Businessreise ohne Kinder

11. April 2018 | von

Liebe Soulfully-Leserinnen, wie lebt es sich als Businessfrau mit Kindern? Gastbloggerin Julia erzählt von ihrer Mama-Auszeit in den Bergen und verrät, welche Dinge sie bei der Geschäftsreise besonders genossen hat. Und welche Dinge sie besonders vermisst hat. Viel Spaß beim Lesen!

Einladung in die Berge

Schwups – ist es da. Das neue Jahr 2017. Wie schnell doch die Zeit rennt! So ging es mir letztes Jahr auch mit Weihnachten, die Adventszeit ist nur so dahingeflogen. Als Kind hat man sich noch gemütlich bei Kerzenschein um den Adventskranz versammelt und den ganzen Tag stimmungsvolle Weihnachtslieder gehört. Doch jetzt bin ich auf der anderen Seite. Auf der Mama-Seite. Auf der Berufstätige-Mama-Seite. Da artet die Weihnachtszeit auch schon mal gerne in Stress aus, den man als Kind in der Form überhaupt nicht wahrgenommen hat.

Wo passt da noch eine Einladung zur dreitägigen Firmen-Tagung in Tirol direkt in der Woche vor Heiligabend ins durchgetaktete Vorweihnachts-Programm? Im Prinzip gar nicht. Wohin mit den Kindern? Da ist doch auch die Schulaufführung der Großen? Kommen alle auch ohne mich morgens pünktlich aus dem Bett? Denkt der Papa an die Blockflöte am Dienstag und an den Spielzeugtag am Mittwoch? Und die Geschenke müssen schließlich auch noch eingepackt und alles für das dreitägige Weihnachts-Schlemmen eingekauft werden. Und dann wären da auch noch die lange Anreise und mein schlechtes Gewissen …

Geschäftsreise und Mama-Auszeit zugleich

Aussicht aus dem Flugzeug-Fenster

Eigentlich spricht also alles dagegen. Aber welcher Grinch mich auch immer dazu gebracht hat, in der Weihnachtswoche bei der dreitägigen Firmen-Tagung in Tirol zuzusagen – es sei ihm gedankt! Denn bei genauerer Überlegung ist so eine Flucht in die Berge kurz vorm großen Festtags-Trubel doch vielleicht genau das Richtige:

Aussicht Tirol

  • Ich darf arbeiten, wo andere Urlaub machen und kann mir gleichzeitig die perfekte Auszeit vom Mama-Alltag nehmen.
  • Ich fliege zum Tagungsort fast nur mit Geschäftsreisenden, also auch ohne das obligatorische Fremdschämen dank Touri-Applaus nach der Pauschal-Reise-Landung. Nicht zu vergessen die Duty-Free-Shops am Flughafen, in denen man sich kostenlos durch hochpreisige Kosmetik und Parfüms testen darf.
  • Endlich mal wieder meine schicke Business-Kleidung tragen, ohne ständig darauf zu achten, ob man in den Schuhen einem Kind hinterher sprinten oder in der Hose auf Knien nach Legosteinen suchen muss.
  • Ich kann in Ruhe mehr oder weniger tiefgründige Gespräche mit Erwachsenen führen, ohne ständig unterbrochen zu werden oder touretteartige Zwischenrufe an die Kinder in die eigentliche Unterhaltung zu brüllen.
  • Es gibt an jeder Ecke genussvolles Essen und Trinken, das ich weder selbst kochen, noch jemanden damit füttern und es auch anschließend nicht wegräumen muss.
  • Ich habe ein Hotelzimmer in gehobenem Ambiente (und damit auch das große, weiche, frisch bezogene Bett) für zwei Nächte ganz für mich alleine: Die Aussicht auf Durchschlafen nach gefühlt sieben Jahren im Familien-Kuschel-Bett reizt schon enorm!
  • Am Nachmittag gibt es Team-Building-Maßnahmen im Schnee – oder wie ich es nenne: einen riesigen Outdoor-Spielplatz für Erwachsene mit Alkoholausschank.
  • Das Hotel-Frühstück. Und das Hotel-Frühstück am zweiten Morgen. Ja, das muss extra erwähnt werden, weil es einfach so großartig ist, in schönen Hotels zu frühstücken. Und wo wir gerade dabei sind: Es gab sogar ein Nachtisch-Buffett mit Springbrunnen.
  • Nicht zu vergessen wäre da natürlich auch noch der hoteleigene Wellness-Bereich – auch wenn für den am Ende leider meist doch keine Zeit bleibt … Der Gedanke, dass man ihn nutzen könnte, reicht schon.
  • Und last but not least: Der Schnee in den Alpen und die zauberhafte Dekoration im Hotel sorgen für die Extra-Portion weihnachtliche Stimmung.

Herzform Zimmertür

Und dennoch: Einmal Mama – immer Mama.

Nach all diesen Annehmlichkeiten sitzt man dann abends schick, satt, zufrieden und weihnachtlich gestimmt auf dem frischgemachten Bett seiner großzügigen Junior-Suite. Und was macht man? Sehnt sich nach den kleinen, klebrigen Schoko-Kinder-Fingern, die einem beim In-den-Arm-nehmen die Bluse verschmieren und vermisst nachts den schnarchenden, süß-duftenden Kinderatem an seinem Ohr.

Trotzdem hat mir diese kleine Reise unheimlich gut getan und man weiß den Trubel zu Hause wieder viel mehr zu schätzen. Aus Erfahrung kann ich sagen: Entspannte Mamas können Weihnachts-Stress viel besser in Weihnachts-Freude umwandeln. Und darum ist die nächste Auszeit auch bereits gebucht. Denn nächste Woche geht es für mich zur Fashion Week nach Berlin!

Bloggerin Julia über Reisen ohne Kinder

Letzte Kommentare (1)

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helga
Mittwoch, 14. November 2018, 14:28 Uhr

Na ja, der Mama-Alltag ist ganz unterschiedlich! Manchmal auch Dienstreisen kommen dazu:)