Eine echte Weihnachtsgeschichte

15. November 2018 | von

An Wei­h­nacht­en ist das Inter­net voller Herzens­geschicht­en. Der Opa, der eine Tode­sanzeige ver­schick­en muss, um seine Fam­i­lie am Wei­h­nacht­stisch zu ver­sam­meln. Der Truthahn, der das ganze Jahr für seinen Auftritt als Wei­h­nachts­brat­en gemästet – und dann am Schluss doch ver­schont wird. Die ein­fühlsame Antwort des Chefredak­teurs der New York Sun auf die Frage der achtjähri­gen Vir­ginia nach der Exis­tenz des Wei­h­nachts­mann aus dem Jahr 1897, die seit­dem jedes Wei­h­nacht­en wieder gedruckt wird.

Manche dieser Geschicht­en sind lustig, manche sind berührend, manche gehen uns wirk­lich ans Herz. Und manche sind echt. Das sind die schönsten.

Meine Blog­ger­fre­undin Anna hat eine solche Wei­h­nachts­geschichte wahr gemacht. Und dabei war es noch nicht mal Advent, son­dern grauer Novem­ber, als eine Fre­undin via Face­book Unterkun­ft für eine kleine afghanis­che Fam­i­lie suchte: Vater, Mut­ter und ein kleines Mäd­chen, die auf ihrer Flucht in Berlin ges­tran­det waren. Nun, das passiert ständig. Dass die Frau hochschwanger war – auch das kommt häu­fig vor. Dass sich aber jemand find­et, der eine unbekan­nte Fam­i­lie spon­tan ins eigene Heim aufn­immt, ihnen ein warmes Bett, einen gedeck­ten Tisch und ein sauberes Bad bietet … das ist ziem­lich selten.

Weihnachtsgeschichte

Annas Tochter mit ihrer neuen Mit­be­wohner­in; Foto: Anna Luz de León

Anna wäre nicht Anna, wenn sie nicht geholfen hätte. Sie wäre nicht die Wärme und Mit­men­schlichkeit, für die ich sie kenne, wenn sie nicht ihr Herz und ihr Heim geöffnet hätte für Men­schen, die in Not sind, für eine kleine Fam­i­lie, die Hil­fe und Unter­stützung brauchte – und eine Her­berge. Mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und Fre­un­den rück­te sie also Möbel, bezog Bet­ten, kochte Essen. Machte in ihrer Berlin­er Woh­nung Platz für drei Men­schen, die wochen­lang unter­wegs gewe­sen waren – auf der Suche nach Ruhe und Sicher­heit. Und nicht nur sie, das ganze Umfeld half. Fre­unde bracht­en Babysachen, Stuben- und Kinder­wa­gen, warme Schuhe und Klei­der für die Eltern, Win­ter­sachen für das Mäd­chen. Eine Hebamme bot ihre Unter­stützung für die wer­dende Mut­ter an. Und vieles mehr. Als die drei Geflüchteten an einem reg­ner­ischen Novem­bertag erschöpft vor ihrer Tür standen, war alles bere­it. Das wichtig­ste aber: Sie waren willkom­men, aus ganzem Herzen.

Ich wün­schte, es gäbe noch mehr Annas in unser­er Welt. Und ich wün­schte, wir alle wür­den noch mehr solch­er Geschicht­en schreiben, die den Grundgedanken von Wei­h­nacht­en so viel mehr leben als materielle Geschenke: Men­schlichkeit. Herzenswärme. Näch­sten­liebe. Hil­fe und Her­berge für Men­schen, die uns brauchen.

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Und hier erzählt Anna auf ihrem Blog Berlin­mit­te­mom selb­st, wie es war.

Auf­macher­bild: Urban Ruths

Letzte Kommentare (2)

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Freitag, 18. Dezember 2015, 8:49 Uhr

Wun­der­voll! Die schön­sten Geschicht­en schreibt das Leben selb­st — und ganz beson­ders Leute mit einem so großem, offen­em Herzen! Genau die richtige Botschaft zu Weihnachten

    Dienstag, 22. Dezember 2015, 15:15 Uhr

    JA!!! Danke für deinen Kom­men­tar! <3