Kurvig und selbstbewusst ♥

12. Dezember 2019 | von

Manchmal habe ich das Gefühl, dass jeder von mir verlangt, selbstbewusst zu sein – nur weil ich dick und modisch bin.

Als Men­sch, der von der gängi­gen Norm, wie zum Beispiel mit eini­gen Pfun­den mehr auf der Hüfte abwe­icht, habe ich schon früh gemerkt, dass ich mir ein Ver­hal­ten angelegt habe, das meinem Gegenüber und nicht mir gut tut.

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Wie ich das meine? Also, ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass sich Men­schen komisch vorkom­men, wenn sie mit jeman­dem sprechen, der/die irgend­wie anders aussieht. Bei manchen sorgt dies sog­ar für richtiges Unbe­ha­gen. Viele wis­sen gar nicht wie sie sich ver­hal­ten sollen, wenn ein sehr klein­er oder sehr dick­er Men­sch vor ihnen ste­ht. Der ander­sar­tige Kör­p­er verur­sacht auf eine gewisse Art und Weise ein Unwohl­sein im Gegenüber.

Und ich habe nun bei mir selb­st bemerkt, dass ich das unsichere Ver­hal­ten des Gegenübers aufz­u­fan­gen ver­suche und sog­ar zu kom­pen­sieren. Indem ich mich beson­ders fröh­lich und selb­st­sich­er zeige.

Um zu verdeut­lichen, dass ich kein Mitleid brauche und auch ich ein ganz nor­males Leben führen kann. Doch das kann auch dazu beitra­gen, dass man sich von sich ent­fremdet. Und ich nur noch ver­suche eine Rolle zu erfüllen, die ich mir zuschreibe. Egal, wie es mir wirk­lich geht, verkör­pere ich die selb­st­be­wusste Frau, die ihr Leben immer im Griff hat. Doch wie geht es mir dabei?

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Und wenn ich nun über Selb­st­be­wusst­sein schreibe, dann möchte ich gerne bewusst mein Selb­st durch­leucht­en! Und keine Anleitung auf­stellen, wie man noch selb­st­be­wusster wer­den kann. Denn diese ewige Selb­stop­ti­mierung führt uns eben zu einem absoluten verz­er­rten Wet­tbe­werb gegen uns selbst.

Deshalb möchte ich lieber den Begriff „selb­st­be­wusst“ für mich greif­bar machen. Was steckt in diesem Wort, das alle irgend­wie ken­nen und auch wis­sen, dass es der Grund für das eigene Ver­sagen und das eigene nicht-Glück­lich-Sein ist.

„Selb­st“ / „Bewusst“ – für mich ist das das Wis­sen über sich selb­st. Sich sein­er bewusst sein. Nicht mehr und nicht weniger. Der san­fte, liebevolle, aber auch ehrliche Umgang mit sich selb­st. Wis­sen, was mein Kör­p­er und meine Seele braucht. Aber auch zu wis­sen, wann ich genug habe. Und hier­bei meine ich auch ganz expliz­it, wann ich genug vom „Guten“ habe, sprich: wann es reicht, eine neue Sache zu kaufen, wann reicht, es zu essen, wann es reicht, eine noch erhol­samere Well­ness-Behand­lung in Anspruch zu nehmen.

Wann reicht es? Wenn ich mich reich fühle!

Und genau dieser Moment wird oft mit einem näch­sten Kon­sum (und hier­bei meine ich auch Kon­sum von Erfahrun­gen) über­gan­gen. Und wenn wir von Selb­st­be­wusst­sein sprechen, dann spreche ich von genau dem Moment, selb­st zu wis­sen: „Jet­zt ger­ade reicht es mir! Ich füh­le mich reich!“. Und jede Hand­lung, die darüber hin­weg statt find­et, ist eine Kom­pen­sa­tion, eine Ersatzhand­lung, für das nicht bewusst wahrgenommene Gefühl, dass es reicht. Wenn man das Lim­it verpasst.

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Für mich ist das der Aus­gangspunkt für eine wirk­lich ehrliche Art mit Freund_innen und auch mit Kolleg_innen im Beruf eine Basis zu find­en. Denn so kann ich auch bess­er zu mir ste­hen, wenn es mir nicht so gut geht. Ja, die lusti­gen Dick­en haben auch mal Prob­leme. Und selb­st­be­wusst offen darüber zu reden, ja, auf das Recht dazu behar­ren, dass es auch mir, der tem­pera­mentvollen Lusti­gen mal nicht so gut geht, ist O.K.! Dass auch ich Zweifel an meinem Äußeren habe, dass mich mein Übergewicht nervt, auch wenn ich so lebens­froh damit umge­he, ja, dass meine Ober­weite, auch wenn ich sie so toll in Szene set­zen kann, auch sehr weh tun und beim Sport ner­ven kann! Und wenn ich das sage, möchte ich nicht mit gut gemein­ten Sätzen abge­speist wer­den, à la: Ach, das ist doch nicht so, oder: Du siehst doch auch gut aus… .

Viele dicke Men­schen trauen sich schon gar nicht mehr, über ihre Prob­leme zu sprechen, da wir ja abnehmen könnten.

Und somit selb­st Schuld sind an unser­er Sit­u­a­tion. Und auch das führt dazu, eher nicht über sich zu sprechen, und so zu tun, als ob alles lustig ist.

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Was heißt das nun?

Selb­st­be­wusst­sein bedeutet für mich ein gesun­des Gefühl für sich zu haben. Und wenn mir dann etwas gut­tut, wie das gemütliche Lesen im Bett – das dann auch bewusst wahrzunehmen. Mir hil­ft dann so ein ganz ein­fach­er Satz wie: Oh, das war jet­zt schön, da habe ich mir etwas Gutes getan. Somit schaffe ich ein Archiv von pos­i­tiv­en Gefühlen und Wis­sen über mich und meine Limits.

Und ich set­ze eine bewusste Gren­ze, nicht gle­ich noch mehr Schönes erleben zu müssen und somit in das Fass ohne Boden des Wohlfüh­lens zu fallen.

So ermögliche ich es mir, Momente, die mir gut­tun, noch bewusster wahrzunehmen. So zehre ich Kraft für die Momente, wenn ich mit Anderen zu tun habe und traue mich, keine bekan­nte gute Laune Rolle zu erfüllen und „selb­st­be­wusst“ zu äußern, wie es mir wirk­lich geht. Die Sor­gen, die mein Gegenüber von mir hat, nicht mitzu­denken und mich dann so zu ver­hal­ten, dass es dem Gegenüber bess­er geht, ohne darauf zu acht­en, welche Auswirkun­gen das auf mich hat.

Somit ist für mich Selb­st­be­wusst­sein das Pos­i­tive in meinem Leben zu erken­nen und dies zu genießen. Und die Kraft und den Mut zu haben, Unwohl­sein offen artikulieren zu kön­nen, damit ich auch mit den Her­aus­forderun­gen, die ein dick­er Kör­p­er mit sich führt und einen manch­mal runter ziehen, wirk­lich ernst genom­men wer­den kann.

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