Wandgestaltung

Wände streichen: Typische Streichfehler vermeiden

Kennst du das auch? Dein Zimmer ist fertig gestrichen und sieht super aus. Doch nachdem die Farbe getrocknet ist, haben alle Wände Streifen. Wir verraten dir, wie du deine Wände professionell streichen kannst und dabei typische Streichfehler vermeidest.

1. Richtig streichen in 7 Schritten

Mit etwas Vorbereitung und dem richtigen Malerwerkzeug verpasst du deinen Wänden im Handumdrehen einen frischen Anstrich. Schau dir Schritt für Schritt an, wie du deine Wände richtig streichst und hol dir nützliche Tipps rund um das Thema Streichen.

Grafik mit Hand, die Wand mit einem Tuch reinigt

Schritt 1: Wände reinigen

Befreie deine Wände zunächst von Schmutz, damit die Farbe später richtig haftet. Staub und Spinnenweben entfernst du am besten mit einem sauberen Besen oder einem Staubwedel mit langem Griff. Für Fettspritzer, zum Beispiel an der Küchenwand, kannst du einen Lappen mit Spülmittel-Wasser-Mix befeuchten und die Wand vorsichtig abwischen.

Grafik mit Hand, die Risse und Löcher in Wand mit Spachtelmasse ausbessert

Schritt 2: Risse und Löcher ausbessern

Spachtle Bohrlöcher, Risse und Unebenheiten vor dem Streichen mit Spachtelmasse zu. Für kleine Löcher verwendest du am besten fertige Spachtelmasse aus der Tube, die du mithilfe des dünnen Applikators direkt in das Loch füllen kannst. Große Risse und Mauerlücken streichst du mit Tiefgrund vor und schließt sie danach mit Spachtelmasse zum Anrühren.

Ausrufezeichen
Sauge staubige Nagel- und Bohrlöcher vor dem Zuspachteln aus, damit die Spachtelmasse besser im Loch haftet.
Grafik mit Hand, die Steckdose mit Malerkrepp abklebt

Schritt 3: Kanten abkleben und Malervlies auslegen

Klebe angrenzende Wände, die Decke, Fußleisten sowie Steckdosen und Lampenanschlüsse sorgfältig mit Malerkrepp ab. Anschließend legst du Abdeckfolie oder Malervlies über den Boden und deine Möbel. Spezielle Malerfolien mit integrierten Klebestreifen ersparen dir einen Arbeitsschritt. Sie eignen sich perfekt, um Fußleisten abzukleben und schützen gleichzeitig den Boden vor Farbkleksen.

Grafik mit Hand, die Grundierung mit Flächenpinsel auf Wand aufträgt

Schritt 4: Wände grundieren und Flecken überdecken

Grundiere Wände aus stark saugenden Materialien wie Gipsputz, Gips- und Weichfaserplatten mit Tiefgrund. Das verhindert, dass sich der Untergrund mit Farbe vollsaugt. Zum Grundieren benutzt du am besten einen Flächenpinsel. Wasserflecken kannst du mit Isolierfarbe oder Fleckendecker vorstreichen, für Nikotinverfärbungen verwendest du am besten spezielle Nikotin-Isolierfarbe.

Grafik mit Hand, die Ecke mit Wandfarbe streicht

Schritt 5: Ecken und Kanten streichen

Jetzt kannst du mit dem Streichen beginnen. Nimm dir zunächst Ecken, Kanten und schwierige Stellen mit einem Pinsel vor, zum Beispiel rund um deine Fenster- und Türrahmen oder den Heizkörper.

Grafik mit Farbroller an Teleskopstange, der Wandfarbe auf Zimmerdecke aufträgt

Schritt 6: Decke streichen

Wenn du neben den Wänden auch die Decke streichen möchtest, ist nun der Deckenanstrich dran. Nimm dir einen Farbroller und nutze ein Malergitter, an dem du überschüssige Farbe abstreifst. Um bequem an die Decke heranzukommen, verwendest du am besten eine Leiter oder befestigst deinen Farbroller an einer Teleskopstange.

Grafik mit Hand, die Wandfarbe mit Farbroller auf Wand aufträgt

Schritt 7: Wände streichen

Damit die Farbe schön gleichmäßig auf die Wände kommt, streichst du am besten erst von oben nach unten. Lass die Farbe vollständig trocknen, bevor du ein zweites Mal in Querrichtung darüberstreichst. Bei sehr dunklen Wänden kann ein dritter Anstrich notwendig sein. Entferne das Malerkrepp, bevor der zweite Anstrich komplett durchgetrocknet ist. Anschließend lässt du die Farbe etwa 12 Stunden trocknen.

Pinsel und Malerwerkzeuge:

2. So vermeidest du typische Streichfehler

DON’Ts beim Streichen

  • Bei Farbe und Streichwerkzeugen sparen: Günstige Wandfarben sind häufig die Ursache für blasse, gestreifte Wände. Wähle am besten gleich eine hochwertige Farbe – so vermeidest du mehrmaliges Streichen. Auch bei Pinseln lohnt es sich, etwas mehr auszugeben, da günstige Modelle oft Borsten verlieren, die dann an der Wand haften.
  • Ecken mit einem Pinsel zu großflächig vorstreichen: Streiche die Zimmerecken nicht zu großflächig mit dem Pinsel, sonst sehen sie schnell dunkler und unsauber aus. Die Farbe trägst du am besten so genau wie möglich mit dem Pinsel auf und verteilst sie anschließend mit einem kleinen Farbroller.
  • Zweiten Farbanstrich zu schnell auftragen: Trage den zweiten Anstrich nicht zu schnell nach dem ersten auf, sonst wird das Ergebnis fleckig. Auf dem Farbeimer findest du meistens einen Hinweis zu den empfohlenen Trocknungszeiten. Wenn nicht, prüfe vorsichtig mit dem Finger, ob die Farbe trocken ist.
  • Krepppapier nach dem Trocknen zu spät abziehen: Wenn du das Krepppapier erst nach dem Trocknen abziehst, bleibt die getrocknete Farbschicht daran hängen und die Farbkanten werden unsauber. Besser ist, das Band direkt nach dem Streichen zu entfernen.

DOs beim Streichen

  • Farben mit hoher Deckkraft wählen: Die Farbdeckkraft wird in vier Klassen eingeteilt. Die Deckkraftklasse 1 steht für optimale Farbergebnisse, Klasse 4 deckt weniger gut. Wähle am besten eine Farbe mit hoher Deckkraft. So sparst du Zeit, Material und Geld, da du die Wände nicht so oft überstreichen musst.
  • Sorgfältig Abkleben: Klebe alle angrenzenden Flächen und Kanten, die du nicht streichst, sorgfältig ab. Das nimmt etwas Zeit in Anspruch, sieht aber am Ende professioneller aus.
  • Grundieren: Gipsputz, Gips- und Weichfaserplatten solltest du vor dem Anstrich grundieren, damit sie die feuchte Farbe nicht aufsaugen.
  • Genügend Zeit für den Anstrich einplanen: Streiche deine Wand am besten in einem Rutsch, denn nass auf nass verteilt sich die Farbe gleichmäßiger – das verhindert Streifen.

3. Welche Wandfarbe ist die richtige

Nicht jede Farbsorte ist für jeden Raum geeignet: Während die Wandfarbe im Kinderzimmer robust und im besten Fall abwischbar sein sollte, kommt es im Badezimmer vor allem auf eine hohe Feuchtigkeitsresistenz an. Wähle die Farbsorte daher immer den Raumanforderungen entsprechend aus. In unserer Tabelle geben wir dir einen Überblick über die wichtigsten Farbsorten und ihre Eigenschaften:

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Dispersionsfarbe

Abriebfestigkeit:
mittel bis hoch

Feuchtigkeitsbeständigkeit:
mittel bis hoch

Weitere Eigenschaften:
gut deckend, vielseitig, trocknet schnell

Geeignet für:
alle Innenräume außer Feuchträume

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Latexfarbe

Abriebfestigkeit:
hoch

Feuchtigkeitsbeständigkeit:
hoch

Weitere Eigenschaften:
wasserabweisend, sehr widerstandsfähig

Geeignet für:
Bad, Küche, Flur

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Kalkfarbe

Abriebfestigkeit:
niedrig

Feuchtigkeitsbeständigkeit:
hoch

Weitere Eigenschaften:
Naturfarbe, antibakteriell, schimmelabweisend, nur schwach pigmentierte Farbtöne

Geeignet für:
Bad, Küche, Keller, Garage

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Leimfarbe

Abriebfestigkeit:
niedrig bis mittel

Feuchtigkeitsbeständigkeit:
niedrig

Weitere Eigenschaften:
Naturfarbe, allergikergeeignet, schimmelabweisend, nicht mit Dispersionsfarbe überstreichbar

Geeignet für:
alle Innenräume

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Lehmfarbe

Abriebfestigkeit:
niedrig

Feuchtigkeitsbeständigkeit:
hoch

Weitere Eigenschaften:
Naturfarbe, feuchtigkeitsregulierend, intensiv deckend, matt

Geeignet für:
Innenräume, z. B. Kinderzimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer

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Silikatfarbe

Abriebfestigkeit:
hoch

Feuchtigkeitsbeständigkeit:
hoch

Weitere Eigenschaften:
Naturfarbe, schimmelabweisend, langlebig und widerstandsfähig, nicht lagerfähig

Geeignet für:
Fassaden, stark beanspruchte Räume

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Dispersionsfarben zählen zu den meistverwendeten Farben, da sie schnell trocknen, gut decken und äußerst robust sind. Eine mit Latexfarbe gestrichene Wand kannst du ganz einfach abwischen – die Farbe eignet sich daher für besonders beanspruchte Wände. Wenn dir natürliche Inhaltsstoffe wichtig sind, greifst du am besten zu Lehmfarbe oder Kalkfarbe. Letztere beugt Schimmel vor, genauso wie Leimfarbe. Ebenfalls schimmelresistent sind Silikatfarben. Sie gelten zudem als äußerst langlebig, robust und sind gut verträglich für Allergiker.

Wand-, Schutz- und Grundierungsfarben:

4. Dieses Malerwerkzeug brauchst du wirklich

Um deine Wände richtig zu streichen, investierst du am besten in eine gute Malerausrüstung. Hochwertiges Malerzubehör kannst du problemlos auswaschen und so für mehrere Streicheinheiten verwenden. Schau dir an, was du alles zum Vorbereiten und Streichen deiner Wände brauchst.

Zum Abkleben und Vorbereiten

  • Besen und Lappen zum Entfernen von Staub und Schmutz
  • Malerkrepp zum Abkleben
  • Abdeckfolie für deine Möbel
  • Saugvlies für den Boden
  • Spachtelmasse und Spachtel für Löcher und Risse
  • Optional: Tiefgrund zum Grundieren von Gipsputz, Gips- und Weichfaserplatten
  • Optional: Isolierfarbe gegen Wasser- und Nikotinflächen
Mann streicht eine Wand mit blauer Farbe
Ein Saugvlies ist etwas schwerer und weniger rutschig als Abdeckfolie. Zudem nimmt es Farbspritzer schnell auf – so verteilst du die Farbe nicht in der Wohnung.

Zum Streichen

  • Pinsel für Ecken und Kanten
  • Kleiner Farbroller zum Verteilen der Farbe
  • Großer Farbroller zum großflächigen Auftragen der Farbe
  • Eimer oder Farbwanne für die Wandfarbe
  • Maler- oder Farbgitter, um überschüssige Farbe abzustreifen
  • Teleskopstiel und Leiter für die obere Wandhälfte und Decken