Beigeschmack von schlechtem Gewissen.

Heute möchte ich ganz offen meine Zweifel und Äng­ste mit euch teilen.

Da ich mir ziem­lich sich­er bin, dass ich nicht die einzige kurvige Mut­ter bin, die sich darüber Gedanken macht, wie sich die Kinder kör­per­lich entwick­eln und ob es gar in den Genen fest­gelegt ist, ob man zu Übergewicht neigt.

Meine Tochter ist nun 18 Monate alt. Sie war noch nie eines dieser Won­neprop­pen, die man in der Wer­bung für Babypro­duk­te sieht. Für mich scheint es, als ob ger­ade die dick­en Babys als beson­ders gesund betra­chtet wer­den und den Inbe­griff von glück­lich darstellen, ohne dies jemals zu hin­ter­fra­gen. Ich kön­nte sagen, jedes Baby ist süß, aber natür­lich ist das eigene Baby immer das süßeste für unser Herz und unsere Augen.

Übergewicht bei Kindern
Übergewichtiges Kind

Obwohl meine Tochter immer lang und schmal war und den Ärztetabellen für Babys entsprach, erwis­che ich mich immer wieder, wie ich mich frage, ob sie auch übergewichtig wird. Bis­lang habe ich mich zurück­ge­hal­ten den Dok­tor zu fra­gen, ob es schon Anhalt­spunk­te gibt, die bele­gen, dass das Kind auch dick wird. Ich weiß, sie ist eigentlich zu jung, um es schon vorherzuse­hen. Und ich weiß auch, dass es etwas lächer­lich ist, aber ich bin gle­ichzeit­ig neugierig und auch besorgt.

Meine Erfahrungen als übergewichtiges Kind

All diese Auseinan­der­set­zun­gen mit dem The­ma Übergewicht bei Kindern erin­nern mich an meine eigene Kind­heit. Zurück zu den ganzen Diätärzten, zu denen mich meine Eltern gebracht haben. Seit ich sechs Jahre alt war, musste ich dort hinge­hen. Und auch zurück an die ganzen Essen­spläne, die ich von diesen Besuchen mit­nehmen musste. Die ich immer ver­suchte zu befol­gen und dann doch der Ver­suchung fol­gte und dann ganz char­mant umging.

Wie bei dieser kleinen Anek­dote aus mein­er Grund­schulzeit: Für das Schu­lessen am Mit­tag haben meine Eltern ein Low-Kalo­rien-Essen für mich bestellt, wofür sie extra bezahlten, damit ich auch in der Schule meinem Diät­plan fol­gen kann. Doch die net­ten Damen in der Kan­tine wur­den schnell zu meinen Fre­undin­nen und servierten mir dann nicht nur das Diät-essen, son­dern zusät­zlich noch das nor­male Essen. Immer mit einem Lächeln und einem kleinen schh­h­hh, wom­it nicht nur klar war, dass dieses kleine Geheim­nis unter uns blieb, son­dern ich täglich zwei Mit­tagessen hatte.

Ich war schon immer übergewichtig, aber beweglich, aktiv und extro­vertiert. Ich habe mich gegen die Kinder vertei­digt, die mich gemobbt haben. Auch habe ich immer das getra­gen, was ich wollte, selb­st wenn ich das Klei­dungsstück noch mit einem Stoff­streifen erweit­ern musste, da es dieses nicht in mein­er Größe gab.

Fragen über Fragen

Aber zurück zu mein­er Tochter. Wie kann ich mein­er Tochter beib­rin­gen, ihren Kör­p­er so zu lieben, wie er ist? Ohne davon bee­in­flusst zu sein, welche Trends es gibt. Wie hat es meine Mut­ter geschafft, immer meine Entschei­dun­gen zu unter­stützen und mir zu zeigen, dass die Gesund­heit des Kör­pers und des Geistes gle­icher­maßen wichtig ist?

Nun, nach wem wird meine Tochter kör­per­lich kom­men? Von wem hat sie ihre Gene? Ich sehe ihre Großmüt­ter vor mir. Eine dünn und klein, die andere – meine Mut­ter – Plus-Size petite so wie ich.

„Es ist die Her­aus­forderung der Eltern, das Kind zu einem aus­geglich­enen und fröh­lichen Leben zu führen, mit viel Frei­heit im Geist und vor allem den Weg zu einem selb­st­bes­timmten Leben zu ebnen. Und auch sehr wichtig finde ich es, selb­st ein Vor­bild für Selb­stliebe und Selb­stre­spekt zu sein, in allem was wir tun.” 
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