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Rasen säen: So wächst dein Rasen dicht und grün

Eine gesunde grüne Rasenfläche ist Glück pur: Wenn du im Frühling zum ersten Mal die Gartenstühle rausstellst, wenn du im Sommer barfuß über die weichen Halme läufst oder dich im Herbst über das Grün freust, wenn schon alle Blätter von den Bäumen gefallen sind. Die Zeit, Moose und ständige Beanspruchung kann dem Rasen allerdings zusetzen – dann ist es Zeit für einen Neuanfang: Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie du Rasen säst und was du brauchst, um deinen Rasen neu anzulegen.

1. Der richtige Zeitpunkt zum Rasensäen

Damit die Rasensaat nach dem Einsäen gut anwurzeln kann, darf der Boden weder zu kalt noch zu warm sein. Eine Temperatur zwischen 8 und 10 Grad ist ideal, um Rasen zu säen. Daher ist die beste Zeit für einen neuen Rasen im Frühling zwischen März und Mai. Morgentau und regelmäßiger Regen sorgen in dieser Zeit dafür, dass der Boden weich genug ist und gleichmäßig befeuchtet wird. Aber auch im frühen Herbst, wenn die Sonne nicht mehr ganz so kräftig scheint und den Boden austrocknet, kannst du einen neuen Rasen einsäen. Ab Ende September bis Mitte Oktober ist meist ein guter Zeitpunkt dafür.

2. Materialien und Gartengeräte für die Aussaat

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, damit dein neuer Rasen gut anwächst. Neben dem richtigen Zeitpunkt kommt es dabei auch auf die passenden Geräte an. Einige Dinge – wie Rasensaat und Rasendünger – sind unverzichtbar, andere erleichtern dir einfach die Arbeit und verbessern die Ergebnisse beim Aussäen. Folgende Dinge solltest du dir auf jeden Fall besorgen, wenn du neuen Rasen einsäen möchtest:

  • Rasensaat
  • Rasendünger
  • Spaten oder Grabegabel
  • Gartenschlauch oder Gießkanne mit Regenaufsatz
  • Harke oder Rechen

Folgende Werkzeuge sind hilfreich, wenn du auf größeren Flächen Rasen säst:

  • Motorhacke
  • Streuwagen
  • Gartenwalze
  • Eventuell lehmige Erde oder Sand
Material und Zubehör, das du brauchst, um einen Rasen anzulegen:

3. Rasen säen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Jetzt weißt du, wann du Rasen säen solltest und was du dafür benötigst: Zeit, den Spaten in die Hand zu nehmen und loszulegen.

1. Boden vorbereiten

Bevor du den Rasen einsäen kannst, musst du den Boden entsprechend vorbereiten. Das gilt sowohl für alte Rasenflächen als auch für Untergründe, auf denen noch nichts wächst. Grabe zunächst das Erdreich mit dem Spaten oder mit einer Grabegabel etwa 20 cm tief um. Versuche, alten Bewuchs, Wurzelwerk und Steine möglichst vollständig aus dem Boden herauszuholen, damit eine ebene Fläche entsteht.

Boden anreichern

Achte beim Umgraben darauf, dass du nicht zu tief gräbst. Werden die verschiedenen Bodenschichten miteinander vermischt, kann es zu einem Ungleichgewicht kommen, das das Wachstum deiner Rasenpflanzen hemmt. Ist der Boden sehr lehmig – also eher glatt und klebrig – kannst du ihn mit etwas Sand mischen. Einen trockenen, sandigen Boden kannst du anreichern, indem du etwas Mutterboden oder Lehm dazugibst.

2. Boden düngen

Damit die frische Rasensaat schnell anwächst, solltest du die Fläche nach dem Umgraben düngen. Ideal geeignet ist ein Rasen-Starter-Dünger. Er enthält Phosphor, den junger Rasen zum Wachsen und für die Wurzelbildung braucht. Ohne Dünger wächst dein Rasen zwar auch, das dauert allerdings deutlich länger und ist oft nicht ganz so dicht und gleichmäßig. Wieviel Dünger du pro Quadratmeter brauchst und wie du ihn anwendest, ist auf der jeweiligen Verpackung angegeben.

3. Boden begradigen

Wenn du ohnehin schon umgegraben und alle Wurzeln entfernt hast, ist das die ideale Gelegenheit, den Boden zu begradigen. So entsteht nach der Aussaat eine schöne, ebene Wiese, die wie gemacht ist zum Spielen und Entspannen. Am leichtesten ebnest du den Boden mit einer Rasenwalze, die du zum Beispiel im Baumarkt oder in einem Gartencenter ausleihen kannst. Falls du keine Rasenwalze bekommst, kannst du den Boden auch Stück für Stück mit einem langen, geraden Holzbrett begradigen.

4. Saatgut abwiegen

Die benötigte Menge Rasensaat wird pro Quadratmeter berechnet. Für einen Quadratmeter Rasenfläche brauchst du normalerweise etwa 25g Rasensamen. Das entspricht ungefähr einer kleinen Handvoll – genauer wird es natürlich, wenn du die Samen mit der Küchenwaage abwiegst. Miss vorsichtshalber die zu begrünende Fläche noch einmal aus und bereite die entsprechende Menge Rasensaat vor.

Frau fährt mit Streuwagen eine Rasenfläche ab
Vor allem auf größeren Flächen ist ein Streuwagen praktisch, um das Saatgut gleichmäßig zu verteilen. Nachdem der Rasen eingesät ist, kannst du den Streuwagen weiterverwenden, zum Beispiel um Dünger auf den Boden aufzubringen, oder für Streusand im Winter (Streuwagen 12,5 L von Gardena bei OTTO).

5. Saatgut verteilen

Warte am besten einen windstillen Tag ab, um den Rasen einzusäen. Wenn du von Hand säst, kannst du vorher Planquadrate abstecken und die Fläche in kleine Bereiche einteilen, damit dein Ergebnis möglichst gleichmäßig wird. Streue die Rasensamen mit weiten, lockeren Bewegungen aus und arbeite sie mit einem Rechen leicht in den Boden ein, sodass die Samen etwa einen halben Zentimeter unter die Erde gelangen. Falls du eine Rasenwalze zur Hand hast, kannst du die Fläche noch einmal abfahren. Durch das Gewicht der Walze werden die Rasensamen zusätzlich in den Boden gedrückt und verteilen sich nicht weiter.

6. Rasensaat wässern

Direkt nach dem Aussäen solltest du die Rasensamen wässern, damit sie schnell keimen und im Boden Halt finden. Achte darauf, dass die Aussaat nur befeuchtet wird und sich keine Pfützen bilden. Mit einer Gießkanne oder einem Gartenschlauch mit Regenaufsatz gelangt ausreichend Wasser auf die Rasenfläche. Bis die Saat keimt, dauert es 8–14 Tage. Während dieser Zeit und auch in den Wochen nach der Keimung darf der Boden nicht austrocknen. Insgesamt solltest du den Rasen 3–4 Wochen feucht halten.

7. Rasen mähen

Wenn der Rasen eine geschlossene Rasendecke bildet und die Grashalme circa 8–12 cm hoch sind, kannst du das erste Mal zum Rasenmäher greifen. Achte darauf, dass die Schnitthöhe nicht zu kurz eingestellt ist, damit die zarten Rasenwurzeln nicht beschädigt werden. Anschließend solltest du den Rasen alle 10–14 Tage mähen, bis er schön dicht und kräftig wächst.

Etwa acht Wochen nach der Aussaat ist der Rasen so belastbar, dass du ihn betreten kannst.

Du möchtest, dass dein Rasen möglichst lange dicht und gesund wächst? In unserem Artikel Tipps und Tricks für die richtige Rasenpflege erfährst du alles darüber, wie du deine Rasenflächen richtig mähst, wässerst und düngst.

Benzinrasenmäher auf grüner Rasenfläche
Achte darauf, dass die Klingen deines Rasenmähers scharf und sauber sind. Vor allem am Anfang, wenn der Rasen noch etwas zarter ist, kann es passieren, dass stumpfe, mit Schnittresten verklebte Rasenmäherklingen die Rasenpflanzen mit der Wurzel herausreißen und Löcher hinterlassen (Benzinrasenmäher „GC-PM 47 SHW“ von Einhell bei OTTO).

4. Rasen anlegen auf strapazierten Böden

Dein Rasen ist nicht nur Wind und Wetter, sondern auch den unterschiedlichsten mechanischen Belastungen ausgesetzt: Er bietet Platz für Picknickdecken, Planschbecken und Gartenliegen, muss Ballspiele, Gartengrills und die Sommerhitze aushalten. Da kann es mit der Zeit passieren, dass der Rasen kahle Stellen bekommt. Das ist aber kein Problem: Solche Lücken lassen sich mit Nachsaatmischungen oder Reparatur-Aussaat-Sets schnell ausbessern.

Hand mit Gummihandschuh sät Rasensamen auf Erde neben Beeteinfassung
Wenn dein Rasen Lücken bekommen hat, hilft meist nur Nachsäen: Sogenannte Rasen-Reparatur-Sets enthalten meist robuste und schnell wachsende Grassorten, die beschädigte Rasenflächen verlässlich schließen. Ein Rasendünger ist in vielen Sets mit enthalten.

Rasen ausbessern

Bevor du kahle Stellen im Rasen neu begrünen kannst, solltest du die Lücken etwas auflockern. Anschließend säst du die Samen ein und harkst sie vorsichtig unter. Genau wie beim großflächigen Rasensäen solltest du die Fläche regelmäßig gießen. Wenn du unsicher bist, schau dir einfach noch mal die Schritt-für-Schritt-Anleitung an – nur eine Rasenwalze wird nicht nötig sein. Nach ein paar Wochen ist die Rasenlücke verschwunden und das Gras wieder dicht und grün.

Rasen auf schattigen Flächen säen

Eine weitere Besonderheit sind Flächen, die im Schatten liegen. Wenn du Rasen an einem schattigen Plätzchen einsäen möchtest, nimmst du am besten einen speziellen Schattenrasen. Normale Rasensamen gedeihen ohne Sonne nur mäßig und vermoosen schnell. Eine Schattenrasenmischung lässt pflegeleichten Rasen gedeihen, der resistent gegen zahlreiche Krankheiten ist und Unkrautbildung weitgehend vermeidet. Die Aussaat funktioniert genauso wie bei normalen Rasensamen, auch hier kannst du dich an der Schritt-für-Schritt-Anleitung orientieren.

Jetzt weißt du alles darüber, wann man Rasen säen sollte, wie du den Boden richtig vorbereitest und was beim Rasensäen sonst zu beachten ist. Also – mach dich ans Werk und lege deine eigene Rasenfläche an!