Beleuchtung

Lichtfarbe: So wirken die unterschiedlichen Farbtemperaturen in deinem Zuhause

Licht und Helligkeit sind das Gleiche? Stimmt zum Teil – aber Licht ist noch viel mehr: Es ist ein Stilmittel, das die Atmosphäre eines Raumes komplett verändern kann. Dafür verantwortlich sind vor allem die Lichtfarbe und die Lichtintensität. Warum das so ist und wie du Lichtfarben bei der Raumgestaltung gezielt einsetzen kannst, erfährst du hier.

1. Was ist Lichtfarbe?

Der Begriff „Lichtfarbe“ beschreibt den Farbeindruck, den das menschliche Auge von einer Lichtquelle wahrnimmt. Die Lichtfarbe beschreibt also jeweils die charakteristischen Eigenschaften der Lichtquelle. Dazu gehören die Lichtart, der Farbwidergabeindex und ganz wichtig die Farbtemperatur. Die Farbtemperatur einer Lichtquelle wird in Kelvin (K) gemessen. Sie hat besonderen Einfluss auf die Stimmung in einem Raum und damit auf dein Wohlbefinden.

Kaltweißes, neutralweißes und warmweißes Licht

Die typischen Lichtfarben in der Wohnraumbeleuchtung sind Kaltweiß, Neutralweiß und Warmweiß. Kaltweißes Licht wirkt eher kühl bis blaustichig und kommt damit dem natürlichen Tageslicht ziemlich nahe. Seine Farbtemperatur liegt bei 5300 Kelvin und mehr. Neutralweißes Licht liegt auf der Skala zwischen 3300 und 5300 Kelvin und wirkt auf das Auge nahezu farblos. Warmweißes Licht, das bei 3300 Kelvin und darunter liegt, wird als leicht gelblich bis hin zu einem warmen Orangeton wahrgenommen.

Wohnzimmer im industrial Style mit Pendelleuchten und langer, braun-beiger Couch
Warmweißes Licht schafft eine ruhige, einladende Atmosphäre. Besonders reizvoll wirkt es, wenn du mehrere, leicht unterschiedliche warmweiße Lichtquellen kombinierst, so wie hier Wandleuchten, Deckenleuchten und Stehleuchten (im Bild die LED Pendelleuchte „DEE glass“ von Nordlux bei OTTO).

Warum spielt die Lichtfarbe eine Rolle bei der Beleuchtung?

Das Gehirn nimmt die unterschiedlichen Lichtfarben nicht nur als Sinneseindruck wahr – sie beeinflussen auch die Hormonproduktion. Ein ausschlaggebender Faktor dafür ist das Schlafhormon Melatonin. Warmes Licht, ähnlich wie beim Sonnenuntergang, kurbelt die Melatoninproduktion des Körpers an. Du wirst ruhiger, entspannst dich und empfindest Geborgenheit. Kühles, blaustichiges Licht wie in der Morgendämmerung bewirkt das Gegenteil: Es hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons und fördert die Bildung des „Muntermacher“-Hormons Serotonin. Man braucht also nur kaltweißes Licht, um morgens in die Gänge zu kommen? Im Grunde ja – nur kann das blaustichige Licht schnell kalt und leblos wirken, sodass es in Innenräumen meist sparsam eingesetzt wird.

2. Farbtemperaturen verschiedener Lichtquellen

Künstliche LichtquellenFarbtemperatur (Lichtfarbe) in Kelvin (K)
Kerze1500 K
Glühlampe 40 Watt2600 K
Glühlampe 60 Watt2700 K
Halogenlampe 30-60 Watt2700-2800 K
Leuchtstoffröhre neutralweiß4000 K
Xenonlampe4500-5000 K
Natürliche LichtquellenFarbtemperatur (Lichtfarbe) in Kelvin (K)
Mondlicht4100 K
Morgensonne/Abendsonne5000 K
Sonnenlicht tagsüber5500 K
Bewölkter Himmel6500-7500 K

Welche Farbtemperatur haben LEDs?

Anders als bei Glühlampen oder Leuchtstoffröhren reicht das Farbtemperatur-Spektrum von LED-Leuchtmitteln von 2700 bis 8000 Kelvin. Das ist einer der entscheidenden Vorteile der innovativen Leuchtdioden: Mit LED-Leuchten kannst du in deiner Wohnung einen Tageslicht-Eindruck schaffen, eine detailgetreue, neutralweiße Beleuchtung für deinen Arbeitsplatz oder eine warme, gemütliche Atmosphäre im Wohnzimmer. Es gibt mittlerweile sogar Leuchten, bei denen nicht nur die Lichtintensität, sondern auch die Lichtfarbe dimmbar ist, sodass du mit einer Lampe unterschiedliche Stimmungen herstellen kannst.

Sessel und Beistelltisch im Skandi-Stil mit runder Hängeleuchte mit weiß satiniertem Schirm
LEDs sind energiesparend und langlebig – und zudem sind viele LED-Leuchten stufenlos dimmbar. So kannst du die Lichtintensität unabhängig von der Farbtemperatur deiner Lampen individuell einstellen (hier die LED-Pendelleuchte „Dee Glass“ von Nordlux bei OTTO).
Dekorative LED-Leuchten für dein Zuhause:
Nordlux LED Pendelleuchte »ARTIST 25«, 1-flammig
TRIO Leuchten LED Tischleuchte »NARCOS«, 1-flammig, mit 4-fach Touch
Nordlux LED Pendelleuchte »DEE glass«, 1-flammig
Philips Hue LED Wandstrahler »Runner«, 1-flammig, Smart Home
Brilliant Leuchten Race Standleuchte 1flg rostfarbend/transparent
Brilliant Leuchten Dubai Tischleuchte dreibeinig chrom
Philips Hue LED Pendelleuchte »Fair«, 1-flammig, Smart Home
s.LUCE Stehleuchte »LED SkaDa Ø 50cm in Gold, Schwarz«
SPOT Light LED Wandleuchte »TREKANT«, 2-flammig

3. Welche Lichtfarbe für welchen Raum

Jeder Raum deiner Wohnung hat eine bestimmte Funktion: Im Wohnzimmer soll es gemütlich sein, im Arbeitszimmer ist Konzentration gefragt, im Bad machst du dich bereit für den Tag. Noch besser funktioniert das mit den passenden Lichtfarben.

Lichtfarben im Wohnzimmer

Eine freundliche, einladende Atmosphäre schaffst du im Wohnzimmer am besten, wenn du den Raum mit mehreren warmweißen Lichtquellen in verschiedenen Intensitäten beleuchtest. Das Deckenlicht als Grundbeleuchtung darf auch neutralweiß sein, auf kaltweiße Lichtquellen solltest du aber verzichten. Bringe Struktur in dein Wohnzimmer, indem zu zum Beispiel eine Tischleuchte, Wandleuchten oder eine Stehleuchte in verschiedenen warmweißen Farbtemperaturen kombinierst. Kerzen oder Windlichter machen die gemütliche Stimmung perfekt.

Modernes Wohnzimmer in Grau- und Schwarztönen mit gebündelten Hängeleuchten in Schwarz
Eine neutralweiße Deckenbeleuchtung kombinierst du im Wohnzimmer am besten mit verschiedenen warmweißen Lichtquellen, um Gemütlichkeit zu erzeugen. Dazu zählen auch Kerzen – ihr warmes, orangerotes Licht vermittelt sofort Geborgenheit (LED-Pendelleuchten „Artist“ von Nordlux bei OTTO).

Lichtfarben im Arbeitszimmer

Kaltweißes Licht wirkt anregend und fördert die Konzentration – damit ist es eigentlich die ideale Beleuchtung fürs Arbeitszimmer. Allerdings solltest du sichergehen, dass das Licht nicht zu kalt wirkt, damit du dich am Schreibtisch noch wohlfühlst. Am besten kombinierst du eine neutralweiße Grundbeleuchtung mit einer kaltweißen Schreibtischlampe. Ein paar kräftige Farbakzente an den Wänden oder einige Zimmerpflanzen bringen Leben in den Raum und wirken der kühlen Beleuchtung entgegen. Wenn du deinen Arbeitsplatz im Wohnzimmer oder in einem anderen Raum eingerichtet hast, kannst du auch eine LED-Tischleuchte mit verstellbarer Farbtemperatur nutzen – so hast du zum Arbeiten kühles Licht und zum Feierabend warmes.

Lichtfarben im Bad

Zum Aufwachen am Morgen ist kaltweißes Licht im Bad ideal – beim abendlichen Schaumbad oder Schminken vor dem Spiegel aber weniger. Hier ist eine Kombination der richtigen Farbtemperaturen gefragt: Am besten wählst du ein neutralweißes oder warmweißes Deckenlicht als Grundbeleuchtung. Die Spiegelbeleuchtung sollte einen guten Farbwiedergabeindex haben, aber nicht zu kühl sein – 3400 bis 4000 K sind die ideale Farbtemperatur. Eine warmweiße Tischleuchte oder einige Windlichter sorgen für Entspannung, wenn du abends zur Ruhe kommen oder ein bisschen Wellness am Wochenende genießen möchtest.

Frau mit Schminkutensilien vor großem Spiegel im Badezimmer
Angenehmes Licht, auch wenn es draußen dunkel ist, darauf kommt es bei der Badezimmerbeleuchtung an. Ideal ist eine helle, warmweiße Lichtquelle – zu kühles Licht lässt die Haut fahl aussehen. Bei dem LED Lichtsystem „White Ambiance“ von Philips HUE kannst du zwischen verschiedenen Lichtfarben und Helligkeiten hin und her schalten.

Lichtfarben in der Küche

Die Küche ist Arbeitsplatz, Familien-Treffpunkt und oft auch der Raum, in dem der Tag beginnt. Hohe Ansprüche an die Beleuchtung – daher hast du im Idealfall ein paar mehr Lichtanschlüsse in deiner Küche. Als Grundbeleuchtung eignet sich eine neutralweiße Deckenleuchte, ebenso für die Beleuchtung der Arbeitsfläche und des Herdes. Hier solltest du auf ausreichend helles Licht achten, damit du siehst, was du gerade schnippelst. Über dem Küchentisch verbreitet warmweißes Licht eine gemütliche Stimmung. Falls in deiner Küche kein Platz für einen Tisch ist, erreichst du den gleichen Effekt mit einer Klemmleuchte am Regal oder einer Tischleuchte auf der Fensterbank.

Küche mit zwei Frauen, die auf der Stein-Arbeitsfläche Salat, Brot und Käse essen
Neutralweißes Licht über der Küchenarbeitsplatte ist ideal zum Kochen und Schnippeln. Zum Essen eignet sich dann eine warmweiße Lichtquelle besser. Ideal sind dimmbare LED-Leuchten, mit denen du zwischen den Lichtstimmungen wechseln kannst. Hier: LED-Pendelleuchte „Fair“ von Philips Hue bei OTTO.

In unserem Artikel „Küchenbeleuchtung – Tipps und Ideen für dein Küchen-Lichtkonzept“ erfährst du, wie du die einzelnen Bereiche deiner Küche richtig beleuchtest.

4. So wird Licht gemessen

Hast du auch schon mal im Baumarkt vor dem Lampen-Regal gestanden und dich gefragt, welches Leuchtmittel das richtige ist? Die Wattzahl ist ja noch einigermaßen vertraut – aber was hat es mit Lumen, Kelvin und CRI auf sich? Eine Übersicht.

Farbtemperatur (Kelvin)

Die Farbtemperatur ist auf jeder Leuchtmittelverpackung angegeben. Anders als bei der klassischen Temperaturangabe in Celsius gilt bei Kelvin: Je höher die Farbtemperatur, desto kälter das Licht. Als Richtwerte dienen zwei Zahlen: 2700 K ist das warme Licht „altmodischer“ Glühbirnen, 5600 K ist kühles, blaustichiges Tageslicht.

Lichtintensität (Lumen)

Die Lichtintensität ist auf der Leuchtmittelverpackung mit der Abkürzung „lm“ angegeben. Der so genannte Lichtstrom gibt an, wie hell ein Leuchtmittel leuchtet. Entscheidend für die Helligkeit des Leuchtmittels ist aber nicht nur der Lichtstrom, sondern auch die Lichtausbeute lm/W. Sie gibt an, wie viel Lumen pro Watt einer Leuchte abgegeben werden. Eine klassische 60-W-Glühbirne hat zum Beispiel eine Lichtausbeute von rund 12 lm/W, während die Lichtausbeute einer 60-W-LED-Leuchte bei 70 lm/W und höher liegt. Viele Hersteller drucken bei neueren Leuchtmitteln einen Glühbirnen-Vergleichswert auf die Verpackung, damit du dich besser zurechtfindest.

Kind und Vater sitzen unter heller Hängeleuchte am Küchentisch und basteln ein Vogelhaus
Helles Licht mit einem hohen Farbwiedergabeindex (angegeben in CRI) ist nicht nur beim Kochen eine große Hilfe, sondern auch bei allen Hand- und Bastelarbeiten, bei denen es auf die Details ankommt (LED Lichtsystem „White Ambiance“ von Philips HUE bei OTTO).

Farbwiedergabeindex (Color Rendering Index, CRI)

Der Farbwiedergabeindex gibt Aufschluss darüber, wie genau eine Lichtquelle Farben darstellen kann. Je höher der Farbwiedergabeindex, desto natürlicher wirkt das Licht – und desto besser lassen sich Details ausmachen. Den Richtwert gibt Sonnenlicht mit einem CRI von 100 vor, dem höchsten Wert, den ein Leuchtmittel erreichen kann. Ein hoher CRI ist vor allem dort wichtig, wo du dich konzentrieren musst oder wo es auf die Details ankommt, zum Beispiel beim Kochen, beim Zeichnen oder auch beim Schminken vor dem Badezimmerspiegel. Darum wird für Küchenarbeitsflächen, Spiegelleuchten oder Arbeitsleuchten für Zeichen- und Handarbeitstische ein Farbwiedergabeindex vom 80–90 empfohlen.

Leuchtmittel in verschiedenen Lichtfarben:
Philips Hue »White Ambiance« LED-Lichtsystem, GU10, 3 Stück, Neutralweiß, Tageslichtweiß, Warmweiß, Extra-Warmweiß, Farbwechsler, smartes LED-Lichtsystem mit App-Steuerung
MÜLLER LICHT »Birnenform« LED-Leuchtmittel, E27, 4 Stück, Warmweiß
Philips Hue White E27 3-er Starter Set inkl. Dimmschalter - smartes LED-Lichtsystem m. App-Steuerung
Philips Hue White & Color Ambiance E14 Doppelpack - smartes LED-Lichtsystem mit App-Steuerung
EGLO »Eglo CONNECT« LED-Leuchtmittel, E27, Warmweiß, Neutralweiß, Farbwechsler, Tageslichtweiß, CCT-Lichtsteuerung
Osram SMART+ Flexibles LED-Modul, dimmbar, 5 m »HomeKit Outdoor Flex Multicolour«
Näve LED Leuchtmittel, 3er Set, »E27 Filament«
MÜLLER LICHT »Birnenform« LED-Leuchtmittel, E27, 4 Stück, Warmweiß
Osram 3er Set LED CLASSIC B, LED Lampen »BASE RF CLAS B 40 4 W/827 E14 FIL«
Osram 3er Set LED-Llampe BASE PAR16 »BASE PAR 16 50 36° 4.3 W/827«