Ernährung in der Schwangerschaft als Plus Size

30. September 2020 | von

Es gibt viele Vorurteile gegenüber dick­en Schwan­geren, vor allem was das Essen bet­rifft. Wir haben für dich Tipps und einen Erfahrungs­bericht zum The­ma Ernährung in der Schwangerschaft.

Essen in der Schwangerschaft bei Uebergewicht

“Jet­zt darf­st du endlich für Zwei essen – du bist ja schließlich schwanger!“ Solche oder so ähn­liche Aus­sagen hört man immer wieder oder „Das Baby hat Hunger – ich brauche diesen Cheese­burg­er so drin­gend!“ Doch was ist nun richtig und was falsch in Sachen Ernährung in der Schwanger­schaft? Müssen Plus-Size-Frauen beson­ders auf­passen und dür­fen sie über­haupt zunehmen? Ich möchte heute ein biss­chen was zu mein­er Ernährung und meinen bish­eri­gen Erfahrun­gen bericht­en und mit den Vorurteilen gegenüber dick­en Schwan­geren aufräumen.

Tipps Ernaehrung Schwangerschaft bei Uebergewicht

Worauf musst du bei deiner Ernährung achten?

Das The­ma Ernährung und Schwanger­schaft ist echt härter, als ich gedacht hätte. Über­all dro­hen große Ver­bote oder der gut gemeinte Rat, der um die Ecke gebo­gen kommt. Einen Mit­tel­weg für sich selb­st zu find­en und sich frei zu machen, ist nicht so ein­fach. Ganz klar muss ich gle­ich mal vor­wegsagen, dass ich selb­stver­ständlich von Anfang an darauf geachtet habe, kein rohes Fleisch/Fisch oder Käse aus Rohmilch zu verzehren, da das auf­grund poten­zieller Bak­te­rien und Erreger in den Lebens­mit­teln gefährlich für mich und mein Baby wer­den kann. Anson­sten habe ich in den ersten Monat­en jedoch nicht son­der­lich darauf geachtet, was ich darf und was nicht. Ich habe aber ver­sucht, neben Fleisch und Fisch ver­stärkt Gemüse und Obst in meinen täglichen Speise­plan einzubauen.

Hier find­est du alles, was du für dein Baby brauchst:

Ich muss allerd­ings zugeben, dass ich schon sehr gerne zum Schnitzel mit Pommes oder dem defti­gen Brat­en gegrif­f­en habe. So ist es mir zum Beispiel vor ein paar Wochen passiert, dass ich unwissentlich ein biss­chen Thun­fisch aus der Dose gegessen habe und gle­ich die Food-Polizei bei Insta­gram auf mich zeigte. Große Sorge machte sich bei mir bre­it, ob ich jet­zt wom­öglich mein­er Kleinen geschadet habe. Ich denke, man darf hier wirk­lich nicht in Panik ver­fall­en und alles so extrem genau nehmen, son­dern muss den richti­gen Weg für sich selb­st finden.

Zunehmen in der Schwangerschaft bei Uebergewicht
Diaet bei Uebergewicht in der Schwangerschaft

Zunahme und Diät in der Plus-Size-Schwangerschaft

Die Zunahme bzw. Abnahme in ein­er Plus-Size-Schwanger­schaft ist auch immer ein sehr inter­es­santes The­ma. Ich wurde unzäh­lige Male gefragt, wie viel ich denn bis jet­zt schon zugenom­men habe und wie groß die Angst der anderen doch sei, selb­st zu viel auf die Waage zu brin­gen, in diesem wun­der­vollen Umstand. Mein Fraue­narzt hat mir hier von Anfang an keine Vor­gabe gemacht oder irgendwelche Richtlin­ien. Alles, was er zu mir gesagt hat, war: „Eine Diät dür­fen Sie unter keinen Umstän­den machen.“ Und das hat­te ich auch nie vor. Bei den regelmäßi­gen Kon­troll­ter­mi­nen habe ich immer grünes Licht bekom­men, dass alles in Ord­nung ist mit meinem Gewicht. Natür­lich habe ich mir schon Gedanken gemacht, wie viel ich wohl in den näch­sten 40 Wochen zunehmen werde und ob sich das vielle­icht neg­a­tiv auf meine Gesund­heit auswirken kön­nte. Da ich ja schon mit Übergewicht in die Schwanger­schaft ges­tartet bin. Aber diese Gedanken ver­flo­gen rel­a­tiv schnell, weil ich es ohne­hin nicht großar­tig bee­in­flussen kann. Es liegt ja nicht nur am Essen.

Viel schlim­mer als eine gemäßigte Zunahme wäre eine heftige Diät oder mas­sive Abnahme in ein­er Schwanger­schaft. Dadurch kön­nen näm­lich Man­gel­er­schei­n­un­gen beim unge­bore­nen Kind her­vorgerufen wer­den und das ist für mich ein absolutes No Go und total unver­ant­wortlich und ego­is­tisch. Sofern es bewusst her­beigerufen wird. Der Kör­p­er leis­tet in dieser Zeit so etwas unglaublich Tolles und voll­bringt Wun­der. Da sollte man wirk­lich andere Sor­gen haben als das Abnehmen bzw. krasse Zunehmen.

Ich ver­suche, es echt zu ver­mei­den, über mein Gewicht zu sprechen oder zu schreiben. Mein­er Mei­n­ung nach ist jed­er Kör­p­er und Organ­is­mus anders und man sollte sich nicht immer mit anderen ver­gle­ichen. Allerd­ings habe ich unbe­wusst bis jet­zt gar nicht so viel zugenom­men. Die größte Zunahme fand bei mir in der 22.–27. Schwanger­schaftswoche statt. Mit­tler­weile stoppt es aber bei mir und ich bringe nicht, wie von anderen erwartet, bere­its 20 Kilo mehr auf der Waage. Ich bin sog­ar noch knapp im ein­stel­li­gen Zunah­me­bere­ich, obwohl die kleine Snaf­fe­line gut wächst und zunimmt. Das liegt allerd­ings auch daran, dass ich die let­zten Wochen dann doch ein biss­chen mehr als son­st auf meine Ernährung geachtet habe. Nicht um Gewicht zu ver­lieren, son­dern um meinem Baby in der Schwanger­schaft alles zu geben, was es braucht.

Zucker in der Schwangerschaft essen

Auf Zucker und Weizenprodukte verzichten?

Aktuell habe ich ein paar Lebens­mit­tel von meinem Speise­plan gestrichen, weil sie mir ein­fach nicht gut­tun. Zudem möchte ich nicht, dass das Baby zu groß wird und dies kann schnell passieren, wie Stu­di­en zeigen, wenn man zu viel zuck­er­haltige Lebens­mit­tel isst. Ich weiß, dass mein Kör­p­er durch PCO gegen Insulin resistent ist und das kann in der Schwanger­schaft noch mal etwas ver­stärkt wer­den. Ich verzichte deshalb auf Indus­triezuck­er und auf so gut wie alle Lebens­mit­tel, die diesen bein­hal­ten. Schoko­lade, Chips und Eis sind somit erst mal für mich gestrichen – eine harte Num­mer im Som­mer, aber es lohnt sich, da ich seit­dem viel sel­tener Kopf­schmerzen habe und mich auch all­ge­mein viel bess­er fühle.

Weit­er verzichte ich auch, so gut es geht, auf Weißmehl und erset­ze nor­male Nudeln und Brot aus Weizen gegen Vol­lko­rn­pro­duk­te und leckere Alter­na­tiv­en wie Quinoa oder Hirse. Ich bin in mein­er Schwanger­schaft viel exper­i­men­tier­freudi­ger gewor­den und zaubere mir damit leckere Gerichte, die lange satt machen, gut schmeck­en und oben­drein auch noch gesund sind. Natür­lich dür­fen hier Gemüse, genü­gend Eiweißpro­duk­te und Nüsse nicht fehlen. Vor allem Nüsse nehme ich in let­zter Zeit als kleine Zwis­chen­mahlzeit und tausche damit gerne Bana­nen oder anderes Obst ein, das zu viel Fruchtzuck­er enthält. Eine absolute Empfehlung ist auch das neu erschienene Kochbuch von Lin­da Haane „Kugelzeit“ — hier find­et man tolle Rezepte für die Schwangerschaft.

Kochen in der Schwangerschaft
Ernaehrung in der Schwangerschaft als Dicke

5 Tipps zur Ernährung in der Schwangerschaft 

Übri­gens hat­te ich nie Gelüste wie Essig­gurke mit Nutel­la oder so. Von Anfang an war ich wenig auf Süßes eingestellt. Ich bin froh, dass ich meinen größten Gelüsten weit­er ohne große Reue nachge­hen kann, da ich in der Schwanger­schaft ein absoluter Fisch-Fan bin. Lei­der mag ich aber auch knus­priges Fleisch total gerne – aber ich ver­suche, mich am Riemen zu reißen, und esse es nur sel­ten. Hier noch meine Ernährungstipps in der Kurzzusammenfassung:

  • Nüsse als Zwis­chen­mahlzeit (Ich habe sie z.B. auch in einem Gläschen mit in der Handtasche.)
  • Viel Gemüse essen.
  • Fruchtzuck­er­armes Obst wie Hei­del­beeren, Brombeeren, Him­beeren, Johan­nis­beeren, Wasser­mel­one, Guave und Aprikosen essen.
  • Auf indus­triellen Zuck­er best­möglich verzicht­en, da er sich neg­a­tiv auf das Baby auswirken kann.
  • Weizen­mehl­pro­duk­te gegen Vol­lko­rn­pro­duk­te, Hirse oder Quinoa ersetzen.
Gesunde Ernaehrung in der Schwangerschaft

Fazit Ernährung in der Schwangerschaft als Plus Size

Wie du siehst, ist es auch als dickere Schwan­gere möglich, sich gesund zu ernähren bzw. eine gesunde Schwanger­schaft zu erleben. Ich möchte hier wirk­lich mal eine Lanze für alle Plus-Size-Schwan­geren brechen, da ich es nicht schön finde, wenn man immer gle­ich vom Schlecht­en aus­ge­ht und uns geistig Chips fut­ternd auf der Couch sitzen sieht. Das ist nicht so! Oder habt ihr schon mal gehört, dass ein Baby unge­sund zur Welt kam, nur weil die Mama dick war? Ich nicht. 🙂

Welche Erfahrun­gen hast du mit Ernährung in der Schwanger­schaft gemacht?

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