Gewicht- Der gemeine Jo-Jo-Effekt

10. September 2017 | von

Das ewige Auf und Ab: Wie Gewichtsschwankungen uns das Leben schwer machen. „Schmeiß deine Waage einfach aus dem Fenster! Definier dich doch nicht über dein Gewicht!“ – Wie oft habe ich diese Sätze schon gehört! Meistens von gertenschlanken Freundinnen, die essen können, was sie wollen, ohne jemals ein Gramm zuzunehmen! Ja, klar lebt es sich leicht ohne Waage, wenn sich das Gewicht seit dem 15. Lebensjahr nicht verändert hat, zwei bis drei Schwangerschaften schlank und rank überstanden wurden und auch die hormonellen Veränderungen zur Lebensmitte (aka „Wechseljahre“) dem Gewicht und der Figur nichts anhaben konnten. Ja, dann lebt es sich leicht(er) ohne Waage. Zweifellos.

Aber Moppel wie ich (nicht alle natürlich, aber doch einige) brauchen die Waage. Einfach zur Kontrolle. Um sicher zu sein, dass das üppige Festessen vom letzten Sonntag nicht gleich zu einem Gewichtsprung nach oben führte. Oder um „Maßnahmen“ zu ergreifen, wenn doch! Um sich gut zu fühlen, wenn der Zeiger der Waage nach unten weist. Und natürlich um den Erfolg möglicher Diäten zu verfolgen. Denn mal ehrlich. Auch wenn wir Curvy-Ladies uns eigentlich so lieben (wollen), wie wir sind: Gegen ein paar Kilos weniger haben die wenigsten etwas einzuwenden. Offiziell mögen Diäten „out“ sein, de facto sind sie es aber nicht. Und so sind wir ein Leben lang gefangen in unserem persönlichen Auf und Ab, sowohl beim Gewicht als auch bei der Stimmung. Geht das Gewicht nach oben, möchte man sich die Haare raufen, fühlt sich wie ein Versager und durchwühlt das Internet nach ultimativen Diättipps. Geht es nach unten, ist frau mit sich zufrieden, strahlt mit der Sonne um die Wette und könnte die ganze Welt umarmen. Ja, sie ist schlimm, diese Abhängigkeit von diesen zwei oder drei Zahlen auf der Anzeige der Waage … aber es ist nun einmal so. Für viele zumindest.

Der gemeine Jo-Jo-Effekt…

Da hungert man sich Woche um Woche dem Wunschgewicht entgegen, verzichtet auf Schokolade, überhaupt auf Kohlenhydrate, lebt nach „Schlank im Schlaf“, nach einer der tausend verschiedenen Stoffwechseldiäten oder ganz ohne Zucker. Endlich hat man die fünf oder zehn oder sogar 20 Kilos verloren, endlich ist man am Ziel. Man kann sich wieder etwas gönnen, der ewige Verzicht hat ein Ende. Hier mal ein Eis, ein Riegel Schokolade oder auch mal eine ganze Pizza – und nicht nur ein winziges Stückchen. Man darf wieder genießen! Und man will es auch!

Das Gewicht und die WaageGewicht bei Plus-Size-FrauenUnd dann schleichen sich die Kilos langsam wieder aufs Gewicht. Erst eins, dann drei, dann fünf. Fast unmerklich geht der Zeiger der Waage nach oben – und am Schluss ist man wieder dort wo man angefangen hat. Oder sogar darüber! Was bleibt, ist das Gefühl versagt zu haben. Bis das Spiel dann ein paar Wochen oder Monate erneut beginnt – mit neuen Hoffnungen.

Vielleicht sollte ich doch auf eine meiner schlanken Freundinnen hören, und meine Waage einfach aus dem Fenster schmeißen. Und einfach aufhören, mir von meinem Gewicht und seinem Auf und Ab meine Laune vermiesen zu lassen.

Letzte Kommentare (2)

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Zaunkönigin
Sonntag, 5. November 2017, 16:42 Uhr

Nein, ich wiege mich seit Jahren nicht mehr. Warum in drei Teufels Namen soll ich mir jeden Morgen ein schlechtes Gefühl bescheren? Welchen Nutzen hat das und für wen? Ich werde davon auch nicht schlanker und so lange meine Hosen nicht kneifen ist das so nutzlos wie ein Kropf. Und wenn sie kneifen, dann weiß ich, dass ich kürzer treten muss – auch ohne Waage. Außerdem ist mir bekannt, dass ich Übergewicht habe. Das muss mir nicht jeden Morgen die Waage mitteilen. Bei den Vorsorgeuntersuchungen sind die Ärzte allerdings entweder leicht pikiert und fühlen sich veräppelt oder denken, ich schäme mich meines Gewichts wenn ich sage, dass ich es allenfalls schätzen kann, ich aber gerne meine Kleidergröße mitteile. Ich habe mich übrigens auch in meinen „schlanken Jahren“ beim Wiegen nie gut gefühlt. Im Grunde fühlte ich mich immer dick. Gleichgültig wie viele Kilos ich auf die Waage brachte. Als ich das endlich begriffen hatte, flog das Teil raus.
Und.. Susanne.. ich nehme Dich auf Deinen Fotos als attraktive Frau mit Ausstrahlung wahr. Ob Du 10 Kilo mehr oder weniger auf die Waage bringst dürfte daran nichts ändern. Ich kann zwar sehr gut nachvollziehen, dass Du gerne schlanker wärst – das wäre ich auch gerne. Schon alleine deshalb, weil man mehr Auswahl hat wenn man nicht über Gr. 40 hinaus kommt. Aber ist das alles was das Leben schön macht und auf was müsstest Du verzichten wenn Du Dich in besagte Kleidergröße hinein hungern müsstest? Wäre Dein Leben damit schöner? Nachdenklich hat mich auch gemacht, als ich vor einiger Zeit meine Fotos in jungen Jahren angeschaut habe. Ich erinnere mich daran, dass ich mich auch damals, mit Kleidergröße 36/38 dick fühlte und sich das nie verändert hat. Dabei sehe ich auf den Fotos eine schöne junge Frau mit den Rundungen an der richtigen Stelle. Und ich Schaf habe das nie so sehen können. Ich habe mir mit diesem Druck, der m.E. viel von Außen kommt, das Leben ein Stück weit erschwert. Wozu? Und.. die Frage drängt sich auf.. Was ist, wenn ich das in 10 oder 20 Jahren ähnlich sehe, wenn ich meine Bilder von heute betrachte?

Freitag, 15. September 2017, 20:29 Uhr

Ich mag deinen Blog sehr gerne,und lese auch deine Beiträge gerne.
ich möchte nicht wissen wie viel du wiegst,aber mich würde deine Konfektionsgröße sehr interessieren.
Ich kann das so schwer einschätzen,wäre aber sehr froh es zu wissen,weil ich deine Wahl der Kleidung sehr mag.
Liebe Grüße,Edith

    Donnerstag, 21. September 2017, 20:15 Uhr

    Liebe Edith,

    gerne verrate ich dir meine Konfektionsgröße: 46/49.

    Aber warum möchtest du sie denn wissen?

    Liebe Grüße!