Freundschaft
zwischen Olive und Zahnstocher

1. August 2019 | von

Freundin­nen sind mit das Wichtig­ste, was wir im Leben haben. Wie in meinem Fall kön­nen fre­und­schaftliche Beziehun­gen zwis­chen ganz unter­schiedlichen Typen entste­hen – dick oder dünn spielt dabei keine Rolle, Haupt­sache das Zwis­chen­men­schliche passt. Ich möchte dir heute von ein paar wichti­gen Men­schen in meinem Leben erzählen und warum Oliv­en und Zahn­stocher so gut zusammenpassen.

Freundschaften zwischen unterschiedlichen Typen

Durch Dick und Dünn gemeinsam auf der Bühne 

Das erste The­ater­stück, das ich jemals geschrieben, insze­niert und per­formt habe, war eine Zusam­me­nar­beit mit mein­er besten argen­tinis­chen Fre­undin Car­la. Es war ein Stück über die eige­nen Tage­büch­er, die wir obses­siv seit unserem 8 Leben­s­jahr geschrieben haben, bis wir so 20 Jahre wur­den. Wir haben unsere Tage­buchein­träge zusam­menge­tra­gen, und diese mit kraftvollen fem­i­nis­tis­chen Essays und Musik aus der Pop-Kul­tur kom­biniert. Es war ein eigen­williges und starkes „Com­ing of Age“ Stück.

Unsere ganz per­sön­liche Geschichte han­delte davon, wie wir unsere Kör­p­er ent­deck­ten, wie sich diese in der Jugend verän­dert haben und welche Zweifel man hat­te. Car­la brachte damals ger­ade mal 40 Kilo auf die Waage und war nicht nur super-dünn, son­dern auch noch sehr fit. Unsere so unter­schiedlichen Kör­per­typen macht­en auch den Charme unseres Stück­es aus. So wurde unser erstes gemein­sames The­ater­stück zu einem richti­gen Erfolg und zum Geheimtipp in der Kun­st­szene von Buenos Aires. Unsere total unter­schiedlichen Kör­p­er standen gemein­sam auf der Bühne. Nicht das einzige Mal, bei dem wir so ganz anders wahrgenom­men wurden.

Frühlingsfarben

Selbstbewusst gegen (Mode-) Vorurteile 

Ich habe Erin­nerun­gen an meine frühe Kind­heit, in der ich vor­wiegend die Dick­ste in der Gang war. Aber auch die Lauteste, die Witzig­ste und auch die mit den aus­ge­fal­l­en­sten Klam­ot­ten. Als ich 13 Jahre alt war und die ersten kleinen Haus­par­tys anfin­gen, holte mich meine Fre­undin Clau­dia ab. Ich trug ein enges pinkes Leop­ar­den­kleid, geschmückt mit vie­len Acces­soires und so viel Make-up, wie mich meine Eltern tra­gen ließen. Meine Fre­undin schaute mich nur an und fragte, wie ich es wagen kön­nte, so auszuse­hen. Selb­st meine Mut­ter ver­suchte, mich immer wieder ganz san­ft darauf hinzuweisen, dass ich doch Sachen tra­gen sollte, die mir etwas mehr schme­icheln. Mit anderen Worten: Ich sollte doch etwas tra­gen, wodurch mein dick­er Kör­p­er nicht so betont würde. Das war sehr klar zwis­chen den Zeilen zu lesen, auch dass sie Angst hat­te, dass ich gemobbt wer­den würde. Und das wurde ich auch, aber ich kon­nte mich immer vertei­di­gen und ich bin bis heute froh, wie ich mich schon damals sah, wie ich das trug, was mir gefiel, trotz meines run­den Kör­pers. Ich spreche nicht über Geschmack, son­dern über die Auf­fas­sung, dass sich dicke Mäd­chen ver­steck­en müssen, sich verdeck­en sollen und nur „under­cov­er“ raus­ge­hen sollen, um keine Aufmerk­samkeit auf sich zu ziehen.

Es gibt so viele Men­schen um mich herum, die ver­sucht haben, mich auf Diät zu set­zen, um mir zu helfen, um meine Leben­sum­stände zu verbessern. Doch eigentlich ging es meis­tens um diejeni­gen selb­st, die mir ihre Tipps gegeben haben. Denn sie sind es, die unsich­er sind und nicht mit meinem Kör­p­er umzuge­hen wis­sen. Aber ich war immer, wie ich bin und aß weit­er, was ich wollte.

Freunde gehen durch Dick und Dünn

Was es mit der Olive und dem Zahnstocher auf sich hat 

Meine Groß­mut­ter nan­nte meine Mut­ter, die eben­falls die Runde war, und ihre dünne Fre­undin „die Olive und den Zahn­stocher“. Und genau so war ich mit mein­er Fre­undin vom The­ater „die Olive und der Zahn­stocher“ für sie. Als ich nach Berlin zog, lernte ich dann Jana ken­nen, die bis heute eine mein­er besten Fre­undin­nen ist. Als ich uns mal so nebeneinan­der herge­hen sah, musste ich schmun­zeln und ich dachte mir „Aha, das untrennbare Duo; die Olive und der Zahn­stocher“. Die müssen sich halt immer wieder find­en. Und auch unsere Inter­essen matchen genau­so. Sie arbeit­et auf dem bekan­ntesten Film­fes­ti­val der Berli­nale und sie führt ein peru­anis­ches Restau­rant in Kreuzberg. Essen und gute Musik, Lifestyle und unsere Visio­nen von der Welt, das alles verbindet uns.

Freundschaft unter Frauen
Freunde halten trotz Unterschieden zusammen

Wir bei­de lieben Vin­tage Mode, auch wenn wir unsere Klei­dung nicht wie andere Fre­undin­nen tauschen kön­nen. Und es hat uns riesi­gen Spaß gemacht, uns für diesen Post zu stylen. Sie hat mir ein Kleid gezeigt, das ganz her­vor­ra­gend zu meinem neuen Som­merkleid von OTTO passt. Einem leicht­en Baum­wol­lk­leid, ganz im Vin­tage Look. Jana trägt die Klei­der­größe 34–36, ich 44–46. Es tren­nen uns 10 Klei­der­größen! Aber das war es dann auch. Alles andere verbindet uns, denn Fre­und­schaft ken­nt keine unter­schiedlichen Klei­der­größen. Außer Acces­soires tauschen wir keine Klei­dung, aber gemein­sam Shop­pen gehen lieben wir. An manchen Son­nta­gen teilen wir auch eine weit­ere gemein­same Lei­den­schaft: unsere Klei­dun­gen auf kleinen Flohmärk­ten anzu­bi­eten. Unser Stand ist immer lustig, bunt und unser Ange­bot richtet sich ganz speziell an Oliv­en und Zahn­stocher – Frauen wie wir eben.

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