Body Shaming & Positivity:
Verherrlichung vom Dicksein?

11. Oktober 2018 | von

Heute geht es um ein Thema, das mich schon seit sehr langer Zeit beschäftigt und das auch ich immer wieder zu hören bekomme. Body Positivity ist gleich die Verherrlichung vom Dicksein. Glaubt mir, ich tue wirklich sehr viel, aber mein Gewicht zu glorifizieren, gehört definitiv nicht dazu.

„Body Positive zu sein, bedeutet nämlich nicht automatisch, dass man sein Gewicht feiert oder plötzlich essen kann, was man möchte. Es bedeutet viel mehr, dass man sich wohl in seinem Körper fühlt und zu sich stehen kann, ohne dass man sich von morgens bis abends kritisiert. ”

Body Positivity durch Routine und Balance

Falls man sich allerdings mal nicht so gut fühlt, dann ist das vollkommen okay, denn diese Tage haben wir alle mal und wenn wir ehrlich sind, wir sind auch nur Menschen. Body Positive zu sein, bedeutet auch, eine gewisse Verantwortung für sich und seinen Körper zu haben. Ich muss selbst schauen und lernen, was mein Körper benötigt, um zu funktionieren. Dass Fast Food und Stress auf Dauer nicht gesund sind, wissen wir wohl alle, somit ist es wichtig, eine gute Routine zu finden und ja, dann kann man auch ab und an mal einen Burger mit Fritten essen. Wichtig ist aber, wie gesagt, die Balance zu finden, denn wir alle tragen eine große Verantwortung unserem Körper gegenüber.

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Body Positivity und Body Shaming
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Schluss mit Body Shaming

Da Body Shaming mittlerweile ebenfalls ein großes Thema geworden ist und mich auch tagtäglich in meinem Leben begleitet, möchte ich darüber auch noch kurz sprechen. Es gibt wirklich Menschen, die meinen, andere Menschen aufgrund ihres Aussehens fertig machen zu dürfen. Die andere Menschen als fett und hässlich bezeichnen und offensichtlich dabei befriedigt werden. Natürlich sind das jetzt harte Worte, aber was sonst haben sie davon, jemanden zu beleidigen und zu mobben? Richtig, es wird meistens nur ausgeübt, um sich selbst besser zu fühlen. Warum das so ist, werde ich wahrscheinlich nie verstehen, aber anders kann ich es mir einfach nicht erklären.

Die täglichen Hürden als Curvy Girl

Wisst ihr, ich schaue mir das ganze jetzt schon länger an und bemerke dabei, dass viele unterbewusst handeln und urteilen, obwohl sie keinerlei Ahnung haben. Dass eine gewisse Vorverurteilung menschlich ist, möchte ich gar nicht abstreiten, aber es fängt schon in den kleinsten Situationen an. Nehmen wir mal ein Beispiel aus meinem Leben: Wenn ich auf Grund meines Jobs unterwegs bin und kein Abendessen für meinen Partner vorbereiten kann, dann kaufe ich ihm einfach schnell etwas im Supermarkt, das er sich easy peasy selbst zubereiten kann. Im besten Fall ist es Tiefkühlpizza und da er ein Nutella-Fan ist, auch noch ein Glas Nutella. Ich habe immer wieder das Gefühl, dass wenn ich solche Sachen für eine Person kaufe, ich angeschaut und verurteilt werde à la: „Schau dir mal die Dicke an, sitzt bestimmt zu Hause und futtert vor Frust.“

Body Positivity

Dass es nicht so ist, kann ich der Person ja nicht sagen, aber wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, ist uns sowas auch schon mal passiert. Egal ob es ein Junggeselle, eine Mutter oder ein dicker Mensch war. Wir alle hatten schon mal diesen Gedanken und ehrlich gesagt finde ich es nicht schön aber menschlich. Worauf ich hinaus will, ist, Bodyshaming ist nicht okay, aber es passiert doch hin und wieder, dass man Menschen aufgrund ihres Aussehens verurteilt. Es sind schnell gesagte Sachen, die jemandem sehr sehr weh tun können. Das ganze passiert in jeder Familie und auch auf der Straße.

„Body Positive zu sein, heißt, im Einklang mit sich selbst zu sein. Und genau hier möchte ich gerne aufhören und euch alle mal zum Nachdenken ermutigen.”
Letzte Kommentare (1)

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!

Jana
Samstag, 20. Oktober 2018, 11:15 Uhr

Body Positive heißt für mich, mit sich und seinem Körper im Reinen zu sein. Egal, ob dick oder dünn. Das muss in den Köpfen der Leute ankommen. Es heißt sich annehmen, wie man ist und ggf. Wege für sich zu einem gesunden Gewicht zu finden. Oder, wenn das aufgrund von Gründen, die eigentlich niemanden etwas angehen, nicht möglich ist, seinen Körper zu akzeptieren und ihn trotzdem pfleglich zu behandeln. Zu meinem Leben gehört, so lange ich denken kann, Sport und gesundes frisches Essen. Äpfel am liebsten direkt vom Baum, Gemüse direkt vom Beet. Und trotzdem bin ich dick. Deshalb darf ich mich doch trotzdem lieben.

Es gibt zudem auch genug dünne Mädchen/Frauen/Männer…, die ihren Körper nicht mögen. Obwohl sie doch sollten, denn schließlich sind sie doch dünn. Auch für sie ist Body Positive und Selbstliebe wichtig und darf nicht zerredet werden.

Body Shaming ist übrigens etwas, das in beide Richtungen läuft und praktiziert wird. Das kann ein einfaches „Ich würde mich schämen, mich mit so einem Gewicht so zu zeigen.“ sein. Nur weil man seine Aussage personalisiert, heißt es nicht, dass man sein Gegenüber nicht trotzdem verletzt. Es kann andererseits aber auch die direkte Bezeichnung als „fette Kuh“ oder „Hungerhaken“ sein.

Leben und leben lassen ist immer noch die beste Direktive. Und nur, weil DU dich nicht dick oder dünn wohlfühlen würdest, hast DU kein Recht, dieses Wohlfühlen jemand anderem abzusprechen.