Küche

Küchenfronten lackieren oder bekleben: Ein neuer Look für deine Küche

Manchmal packt uns die Lust auf Veränderung. Zum Beispiel in der Küche: Die Küchenfronten haben längst ihren alten Glanz verloren, aber es fehlen Zeit und Budget für eine Rundum-Erneuerung? Keine Sorge, du musst nicht gleich eine neue Küche kaufen. Etwas Lack oder Folie reichen oft schon aus für ein schnelles Küchen-Makeover.

1. Tipps rund um das Renovieren von Küchenfronten

Die Küchenfronten sind das Gesicht einer Küche. Sie verkleiden Ober- und Unterschränke sowie die Kücheninsel und nehmen dadurch die größte Fläche ein. Sie sind das erste, auf das der Blick fällt, wenn man den Raum betritt. Umso besser, dass sich die Fronten verhältnismäßig unkompliziert modernisieren lassen. Du kannst sie neu streichen, mit Folie bekleben oder komplett austauschen. Da eine Einbauküche aus genormten Einzelteilen besteht, lassen sich Materialien und Zubehör meist ohne Probleme nachkaufen. Mietest du die Küche gemeinsam mit deiner Wohnung, sprichst du dein Makeover am besten einmal kurz mit deinem Vermieter ab.

Aus alt…

Der alte Look in Himmelblau muss weg

...mach neu!

Die renovierte Küchenzeile strahlt jetzt in Weiß mit schwarzen Accessoires

Bei der Neugestaltung der Küchenfronten sind ein paar Dinge zu beachten:

  • Griffe sind das optische i-Tüpfelchen einer jeden Küchenfront und machen den Charakter einer Küche erst komplett. Wenn du neue Griffe für deine Türen und Schubladen aussuchst, stimme ihre Farbe, die Form und das Material auf die neu gestalteten Fronten ab. Wenn du die vorhandenen Löcher in den Fronten verwenden willst, wähle Griffe mit dem gleichem Abstand. So erhältst du ein harmonisches Ganzes.
  • Die Arbeitsplatte sollte ebenfalls auf die Küchenfronten abgestimmt sein. Je nach Geschmack gehen sie einfarbig ineinander über oder die Platte setzt einen schönen farblichen Kontrast.
  • Sockelleiste, Spritzschutz und Küchenfront sind meist aufeinander abgestimmt und bilden optisch eine Einheit. Wenn du die Küchenfronten umgestaltest, achte darauf, dass sie weiterhin zu Sockelleiste und Spritzschutz passen. Oder du renovierst gleich alles zusammen.
Küchenfronten, Arbeitsplatte und Spritzschutz bilden eine Einheit

2. Küchenfronten lackieren

Vorteile:

  • Individuelle Farbwahl
  • Geeignet für Fronten mit Innenprofil
  • Möglichkeit, die Sockelleiste farblich anzupassen

Welcher Lack für die Modernisierung deiner Küchenfronten geeignet ist, hängt von deinen persönlichen Vorlieben und von der Beschaffenheit deiner Küchenfronten ab. Je nachdem, ob sie eine Holz- oder Kunststoff-Oberfläche haben, benötigst du unterschiedliche Lacke. Zudem sind die entsprechenden Buntlacke meist noch mit seidenmattem oder glänzendem Finish erhältlich. Im Fachhandel gibt es mittlerweile speziellen Küchenmöbellack, du kannst aber auch Hybridlacke oder Zwei-Komponenten-Lacke verwenden.

Das benötigst du:

  • Buntlack
  • Grundierung
  • Farbrolle (für Lacke geeignet)
  • Lackpinsel
  • Abdeckplane und Malerkrepp
  • Lack-/Farbschale
  • Schleifpapier (180er-Körnung)
  1. Vorbereitung: Schraube zunächst die Griffe ab und demontiere die Fronten. Wenn du die Sockelleisten im gleichen Farbton streichen möchtest, nimm sie ebenfalls ab. Reinige die Fronten gründlich mit Seifenwasser und einem Fettlöser vom üblichen Küchenschmutz.
  2. Anschleifen: Schleife anschließend die Flächen gleichmäßig mit einem feinen Schleifpapier (180er Körnung) an. Dann wischst du sie nochmal mit einem feuchten Tuch ab, um alle Staubpartikel zu entfernen.
  3. Grundierung: Für die Grundierung verwendest du einen speziellen Vorlack, den du mit der Farbrolle aufträgst. Am besten wählst du einen Vorlack, der deiner Wunschfarbe am nächsten kommt – es gibt sie beispielsweise in Weiß, Grau oder Beige. Lass die Grundierung anschließend gut trocknen.
  4. Zwischenschliff: Nachdem die Fronten getrocknet sind, schleife sie erneut an und entferne anschließend den Staub wieder mit einem feuchten Tuch. Mögliche Unebenheiten schleifst du einfach weg.
  5. Finish: Lackiere nun die Flächen und Kanten der Fronten mit dem Farblack. Achte darauf, die Schicht möglichst gleichmäßig aufzutragen, damit keine Nasen entstehen. Für ein optimales Ergebnis solltest du den Vorgang mindestens noch einmal wiederholen. Grundsätzlich gilt: lieber dünn auftragen und dafür einmal mehr streichen.

Nachdem der Anstrich komplett durchgetrocknet ist, kannst du die Küchenfronten wieder anbringen und die Griffe befestigen.

3. Küchenfronten mit Folie bekleben

Vorteile:

  • Einfache Montage
  • Große Auswahl an Farben und Mustern
  • Rückstandslos wieder zu entfernen

Eine gute Alternative zum Lackieren der Küchenfronten sind selbstklebende Folien. Vor allem bei glatten Flächen ist Küchenfolie eine gute Option. Du hast die Wahl zwischen einfarbigen und gemusterten Folien, Echtholzoptik, Naturstein- oder Betonoptik. Auch Klebefolien gibt es in matter oder glänzender Ausführung.

Das benötigst du:

  • Gummirakel, Tapetenglätter oder Fensterabzieher
  • Cutter
  • Schere
  • Lineal
  • Schraubendreher
Ausrufezeichen
Lege die selbstklebende Folie am Abend vor der Renovierung deiner Küche aus und beschwere sie an den Ecken. So rollt sie sich beim Arbeiten nicht ständig von selbst zusammen.
  1. Vorbereitung: Montiere zunächst die Griffe und dann die Küchenfronten ab und befreie die Flächen mit Seifenwasser und Fettlöser gründlich von Staub und Schmutz.
  2. Zuschneiden: Am besten lassen sich die Flächen ausmessen, indem du Folie und Küchenfront direkt „trocken“ aufeinander auf den Küchentisch legst. Schneide die Folie mit einem Rand von etwa 4–5 cm um die Front herum zu. Dieser Rand wird später um die Ecken und Kanten gelegt und bildet einen schönen Abschluss.
  3. Kleben: Jetzt kann das Kleben losgehen. Lege dazu die Küchenfront mit der Oberfläche nach oben auf den Küchentisch. Ziehe an einer Ecke der Folie vorsichtig die Schutzschicht ab. Drücke die Folienecke auf die Ecke deiner Front – aber denk daran, einen Rand stehen zu lassen! Stück für Stück kannst du die Folie nun von den Ecken ausgehend aufbringen. Damit keine Falten entstehen, streichst du mit dem Gummirakel vorsichtig über die beklebte Fläche und entfernst so eventuelle Luftbläschen.
  4. Ecken & Kanten: Schneide zum Schluss den überstehenden Rand an den Ecken im 45°-Winkel ein. So kannst du die Folie über die Seitenränder ziehen und an den Ecken übereinander kleben. Entferne die überflüssige Folie mit dem Cutter oder der Schere. Jetzt musst du die Fronten nur noch montieren und deine Griffe oder Knöpfe wieder anschrauben.
Pimp your kitchen – das passende Zubehör für deine Küchenfronten:

4. Gestaltungsideen für neue Küchenfronten

Küchenzeile mit Waschbecken in Weiß und mit Fronten in Holz-Optik.
Weiß und Holz – der klassische Skandi-Stil

Die Kombination aus Holztönen und Weiß wirkt kontrastreich und trotzdem harmonisch. Bei der Gestaltung der Küchenfronten kannst du ruhig mit verschiedenen Holztönen experimentieren – etwa eine hellere Holz-Optik, die schön zu einer Arbeitsplatte in dunklerem Holz passt. Achte darauf, die Oberschränke in heller Holz-Optik zu gestalten – so wirkt die Küche nach oben schön luftig und offen.

Industrial Style in Beton-Optik

Der absolute Küchentrend ist der Industrial Stil mit Küchenfronten in Beton-Optik. Das helle Grau lässt sich wunderbar mit Elementen aus Holz oder Kupfer kombinieren – so bleibt die Wirkung trotz des „rohen“ Looks locker und freundlich.

Kontrastreich in Schwarz und Weiß

Den Schwarz-Weiß-Look kannst du in der kompletten Küche umsetzen, von den Bodenfliesen bis zu den Hängeschränken. Je nach Lust und Laune passen dazu Accessoires in Gold oder Pastelltöne, aber auch warme Holz-Töne oder leuchtende Farbakzente. Ideal für eine schwarz-weiße Küche: Die Küchenfronten mit Tafellack streichen oder mit Tafelfolie bekleben und immer wieder neu mit Kreide und Tafelstiften gestalten.

Satte Farben für mehr Abwechslung

Wer ein bisschen mehr Abwechslung in seine Küche bringen will, der kann sich auch bei den Küchenfronten für viele tolle Farben entscheiden. Ob zarte Pastelltöne oder ein kräftiges Kirschrot – der Fantasie sind bei der bunten Küchengestaltung keine Grenzen gesetzt. Einige Tipps für die Farbwahl:

  • Helle Farben in der Küche wirken leicht und freundlich. Weiß, Beige, Hellgelb und Co. lassen den Raum größer und weiter erscheinen.
  • Dunkle Farben machen eine große Küche gemütlich. Kräftiges Dunkelrot, Moosgrün oder Marineblau begrenzen und setzen Akzente, verbreiten aber auch Geborgenheit. Kühle Farben wie Grün- und Blautöne wirken zudem beruhigend.
Mehr Zubehör zum Aufpeppen deiner Küche: