Puristisch

Minimalistisch Wohnen – warum es sich lohnt, richtig auszumisten

Wer kennt das nicht: Morgens stolpert man über den Berg Klamotten neben dem Bett, in der Küche fallen beim Öffnen des Schranks die Tupperdosen heraus und der Schreibtisch ist vor lauter Papierkram kaum mehr zu erkennen. Minimalistisch wohnen geht definitiv anders. Unordnung und überflüssiges Zeug bestimmen auch bei dir die Einrichtung? Das muss ein Ende haben. Denn Chaos ist nicht dekorativ und erhöht zusätzlich deinen Stressfaktor, obwohl du zu Hause doch eigentlich zur Ruhe kommen solltest.
Die Lösung: umsortieren, aussortieren und wegwerfen – und damit die Habseligkeiten auf das Wesentliche reduzieren. Alles, was übrigbleibt, wird so verstaut, dass es nicht mehr im Weg liegt.

1. Warum Wegwerfen befreiend ist

Immer öfter hört man von Leuten, dass sie versuchen, möglichst minimalistisch zu wohnen. Aber was bedeutet das überhaupt? Der minimalistische Lebensstil konzentriert sich vor allem darauf, die Dinge zu definieren, die wir wirklich zum Leben brauchen. Das kann für jeden Menschen etwas anderes sein. Generell haben die meisten von uns von allem zu viel. Überlege mal, wie viele Paar Schuhe du hast, wie viel Geschirr oder Dekoartikel. Brauchst du das wirklich alles? Nutzt du es regelmäßig? Klar, oft geben uns Konsumgüter für den Moment ein gutes Gefühl – aber das hält nur selten lange an, oder?

Was brauchst du wirklich?

Denk mal darüber nach, welche Vorteile es hätte, minimalistisch zu wohnen: Da wäre zum einen der finanzielle Aspekt, denn wer weniger kauft, spart Geld. Außerdem hast du mehr Platz, weil du weniger Dinge unterbringen musst. Das ist nicht nur in kleinen Großstadtwohnungen sehr befreiend. Überhaupt tut es dem Seelenleben gut, sich nicht mehr so auf seinen Besitz zu konzentrieren, sondern den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge zu richten.

Esszimmer in loftartiger Wohnung mit großem Esstisch, unterschiedlichen Stühlen und zwei verschiedenen Hängeleuchten vor großem Wanddruck
Minimalismus ist eher eine Einstellung als eine Stilrichtung. Tatsächlich kannst du deinen individuellen Wohnstil beibehalten und deine Wohnung trotzdem minimalistisch einrichten: Die Kunst liegt im Weglassen.

2. Die Wohnung minimalistisch einrichten

Beim minimalistischen Wohnen geht es um Ordnung, Platz und Freiräume gleichermaßen. Das bedeutet aber nicht, dass du gleich deine ganze Wohnung leerräumen musst. Schließlich gibt es Möbel und Einrichtungsgegenstände, auf die du nicht verzichten kannst. Und auch die Gemütlichkeit soll nicht zu kurz kommen. Typisch für den minimalistischen Wohnstil sind klare Formen ohne Schnörkel, helle, neutrale Farben und wenige, ganz bewusst ausgesuchte Dekostücke.
Versuche, möglichst viel Bodenfläche frei zu lassen. Das öffnet den Raum und verschafft selbst kleinen Zimmern optische Weite. Ein weiterer großer Vorteil des minimalistischen Wohnstils: Das Putzen wird viel einfacher, wenn du keinen Teppich mehr anheben und weniger Deko abstauben musst.

Sideboard mit schlichten Vasen in Weiß und Grau
Minimalistisch einrichten bedeutet nicht, dass du komplett auf Deko und Bilder verzichten musst – im Gegenteil: Wenige, ausgesuchte Dekostücke mit klaren Formen bekommen bei einer minimalistischen Raumgestaltung eine besondere Bedeutung. (Blumenvase „Colora“ von blomus bei OTTO).

Einfach mal ein paar Bilder abhängen

Genau wie die Bodenflächen dürfen auch die Wände gern freibleiben, denn zu viele Bilder bringen schnell Unruhe in den Raum. Kahle Wände? Das klingt erst mal ungemütlich. Aber du musst nicht komplett auf Bilder verzichten. Stattdessen kannst du einzelne Bilder, die dir besonders am Herzen liegen, in Szene setzen, indem du sie als einzige Wanddeko im Raum präsentierst. So bleibt deine Einrichtung minimalistisch und verliert trotzdem nicht an Persönlichkeit.

Minimalistisches Schlafzimmer mit hell bezogenem Holzbett, dunklem Cocktailsessel und Holzleiter
Vor allem dein Schlafzimmer profitiert von einer minimalistischen Einrichtung: Weniger Deko und Accessoires bedeuten weniger Ablenkung und weniger Aufräumen – so kommst du schneller zu Ruhe.
Accessoires und Ordnungshelfer für minimalistisches Wohnen:

3. Minimalismus zuhause: Die größten Baustellen

Es gibt einige Orte, die unter unserem Überfluss besonders zu leiden haben. Vielleicht treiben sie auch dich immer wieder in die Verzweiflung, weil du nichts wiederfindest und das Chaos dich schlichtweg nervt. Wir haben ein paar Tipps, mit denen du die zwei größten Baustellen in den Griff bekommst.

Kleiderschrank: Erst aussortieren, dann verstauen

Im Kampf um den Minimalismus werden Klamotten schnell zum größten Übel. Gleichzeitig fällt es oft besonders schwer, sich von der Kleidung zu trennen. Aber es gibt eine einfache Regel: Alles, was du in den letzten zwölf Monaten nicht getragen hast, wandert in einen Müllsack – und weg damit. Wenn du dich wirklich schwer trennen kannst, stelle die Sachen noch mal für drei Monate in den Keller. Wenn du in dieser Zeit keines der aussortierten Teile vermisst hast, können sie wirklich weg.
Bevor du deine alten Kleider in den Müll schmeißt, frag doch mal deine Freunde, ob sie noch etwas brauchen. Oder du packst ein Paket und spendest deine alten Lieblingsstücke für einen guten Zweck an Platz schaffen mit Herz.

Ansonsten gilt beim Kleiderschrank: Sortieren mit System – also entweder nach Farben oder nach Kleidungstyp. Zusätzlich gibt es viele kleine Helfer, die für Ordnung im Schrank sorgen: verschiedenfarbige Kleiderbügel, Körbe für Socken und Unterwäsche, integrierbare Hosenhalter und Kleiderstangen, Kleiderhaken und spezielle Bügel für Tücher und Gürtel.

Geschlossene Schränke wie die schlichten Hängeschränke lassen Ordner, Boxen und Co. schnell verschwinden – so herrscht Ordnung auf der Schreibtischplatte und an deinem minimalistisch eingerichteten Arbeitsplatz. Wie du mehr Ordnung an deinen Arbeitsplatz bringst, erfährst du in unserem Artikel Schreibtisch organisieren: 4 Tipps für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch.

Schreibtisch: Klare Flächen für klare Gedanken

Ungeöffnete Briefe in der einen Ecke, Bücher, Magazine und Stifte über den ganzen Tisch verteilt – damit ist jetzt Schluss. Alles, was du akut nicht brauchst, solltest du sofort in Schubladen und Ordner sortieren. Arbeite am besten mit einem Beschriftungssystem – du wirst es dir selber danken, wenn die nächste Steuererklärung ansteht. Auf dem Tisch kommen ebenfalls ein paar kleine Ordnungshelfer zum Einsatz, die schnell für einen minimalistischen Arbeitsplatz sorgen. Stiftehalter, Ablageboxen und Utensilos sind nicht nur praktisch, sie können auch richtig stylisch aussehen.

Alles für den minimalistisch eingerichteten Arbeitsplatz: