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Linoleumboden: Tipps und Ideen für den nachhaltigen Bodenbelag

Hey, den kennen wir doch: Linoleum erinnert die meisten von uns an Schulflure, Firmenkantinen und öffentliche Gebäude. Aber der klassische Bodenbelag ist viel mehr als nur unverwüstlich. Er ist zum Beispiel ein reines Naturmaterial und ziemlich vielseitig. Wir zeigen dir, wie gut Linoleumboden zum modernen Wohnstil passt.

1. Was ist Linoleum?

Linoleum gibt es seit mehr als 150 Jahren. Entwickelt wurde es 1863 vom britischen Chemiker Frederick Walton, der eigentlich an der Herstellung besonders schnell trocknender Farben gearbeitet hatte. Eines Tages bemerkte er, dass sich auf einer der Farben auf Leinölbasis eine feste, elastische Schicht gebildet hatte. Walton entwickelte ein Verfahren, bei dem das an der Luft oxidierte Leinöl auf ein Gewebe aufgetragen wurde – und schuf so die Grundlage für den Bodenbelag, den wir heute kennen.

Umweltfreundlich durch natürliche Rohstoffe

Der Name Linoleum ist eine Kombination der lateinischen Begriffe „linum“ (Lein) und „oleum“ (Öl). Neben dem Hauptbestandteil Leinöl enthält Linoleum Naturharze und verschiedene Füllstoffe wie Holz- oder Korkmehl und Kalksteinpulver. Als Trägergewebe dient bis heute noch Jute. Damit ist Linoleumboden ein echtes Naturprodukt und sogar kompostierbar – ein klarer Pluspunkt gegenüber PVC-Böden und Teppich.

Linoleum – der Klassiker hat viele Vorteile

  • Umweltfreundlich: Linoleum Bodenbelag besteht fast ausschließlich aus Naturmaterialien und ist komplett recycelbar.
  • Antistatisch: Anders als bei viele PVC-Böden lädt sich Linoleum nicht elektrostatisch auf.
  • Antibakteriell: Leinöl, die Basis von Linoleum, hat antibakterielle Eigenschaften – das macht den Bodenbelag besonders hygienisch.
  • Pflegeleicht: Moderne Linoleumböden haben eine versiegelte Oberfläche, die robust und leicht zu reinigen ist.
  • Weiches Trittgefühl: Linoleum ist weicher als die üblichen PVC-Beläge und Laminate. Gleichzeitig ist der Bodenbelag rutsch- und kratzfest.
  • Vielseitig: Linoleumboden ist in vielen modernen Designs, als Meterware und als Klicksystem erhältlich.

2. Für welche Räume eignet sich Linoleum Bodenbelag?

Modernes Esszimmer mit Esstisch und Stühlen auf weißem Boden
Puristisch und mit leichtem Glanz: Linoleum wirkt wunderbar modern

Mit seiner großen Auswahl an Mustern und Farben eignet sich der Bodenbelag sowohl für Wohn- als auch für Nutzräume. Zu großer Form läuft Linoleumboden überall dort auf, wo er stark beansprucht wird, zum Beispiel in der Küche, im Flur oder auf der Treppe. Hier stellt das Naturmaterial seine Strapazierfähigkeit unter Beweis.

Linoleum in der Küche: einfarbig oder im klassischen Schachbrettmuster

Auf dem Küchenboden machen sich Kontraste besonders gut. Du kannst mit Linoleum zum Beispiel das klassische Schachbrettmuster in Schwarz-Weiß oder Rot-Weiß legen. Auch ein unifarbener Küchenboden in kräftigem Rot bringt Leben in die Bude – besonders in Kombination mit dem typisch leichten Glanz des Linoleums.

Hält was aus: Linoleum für Flur und Treppe

Zugegeben, Linoleum auf Treppenstufen zu verlegen ist nichts für Hobby-Handwerker. Aber wenn es gut gemacht ist, wird deine Treppe ganz schnell zum Blickfang. Schmale oder verwinkelte Flure wirken mit Linoleumboden in einem kräftigen Unifarbton gleich ein Stück offener. Auch die Strapazierfähigkeit des Linoleumbodens ist in viel frequentierten Durchgangsbereichen ein großer Vorteil.

Linoleum im Wohnzimmer: Auch mit Fußbodenheizung kein Problem

Linoleum im Wohnzimmer, wirkt das nicht irgendwie steril? Kein Stück: Der Bodenbelag ist von Natur aus weich und fußwarm. Auch mit einer Fußbodenheizung verträgt sich Linoleum problemlos. Was die Gestaltung angeht, richtest du dich einfach nach deinem Lieblings-Einrichtungsstil: Sehr klassisch ist ein Boden in durchgehendem Hellgrau oder Weiß. Es geht aber auch kontrastreich mit abwechselnd geklebten Linoleumbahnen in verschiedenen Farben, in Holz-Optik – oder modern mit Linoleum in Beton-Optik.

Teppiche und Teppichläufer, die auf Linoleum gut aussehen:

3. Was kostet Linoleumboden?

Aufgrund der natürlichen Rohstoffe und des relativ aufwendigen Herstellungsprozesses ist Linoleumboden teurer als die meisten PVC-Böden. Während etwa PVC-Fliesen schon ab 10 Euro pro m² zu haben sind, zahlst du für Linoleum-Fliesen zwischen 35 und 60 Euro pro m². Langfristig lohnt sich die Investition dennoch – insbesondere, was Lebensdauer und Optik des Bodenbelags angeht.

4. Wie verlegt man Linoleum?

Linoleum Bodenbelag ist als Meterware auf der Rolle oder als Fliesen mit Klicksystem erhältlich. Das Schneiden, Verlegen und Verkleben von Linoleumbahnen ist ein Job für Profis. Für Heimwerker eignen sich Linoleum-Fliesen. Sie bestehen aus einer Schicht Linoleum auf einer Trägerplatte und lassen sich ebenso einfach verlegen wie Laminat oder PVC-Fliesen.

5. Zu welchem Einrichtungsstil passt Linoleum als Bodenbelag?

In Sachen Design hat Linoleum mit PVC-Böden nahezu gleichgezogen: Der Bodenbelag ist in unzähligen Dekoren erhältlich. Ein besonderer Hingucker in modern eingerichteten Wohnungen sind großflächige Linoleumböden in kräftigen, glänzenden Farben oder in Mosaik-Optik. Aber auch gedeckte Farben oder das klassische marmorierte Linoleum lassen sich hervorragend mit einem modernen Wohnstil kombinieren.

6. Wie pflege ich Linoleumboden?

Die heutigen Linoleum Bodenbeläge sind viel pflegeleichter als das Linoleum der 1950er- und 60er-Jahre. Musste man damals noch regelmäßig mit Bohnerwachs ran, um Risse und Kratzer im Boden zu vermeiden, reicht es heute, das Linoleum regelmäßig feucht zu wischen. Durch die versiegelte Oberfläche bleibt der Boden glänzend und elastisch.

Diese modernen Möbel sehen auf Linoleum toll aus: