Dann bin ich halt „Plus-Size“ – na und?

29. August 2017 | von

Die großen Labels und die Mode(l)industrie geben uns schon seit Jahren vor, in welche Größennische wir gehören, bzw. welchem Body Mass wir entsprechen. Klar ist: Ab einer sehr schlanken Größe 38 hast du keine „normale“ Größe mehr und könntest, trotz eines wunderschönen Gesichts und einer perfekten Körpergröße, die Laufstege von Paris nicht mehr erobern. Oder doch? Ja klar, als Plus-Size-Model – ist doch super!?

In den letzten drei Jahrzehnten hat sich speziell in dieser Hinsicht so viel geändert. Meiner Meinung nach aber leider auch zum teils Negativen. Frauen mit schlanken Größen von 38 bis 42 zieren die Kataloge für Übergrößen und werden als Plus-Size bezeichnet – auch wenn sie sich selbst nicht so fühlen und vielleicht auch nicht so bezeichnet werden möchten.

Plus-SizePlus-Size-Frau

Eine Marilyn Monroe zum Beispiel wäre heute auch ein Plus-Size-Model. In den 1950ern war sie allerdings das Schönheitsideal schlechthin und einfach nur ein Model. Marilyn trug eine Größe 42 – was damals vielleicht einer 38/40 entsprach und total „normal“ war. Schauen wir weiter in die Vergangenheit: Außer in Zeiten von Hungersnöten oder Kriegen, war die Normalbevölkerung auch nicht am Ideal Size Zero ausgerichtet – und der Adel schon gar nicht. Rubens wählte für seine Gemälde auch nicht spezielle „Models“, sondern er portraitierte Bauer- und Bürgerfrauen. Eben die Frau von nebenan.

Doch was ist normal? Ist es normal, dass man sich eine Bezeichnung anhand seiner Kleidergröße und Körperform aufdrücken lassen muss? Es ist wichtig dieses Thema von zwei Seiten zu beleuchten. Ich selbst (Größe 48/50) habe überhaupt kein Problem mit der Bezeichnung Plus-Size und bezeichne meinen Blog auch selbst als solchen. Allerdings habe ich durchaus auch viele Freundinnen, die z.B. eine Größe 40 tragen und sich in keiner Weise als „Plus-Size“ bezeichnen würden, sondern eben als ganz normale Mädels mit einer normalen Figur. Sie würden sich sicher auch angegriffen fühlen, wenn man sie Plus-Size nennen würde.

Übrigens: Ich selbst fühle mich auch ganz normal, trotz deutlich sichtbar mehr auf den Hüften, und das ist auch gut so.

Große Größen Bezeichnung

Wie Ihr seht ist es wirklich ein sehr schwieriges Thema und ich kann mich noch gut erinnern, als vor zwei Jahren die Dessous-Kampagne „I’m No Angel“ durchs Netz ging. Damit kämpften Plus-Size-Models für die Abschaffung der Bezeichnung. Mein Traum wäre tatsächlich eine Verallgemeinerung (ich finde keinen besseren Begriff dafür) in der Mode(l)industrie.

Stell dir mal vor, du könntest einfach jedes Kleidungsstück im Onlineshop oder lokalen Store von Größe 32 bis Größe 58 oder mehr kaufen, ohne dafür in eine spezielle Abteilung zu müssen …

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