Haushaltsratgeber

Richtig lüften im Winter und im Sommer

Frische Luft tut gut – und zwar nicht nur dir, sondern auch dem Raumklima. Insbesondere in der kalten Jahreszeit kannst du trockener Heizungsluft, Feuchtigkeit und Erkältungsviren den Kampf ansagen, indem du regelmäßig die Fenster öffnest. Hier erfährst du, wie du deine Wohnung im Winter und im Sommer richtig lüftest.

1. Wie lange lüften?

  • Morgens und abends jeweils 10 – 15 Minuten Stoßlüften reichen aus, um die Luft in deiner Wohnung auszutauschen.
  • Im Winter kannst du etwas kürzer lüften als im Sommer, zweimal täglich sollte aber trotzdem sein.
  • Wenn du tagsüber viel zuhause bist, insbesondere wenn du im Home-Office arbeitest, solltest du über den Tag verteilt drei- bis viermal lüften.
Ausrufezeichen
Du trocknest deine Wäsche in der Wohnung? Dann lüfte den Raum einmal mehr, damit die zusätzliche Feuchtigkeit aus der Wohnung entweichen kann.
Großer Holzschreibtisch im Arbeitszimmer mit geöffnetem Dachfenster

Wenn du dich länger in einem geschlossenen Raum aufhältst, reduziert sich der Sauerstoffgehalt der Luft und sie wird stickig. Im Home-Office ist regelmäßiges Lüften darum besonders wichtig für das Raumklima – und für deine Konzentration.

2. Richtig lüften im Winter

Zugegeben: Wenn es draußen kalt ist, kostet es ein bisschen Überwindung, die Fenster aufzureißen und kühle Luft in die Wohnung zu lassen. Im Winter ist richtiges Lüften aber fast noch wichtiger als im Sommer. Die Heizungswärme trocknet nämlich die Raumluft aus – das kann Haut und Schleimhäute reizen. Frische Luft von draußen bringt aber nicht nur Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit mit, sie tötet auch Bakterien und Erkältungsviren ab. Zudem verhindert der regelmäßige Luftaustausch, dass sich Feuchtigkeit in den Wänden staut.

Richtig lüften während der Heizperiode

  • Lüfte während der Heizperiode mindestens zweimal täglich für 5-10 Minuten.
  • Drehe die Heizung vor dem Lüften jeweils herunter, um Energiekosten zu sparen.
  • Einige Minuten Stoßlüften sind deutlich effektiver als ein Fenster, das permanent auf Kipp steht.
  • Lüfte zusätzlich durch, wenn du kochst oder deine Wäsche in der Wohnung trocknest.
  • Lüfte im Winter am besten, wenn du nicht im Raum bist – zum Beispiel morgens, während du deinen Kaffee machst, oder abends, während du im Bad bist.
  • Luftbefeuchter oder ein Schälchen Wasser auf der Heizung helfen zusätzlich, das Raumklima im Winter auszugleichen.

Luftbefeuchter im 4er-Set von Wenko bei OTTO.
Helfer für ein besseres Raumklima im Winter:

3. Richtig lüften im Sommer

Im Sommer ist die Außenluft nicht nur besonders warm, sondern oft auch feuchter als im Winter. Das kann dazu führen, dass sich deine Wohnung noch stickiger anfühlt als vorher, wenn du tagsüber lüftest. Besser ist es, jeweils am frühen Morgen und am späten Abend zu lüften, wenn die Außenluft relativ kühl ist.

  • Zwischen 5 und 6 Uhr morgens und nach Sonnenuntergang jeweils für 15-20 Minuten.
  • Am besten Querlüften – also die Fenster in gegenüberliegenden Räumen weit öffnen, sodass die Frischluft durch die gesamte Wohnung strömt.
  • Fenster über Nacht geöffnet lassen – so ist die Wohnungsluft am Morgen frisch und kühl.
  • Beim Lüften zusätzlich einen Ventilator einschalten – eine gute Alternative, wenn du keine Möglichkeit zum Querlüften hast.
Schlafzimmer mit geöffneter Balkontür und Ventilator
Standventilator von Brandson bei OTTO.

Mehr praktische Tipps, wie deine Wohnung im Sommer kühl bleibt, findest du in unserem Beitrag „Raum kühlen: Mit diesen Tipps kühlst du deine Wohnung ohne Klimaanlage“.

Ventilatoren für frische Raumluft im Sommer:

4. Richtig lüften gegen Viren

Viele Erkältungsviren und das Coronavirus verbreiten sich über sogenannte Aerosole – winzige Flüssigkeitspartikel, die mit der Atemluft ausgestoßen werden. Je länger sich Menschen in einem geschlossenen Raum aufhalten, desto mehr Aerosole befinden sich in der Luft. Regelmäßiges Lüften befördert die Aerosole nach draußen und reduziert damit das Risiko einer Infektion.

Wie oft lüften?

  • Zusätzlich zum Lüften am Morgen und am Abend musst du nur dann lüften, wenn haushaltsfremde Personen in deine Wohnung kommen, z. B. Besucher oder Handwerker.
  • Bei kurzen Besuchen reicht es, 5-10 Minuten gründlich durchzulüften, wenn der Besuch gegangen ist.
  • Wenn sich mehrere Menschen über längere Zeit im Raum aufhalten, z. B. bei einer Geburtstagsfeier, solltest du etwa alle 30 Minuten für jeweils 5 Minuten stoßlüften.

5. Richtig lüften im Schlafzimmer

Die Räume deiner Wohnung haben einen unterschiedlichen Frischluftbedarf und teilweise auch eine unterschiedliche Luftfeuchtigkeit. Im Schlafzimmer zum Beispiel steigt die Luftfeuchtigkeit über Nacht deutlich an: Durch Atmung und Schwitzen gibt dein Körper bis zu 400 ml Wasser an die Raumluft ab – darum ist die Luft im Schlafzimmer morgens oft so schal und verbraucht. Morgendliches Lüften im Schlafzimmer befördert die Feuchtigkeit nach draußen und reichert die Luft mit Sauerstoff an.

Helles Schlafzimmer in Weiß mit Holzmöbeln
  • Lüfte morgens direkt nach dem Aufstehen für 10-20 Minuten, indem du die Schlafzimmerfenster weit öffnest.
  • Schüttele dein Bettzeug aus und lege es für die Dauer des Lüftens ins Fenster – so wird es wieder frisch.
  • Lüfte abends vor dem Schlafengehen noch einmal für 5-10 Minuten durch.
  • Im Winter sollte das Schlafzimmerfenster nicht dauerhaft auf Kipp stehen – so können die Wände auskühlen und die Luftfeuchtigkeit anziehen.

Du möchtest auch deine Matratze mal wieder auffrischen? Im Artikel „Matratze reinigen leicht gemacht“ findest du alle Infos dazu.

6. Richtig lüften im Keller

Die Keller in älteren Wohnhäusern sind fast immer ein wenig feucht, weil das Untergeschosse schlecht isoliert ist. Aber selbst wenn du das Glück hast, einen trockenen Keller zu haben, solltest du die Kellerräume regelmäßig durchlüften, da in nicht ausgebauten Keller meist kaum ein Luftaustausch stattfindet.

  • Lüfte deinen Keller etwa einmal in der Woche. Wenig genutzte Kellerräume kannst du auch alle 2 oder 3 Wochen lüften.
  • Öffne alle Kellerfenster für etwa 20 Minuten, sodass ein Durchzug entsteht.
  • Lüfte am besten an trockenen Tagen – sehr feuchte Außenluft kann die Luftfeuchtigkeit im kalten Keller schnell ansteigen lassen.
  • Lüfte im Sommer nur früh morgens oder spät abends – ist die Außenluft zu warm, kann sie in der kalten Kellerluft zu Feuchtigkeit kondensieren.