Anti-Diät-Tag: Stopp den Abnehm-Wahn

4. Mai 2020 | von

Wir feiern den Anti-Diät-Tag und erk­lären, warum es ihn unbe­d­ingt braucht, um gesund leben zu können.

Gesunde Ernaehrung bei Uebergewicht

Wie viele Diäten hast du schon und in deinem Leben gemacht? Wie viele der abgenomme­nen Kilos plus Extras danach wieder drauf gehabt? Du bist nicht allein. Wis­senschaftlich bewiesen wurde, dass 95 % der Diäten nicht funk­tion­ieren und trotz­dem ver­suchen es einige von uns immer und immer wieder. Vor allem weil viele glauben, nur schlank richtig glück­lich zu sein. Dieses Ver­hal­ten führt zu ein­er unge­sun­den Ansicht zum eige­nen Kör­p­er und zum Essen. Deshalb und aus noch mehr wichti­gen Grün­den wurde der Anti-Diät-Tag ins Leben gerufen.

Ungesunde Diaeten
Gesund und langfristig abnehmen

Warum sind Diäten so problematisch?

Der 6. Mai ist der Aktions- und Gedenk­tag, der auf das Krankheits­bild der Essstörung aufmerk­sam machen soll. 1992 wurde der Anti-Diät-Tag von der Britin Mary Evans Young ins Leben gerufen. Die Autorin litt selb­st an Mager­sucht und wollte mit ihrer Aktion den Zusam­men­hang von harm­losen Diäten und lebens­bedrohlichen Essstörun­gen verdeut­lichen, um ein stück­weit die Gesellschaft aufrüt­teln. Der Begriff dia­ta bedeutet ursprünglich „gesunde Ernährung und Lebensweise“. Lei­der wird er mit­tler­weile nicht für medi­zinisch notwendi­ge Diäten, son­dern für gesund­heits­ge­fährdende Ess­for­men genutzt. Deswe­gen wird er auch nicht mehr im Zusam­men­hang mit ein­er gesun­den Ernährung­sum­stel­lung in Verbindung gebracht. Men­schen, die eine Diät anstreben, sind meist übergewichtig oder denken, sie seien übergewichtig. Das Ide­al, schlank zu wer­den, soll das Selb­st­wert­ge­fühl steigern. Doch oft­mals fühlen sich Men­schen, die es nicht schaf­fen, die Diät durchzuhal­ten, als Ver­sager, schwach und willenlos.

Diäten oder unge­sun­des Diätver­hal­ten entste­hen durch sozialen Druck und famil­iäres Diätver­hal­ten, bei dem sich Fam­i­lien­mit­glieder ständig mit dem Essen auseinan­der­set­zen. Dieses Ver­hal­ten färbt ab und kann zu einem schlecht­en Essver­hal­ten führen. Trend­diäten oder Diät­pro­duk­te wirken sich schlecht auf den Kör­p­er und die Seele aus. Es entste­hen Nährstoffde­fizite und Man­gel­er­schei­n­un­gen, was let­z­tendlich zu den Diätab­brüchen führt. Das Diätver­hal­ten erhöht die Ten­denz zu Essan­fällen und kann zu bulim­is­chem Ver­hal­ten führen. Wer sich also genau mit dem Wort Diät auseinan­der­set­zt, kann auch ver­ste­hen, warum das Wort „Anti“ die ablehnende Hal­tung gegen diese For­men der Ernährung aus­drück­en soll. Es geht nicht gegen einen gesun­den Lebensstil oder eine gesunde Ernährung, son­dern gegen ver­rück­te Diäten.

Essen als Uebergewichtige genießen

Anti-Diät-Tag: Eine wichtige Erinnerung

Für mich per­sön­lich ist es ein wichtiger Tag, der umso mehr aufzeigt, den eignen Kör­p­er und die natür­liche Vielfalt von ver­schiede­nen Kör­per­for­men zu respek­tieren. Immer mal wieder daran erin­nert zu wer­den, dass Diäten nicht der richtige Weg sind zu mehr Selb­st­wert­ge­fühl und zu einem gesun­den Essver­hal­ten, tut gut. Denn auch ich lasse mich immer mal gern durch einen Post auf Insta­gram dazu ver­führen, auf Seit­en zu klick­en, die einem durch Trend­diäten sug­gerieren, sein Selb­st­be­wusst­sein durch eine Gewichtsab­nahme zu erhöhen. Tage wie dieser dienen dazu, zu reflek­tieren und sich loszusagen von zu kleinen Klei­dungsstück­en, in die Frau irgend­wann mal (wieder) rein­passen möchte und von unnützen Diät­büch­ern, Shakes und Co. die noch im Schrank liegen.

Tipps fuer mehr Selbstliebe bei Uebergewicht
Schnell abnehmen ist gefaehrlich

Meine Erfahrungen mit dem Diäten-Wahnsinn

In mein­er Jugend waren Diäten weit ver­bre­it­et. Wir waren in den 90ern nicht ganz so Inter­net-Affin (Es gab ja auch noch keine Smart Phones!) und so wur­den Diäten meist durch Mund­pro­pa­gan­da oder Zeitschriften ver­bre­it­et. An eine Diät erin­nere ich mich ganz beson­ders. Die Orangen­saft-Zwieback-Diät hat einen speziellen Stel­len­wert, denn es war nicht reine Mund­pro­pa­gan­da, son­dern ein Blatt Papi­er, welch­es tabel­lar­isch auf­führte, wie die Ernährung 14 Tage mit Zwieback und Orangen­saft auszuse­hen hat. Dieses Blatt erweck­te den Ein­druck, dass es sich um eine geheime und wertvolle Diät han­delte, die wir für den Ein­satz von 50 Pfen­nig am Schulkopier­er besitzen kon­nten. Wenn ich mich nicht irre, war das sog­ar meine erste Diät. Genau 5 Tage habe ich mich an den Plan gehal­ten und auf­grund von Wasserver­lust natür­lich 2 kg abgenom­men. Meine Fre­undin­nen, welche dieselbe Diät macht­en, ver­sucht­en mich mit  Sprüchen wie „Du hast schon abgenom­men, das sieht man ganz deut­lich!“  zum Weit­er­ma­chen zu motivieren.

Abnehmen ist nicht immer gesund

Am darauf­fol­gen­den Woch­enende aß ich wieder nor­mal, denn aus eigen­er Moti­va­tion wollte ich diese Diät gar nicht machen. Es war eine Tor­tur, denn ich durfte ja kaum was essen und ein­seit­ige Ernährung hing mir zum Hals raus. Dieser ein­seit­ige Ernährungstrend hielt sich eine ganze Weile und schnell gab es eine neue Vari­ante. Bei ein­er Talk­show ent­deck­te ich eine neue Diät, die mir zu gefall­en schien. Dort saß eine junge, schlanke Frau die 25 kg abgenom­men hat­te. Durch ein­seit­ige Ernährung. Was sie aß? Ein Traum! Sie ernährte sich auss­chließlich von Chips und Cola. Wäre ich nicht 14 Jahre alt gewe­sen und etwas mehr kon­form mit Ernährung, dann hätte ich diesen Schwachsinn bes­timmt nicht pro­biert. Am näch­sten Mor­gen erk­lärte ich mein­er kopf­schüt­tel­nden Mut­ter den Plan und begann mein Super-Früh­stück mit Chips und Cola und beklagte mich daraufhin stun­den­lang über Übelkeit und Bauch­schmerzen. Ende der Sto­ry. Das sind übri­gens meine zwei schlimm­sten Diät-Erfahrun­gen, die ich im jugendlichen Wahnsinn ein­fach hin­nahm, um der Gesellschaft den Gefall­en zu tun und abzunehmen.

Erfahrungen mit Diaeten bei starkem Uebergewicht

Es ist wichtig, einen Tag zu haben, der immer wieder daran erin­nert, wie sich Diäten, schlecht­es Essver­hal­ten und hiesige Schön­heit­side­ale auf die Psy­che und Seele auswirken. Um sich selb­st wieder bess­er zu ori­en­tieren und um neue Gen­er­a­tio­nen darauf aufmerk­sam zu machen. Gesunde Ernährung ist wichtig für unseren Kör­p­er, unser Wohlbefind­en und unsere Leis­tungs­fähigkeit. Diäten schaf­fen das nicht, im Gegen­teil. Wer wirk­lich abnehmen möchte – aus freien Stück­en und nicht, weil die Gesellschaft das ver­langt – der erzielt gesunde und dauer­hafte Erfolge, indem er Bewe­gung in seinen All­t­ag ein­baut und langfristig die Ernährung umstellt. Crash-Diäten sind gefährlich und kön­nen zu lebens­bedrohlichen Essstörun­gen führen und nicht zu mehr Selb­st­be­wusst­sein im Umgang mit dem eige­nen Körper.

Wie find­est du den Anti-Diät­tag? Hast du auch Erfahrun­gen mit Horror-Diäten?

Mias Anti-Diät-Tag-Look zum Nachshoppen:

Letzte Kommentare (2)

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Löwenzahn
Sonntag, 10. Mai 2020, 11:43 Uhr

Wichtig! Danke für diesen Beitrag!

Dicke Flunder
Mittwoch, 8. Mai 2019, 0:41 Uhr

Hat Spaß gemacht es zu lesen 🙂