Küche

Küchenfronten lackieren: Tipps und Anleitungen für neue Küchenfronten

Manchmal packt uns die Lust auf Veränderung. Zum Beispiel in der Küche: Die Küchenfronten haben längst ihren alten Glanz verloren, aber es fehlen Zeit und Budget für eine Rundum-Erneuerung? Für einen neuen Look kannst du deine Küchenfronten einfach lackieren oder bekleben. Mit diesen Tipps und Anleitungen gelingt das Küchen-Makeover.

1. Küchenfronten renovieren: Möglichkeiten und Kosten

Küchenfronten lackieren

Vorteile:Individuelle Farbwahl, geeignet für Fronten mit Innenprofil, Sockelleisten können farblich angepasst werden
Arbeitsaufwand:Hoch
Kosten:Günstig

Küchenfronten bekleben

Vorteile:Einfache Montage, große Auswahl an Farben und Mustern, rückstandslos wieder zu entfernen
Arbeitsaufwand:Gering
Kosten:Mittel

Küchenfronten austauschen

Vorteile:Freie Auswahl an Modellen, geringer Aufwand, großer Vorher-Nachher-Effekt
Arbeitsaufwand:Gering
Kosten:Hoch

2. Anleitung: Küchenfronten lackieren

Welcher Lack für die Modernisierung deiner Küchenfronten geeignet ist, hängt von der Beschaffenheit deiner Küchenfronten ab, denn Holz- oder Kunststoff-Oberfläche benötigen unterschiedliche Lacke. Die entsprechenden Buntlacke sind meist mit seidenmattem oder glänzendem Finish erhältlich. Im Fachhandel gibt es mittlerweile speziellen Küchenmöbellack, du kannst aber auch Hybridlacke oder Zwei-Komponenten-Lacke verwenden.

Graue Küche mit schwarzen Wandfliesen

Folgendes Material brauchst du:

  • Buntlack
  • Grundierung
  • Farbrolle (für Lacke geeignet)
  • Lackpinsel
  • Abdeckplane und Malerkrepp
  • Lack-/Farbschale
  • Schleifpapier (180er-Körnung)
  • Schleifpapier (180er-Körnung)

Und so funktioniert es:

  • Vorbereitung: Schraube zunächst die Griffe ab und montiere die Fronten ab. Wenn du die Sockelleisten im gleichen Farbton streichen möchtest, nimm sie ebenfalls ab. Reinige die Fronten gründlich mit Seifenwasser und einem Fettlöser vom üblichen Küchenschmutz.
  • Anschleifen: Schleife anschließend die Flächen gleichmäßig mit einem feinen Schleifpapier (180er Körnung) an. Dann wischst du sie nochmal mit einem feuchten Tuch ab, um alle Staubpartikel zu entfernen.
  • Grundierung: Für die Grundierung verwendest du einen speziellen Vorlack, den du mit der Farbrolle aufträgst. Am besten wählst du einen Vorlack, der deiner Wunschfarbe am nächsten kommt – es gibt sie beispielsweise in Weiß, Grau oder Beige. Lass die Grundierung anschließend gut trocknen.
  • Zwischenschliff: Nachdem die Fronten getrocknet sind, schleife sie erneut an und entferne anschließend den Staub wieder mit einem feuchten Tuch. Mögliche Unebenheiten schleifst du einfach weg.
  • Finish: Lackiere nun die Flächen und Kanten der Fronten mit dem Farblack. Achte darauf, die Schicht möglichst gleichmäßig aufzutragen, damit keine Nasen entstehen. Für ein optimales Ergebnis solltest du den Vorgang mindestens noch einmal wiederholen. Grundsätzlich gilt: lieber dünn auftragen und dafür einmal mehr streichen.

Nachdem der Anstrich komplett durchgetrocknet ist, kannst du die Küchenfronten wieder anbringen und die Griffe befestigen.

3. Küchenfronten lackieren: Vorher-Nachher

Vorher:

Der alte Look in Himmelblau muss weg.

Nachher:

Die renovierte Küchenzeile strahlt jetzt in Weiß mit schwarzen Accessoires!
Küchenfronten, Arbeitsplatte und Spritzschutz bilden nach dem Makeover eine Einheit.

Tipps für die Neugestaltung:

  • Damit die Arbeitsflächen nach dem Makeover noch zur Küche passen, kannst du die Arbeitsplatte komplett austauschen, lackieren oder bekleben.
  • Wenn du neue Griffe für deine Türen und Schubladen aussuchst, stimme ihre Farbe, die Form und das Material auf die neu gestalteten Fronten ab.
  • Sockelleiste und Küchenfront sind meist aufeinander abgestimmt. Beklebe oder lackiere die Leisten nach dem Makeover für einen einheitlichen Look.
  • Damit der Spritzschutz ebenfalls zur neuen Küchengestaltung passt, kannst du ihn lackieren oder austauschen.

Tolle Gestaltungsideen für die Küchenrückwand findest du im Beitrag „Fliesenspiegel in der Küche: Tipps und Ideen für eine dekorative Küchenrückwand“.

Farben und Klebefolien für Küchenfronten:

4. Anleitung: Küchenfronten mit Folie bekleben

Eine gute Alternative zum Lackieren der Küchenfronten sind selbstklebende Folien. Vor allem bei glatten Flächen ist Küchenfolie eine gute Option. Du hast die Wahl zwischen einfarbigen und gemusterten Folien, Echtholz-, Naturstein- oder Betonoptik. Klebefolien gibt es in matter oder glänzender Ausführung.

Klebefolie „Helle Bambus Optik“ von Bilderwelten bei OTTO

Folgendes Material brauchst du:

  • Gummirakel, Tapetenglätter oder Fensterabzieher
  • Cutter
  • Schere
  • Lineal
  • Schraubendreher

Und so funktioniert es:

  1. Vorbereitung: Montiere zunächst die Griffe und dann die Küchenfronten ab und befreie die Flächen mit Seifenwasser und Fettlöser gründlich von Staub und Schmutz.
  2. Zuschneiden: Am besten lassen sich die Flächen ausmessen, indem du Folie und Küchenfront direkt „trocken“ aufeinander auf den Küchentisch legst. Schneide die Folie mit einem Rand von etwa 4-5 cm um die Front herum zu. Dieser Rand wird später um die Ecken und Kanten gelegt und bildet einen schönen Abschluss.
  3. Kleben: Lege die Küchenfront mit der Oberfläche nach oben auf den Küchentisch und ziehe an einer Ecke der Folie vorsichtig die Schutzschicht ab. Drücke die Folienecke auf die Ecke deiner Front – aber denk daran, einen Rand stehen zu lassen. Stück für Stück kannst du die Folie nun von den Ecken ausgehend aufbringen. Damit keine Falten oder Luftbläschen entstehen, streichst du mit dem Gummirakel vorsichtig über die beklebte Fläche.
  4. Ecken und Kanten: Schneide zum Schluss den überstehenden Rand an den Ecken im 45°-Winkel ein. So kannst du die Folie über die Seitenränder ziehen und an den Ecken übereinander kleben. Entferne die überflüssige Folie mit dem Cutter oder der Schere. Jetzt musst du die Fronten nur noch montieren und deine Griffe oder Knöpfe wieder anschrauben.
Ausrufezeichen
Lege die selbstklebende Folie am Abend vor der Renovierung deiner Küche aus und beschwere sie an den Ecken. So rollt sie sich beim Arbeiten nicht ständig von selbst zusammen.

5. Gestaltungsideen für deine Küchenfronten

Klebefolie „Shabby Betonoptik“ von Bilderwelten bei OTTO

Der absolute Küchentrend ist der Industrial Stil mit Küchenfronten in Beton-Optik. Das helle Grau lässt sich wunderbar mit Elementen aus Holz oder Kupfer kombinieren – so bleibt die Wirkung trotz des „rohen“ Looks locker und freundlich.

Selbstklebende Tafelfolie „Kreidetafel Küche“ von Bilderwelten bei OTTO

Den Schwarz-Weiß-Look kannst du in der kompletten Küche umsetzen, von den Bodenfliesen bis zu den Hängeschränken. Ideal für eine schwarz-weiße Küche: eine Tafelwand, die du immer wieder neu mit Kreide und Tafelstiften gestalten kannst. Alternativ kannst du auch die Küchenfronten mit Tafellack streichen oder mit Tafelfolie bekleben.

Küchenzeile mit Waschbecken in Weiß und mit Fronten in Holz-Optik.

Die Kombination aus Holztönen und Weiß sieht kontrastreich und trotzdem harmonisch aus. Experimentiere beim Aufpeppen deiner Küchenfronten ruhig mit verschiedenen Holztönen. Auf den Oberschränken wirkt eine helle Folie in Holzoptik besonders luftig.

Küche mit brauner Akzentwand, blauen Unterschränken und Arbeitsplatte aus Holz

Wenn du mehr Abwechslung in deine Küche bringen möchtest, kannst du dich auch für bunte Küchenschränke entscheiden: Ob ein zarter Blauton oder ein kräftiges Kirschrot – bunt lackierte Küchenfronten sind ein echter Blickfang.

Tipps für die Farbwahl:

  • Helle Farben in der Küche wirken leicht und freundlich. Weiß, Beige, Hellgelb lassen den Raum größer und weiter erscheinen.
  • Dunkle Farben machen eine Küche gemütlich. Kräftiges Dunkelrot, Moosgrün oder Marineblau begrenzen und setzen Akzente, verbreiten aber auch Geborgenheit. Kühle Farben wie Grün- und Blautöne wirken zudem beruhigend.
Zubehör zum Aufpeppen deiner Küche: