Wandgestaltung

Wände streichen: Tipps für makellose Wände

Kennst du das auch? Der Raum ist fix und fertig gestrichen und sieht super aus. Aber wenn die Farbe einige Stunden später getrocknet ist, haben alle Wände Streifen. Damit das nicht mehr passiert und du nach dem Wände streichen richtig zufrieden sein kannst, haben wir dir die wichtigsten Profi-Streichtipps zusammengestellt.

1. Typische Fehler beim Streichen vermeiden

Plane am besten ausreichend Zeit und genug Farbe ein, um deine Wand komplett in einem Rutsch zu streichen. Das hat den Vorteil, dass du nass in nass streichst und die Farbe gleichmäßig auf der Wand verteilst. Sonneneinstrahlung, die Raumtemperatur und die Luftzirkulation beeinflussen, wie schnell die Wandfarbe trocknet. Lässt du die halb angestrichene Wand erst einmal trocknen, kannst du anschließend schwer einschätzen, wie dick du die Farbe aufgetragen hast. Um gerade bei farbigen Wänden Streifen und Unregelmäßigkeiten zu vermeiden, nimm dir also zum Streichen deiner Wände viel Zeit.

Wohn- und Durchgangszimmer mit grau gestalteten Wänden und minimalistischem Einrichtungsstil
Farbige Anstriche reflektieren das Licht weniger stark als weiße Farbe. Daher werden Unregelmäßigkeiten sofort sichtbar. Bei farbigen Anstrichen solltest du daher versuchen, möglichst gleichmäßig und alles auf einmal zu streichen (Wand- und Deckenfarbe „Architects’ Finest – Waterfront“ von Schöner Wohnen bei OTTO).

Ecken mit einem Pinsel zu großflächig vorstreichen

Wie streiche ich richtig und wo fange ich an? Der Mythos, dass du alle Ecken mit einem Pinsel vorstreichen musst, ist nur halb richtig: Da der Farbauftrag mit einem Pinsel sehr intensiv und ungleichmäßiger ist, wirken die Ecken oft dunkler und irgendwie unsauber. Um einen schönen und gleichmäßigen Farbauftrag zu erzielen, streiche die Ecken mit einem Pinsel vor und verteile die Farbe anschließend mit einem kleinen Farbroller.

Zweiten Farbanstrich zu schnell auftragen

Ein klassischer Streichfehler ist: zu ungeduldig sein. Denn wenn der zweite Anstrich zu schnell nach dem ersten erfolgt, wird das Ergebnis unsauber und fleckig. Wenn der erste Anstrich noch nicht trocken ist, trägst du die feuchte Farbe direkt wieder ab.

Auf dem Farbeimer findest du meistens einen Hinweis zu den empfohlenen Trocknungszeiten. Wenn nicht, prüfe vorsichtig mit dem Finger, ob die Farbschicht trocken ist. Zur Sicherheit solltest du diesen Test in einem Bereich machen, der später im Schatten liegt oder hinter einem Möbelstück versteckt ist. Plane bei klassischer Wandfarbe – Dispersionsfarbe – circa 3 Stunden zum Trocknen ein. Die genaue Zeit ist von der Raumtemperatur, der Belüftung und der Luftfeuchtigkeit abhängig.

Wohnzimmer mit grauen Wänden und einer modernen Einrichtung in Grau und Brauntönen
Bei einzelnen Wänden in Akzentfarbe gilt: Besonders sorgfältig abkleben, damit die Ecken makellos aussehen. Meist ist es sinnvoll, auch den restlichen Wänden einen neuen Anstrich zu verpassen, damit sie neben der neu gestrichenen Wand nicht verwohnt wirken (Wand- und Deckenfarbe „Trendfarbe Manhattan“ von Schöner Wohnen bei OTTO).

Bei Farbe und Pinseln sparen

Hochwertige Farbe, Pinsel, Farbrollen und Klebebänder haben ihren Preis. Doch wer seine Wände streichen und schöne Ergebnisse sehen möchte, sollte diesen auch zahlen. Der Grund: Günstige Pinsel verlieren oft Haare, die auf der nassen Wand kleben bleiben. Rollen nehmen nicht genug Farbe auf und Billigfarbe hat wenig Deckkraft. Am besten investierst du in eine gute Malerausrüstung. Sie macht gleich mehrere Streichaktionen mit und du kannst sie problemlos auswaschen und im Keller aufbewahren.

2. Wände streichen: Welche Wandfarbe ist die richtige?

Je mehr Farbpigmente eine Farbe enthält, desto höher ist ihre Deckkraft. Je höher die Deckkraft, umso weniger Farbe benötigst du. Auch wenn der Preis etwas höher sein mag, hochwertige Farbe ist meist eine gute Investition: Du musst deine Wand nur ein- bis zweimal streichen, um ein schönes Ergebnis zu erzielen.

Bessere Deckkraft, weniger Aufwand

Die Deckkraft einer Farbe wird in vier Klassen eingeteilt. Hierbei steht die Deckkraftklasse 1 für optimale Farbergebnisse, Klasse 4 deckt weniger gut. In der Regel gilt: Bei einer Farbe mit hoher Deckkraft sparst du Zeit, Material und Geld, da du die Wände nicht so oft überstreichen musst. Den Hinweis zur Deckkraftklasse findest du auf dem Farbeimer.

Widerstandsfähige Farben für stark beanspruchte Wände

Neben einer hohen Deckkraft ist die Abriebfestigkeit entscheidend. Besonders in Küche, Kinderzimmer und Flur ist es von Vorteil, eine Farbe mit hoher Scheuerbeständigkeit zu wählen. So kannst du die Wand auch mal mit einem Lappen abwischen, ohne gleich die Farbe zu entfernen. Der Abrieb beziehungsweise die Wasch- und Scheuerbeständigkeit werden nach europäischer Norm in 5 Klassen unterteilt. Für Küche, Flur und Kinderzimmer darf es gern eine Farbe mit hoher Abriebfestigkeit der Klasse 1 oder 2 sein, im Schlaf- und Wohnbereich ist Klasse 3 vollkommen ausreichend.

Helle Küche mit weißer und grauer Wandfarbe und hellen Möbeln
In der Küche kann schon mal was daneben gehen – umso wichtiger ist es, dass du hier mit einer abriebfesten Wandfarbe streichst. Speziell für die Bereiche um den Herd oder den Esstisch kannst du auch einen transparenten Schutzanstrich oder eine Latexfarbe auftragen, die du mit Seifenlauge reinigen kannst (Wand- und Deckenfarbe „Alpinaweiß “ von Alpina bei OTTO).

Für Wand oder Decke - auf die Konsistenz achten

Bei Farbe kommt es nicht nur auf eine gute Deckkraft, sondern auch auf die Konsistenz an. Wenn du Wände streichen möchtest, darf die Farbe gut und gerne etwas flüssiger sein. Geht es um das Streichen der Decke, greife zu einer spritz- und tropffreien Farbe. So kannst du dir die Arbeit – und besonders die Reinigung nach dem Streichen – enorm erleichtern.

Du möchtest wissen, wie du deine Decke gestaltest? In unserem Artikel Deckengestaltung: Tipps und Ideen für eine schöne Zimmerdecke geben wir dir praktische Tricks und erklären, wie du deine Zimmerdecke renovierst und verschönerst.

Weiße oder farbige Anstriche

Damit du weiße Farbe gleichmäßig und deckend aufgetragen kannst, mache der erste Anstrich immer mit einer hochwertigen Wandfarbe der Deckkraftklasse 1. Um etwas Geld zu sparen, kannst du beim zweiten Anstrich etwas günstigere Farbe verwenden.

Bunte Wandfarbe kannst du fertig kaufen oder anmischen lassen. Farben, die im Baumarkt angemischt werden, haben einen großen Vorteil: Wenn weitere Renovierungsarbeiten anstehen, kannst du sie jederzeit nachkaufen. Wenn du deine Farbe selber zusammenmischst, notiere dir ganz genau, wie viel von welcher Farbe du verwendet hast – inklusive Markenname, Farbnummer und Literanzahl. Später mischst du die Farbe dann noch einmal genau nach diesen Angaben an.

Wandfarben für deine vier Wände:
ALPINA Wand- und Deckenfarbe »Alpinaweiß - Das Original«, 12 l
SCHÖNER WOHNEN FARBE Wand- und Deckenfarbe »Architects' Finest - Belém«, 2 l
SCHÖNER WOHNEN FARBE Innenfarbe »Polarweiss«, 10 l
SCHÖNER WOHNEN FARBE Wand- und Deckenfarbe »Trendfarbe Manhattan, matt«, 2,5 l
Schöner Wohnen Farbe Tiefgrund »Acryl Tiefgrund 5,0L lösemittelfrei«
ALPINA Farbe »Alpina Feine Farben Sanfter Morgentau«, 2,5 l
SCHÖNER WOHNEN FARBE Wand- und Deckenfarbe »Architects' Finest - Waterfront«, 2 l
ALPINA Wand- und Deckenfarbe »Farbrezepte - Sweet Home«, 2,5 l, matt

3. Dieses Malerwerkzeug brauchst du wirklich

Um Böden, Decken und Möbel vor Farbspritzern zu schützen, brauchst du Malerkrepp und Abdeckfolie. Malervlies ist besonders praktisch für den Boden, denn du kannst es mehrmals benutzen und auch für andere Renovierungsarbeiten verwenden.

Mann streicht eine Wand mit blauer Farbe
Ein Saugvlies ist etwas schwerer und weniger rutschig als eine Malerplane. Zudem nimmt es Farbspritzer schnell auf – so verteilst du die Farbe nicht in der Wohnung.

Zum Ecken streichen brauchst du einen guten Pinsel und einen kleinen Farbroller zum Verteilen der Farbe. Anschließend streichst du gleichmäßig die großen Flächen. Damit das gelingt, sollten ein Farbroller, ein passender Teleskopstiel sowie ein Farbgitter zum Abstreichen auf deiner Einkaufsliste stehen. Vergiss nicht, dass das Abstreichgitter an den Rand des Farbeimers gehängt und die Farbrolle daran abgestrichen wird – hier zählt also auch die Größe der Werkzeuge.

Ausrufezeichen
Stelle einen großen Eimer bereit, in dem du Pinsel, Rolle und Co. reinigst. Bei Farben, die nicht wasserlöslich sind, hilft ein Pinselreiniger.
Malerwerkzeug und Zubehör:
Schöner Wohnen Farbe Profi Farbroller, SCHÖNER WOHNEN
Malervlies »1 x 25 m«
RENOVATOR Farbroller »Paint Runner Pro Set«
Wagner Sprühabdeckset
WAGNER Farbroller »HandiRoller 550«, mit manuellem Farb-Ansaugsystem
CONNEX Pinsel-Set , 3-tlg.
Tesa Kreppband 56171 »Precision Indoor«
EASYMAXX Farbwanne »Mikrofaser-Farbtablett«, mit Tropfschutz

4. Streichen richtig vorbereiten

Bevor du zu Pinsel und Farbe greifst, bereite den Raum richtig vor: In einem ersten Schritt räumst du das Zimmer aus. Bringe alles, was sich bewegen lässt, fürs Erste in einem anderen Raum unter. Du willst Schlaf- oder Wohnzimmerwände streichen? Schiebe große, schwere Möbelstücke wie dein Bett oder dein Sofa in die Mitte des Raumes und decke sie mit Abdeckfolien zu.

Wände staubfrei und sauber machen

Damit die frische Farbe richtig haftet, befreie die Wände zunächst von Staub und Schmutz. Entferne mit einem Besen Staub und Spinnweben. Fettspritzer – z. B. an der Küchenwand – wischst du mit einem feuchten Lappen mit Spüli-Wasser-Mix ab.

Risse und Löcher zuspachteln

Damit du dich nach dem Streichen an einer schönen und ebenmäßigen Wand erfreuen kannst, spachtele Bohrlöcher, Risse und kleine Unebenheiten mit Spachtelmasse zu. Um kleine Löcher zu schließen, eignet sich fertige Spachtelmasse aus der Tube. Große Risse und Mauerlücken bereitest du am besten mit Tiefgrund vor und schließt sie anschließend mit Spachtelmasse zum Anrühren.

Ausrufezeichen
Wenn du staubige Nagel- und Bohrlöcher vor dem Zuspachteln aussaugst, kann die Spachtelmasse besser im Loch haften.

Sorgfältig abkleben

Damit angrenzende Wände, die Decke und die Fußleisten nicht mit angestrichen werden, kommt jetzt das Malerkrepp zum Einsatz. Klebe es sorgfältig auf und drücke es fest an. So vermeidest du, dass Farbe unter die Klebefläche läuft und freust dich über ein sauberes Ergebnis mit kerzengeraden Kanten.

Ausrufezeichen
Spezielle Malerfolien mit integrierten Klebestreifen ersparen dir einen Arbeitsschritt. Sie eignen sich perfekt, um Fußleisten abzukleben und schützen gleichzeitig den Boden vor Farbkleksen.

Für den Erstanstrich grundieren

Du möchtest roh verputze Wände streichen? Farbe haftet nur dann, wenn du die offenen Poren der Wand vorher verschließt. Spezieller Tiefgrund verhindert, dass sich der frische Putz mit Farbe vollsaugt. So kannst du deinen Wunschton schön gleichmäßig auftragen und sparst dir die ein oder andere Farbschicht.