Herbstdeko

Zu Besuch im Kürbisparadies

Keine zehn Kilometer von meinem Zuhause entfernt, kurz hinter der holländischen Grenze, genauer gesagt in Posterholt, Provinz Limburg, befindet sich das Kürbisparadies von Carin Smeets. Jedes Jahr im September zieht es mich magisch dorthin und ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert und verzaubert von all den schönen verschiedenartigen Kürbissen und natürlich auch vom traumhaft schönen Garten, der wie aus einer anderen Zeit erscheint und der mich immer stark an herzschmerzzerreißende Rosamunde-Pilcher-Filme erinnert.

Herbstzeit ist Kürbiszeit. Kürbisse machen sich nicht nur hervorragend im Kochtopf, im Kuchen und im Marmeladenglas, sondern man kann sie auch ganz toll zur Dekoration (z.B. auch selbst geschnitzte Halloween Kürbisse) einsetzen, wie Ihr auf meinen Fotos erkennen könnt. Ich kenne Carin schon seit vielen Jahren. Sie ist eine unheimlich herzliche und liebenswerte Person und sie war so nett, mir all meine neugierigen Fragen rund ums Thema Kürbisse zu beantworten.

Carin, seit wann züchtest Du Kürbisse und wie kam es dazu?
Vor 25 Jahren bekam ich zum Geburtstag ein Kürbisbuch und einige Kürbiskerne geschenkt. Ich verliebte mich unsterblich in ein Foto, auf dem grüne und weiße Kürbisse abgebildet waren. Da war es um mich geschehen und seitdem züchten wir jedes Jahr aufs Neue die schönsten Kürbisse. Da mein Mann auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, standen uns von Anfang an hilfreiche Dinge wie Traktor, Anhänger und eine große Ackerfläche zur Verfügung. Dinge, die für die Kürbiszucht natürlich unverzichtbar sind.

Du hast eine Riesenauswahl der schönsten Kürbisse, die ich bisher in Deutschland noch nirgends oder zumindest nur sehr selten gesehen habe. Woher beziehst Du den Samen?
Die Schwester meines Mannes hatte vor 25 Jahren eine Weltreise gemacht. Viele Gäste aus aller Welt kamen später zu Besuch. Auch zu uns nach Posterholt. Die Australier haben über unsere Kürbiszucht nur gelacht. Denn in Australien sind Kürbisse so normal wie hier Kartoffeln. Sie werden dort überwiegend gegessen und weniger zur Dekoration eingesetzt. Die ersten Jahre bekamen wir durch die zahlreichen Besucher Samen aus Tasmanien, Australien, Amerika, Frankreich, Italien und Madeira. Heutzutage kann man Kürbissamen im gut sortierten Samenhaus kaufen, auch online.

Kannst Du uns ein wenig über die Kürbisaufzucht erzählen?
Bis zur Reife auf den Feldern ist es ein weiter und arbeitsreicher Weg. Im Frühjahr werden erstmal die Kerne in Töpfe gesät, später ausgepflanzt und über den ganzen Sommer werden die heranwachsenden Pflanzen liebevoll gehegt und gepflegt. Jeder Kürbis benötigt 100 Tage bis zur Ernte, egal ob sie 100 Gramm oder 100 Pfund wiegen. Fast unglaublich ist der enorme Pflanzbedarf. Riesenkürbisse benötigen bis zu 30 Quadratmeter. Wir züchten 30 verschiedene Sorten. Der schwerste Kürbis wiegt ca. 30 Kilogramm.

Wie lange halten sich Kürbisse?
Wir züchten Kürbisse mit einer Halbbarkeitsdauer von einem halben Jahr oder länger. Wichtig ist die richtige Lagerung. Keinesfalls zu kühl und zu feucht. Eine Raumtemperatur über 15 Grad ist optimal.

Hast Du ein schnelles und einfaches Kürbisrezept für unsere Roombeez-Leser?
Hokkaido nicht schälen, nur die Kerne entfernen. In Stücke schneiden und zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch und Paprika süß-sauer aus dem Glas andünsten. Wasser mit Bio-Bouillon-Gemüse zufügen, mit Sahne abschmecken.

Was macht Dir an der Kürbisarbeit am meisten Spaß?
Die Ernte ist das Ziel, es ist jedes Mal ein Fest nach der ganzen Arbeit. Unter jedem Blatt finden wir eine Überraschung. Wir erfreuen uns an jedem einzelnen Kürbis.

Danke, liebe Carin, für das tolle Gespräch!

Herbstliche Deko mit Kürbis-Motiven: