Erziehung: Kinder und ihre Wünsche

19. April 2018 | von

Liebe Soulfully-Mamas, wie macht ihr das eigentlich, wenn eure Kinder etwas haben wollen? Erfüllt ihr alle Wünsche sofort? Oder gibt es bei euch Geschenke nur zu Geburtstagen und Weihnachten?

Der Geschenke-Pegel

In meinem Freundes- und Familienkreis gibt es Ausschläge in beide Richtungen des Geschenke-Pegels. Ich meine, ich kenne es ja selbst vom Shopping-Bummel und kann schon nachvollziehen, dass man sich Hals über Kopf in ein Kleidungsstück oder eine Tasche verlieben kann. Oder im Falle meiner Kinder eben in ein Spielzeug. Aber muss man diesem Impuls immer sofort nachgeben? Verpufft dann nicht die Freude darüber direkt wieder und muss nur noch schneller durch etwas Neues befriedigt werden?

 

Kindergeburtstag-Essen, Muffins mit Streusel.

Für mich ist an dem Spruch „Vorfreude ist die schönste Freude“ wirklich was dran. Und in der Regel erkennen Kinder (und Erwachsene) tatsächlich erst nach etwas genauerer Überlegung, ob und was man sich wirklich wünscht. Natürlich versuche ich schon, meinen Kindern ihre absoluten Herzenswünsche zu erfüllen. Aber eben diese gilt es aus all den Versuchungen des Alltags herauszufiltern. Bestes Beispiel: beim Besuch im Supermarkt.

„Vorfreude ist die schönste Freude”

Mama-Falle Supermarkt

Für einen Großeinkauf mit Kindern im örtlichen Einmal-hin-alles-drin Supermarkt sollte man sich am besten vorab innerlich mit diversen Wortvarianten von „Nein“ wappnen, um allzeit bereit zu sein, ein ganzes Arsenal an Kinder-Wunsch-Abwehr-Maßnahmen abzufeuern. Sonst hat man nachher einen Einkaufswagen voller Spielwaren, Süßigkeiten, bunter Joghurts, Kinder-Zeitschriften und Zahnbürsten mit Tierköpfen. So sähe es zumindest bei uns aus. Meine Kinder sind jetzt sechs und acht Jahre alt und wollen grundsätzlich erst mal alles haben, was ihnen gefällt. Und das am liebsten zu jeder Gelegenheit. Vor allem, wenn der eigene Geburtstag bald vor der Tür steht. Ich habe ja überhaupt nichts dagegen, wenn sie sich an der Auswahl der Lebensmittel für das Mittagessen beteiligen. Aber das wäre ja langweilig.

Kinder und Kuchen, wieviel Süsses ist ok?

In den Supermarkt kommen sie insgeheim nur gerne mit, wenn es dort auch eine entsprechend große Spielwaren-Abteilung gibt. Und da gefallen ihnen in der Regel dann die Sachen am besten, die wirklich kein Mensch braucht: Riesen-Stofftiere, die ein ganzes Bett ausfüllen könnten. Barbie-ähnliche Geschöpfe, die aussehen wie blasse, dürre Monster mit viel zu großen Köpfen. Zeitschriften, deren „Gimmicks“ meist direkt nach dem Auspacken schon kaputt sind. Gesellschaftsspiele, bei denen man sich gegenseitig Rasierschaum ins Gesicht klatschen muss. Puh!

Wieviel nachgeben gegenüber Kindern ist ok?

Jetzt ist es zum Glück nicht so, dass sie sich direkt auf den Boden schmeißen, wenn ich zu allem Nein sage. Dafür haben wir dieses „Mama, darf ich …?“ Spiel schon viel zu oft gespielt – und sie kennen meine Antworten in der Regel schon ganz gut. Mittlerweile sehe ich das Ganze eher als eine Art Argumentationsübung zwischen den Generationen. Wie kleine Ninjas kämpfen sie um jedes Teil im Einkaufswagen. Da kann es nicht schaden, als Mama ein paar Strategien für die Verteidigung parat zu haben.

Ninja-Verkleidung für Kinder!

Ignorieren

In weniger hartnäckigen Fällen hat es sich für mich bewährt, einfach weiter zu gehen und so zu tun, als hätte man die aktuelle Bettel-Attacke nicht gehört.

Ablenken

Oft genügt es schon, akute „Haben-Wollen“ Anfragen in gezielte Kinder-Aufgaben umzulenken. „Kannst du mir bitte da hinten aus dem Regal eine Packung von dem Butterkäse holen, den du so gerne magst?“ Ansonsten kommt mein persönlicher Lieblingssatz zum Einsatz: „Das kannst du dir ja zum Geburtstag/zu Weihnachten/vom Osterhasen wünschen.“ Manchmal hilft auch: „Das kannst du dir ja von deinem Taschengeld kaufen.“ Komischerweise ist der Wunsch dann meistens auf einmal doch nicht mehr so groß.

Erziehungstipps zum Thema Wünsche.

Verbieten

In besonders hartnäckigen Fällen hilft dann aber nur noch ein klares „Nein!“. Eventuell gefolgt von einem „Basta“, um die Endgültigkeit der Entscheidung zu bekräftigen.

Nachgeben

Achtung: Dieser akute Ausnahmefall sollte nur für Dinge gelten, die zufällig gerade wirklich gebraucht werden. Ein neues Radiergummi für die Schule zum Beispiel. Neue Pantoffeln. Oder eine Familien-Packung Eis, wenn es gerade eh im Angebot ist (wer kann da schon Nein sagen?). Aber weil seit Wochen von nichts Anderem mehr die Rede war, gab es zum 6. Geburtstag meines Sohnes letztendlich doch tatsächlich dieses innig gewünschte Spiel, bei dem man sich Rasierschaum ins Gesicht klatschen muss. Und er liebt es wirklich. Statt des Schaumes spielen wir es aber mit Vanille-Sprühsahne. Dann hat die Mama wenigstens auch noch etwas davon…

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