Garten

Rollrasen verlegen: Bahn für Bahn zu einem strahlend grünen Rasen

Wer einen Garten hat, der wünscht sich meist auch einen Rasen – saftiges Grün, das wie gemacht ist für gesellige Grillabende und spielende Kinder. Aber es kann passieren, dass kalte Temperaturen, Moos und der Zahn der Zeit dem Rasen zusetzen. Ein Rollrasen ist ideal, um den alten Rasen gegen eine neue, frische Rasenfläche auszutauschen. Du möchtest deinen Garten auffrischen? Dann schau dir hier an, wie du Rollrasen richtig verlegst und was du für das Rasenverlegen brauchst.

1. Wissenswertes zum Rasen anlegen

Ab wann darf man Rollrasen betreten? Rollrasen ist schnell und einfach verlegt und kann direkt im Anschluss betreten werden. Nach nur wenigen Wochen ist der Rasen bereits gut angewurzelt und wächst schön dicht.

Zu welcher Jahreszeit sollte Rollrasen verlegt werden? Du kannst die Rollrasen-Bahnen von Mitte März bis Ende September verlegen. Rasensaat kann dagegen nur im Frühling ab Ende April oder im Herbst ausgesät werden.

Ist Rollrasen anfällig für Unkraut? Bei Rollrasen hast du kaum Probleme mit Moos oder Unkraut. Die Grasnarbe ist so dicht, dass sie kaum Wildwuchs durchlässt.

2. Rollrasen kaufen: Darauf solltest du achten

Da ein Rasen den unterschiedlichsten Belastungen standhalten muss, solltest du dir zuerst überlegen, wie du den Rasen nutzen möchtest – ob du darauf Sport treibst, ob Kinder darauf spielen oder ob die Fläche vorrangig für Gartenmöbel genutzt wird.

  • Sport- und Spielrasen sind meist robuste Grassorten, die sich leicht an den Boden anpassen und wenig Rasenpflege benötigen.
  • Zierrasen besteht aus dichten, feinblättrigen und intensiv grünen Gräsern. Der Pflegeaufwand ist hier etwas höher – dafür hast du einen Rasen wie aus dem Bilderbuch.

Die richtige Menge Rollrasen für den Garten berechnen

Wenn du dich für einen Rollrasen entschieden hast, geht es ans Bestellen. Es macht Sinn, den Rollrasen direkt vom Händler zu dir nach Hause liefern zu lassen, damit du die großen Bahnen nicht selbst transportieren musst.

Fläche ausmessen

Miss zuerst die Rasenfläche aus, die du neu verlegen willst, damit du weißt, wie viele Quadratmeter Rollrasen du benötigst. Kalkuliere dabei immer auch etwas Verschnitt mit ein. Als Faustregel kannst du etwa 5 % auf die berechnete Quadratmeterzahl aufschlagen. Der Rollrasen wird in fertig zugeschnittenen Bahnen geliefert, die meist 40–50 cm breit und 200–250 cm lang sind.

Ausrufezeichen
Rollrasen ist schwer. Lass die Bahnen möglichst nah an die Stelle liefern, wo du sie verlegen möchtest oder besorge dir eine Sackkarre für den Transport.

3. Checkliste für Gartengeräte und Zubehör

Bevor der Rollrasen geliefert wird, solltest du sicherstellen, dass du alle Gartengeräte zur Hand hast. So kannst du möglichst bald nach der Lieferung mit dem Verlegen anfangen, wenn die Bahnen noch schön feucht sind und das Gras frisch ist. Wenn sie zwischengelagert werden, können die Grashalme durch den Sauerstoff- und Lichtmangel gelb werden.

Gartengeräte und Zubehör zum Rasenverlegen

  • Spaten
  • Langes, gerades Holzbrett
  • Harke
  • Messer
  • Walze
  • Dünger
  • Sodenschneider
Hier findest du die passenden Gartengeräte und Werkzeuge:

4. Rollrasen verlegen Schritt für Schritt

Damit dein Rollrasen gut anwurzelt und schön dicht und gesund wächst, ist ein bisschen Vorbereitung nötig. Dafür solltest du ungefähr über die Bodenqualität in deinem Garten Bescheid wissen. Wenn du nicht sicher bist, ob dein Boden eher lehmig oder sandig ist, entferne den alten Rasen und das alte Wurzelwerk, um die Bodenqualität zu bestimmen.

Bodenqualität bestimmen

Optimal für einen Rollrasen ist ein lockerer Gartenboden, der Feuchtigkeit gut speichert. Leichte und humusarme Sandböden kannst du mit Mineraldünger anreichern, schwere Lehm- und Tonböden werden lockerer, wenn du reifen Kompost oder Sand untermischst. Die obersten 10 cm des Bodens sollten nicht zu dicht sein, damit das Wasser in den Boden eindringen kann. Staut sich das Wasser an der Oberfläche, kann dein Rasen anfangen zu faulen.

So bestimmst du die Qualität des Bodens

Trage ein Stück alten Rasen oder Wurzelwerk ab und nimm eine Handvoll Erde auf. Forme sie zu einer Kugel und rolle sie dann zu einer länglichen Form. Sandige Böden verhalten sich krümelig und zerfallen, Lehmböden lassen sich gut verformen und kleben nicht an den Händen. Glänzt die Oberfläche nach dem Verformen, handelt es sich um einen Tonboden.

5. Schritt 1: Unterboden vorbereiten

Um den Untergrund für den Rollrasen vorzubereiten, musst du zunächst Unkraut, Steine und Wurzelwerk aus dem Boden entfernen. Falls dort alter Rasen wächst, kannst du diesen mit einem Sodenschneider entfernen. Dieser „schält“ die Rasenfläche ebenmäßig vom Unterboden ab. Du kannst Sodenschneider im Gartenmarkt mieten. Etwas mehr Arbeit erfordert das Umgraben mit dem Spaten.

Boden begradigen

Vor dem Rasenverlegen muss der Boden begradigt werden. Das geht mit einer Rasenwalze oder einem langen und geraden Brett, das du über die gesamte Fläche ziehst. Jetzt bietet es sich auch an, den Boden direkt zu düngen. Verteile den Dünger dazu großflächig auf der Erde und harke die Fläche danach so durch, dass gleichmäßig tiefe Rillen entstehen. In diesen können sich die Graswurzeln später im Erdboden verankern.

Streuwagen wird über locker umgegrabenen Boden im Garten gezogen
Am besten düngst du den Boden, bevor du den Rollrasen verlegst. So haben die Rasenwurzeln genug Nährstoffe zum Wachsen. Mit einem Streuwagen lässt sich der Dünger besonders gleichmäßig verteilen (Streuwagen von Gardena bei OTTO).

6. Schritt 2: Rollrasen auslegen

Wenn der Boden vorbereitet ist, kannst du beginnen, die Rasenbahnen auszurollen. Fange am besten mit einer geraden Stelle an. Achte darauf, dass die Bahnen an der Terrasse oder am Blumenbeet gut abschließen. Überstehende Bereiche kannst du auch später noch entfernen. Rolle die erste Bahn aus, lege die zweite bündig an und achte beim Ausrollen darauf, dass keine Überlappungen oder Fugen entstehen – die Bahnen sollten bündig dicht an dicht liegen. Lege die Bahnen versetzt auf, sodass anstelle einer langen Naht mehrere kurze entstehen. Diese kleinen Zwischenräume wachsen später schneller zu.

Trittkuhlen vermeiden: Versuche die freien Erdflächen während des Verlegens nicht zu betreten, sondern arbeite dich vom Rasen ausgehend weiter vor. Nimm dazu dazu am besten das Brett zur Hilfe, damit keine Trittkuhlen im Boden entstehen.

7. Schritt 3: Randstücke zuschneiden

Wenn alle Rasenbahnen verlegt sind, kommt der Feinschliff: Trenne überstehende Rasenstücke mit einem scharfen Messer oder mit dem Spaten ab. Nimm dazu das Holzbrett als Vorlage, so hast du direkt eine gerade Kante.

Lückenfüller: Die abgestochenen Grasreste solltest du nicht wegwerfen. Mit ihnen kannst du unauffällig Löcher und Lücken in der Rasenfläche ausfüllen. Bedenke dabei aber, dass Rollrasen ein Frischeprodukt ist und schnellstmöglich verlegt werden muss.

Grundstück mit ausgelegten Rollrasen-Bahnen neben lockerem Erdboden
Sei beim Verlegen des Rollrasen lieber etwas großzügig: Es ist leichter, überstehende Stücke später abzustechen, als Lücken oder Rillen zwischen den Bahnen wieder aufzufüllen.

8. Schritt 4: Rasenfläche walzen

Jetzt kannst du die Bahnen mit der Rasenwalze festdrücken und begradigen. Arbeite dich einmal diagonal über die Rasenfläche, um Unebenheiten auszugleichen. Anschließend walzt du den Rasen in Längs- und Querbahnen. Rasenwalzen kannst du manchmal im Baumarkt oder Gartenmarkt mieten. Frage am besten direkt an, sobald du weißt, wann dein Rollrasen geliefert wird.

9. Schritt 5: Bewässern und Mähen

Dein neuer Rasen braucht anfangs jede Menge Wasser. Am besten bewässerst du die Grünfläche täglich mit einer Handbrause oder einem Rasensprenger. Vor allem an den Rändern neigt der Rasen zum Austrocknen und benötigt eine Extraportion Pflege.

Rasenmähen: Auch wenn du deinen neuen Rollrasen direkt betreten kannst, benötigt er in den ersten Wochen etwas Zeit zum Anwurzeln. Das kann bis zu sechs Wochen dauern. Halte den Rasen in den ersten zwei Wochen wurzeltief feucht und mähe ihn erst, wenn er sich nicht mehr anheben lässt. Dann sind die Wurzeln stark genug und du kannst das erste Mal zum Rasenmäher greifen. Stelle die Schnitthöhe aber für den Anfang nicht zu kurz ein.

10. Schritt 6: Rasenpflege

Damit dein Rasen lange schön saftig grün und dicht bleibt, solltest du ihn regelmäßig mähen und pflegen. Schließlich wird er während der Draußen-Saison so gut wie täglich genutzt: Picknickdecken, Gartenliegen und Spielsachen werden ausgepackt, Federball gespielt und das Planschbecken aufgestellt. Im Sommer solltest du jeweils am Abend die Rasenfläche reichlich bewässern. So verdunstet das Wasser nicht so schnell und heizt sich tagsüber nicht auf.

Du möchtest mehr darüber wissen, wie dein Rasen dicht und gesund bleibt? In unserem Artikel: Tipps und Tricks für die richtige Rasenpflege erfährst du, worauf du beim Mähen und Düngen achten musst.

Wie du siehst, ist ein neuer Rasen schnell verlegt – wir wünschen dir viel Spaß im Garten!