Küche

Ordnung im Kühlschrank: Kühlschrank richtig einräumen und sauber halten

Hand aufs Herz: Wie viele Male am Tag bist du am Kühlschrank – beim Kochen, um ein Getränk zu holen oder für einen kleinen Snack? Eben. Der Kühlschrank ist unser wichtigstes Küchengerät, und es lohnt sich, ihn gut zu behandeln. Mit einem sauberen und ordentlichen Kühlschrank macht Kochen und Genießen nämlich noch mehr Spaß. Wir verraten dir, wie du den Kühlschrank richtig einräumst und worauf du sonst noch achten solltest.

1. Was gehört in welches Kühlschrankfach?

Ein gut organisierter Kühlschrank ist nicht nur hygienisch, er hilft dir auch, den Überblick über deine Lebensmittel zu behalten, sodass du weniger wegwerfen musst. Oft ist schon durch die Kühlschrank-Aufteilung vorgegeben, wo die einzelnen Lebensmittel hingehören – zum Beispiel mit dem Flaschenregal, den Eier-Behältern oder dem Gemüsefach. Ob du den Kühlschrank richtig einräumst, spielt auch für die Qualität und Haltbarkeit deiner Nahrungsmittel eine Rolle – denn die einzelnen Fächer im Kühlschrank haben unterschiedliche Temperaturen.

Grafik geöffneter Kühlschrank mit Temperaturzonen
Um den Kühlschrank richtig einzuräumen, richtest du dich am besten nach den unterschiedlichen Temperaturzonen – die sind bei jedem Hersteller in etwa gleich. Als Faustregel gilt: Je weiter oben das Fach, desto höher die Temperatur – mit Ausnahme des Gemüsefachs.

Gemüsefach, Temperatur ca. 8-10°C

Der Name verrät die Funktion: Im Gemüsefach werden viele Gemüse- und einige Obstsorten gelagert, damit sie länger frisch bleiben. Obwohl sich das Gemüsefach ganz unten im Kühlschrank befindet, ist die Temperatur deutlich höher als im Kühlschrankfach direkt darüber. Das liegt an der massiven Glasplatte, die die kalte Luft daran hindert, sich im Gemüsefach zu sammeln.

Ausrufezeichen
Die Faustregel für Obst und Gemüse: Heimisches Grünzeug wie Salat und Gurken mögen es kühl, Exoten wie Nektarinen, Tomaten und Bananen eher warm.

Unteres Fach, Temperatur ca. 2–3°C

Das untere Kühlschrankfach ist der kälteste Bereich des Kühlschranks. Darunter liegt in der Regel noch das Gemüsefach. In das untere Kühlschrankfach gehören rohe und leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurst.

Mittlerer Bereich, Temperatur 5–6°C

Das mittlere Kühlschrankfach ist ideal für Milchprodukte wie Butter, Quark, Joghurt und Dips. Nicht nur wegen der idealen Lagertemperatur von 5–6 Grad, sondern auch weil die Mitte des Kühlschranks besonders übersichtlich und gut zu erreichen ist – perfekt für alltägliche Lebensmittel, angebrochene Dosen und Verpackungen. Noch mehr Ordnung im Kühlschrank schaffst du, wenn du angefangene Lebensmittel in stapelbaren Containern lagerst.

Oberer Bereich, Temperatur ca. 8–10°C

Das obere Kühlschrankfach ist der wärmste Bereich in deinem Kühlschrank. Hier lagerst du Marmeladen und Eingelegtes wie saure Gurken, aber auch Reste von Mahlzeiten und Käse am Stück. Vor allem Käse und Essensreste solltest du in verschließbaren Behältern verstauen – durch die höhere Temperatur in diesem Kühlschrankfach können Gerüche entstehen.

Kühlschranktür, 4–10°C

Die Kühlschranktür gehört zu den wärmeren Kühlschrankzonen, und auch hier ist die Temperatur im oberen Türbereich höher als im unteren. Im oberen bis mittleren Türbereich lagerst du am besten Butter und Eier – diese brauchen eine gemäßigte Kühlung. Im mittleren Bereich finden Senf, Tomatenmark, Mayonnaise oder Soßen ihren Platz. Der untere Teil deiner Kühlschranktür eignet sich für Milch und Getränke in hohen Flaschen oder Kartons.

Leeres, geöffnetes Gemüsefach im Kühlschrank
Das Gemüsefach liegt zwar im untersten Bereich des Kühlschranks, es ist aber nicht die kälteste Zone. Grund dafür ist die stabile Glasplatte, die das unterste Kühlschrankfach vom Gemüsefach trennt (Kühlschrank „KS-15614-s“ von Amica bei OTTO).

2. Ordnungstipps für den Kühlschrank

Den Kühlschrank richtig einräumen ist die eine Sache. Um ihn aber langfristig sauber und übersichtlich zu halten, helfen dir ein paar praktische Ordnungstipps:

  • Kühlschrank-Inventur: Räume deinen Kühlschrank hin und wieder komplett aus, um dir einen Überblick zu verschaffen und Haltbarkeiten zu prüfen – am besten in einem Rutsch mit der Kühlschrankreinigung.
  • Altes vor: Stelle ältere Lebensmittel, angebrochene Verpackungen oder Dinge mit kurzer Haltbarkeit möglichst nach vorn in die Fächer. Neugekauftes kommt erst mal nach hinten.
  • Hochstapeln: Verschließbare, stapelbare Container sind hygienischer als lauter geöffnete Lebensmittelpackungen. Übersichtlicher sind sie auch – und zur Not kannst du Inhalt und Haltbarkeit mit einem Etikett auf die Box schreiben.
  • Luftzirkulation: Gestapelte Lebensmittelcontainer im Kühlschrank sind gut, aber am besten baust du keine massive „Wand“ aus Lebensmitteln in den Fächern. Kleine Abstände zwischen Packungen und Behältern lassen die Luft besser zirkulieren, sodass die Temperaturen stabil bleiben.
  • Kühlschrank-Zubehör nutzen: Viele neuere Kühlschränke kommen mit praktischen Accessoires wie Flaschenregalen, Käse- und Butterdosen oder Eierbehältern. Benutze sie gemäß ihrem Zweck, um deinen Kühlschrank in Ordnung zu halten.
Weißer Kühlschrank mit geöffneter Tür und Lebensmitteln
Gemüse nach unten, darüber Fleisch und Wurst, Milchprodukte in die Mitte und Marmeladen und Eingelegtes ganz nach oben: Den Kühlschrank richtig einzuräumen wird schnell zur Routine, wenn man sich ein paar Mal an die richtige Reihenfolge hält (Kühlschrank „KS-301-1“ von Exquisit bei OTTO).
Moderne Kühlschränke für deine Küche:

3. Kühlschrank richtig putzen

Klar, eine gründliche Kühlschrankreinigung macht ein bisschen Arbeit. Aber wenn du regelmäßig putzt und auch ansonsten auf Ordnung im Kühlschrank achtest, ist es eigentlich reine Routine. „Regelmäßig“, das bedeutet so etwa alle 4–8 Wochen, je nachdem, wie viele Personen den Kühlschrank nutzen. Spezielle Reinigungsmittel brauchst du übrigens nicht: Ein Spüllappen und warmes Wasser mit Spülmittel oder Allzweckreiniger reichen völlig.

Kühlschrank putzen – so geht‘s

  1. Ausräumen
    Räume den Kühlschrank komplett aus, damit du ihn von innen gründlich reinigen kannst. Wenn du die Kühlschrankreinigung vor dem Wocheneinkauf erledigst, geht es noch schneller.
  2. Fächer und Schubladen reinigen
    Nimm die Glasregale, Ablagen und Flaschenhalter sowie die Gemüsefächer heraus. Was in die Spülmaschine passt, kannst du bei max. 50 °C im Kurzspülgang durchlaufen lassen. Alles andere reinigst du mit Spülmittel und warmem Wasser im Spülbecken.
  3. Innenraum und Dichtungen reinigen
    Den Kühlschrank selbst reinigst du am besten, solange die Kühlschrankfächer trocknen. Wisch den kompletten Innenraum mit einem Schwamm und etwas Spülmittel aus und trockne die Flächen gut nach. Die Türdichtungen und den Wasserablauf am Boden des Innenraums solltest du besonders sorgfältig säubern. Wenn du mit dem Schwamm nicht in alle Ecken kommst, helfen eine Flaschenbürste oder Wattestäbchen.
  4. Einräumen
    Wenn der Innenraum und die Einlegefächer trocken sind, räumst du den Kühlschrank wieder ein. Mach das am besten so schnell wie möglich – so erwärmen sich die Lebensmittel nicht zu stark und du sparst Energiekosten.
  5. Kühlschrank von außen reinigen
    Zum Schluss wischst du die Außenseiten, die Kühlschranktür und den Griff mit Wasser und Spülmittel sauber. Wer einen Edelstahlkühlschrank hat, kann dafür auch Glasreiniger oder einen Edelstahlreiniger nehmen und mit einem weichen Tuch nachwischen.
Edelstahlgriff an Kühlschrank mit Edelstahlfront
Auf modernen Edelstahlflächen sind Flecken und Fett meist gut sichtbar. Der Türgriff bekommt erfahrungsgemäß am meisten ab – ihn solltest du regelmäßig feucht abwischen oder kurz mit Glasreiniger putzen (Kühlschrank „SJ-LC41“ von Sharp bei OTTO).
Ausrufezeichen
Verwende zum Kühlschrankputzen lieber keine Scheuerschwämme. Sie können Kunststoffoberflächen zerkratzen, sodass sich Bakterien leichter darin festsetzen.
Praktisch und schön – Ordnungshelfer für den Kühlschrank:

4. Energiespartipps für den Kühlschrank

Die Ordnung im Kühlschrank spielt nicht nur für die Hygiene eine Rolle, sondern auch für deinen Energieverbrauch. Hier findest du ein paar praktische Kühlschrank-Tipps zum Energiesparen.

Geeigneten Standort wählen

Platziere deinen Kühlschrank am besten nicht direkt neben Wärmequellen wie Herd, Heizung oder Spülmaschine. Im Idealfall steht der Kühlschrank mit mindestens zwei Zentimeter Abstand von der Wand, sodass die Abwärme ungehindert entweichen kann.

Kühltemperatur richtig einstellen

Viele Kühlschränke sind zu kalt eingestellt. Das tut deinen Lebensmitteln nicht gut und verbraucht viel zusätzliche Energie. In einer normalen Umgebung reicht es meist völlig aus, wenn der Temperaturregler im Kühlschrank im Winter auf 2 und im Sommer auf 3–4 steht.

Regelmäßig abtauen

Vereiste Kühlfächer senken die Energieeffizienz deines Kühlschranks deutlich. Moderne Kühlschränke haben häufig eine „No Frost“-Funktion, ältere Geräte sollest du regelmäßig abtauen. Die Zeit dafür ist gekommen, wenn sich an der Rückwand des Kühlschrank-Innenraums eine durchgehende Reifschicht gebildet hat.

Temperaturregler im Kühlschrank
Viele Kühlschränke sind zu kalt eingestellt. Das verbraucht mehr Energie und kann die Qualität der gelagerten Lebensmittel beeinflussen.

Dichtungen überprüfen

Die Gummidichtungen der Kühlschranktür sorgen dafür, dass keine kalte Luft aus dem Innenraum entweichen kann. Spröde oder eingerissene Dichtungen solltest du daher austauschen.

Kühlschrank gut füllen

Richtig, ein gut gefüllter Kühlschrank verbraucht weniger Energie. Warum das so ist? Luft leitet Wärme besser als Lebensmittel, deswegen muss ein fast leerer Kühlschrank stärker gekühlt werden.

Keine warmen Speisen in den Kühlschrank

Die Reste vom Mittagessen sollen in den Kühlschrank? Lass Lebensmittel für den Kühlschrank immer zuerst auf Zimmertemperatur abkühlen. Stellst du warme Speisen in den Kühlschrank, muss dieser die Kühlleistung hochfahren, um die Innentemperatur zu halten.

Gefrorenes im Kühlschrank auftauen

Wenn du tiefgekühlte Lebensmittel verarbeiten willst, nimm sie einfach etwas früher aus dem Tiefkühler und lass sie im Kühlschrank auftauen. Das dauert zwar etwas länger, dafür gibt das Gefriergut Kälte an den Kühlschrank ab und senkt so den Kühlbedarf.