Garten

Kräuterspirale bauen: Anleitung für ein dekoratives Kräuterbeet im Garten

Begrünte Beete im Garten sind etwas Wunderbares. Noch schöner ist es aber, wenn sie nicht nur deinen Garten, sondern auch deine Küche bereichern. Mit einer Kräuterspirale ist das ganz leicht: In den stufenförmig angeordneten Beeten gedeihen heimische und mediterrane Kräuter wie von allein und sehen toll aus. Hier erfährst du, wie du selbst ein dekoratives Kräuterbeet anlegen kannst und welche Pflanzen sich für die Kräuterspirale eignen.

1. Vorteile einer Kräuterspirale

Das Besondere an einer Kräuterspirale ist der spiralförmige Aufbau, der sich leicht in die Höhe schraubt. Diese Bauweise ist platzsparend: Wenn du deinen Kräutergarten auf diese Weise anlegst, kannst du viele Kräuter auf kleinster Fläche unterbringen.Gleichzeitig entstehen durch den gewundenen Aufbau unterschiedliche Feuchtzonen, die jeweils ideale Bedingungen für die Ansprüche verschiedener Pflanzen bieten. Überschüssiges Wasser kann gut ablaufen und bewässert weiter unten sitzende Pflanzen, die es feucht und nährstoffreich mögen. Oben auf der Kräuterspirale gedeihen dagegen die Pflanzen, die eher trockene und nährstoffarme Böden bevorzugen. Wenn du magst, kannst du am Ende der Kräuterspirale ein kleines Wasserbecken anlegen, in dem sich das ablaufende Wasser sammelt.

Kräuterbeet mit Blumentöpfen als Pflanzenmarker
Alle Küchenkräuter mögen Sonne, aber nicht alle haben den gleichen Wasserbedarf. Petersilie, Schnittlauch und Minze mögen feuchte Böden, während mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Lavendel es eher trocken lieben.

2. Der richtige Standort für den Kräutergarten

Um einen Kräutergarten anzulegen, wählst du am besten einen windgeschützten und sonnigen Platz in deinem Garten, da die meisten Kräuter bei Wärme und Licht am besten gedeihen. Ideal ist es, wenn deine Kräuterspirale nicht allzu weit vom Haus entfernt ist – so kannst du zwischendurch schnell ein paar Kräuter für die Küche schneiden.

Was die Fläche für deine Kräuterschnecke angeht, solltest du mit 3–7 Quadratmetern rechnen, je nachdem, wieviel Platz in deinem Garten zur Verfügung steht. Die benötigte Fläche richtet sich auch nach der Höhe der Kräuterspirale: Bei einer Höhe von 80 cm sollte die Kräuterspirale einen Durchmesser von mindestens 1,5 Metern haben. So stehen die Steine deines Kräuterbeetes stabil und die Kräuter können sich in der Erde gut entfalten.

3. Anleitung: Kräuterspirale bauen

Du kannst Kräuterbeete oder Hochbeete auch fertig kaufen – noch mehr Spaß macht es aber, eine Kräuterspirale selbst anzulegen und zu bepflanzen. Der schwierigste Teil ist das Setzen der Steine: Liegen sie erst mal an Ort und Stelle, geht es eigentlich ganz schnell mit deinem individuellen Kräuterbeet.

Folgende Materialien und Werkzeuge benötigst du

  • Klinker- oder Natursteine für die Trockenmauer – die Menge richtet sich nach der Größe des Kräuterbeets
  • Schotter zum Auffüllen
  • Sand
  • Kompost und Humus
  • Pflanzerde
  • Spaten
  • Kräuter deiner Wahl, heimische und mediterrane
  • Optional: Teichfolie oder Fertigteich
Kräuterspirale aus Natursteinen mit verschiedenen Kräutern im Garten
Mit einer Mauer aus Natursteinen sieht deine Kräuterspirale besonders dekorativ aus. Du bekommst sie zum Beispiel im Baustoffhandel. Alternativ kannst du aber auch normale Klinkersteine verwenden – nach etwa einem Jahr haben sie eine schöne Patina.

Kräuterspirale anlegen Schritt für Schritt

  1. Grundriss abstecken
    Stecke mit Pflöcken und einer gespannten Schnur den Grundriss deines Kräuterbeets ab. Orientiere dich dabei an der Form einer Spirale. Die untere Öffnung der Spirale sollte in Richtung Süden zeigen.
  2. Boden abtragen
    Grabe den Boden der abgesteckten Fläche etwa eine Spatentiefe aus. Falls du am Fuß der Kräuterspirale einen Teich anlegen möchtest, solltest du hier ein etwa 40 cm tiefes Becken ausgraben.
  3. Fundament aufschütten
    Fülle die Grundfläche etwa 10 cm hoch mit grobem Schotter auf. Er bildet das Fundament für die Steinmauer. Den Bereich für das Wasserbecken sparst du dabei aus.
  4. Erste Reihe Steine legen
    Lege die erste Reihe Steine in Form einer Spirale mit zwei Windungen entlang deiner Grundriss-Markierung. Benutz dafür Klinkersteine oder Natursteine, je nachdem was besser in deinen Garten passt.
  5. Erste Steinreihe auffüllen
    Fülle die Fläche mit grobem Schotter aus. Im Kern sollte die Schotterschicht etwa 50 cm dick sein und zum unteren Ende hin langsam flach auslaufen.
  6. Weitere Steinreihen aufbauen
    Baue die Steinmauer anschließend nach und nach spiralförmig auf, indem du die Steine lose aufeinandersetzt. Achte darauf, dass die Kräuterspirale mit jeder weiteren Reihe in die Höhe wächst. Dazu setzt du immer einen Stein mehr auf den anderen, wenn du die Rundung aufbaust.
  7. Steinmauer mit Erde befüllen
    Zum Befüllen der Kräuterspirale nutzt du am besten Gartenerde oder Pflanzerde, die du für die jeweiligen Zonen mit Sand, Kompost und Humus mischst. Für die oberste trockene Zone wird die Erde zur Hälfte mit Sand gemischt. Nach unten hin wird der Sandanteil in der Erde immer weniger, stattdessen wird mehr Humus und Kompost beigemischt. Am unteren Ende bzw. am Teichbecken besteht die Erdmischung nur noch aus Humus und Kompost. Hier ist der Nährstoffgehalt am höchsten.
  8. Optional: Teich anlegen
    Wenn du einen Teich am Fuß der Kräuterspirale anlegen willst, kannst du das zuvor gegrabene kleine Becken mit Teichfolie auslegen. Noch schneller geht es, wenn du einen Fertigteich aus Kunststoff in das Loch setzt. Fülle eine etwa 5 cm dicke Sandschicht als Schutz unter die Folie oder das Becken – dann kannst du deinen Mini-Teich auch schon mit Wasser befüllen.

4. Kräuterspirale bepflanzen

Nachdem du dein Kräuterbeet angelegt hast, solltest du den verschiedenen Schichten etwas Zeit geben, um sich zu setzen. Idealerweise wartest du ein paar Regenschauer ab, damit sich die Erde verdichten kann. Und dann kann es auch schon losgehen: Der beste Zeitpunkt, um die Kräuterspirale zu bepflanzen, ist im Frühling ab Anfang Mai, da viele Gartenkräuter Frost nur schlecht vertragen. Bei der Auswahl der Kräuter kannst du aus dem Vollen schöpfen: Von heimischen Kräutern bis hin zu mediterranen Gewächsen gedeiht in den verschiedenen Bodenzonen nahezu alles.

Obere Zone: Trockener und nährstoffarmer Boden

  • Rosmarin
  • Lavendel
  • Thymian
  • Oregano
  • Majoran
Zwei Hände mit Pflanzschaufel setzen Thymian in ein Beet ein
Einige Kräuter wachsen nur langsam, andere, wie Petersilie und Oregano, breiten sich unter den richtigen Bedingungen sehr schnell aus. Daher kann es sinnvoll sein, einige Pflanzen im Herbst auszudünnen oder umzupflanzen, damit sie die anderen Kräuter im Kräuterbeet nicht überwuchern.

Mittlere Zone: Mäßig trockener und nährstoffreicher Boden

  • Koriander
  • Schnittlauch
  • Kresse
  • Zitronenmelisse
  • Fenchel

Untere Zone: Feuchter und nährstoffreicher Boden

  • Petersilie
  • Basilikum
  • Minze
  • Estragon
  • Dill

5. Pflegetipps für deinen Kräutergarten

Richtig angelegt, gedeiht dein Kräutergarten eigentlich fast von allein – aber mit diesen Pflegetipps kannst du sicherstellen, dass deine Kräuter Jahr für Jahr üppig und gesund wachsen.

Verschiedene Kräuter auf Holzpodest im Garten
  • Mehrjährige Kräuter pflanzen: Mehrjährige Kräuter machen dir wenig Arbeit – sie überstehen den Winter im Kräuterbeet und treiben jedes Frühjahr wieder neu aus. Beispiele sind Baldrian, Estragon, Fenchel, Schnittlauch oder Rosmarin.
  • Pflanzen regelmäßig stutzen: So schön ein üppiges Pflanzenwachstum auch ist, einige Kräuter solltest du hin und wieder zurückschneiden. Rosmarin zum Beispiel wächst in die Höhe, Oregano breitet sich stark aus. Stutze zu groß gewordene Pflanzen jeweils im Herbst oder teile sie und pflanze sie um.
  • Sparsam düngen: In einer Kräuterspirale ist der Boden für die jeweiligen Kräuter ausreichend mit Nährstoffen versorgt – es reicht daher, wenn du den Boden bei Gelegenheit auffüllst. Hochbeete oder Pflanzkübel mit Kräutern kannst du gelegentlich mit etwas Kräuterdünger anreichern.
  • Morgens oder abends wässern: Gieße deine Gartenkräuter – genau wie alle anderen Pflanzen – nie mittags oder nachmittags. Die Sonnenwärme lässt das Wasser zu schnell verdunsten. Im Sommer gießt du am besten am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung.