Garten

Rasenpflege: Tipps für einen gesunden Rasen

Heiße Sommertage und eisige Winter setzen jedem Rasen zu. Wenn auf der Grünfläche dann auch noch gespielt, getobt oder gearbeitet wird, macht das den Gräsern zusätzlich zu schaffen. Mit der richtigen Rasenpflege bleibt das Gras in deinem Garten dicht und grün. Wie oft du mähen, worauf du beim Bewässern achten und was du sonst noch tun kannst, um deinen Rasen zu pflegen, liest du hier.

1. Richtig Rasenmähen

Dicht, grün und gleichmäßig gewachsen sollte der heimische Rasen sein. Dass Mähen zur Rasenpflege dazugehört, ist klar: Wenn du regelmäßig den Rasen mähst, verzweigen sich die Gräser direkt an der Wurzel und es entsteht eine dichte und gleichmäßige Fläche – ähnlich wie beim Beschnitt von Bäumen oder Sträuchern.

Wie oft sollte ich den Rasen mähen?

Zwischen Frühling und Herbst, wenn das Gras kräftige Wachstumsschübe macht, solltest du deinen Rasen mindestens einmal in der Woche mähen. Wenn das Gras im Mai oder Juni nur so sprießt, kannst du auch gerne zweimal pro Woche zum Rasenmäher greifen. Von Mitte November bis Ende Februar fällt dein Rasen in eine Art Winterruhe. Er wächst nicht mehr und muss demnach auch nicht gemäht werden.

Garten mit Gartenweg aus grauen Steinen, auf dem ein Mensch mit Kantenschneider entlanggeht
Für große, gerade Rasenflächen eignen sich Rasenmäher. Stark abfallende Gärten, Hänge oder Rasenkanten kannst du mit einem Rasentrimmer kürzen (Akku-Rasentrimmer „EasyGrassCut 18“ von Bosch bei OTTO).

Wie kurz sollte ich den Rasen mähen?

Grundsätzlich reicht ein und dieselbe Schnitthöhe von 4 cm das gesamte Jahr über. Wenn du es ganz genau nehmen möchtest, kannst du im Frühling, sobald das Gras schneller wächst, die Schnitthöhe auf 3 cm reduzieren. Und auch, wenn es paradox klingt: Bei besonders heißen Sommern oder in schattigen Gärten kannst du den Rasen gerne etwas länger stehen lassen – etwa auf 5 cm. So trocknet er einerseits, wenn es heiß ist, nicht so schnell aus und andererseits bekommen die einzelnen Gräser auch im Schatten noch ausreichend Licht.

Ausrufezeichen
Ein Rasenroboter erledigt seine Arbeit ganz von allein. Dabei lässt er den kurzen Grasschnitt liegen – ein organischer Dünger, der den Rasen dichter und grüner macht.
Verschiedene Rasenmäher findest du hier:

2. Rasen wässern

Damit das Gras auch im Hochsommer schön dicht und grün bleibt, kannst du deine Rasenpflege um einen Schritt erweitern und den Rasen regelmäßig wässern. Für kleine Gärten eignen sich einfache Gartenbrausen, große Rasenflächen beregnest du am besten mit einem Rasensprenger.

Wie oft sollte ich den Rasen wässern?

Wie viel Wasser dein Rasen braucht, hängt vom Wetter und den Bodenverhältnissen ab. Grundsätzlich gilt: den Rasen nur künstlich zu bewässern, wenn es seit über einer Woche nicht mehr geregnet hat. Bewässere den Rasen während der Sommermonate ein- bis zweimal in der Woche für mindestens 30-45 Minuten. In Trockenperioden darfst du den Rasen ruhig täglich wässern.

Ausrufezeichen
Mit einem einfachen Tritttest stellst du fest, ob dein Rasen gewässert werden muss: Stellen sich die Grashalme von allein nicht wieder auf, solltest du zur Gießkanne greifen.

Worauf sollte ich beim Wässern achten?

  • Rasen unter Bäumen solltest du öfter und ausgiebiger wässern, da er dort in Konkurrenz zu den Wurzeln der Bäume steht.
  • Überlege dir vorher, welcher Teil des Gartens gesprengt werden muss und wähle dementsprechend einen Kreis- oder Viereckregner aus.
  • Achte darauf, es nicht zu übertreiben: Hör spätestens auf, wenn sich die ersten Pfützen bilden.
Rasensprenger bewässert gesunden, grünen Rasen und ein Beet mit weißen und gelben Blumen
Wenn du den Sprenger in die Nähe der Rasenkante positionierst, schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du wässerst den Rasen und deine Blumenbeete. Nach 30-45 Minuten stellst du den Sprenkler einfach um, sodass er den Rest deines Gartens beregnet (Kreisregner „Comfort Vario, 01949-20“ von Gardena bei OTTO).

Wann sollte ich den Rasen wässern?

Die meisten Gartenbesitzer wässern ihren Rasen am Abend, damit die Grashalme nicht in der Mittagssonne verbrennen. Der Gedanke ist zwar richtig, hat aber auch seine Nachteile: Wenn du am Abend wässerst, schaffst du ein feucht-warmes Paradies für Schnecken und Pilze. Außerdem ist der Boden noch warm von der Sonne, sodass die Feuchtigkeit schneller verdunstet. Das Wasser sickert nicht tief genug in den Boden ein und erreicht nicht die Wurzeln der Gräser. Die optimale Zeit, um deinen Rasen zu wässern, ist vor dem Sonnenaufgang oder am frühen Morgen. So kann der Boden das Wasser aufnehmen, bevor die Mittagssonne ihre Kraft entfaltet.

3. Rasen düngen

Sonne, Kälte und das wöchentliche Rasenmähen können den Rasen ganz schön strapazieren. Um dicht und üppig wachsen zu können braucht dein Rasen deshalb Unterstützung – meist durch Nährstoffe. Um deinen Rasen zu pflegen, solltest du ihn also nicht nur mähen und wässern, sondern auch düngen.

Wann sollte ich den Rasen düngen?

Dünge vor allem während der Wachstumsphasen, also im April und Oktober. Bei wenig Nutzung reichen zwei bis drei Dünungen im Jahr. Mit Kindern, die im Sommer ausgiebig auf der Grünfläche toben, düngst du lieber vier Mal, um den Rasen zu kräftigen. Verwende beim ersten Mal im Frühjahr einen Dünger mit hohem Stickstoffanteil, das regt nach dem Winter das Wachstum an. Im Herbst schließt du die Rasenpflege mit einem speziellen Herbstdünger ab. Der stärkt die Gräser von innen und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost. Organisch-mineralische Produkte sind besonders schonend für das Grundwasser und die Umwelt.

Worauf sollte ich beim Düngen noch achten?

  • Dünge das Gras an einem trockenen, bedeckten Tag oder in den Abendstunden, damit das Granulat nicht in der Sonne verbrennt. Nachdem du gleichmäßig den trockenen Rasen gestreut hast, wässere gut nach, damit das Mittel versickern kann.
  • Im Herbst benötigt dein Rasen andere Nährstoffe als im Frühling und Sommer. Für die unterschiedlichen Jahreszeiten gibt es verschiedene Produkte.
  • Gräser bevorzugen einen Boden pH-Wert zwischen 5 und 6,5 – achte also darauf ein Düngemittel zu verwenden, das sauren oder alkalischen Boden gut ausgleicht. Um herauszufinden, welcher Dünger für deinen Boden der geeignete ist, verwendest du am besten einen Boden-Schnell-Test.

4. Unkraut entfernen

Wenn du eine gleichmäßig dichte Rasenfläche haben möchtest, gibt es nichts Schlimmeres als Unkraut. Löwenzahn, Disteln und Co. nehmen deinem Rasen wichtige Nährstoffe, Wasser und Licht. Verwende kein Salz, Essig oder chemische Unkrautvernichter, um dagegen anzugehen: Sie belasten die Umwelt und sickern ins Grundwasser. In den meisten Fällen hilft nur Zupfen.

  • Löwenzahn lässt sich mit speziellem Stechwerkzeug ausstechen. Achte darauf, dass keine Pflanzen- und Wurzelreste in der Erde zurückbleiben, da das Unkraut sonst wieder nachwächst.
  • Brennnesseln, Disteln, Giersch oder Spitzwegerich kommst du mit einem spitzen Gegenstand oder einem Spaten bei. Lockere die Erde zunächst auf, indem du sie befeuchtest. Dann lässt sich das Unkraut leichter herausrupfen.
  • Einzelne Unkraut-Pflanzen kannst du ganz ohne Chemie einfach mit kochendem Wasser loswerden. Durch das Abbrühen stirbt die Pflanze und du kannst ihre Reste einfach entfernen.

Übrigens: Zwischen kräftigen und dichtgewachsenen Gräsern findet Unkraut nicht so schnell einen Platz. Regelmäßiges Mähen, Düngen oder Nachsäen beugt also auch vor.

5. Gesunder Rasen durch Vertikutieren

Regelmäßiges Vertikutieren gehört ebenfalls zur Rasenpflege dazu. Es entfernt unerwünschtes Unkraut, Moos und abgestorbene Gräser aus der Rasenfläche. Zudem wird der Rasen durchlüftet, sodass die Gräser mehr Nährstoffe aufnehmen können.

Elektrischer Vertikutierer auf grüner Rasenfläche
Nachdem der Vertikutierer Moos und Unkraut aus deiner Rasenfläche entfernt hat, solltest du den Rasen gut pflegen und schonen – jetzt muss er sich erholen (Kombi Vertikutierer + Lüfter „Combi Care 38P Comfort“ von AL-KO bei OTTO).

Wann und wie oft sollte ich den Rasen vertikutieren?

Vertikutiere deinen Rasen mindestens einmal, wenn möglich zweimal im Jahr. Der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr, sobald kein Nachtfrost mehr angesagt wird. Etwa zwei Wochen nach der ersten Düngung, wenn das zweite Mal Rasenmähen ansteht, wächst der Rasen kräftig und kann sich schnell von den Strapazen erholen. In die zweite Runde gehst du im Spätsommer, also Mitte September. So hat der Rasen genug Zeit, um sich vor der Winterpause wieder zu verdichten.

Worauf sollte ich beim Vertikutieren noch achten?

  • Mähe den Rasen vor dem Vertikutieren einmal auf 2 cm – also auf der tiefsten Stufe des Rasenmähers – ab.
  • Die Rasenfläche sollte zum Vertikutieren trocken sein.
  • Die Messer des Vertikutiergeräts sollten den Boden nur etwa 1-2 cm einritzen.
  • Ziehe das Gerät zügig über den Boden, damit keine kahlen Stellen im Gras entstehen
  • Säe dort, wo Unkraut und Moos entfernt wurden, Rasen nach
Verschiedene Vertikutiergeräte findest du hier:

6. Rasenpflege-Kalender: Pflege nach Jahreszeiten

Je nach Jahreszeit benötigt dein Rasen eine andere Pflege. In unserem Rasenpflege-Kalender haben wir die wichtigsten Infos für dich zusammengefasst:

Rasenpflege im Frühling

März

Restlaub, Zapfen oder Äste vom Rasen entfernen
Rasen düngen: Bei mittlerer Beanspruchung reicht einfacher Gartendünger aus. Bei gelben Flecken und kahlen Stellen eignet sich ein Startdünger zur schnellen Regeneration
Rasen mähen und mit Grasschnitt mulchen (Gras liegen lassen)

April

Rasen vertikutieren: Moos, Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen und Co. entfernen

Mai

Rasen nachsäen oder neu anlegen: Bodentemperaturen sollten durchgehend bei etwa 10 bis 12 °C liegen, damit das Saatgut keimen kann
Zweite Düngung

Rasenpflege im Sommer

Juni

Neuanlegen von Rasenflächen nur durchführen, wenn das Wetter noch nicht zu trocken und heiß ist

Juli

Je nach Temperatur und Witterung den Rasen ausreichend wässern
Unkraut nicht großflächig bekämpfen, da die Temperaturen in dieser Zeit zu warm sind und sich das Gras nur schlecht regenerieren kann. Vereinzelte Unkraut-Pflanzen vorsichtig ausstechen
Dritte Düngung

August

Im August den Rasen auf 4 cm mähen und ihn ggf. bei trockenem Boden ausreichend bewässern

Rasenpflege im Herbst

September

Nun kannst du Neuanlagen durchführen. Der Boden hat die Restwärme des Sommers noch gespeichert, sodass Saatgut optimal keimen kann

Oktober

Rasen winterfertig machen: Ein letztes Mal düngen und mit gleichbleibender Schnitthöhe mähen, damit die Wurzeln nicht durch Frost beschädigt werden

November

Vorhandenes Laub von der Rasenfläche entfernen, da sich unter den Blättern Pilzkrankheiten bilden können

Rasenpflege im Winter

Dezember – Februar

In dieser Zeit sind keine Pflegeschritte erforderlich. Achte darauf, die Rasenfläche bei Schnee und Frost nicht zu betreten, damit die Halme nicht brechen

Nützliche Helfer für die Rasenpflege: