Einfach verflixt! Der gemeine Jo-Jo-Effekt

26. Januar 2020 | von

Das ewige Auf und Ab: Wie Gewichtss­chwankun­gen uns das Leben schw­er machen. „Schmeiß deine Waage ein­fach aus dem Fen­ster! Definier dich doch nicht über dein Gewicht!“ – Wie oft habe ich diese Sätze schon gehört! Meis­tens von gerten­schlanken Fre­undin­nen, die essen kön­nen, was sie wollen, ohne jemals ein Gramm zuzunehmen! Ja, klar lebt es sich leicht ohne Waage, wenn sich das Gewicht seit dem 15. Leben­s­jahr nicht verän­dert hat, zwei bis drei Schwanger­schaften schlank und rank über­standen wur­den und auch die hor­monellen Verän­derun­gen zur Lebens­mitte (aka „Wech­sel­jahre“) dem Gewicht und der Fig­ur nichts anhab­en kon­nten. Ja, dann lebt es sich leicht(er) ohne Waage. Zweifellos.

Aber Mop­pel wie ich (nicht alle natür­lich, aber doch einige) brauchen die Waage. Ein­fach zur Kon­trolle. Um sich­er zu sein, dass das üppige Festessen vom let­zten Son­ntag nicht gle­ich zu einem Gewicht­sprung nach oben führte. Oder um „Maß­nah­men“ zu ergreifen, wenn doch! Um sich gut zu fühlen, wenn der Zeiger der Waage nach unten weist. Und natür­lich um den Erfolg möglich­er Diäten zu ver­fol­gen. Denn mal ehrlich. Auch wenn wir Curvy-Ladies uns eigentlich so lieben (wollen), wie wir sind: Gegen ein paar Kilos weniger haben die wenig­sten etwas einzuwen­den. Offiziell mögen Diäten „out“ sein, de fac­to sind sie es aber nicht. Und so sind wir ein Leben lang gefan­gen in unserem per­sön­lichen Auf und Ab, sowohl beim Gewicht als auch bei der Stim­mung. Geht das Gewicht nach oben, möchte man sich die Haare raufen, fühlt sich wie ein Ver­sager und durch­wühlt das Inter­net nach ulti­ma­tiv­en Diät­tipps. Geht es nach unten, ist frau mit sich zufrieden, strahlt mit der Sonne um die Wette und kön­nte die ganze Welt umar­men. Ja, sie ist schlimm, diese Abhängigkeit von diesen zwei oder drei Zahlen auf der Anzeige der Waage … aber es ist nun ein­mal so. Für viele zumindest.

Der gemeine Jo-Jo-Effekt…

Da hungert man sich Woche um Woche dem Wun­schgewicht ent­ge­gen, verzichtet auf Schoko­lade, über­haupt auf Kohlen­hy­drate, lebt nach „Schlank im Schlaf“, nach ein­er der tausend ver­schiede­nen Stof­fwech­seldiäten oder ganz ohne Zuck­er. Endlich hat man die fünf oder zehn oder sog­ar 20 Kilos ver­loren, endlich ist man am Ziel. Man kann sich wieder etwas gön­nen, der ewige Verzicht hat ein Ende. Hier mal ein Eis, ein Riegel Schoko­lade oder auch mal eine ganze Piz­za – und nicht nur ein winziges Stückchen. Man darf wieder genießen! Und man will es auch!

Das Gewicht und die Waage Gewicht bei Plus-Size-FrauenUnd dann schle­ichen sich die Kilos langsam wieder aufs Gewicht. Erst eins, dann drei, dann fünf. Fast unmerk­lich geht der Zeiger der Waage nach oben – und am Schluss ist man wieder dort wo man ange­fan­gen hat. Oder sog­ar darüber! Was bleibt, ist das Gefühl ver­sagt zu haben. Bis das Spiel dann ein paar Wochen oder Monate erneut begin­nt – mit neuen Hoffnungen.

Vielle­icht sollte ich doch auf eine mein­er schlanken Fre­undin­nen hören, und meine Waage ein­fach aus dem Fen­ster schmeißen. Und ein­fach aufhören, mir von meinem Gewicht und seinem Auf und Ab meine Laune ver­miesen zu lassen.

Letzte Kommentare (4)

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Sabine
Mittwoch, 29. Januar 2020, 18:04 Uhr

Wahnsinn wieviel uns das Energie kostet. Oder? Unsere Waage machte die Grätsche (ein Zeichen? 🙂 ) und Ich habe beschlossen, mein inneres Gle­ichgewicht nicht von einem Gerät oder ein­er Zahl abhängig machen zu lassen. Den­noch geht es für mich ohne Kon­trolle nicht. Dafür ist meine Diätkar­riere schon zu lange. Ich messe mich, jeden Son­ntag. Gemein­sam mit meinem Mann. Es fühlt sich viel liebevoller an und ich bin raus aus dem Diktat.

Zaunkönigin
Sonntag, 5. November 2017, 16:42 Uhr

Nein, ich wiege mich seit Jahren nicht mehr. Warum in drei Teufels Namen soll ich mir jeden Mor­gen ein schlecht­es Gefühl bescheren? Welchen Nutzen hat das und für wen? Ich werde davon auch nicht schlanker und so lange meine Hosen nicht kneifen ist das so nut­z­los wie ein Kropf. Und wenn sie kneifen, dann weiß ich, dass ich kürz­er treten muss — auch ohne Waage. Außer­dem ist mir bekan­nt, dass ich Übergewicht habe. Das muss mir nicht jeden Mor­gen die Waage mit­teilen. Bei den Vor­sorge­un­ter­suchun­gen sind die Ärzte allerd­ings entwed­er leicht pikiert und fühlen sich veräp­pelt oder denken, ich schäme mich meines Gewichts wenn ich sage, dass ich es allen­falls schätzen kann, ich aber gerne meine Klei­der­größe mit­teile. Ich habe mich übri­gens auch in meinen “schlanken Jahren” beim Wiegen nie gut gefühlt. Im Grunde fühlte ich mich immer dick. Gle­ichgültig wie viele Kilos ich auf die Waage brachte. Als ich das endlich begrif­f­en hat­te, flog das Teil raus.
Und.. Susanne.. ich nehme Dich auf Deinen Fotos als attrak­tive Frau mit Ausstrahlung wahr. Ob Du 10 Kilo mehr oder weniger auf die Waage bringst dürfte daran nichts ändern. Ich kann zwar sehr gut nachvol­lziehen, dass Du gerne schlanker wärst — das wäre ich auch gerne. Schon alleine deshalb, weil man mehr Auswahl hat wenn man nicht über Gr. 40 hin­aus kommt. Aber ist das alles was das Leben schön macht und auf was müsstest Du verzicht­en wenn Du Dich in besagte Klei­der­größe hinein hungern müsstest? Wäre Dein Leben damit schön­er? Nach­den­klich hat mich auch gemacht, als ich vor einiger Zeit meine Fotos in jun­gen Jahren angeschaut habe. Ich erin­nere mich daran, dass ich mich auch damals, mit Klei­der­größe 36/38 dick fühlte und sich das nie verän­dert hat. Dabei sehe ich auf den Fotos eine schöne junge Frau mit den Run­dun­gen an der richti­gen Stelle. Und ich Schaf habe das nie so sehen kön­nen. Ich habe mir mit diesem Druck, der m.E. viel von Außen kommt, das Leben ein Stück weit erschw­ert. Wozu? Und.. die Frage drängt sich auf.. Was ist, wenn ich das in 10 oder 20 Jahren ähn­lich sehe, wenn ich meine Bilder von heute betrachte?

Freitag, 15. September 2017, 20:29 Uhr

Ich mag deinen Blog sehr gerne,und lese auch deine Beiträge gerne.
ich möchte nicht wis­sen wie viel du wiegst,aber mich würde deine Kon­fek­tion­s­größe sehr interessieren.
Ich kann das so schw­er einschätzen,wäre aber sehr froh es zu wissen,weil ich deine Wahl der Klei­dung sehr mag.
Liebe Grüße,Edith

    Donnerstag, 21. September 2017, 20:15 Uhr

    Liebe Edith,

    gerne ver­rate ich dir meine Kon­fek­tion­s­größe: 46/49.

    Aber warum möcht­est du sie denn wissen?

    Liebe Grüße!