Garten

Kleinen Garten gestalten: So kommt dein kleiner Garten groß raus

Einen kleinen Garten zu gestalten kann eine echte Herausforderung sein. Aber keine Sorge: Ein schöner Garten ist keine Frage der Größe. Du wirst staunen, wie einfach sich eine kleine Fläche optisch vergrößern lässt. Und mit den richtigen Tipps holst du aus einem kleinen Grundstück richtig viel raus.

1. Kleinen Garten planen

Bei der Gestaltung eines kleinen Gartens ist eine sorgfältige Planung das A und O. Schließlich hast du bestimmte Anforderungen – und die müssen auf kleinster Fläche umgesetzt werden. Überlege zunächst, welche Art von Garten du haben möchtest: Soll es ein Nutzgarten werden oder möchtest du deinen Kindern eine Spielfläche anlegen? Setze dich mit den genauen Begebenheiten deines Gartens auseinander und kläre wichtige Fragen – dann geht die Umsetzung später leichter von der Hand.

Skizze anlegen und Funktionsbereiche einteilen

Weiße Holzbank mit kleinem Tisch auf grüner Wiese neben weißen Rosenbüschen im Garten
Einzelne Funktionsbereiche, die mit niedrigen Hecken oder Rabatten eingefasst sind, laden zum Erkunden ein und lassen einen kleinen Garten größer wirken – wie diese versteckte Sitzgelegenheit.

Geht es an die konkrete Planung, zeichne deinen Gartengrundriss auf Millimeterpapier vor und überlege, wo welcher Funktionsbereich liegen soll. In welcher Ecke am längsten die Sonne scheint oder, von wo aus du deine Kinder beim Spielen gut im Blick hast, können Argumente sein. So siehst du, wie viel Platz du für verschiedene Bereiche hast, und verhinderst, dass dein Garten überladen wirkt. Funktionsbereiche grenzt du durch Wege oder Beete voneinander ab. Auch Rankgitter, hohe Gräser oder niedrige, begrünte Flechtzäune eignen sich gut zur Unterteilung.

Gärten mit Schlauchform

Schlauchförmiger Garten mit Backsteinmauern, Stauden und einer gepflasterten Terrasse
Schlauchförmige Gärten stauchst du, indem du Elemente einsetzt, die quer verlaufen wie hier die kleinen Mauervorsprünge und der Sichtschutz aus Holz.

Wenn dein Garten eher schlauchartig verläuft, wie es bei sogenannten „Handtuchgärten“ hinter einem Reihenhaus oft der Fall ist, solltest du seine Breite betonen. Das gelingt zum Beispiel mit einem diagonal verlaufenden und sanft geschwungenen Weg aus großen Platten oder homogenem Splitt. Wenn dein Garten eher kurz und breit ist, kannst du ihn mit vertikalen Linien optisch verlängern.

Grenze zum Nachbargarten niedrig halten

Holzzaun im Garten mit gelben Blumen
Um allzu strenge Grundstücksgrenzen aufzulockern kannst du hohe Mauern und Zäune mit Sträuchern und Blumen bepflanzen. Der Effekt: Wird der Übergang zum Nachbar fließender, wirkt ein kleiner Garten optisch größer.

Verzichte bei der Abgrenzung zum Nachbargrundstück lieber auf einen hohen Sichtschutz, da er ein Gefühl von Enge erzeugt. Steht dort bereits ein Zaun oder eine Mauer, kannst du sie mit davor gepflanzten Sträuchern auflockern. Statt die Grenze zu betonen, gestalte den optischen Übergang zum Nachbargrundstück möglichst fließend, sodass der Blick mehr Garten suggeriert, als eigentlich vorhanden ist.

Tipps für die Bepflanzung

Das Spiel mit Höhen und Tiefen bringt Bewegung und Dynamik in einen kleinen Garten: Größere Pflanzen setzt du also am besten im hinteren Bereich ein, niedrigere im vorderen Bereich. Berücksichtige schon vor dem Pflanzen von Bäumen und Sträuchern unbedingt ihre endgültige Wuchshöhe, um nicht nach ein oder zwei Jahren von ihrer Größe überrascht zu werden.

2. Allgemeine Gestaltungstipps für kleine Gärten

Bodenbeläge

Symmetrischer Garten mit klar umrissenen Blumen- und Gemüsebeeten mit Kieselweg und rechteckigen Steinplatten
In diesem Garten geben Kieselsteine und helle Steinplatten den Ton an. Zu dem symmetrischen Aufbau passen die getrimmten Buchsbaumhecken perfekt.

Zu viele unterschiedliche Materialien nebeneinander wirken schnell kleinteilig, konzentriere dich in einem kleinen Garten also lieber auf ein bis zwei Belagsarten. Kies und Holzbohlen passen schön zusammen, aber auch polierte Betonplatten eignen sich gut für kleine Gärten. Möchtest du in deinem Garten Rasen haben, leg eine zentrale Rasenfläche an. So kannst du sie mit Beeten einrahmen und dein Garten wirkt gut gegliedert und aufgeräumt.

Beleuchtung

Sockelleuchte an der Hauswand im Garten
Leuchten an verschiedenen Ecken im Garten leuchten dir den Weg und bringen räumliche Tiefe (LED-Sockelleuchte „Lucca“ von Philips bei OTTO).

Auch Licht schafft Raum. Und in kleinen Gärten kommt es bei Leuchten vor allem auch auf ihren Lichtkegel an. Mehrere Lichtquellen in verschiedenen Ecken verleihen Gärten räumliche Tiefe. Das können auch Lichterketten oder solarbetriebenen Lampions sein, mit denen du zusätzlich schnell eine gemütliche Atmosphäre schaffst. Auch indirekte Beleuchtung ist in einem kleinen Garten eine gute Wahl. Der Vorteil von indirekten Gartenleuchten: Das Licht blendet nicht und es wird eine warme Stimmung erzeugt.

Stauraum schaffen

Geräteschrank mit integrierter Arbeitsplatte zum Ausklappen im Garten, darauf Blumen und Efeu
Ein schmaler Geräteschrank bietet Platz für die nötigen Arbeitsutensilien und passt auch in einen kleinen Garten.
Werkzeug vor Gartenschuppen
Besonders praktisch: Die Seitenwand lässt sich ausklappen und zu einem Arbeitstisch umfunktionieren. So kannst du Blumen im Stehen umtopfen (Geräteschrank von Dobar bei OTTO).

Für kleine Gärten sind Stauraum-Möbel eine gute Wahl, um den vorhandenen Platz bestmöglich zu nutzen. Sitzauflagen kannst du beispielsweise direkt in Sitzbänken mit integrierter Aufbewahrungsbox verstauen. So schaffst du nicht nur sinnvollen, sondern auch stilvollen Platz. Für ein Regal oder einen Gartenschrank findet sich selbst auf kleinen Terrassen ein Platz. Achte darauf, dass der Schrank eine geringe Tiefe hat. Dann ist er ideal für kleinere und mittlere Gartengeräte wie Scheren, Besen oder Harken.

Sichtschutz

Kleiner Garten mit üppigen Sträuchern als Sichtschutz, einer Bank und Gießkannen
Damit ein Sichtschutz im kleinen Garten nicht so wuchtig aussieht, softe ihn mit Pflanzen in unterschiedlicher Wuchshöhe ab. Das wirkt spannend aber nicht einengend.

Für die nötige Privatsphäre sorgst du mit einem Sichtschutz. Auf wuchtige Hecken oder hohe Zäune solltest du lieber verzichten, damit dein Garten nicht zusätzlich beengt wird. Leichte Materialien wie unbehandelte Holzzäune, wetterfestes Textilgewebe oder Rankgitter für Kletterpflanzen sind hier die bessere Wahl. Wenn du auf eine Hecke als Sichtschutz nicht verzichten möchtest, bieten sich für deinen kleinen Garten niedrige Staudenbeete und immergrüne Formschnittgehölze wie der abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis) an, die du regelmäßig beschneiden kannst.

3. Welche Pflanzen für einen kleinen Garten?

Auch mit clever ausgewählten Pflanzensorten kannst du deinen Garten optisch vergrößern. Wichtig ist, dass du nicht zu viel pflanzt, um deinen Garten nicht zu überladen.

weiße Blüten
Die Felsenbirne aus der Familie der Rosengewächse ist pflegeleicht und von Frühjahr bis Herbst schön anzusehen: Nach der weißen, sternförmigen Blütenpracht färben sich die Blätter der nordamerikanischen Art im Herbst leuchtend rot.
lila Blüten
Mit seinen violetten Blüten ist das Kleine Immergrün eine schöne Pflanze für kleine Gärten. Als Bodendecker unter Zierhölzern passt sie gut in ein Randbeet an der Grundstücksgrenze.
  • Wenn du Pflanzen mit großen und dunklen Blättern nach vorne und solche mit kleinen, hellen Blättern nach hinten pflanzt, sorgst du für einen Tiefeneindruck – dein kleiner Garten wirkt weiter.
  • Das Gleiche gilt für Farbe, also für die Blüten: Weiße Pflanzen im Vordergrund verleihen deinem Garten Luftigkeit, blaue und violette Blumen im Hintergrund geben ihm mehr Tiefe.
  • Knallige Farben wie Rot und Orange leuchten stark, wirken aber auch etwas beengend. Pastellfarben passen besser in kleine Gärten.
  • Pflanzen mit zierenden Eigenschaften wie die Felsenbirne sind mit ihrer reichen, farbenfrohen Blüte zu fast jeder Jahreszeit schön anzusehen und so für kleine Gärten optimal geeignet.
  • Pflanzen wie der Zierapfelbaum „können“ besonders viel, da sie fast das ganze Jahr schöne Blüten, Früchte und ein farbiges Herbstlaub bieten. Auch Obstbäume mit einer kleinen Krone kannst du gut in deinem kleinen Garten anpflanzen.
  • Beerenobst, etwa Johannisbeeren, Brombeeren, Erdbeeren oder Stachelbeeren, sind ebenfalls eine gute Wahl, wenn du süße Leckereien ernten möchtest. Am besten setzt du hier auf platzsparende Sträucher, die am Spalier wachsen können.

4. Gartengestaltung auf mehreren Ebenen

Erdhügel mit Grünpflanzen und Feldsteinen im kleinen Garten
Verschiedene Ebenen geben einem kleinen Garten mehr Tiefe. Einen aufgeschütteten Erdhügel kannst du mit Kräutern, anderen Grünpflanzen und Feldsteinen gestalten.

Verschiedene Ebenen erzeugen in kleinen Gärten mehr Tiefe und schenken Spielraum für eine spannende Gestaltung. Daher bietet es sich an, Teile des Gartens tieferzulegen und damit einen sogenannten Senkgarten zu gestalten. An anderer Stelle lässt sich die Erde zu einem Hügel oder Hang aufschütten, wodurch mehr Pflanzfläche zur Verfügung steht. Die verschiedenen Ebenen kannst du zum Beispiel durch dekorative Treppen verbinden. Auch niedrige Natursteinmäuerchen erzeugen den Eindruck von zusätzlichem Raum.

Hochbeet aus Holz auf Steinterrasse mit Garten im Hintergrund
Mit einem Hochbeet schaffst du eine zusätzlich nutzbare Fläche auf einer neuen Ebene. Am besten kombinierst du es mit Pflanzen mit anderer Wuchshöhe (Hochbeet „Gr. XL“ von DOBAR bei OTTO).

Wenn es dir zu aufwendig ist, den Boden aufzuschütten, kannst du denn Effekt auch mit leichteren Mitteln erreichen: Blumenampeln an der Hauswand, Rankgitter oder Hochbeete helfen dir genauso gut, die Höhen im kleinen Garten zu betonen. Dieses Tribünenprinzip wendest du am besten auch bei der Bepflanzung an: Die kleineren Pflänzchen kommen in die erste Reihe, die großen in den Hintergrund.

5. Gartenmöbel für kleine Gärten

Gartenmöbel aus Holz mit blauem Sonnenschirm im Garten, Liegestühle und Hängematte im Hintergrund
Auch auf kleinem Raum kannst du mit den richtigen Gartenmöbeln verschiedene Sitzbereiche einrichten. Ein kleiner Essplatz, zwei Liegestühle und eine Hängematte bieten genügend Platz, um Freunde einzuladen.

Natürlich soll dein Garten nicht nur schön aussehen, sondern auch ein Ort zum Entspannen sein – und dafür brauchst du die passenden Gartenmöbel. Für einen kleinen Garten bieten sich da am besten Klappmöbel aus Holz und Metall an, denn sie nehmen wenig Platz weg und du kannst sie einfach verstauen, wenn du sie nicht brauchst. Richtiges Wohnzimmer-Flair schaffst du in deinem Garten mit Lounge-Möbeln. Die praktischen Modelle mit klappbaren Lehnen finden nämlich auch in kleinen Gärten einen Platz.

Moosgründer Klappstuhl vor Wand in Creme und Orange neben Kräutertöpfen
Die praktischsten Möbel für kleine Gärten sind solche, die du einfach zusammenklappen kannst. Wenn du sie nicht benötigst, lassen sie sich ganz platzsparend verstauen, sind bei Bedarf aber mit nur einem Handgriff wiederaufgebaut.

Gartenmöbel für deinen kleinen Garten kannst du übrigens auch einfach selbst bauen – und ihre Größe somit selbst bestimmen. In unserem Artikel Gartenmöbel aus Paletten bauen: Bauanleitung für Sitzbank & Liege erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du deine eigenen DIY-Möbel baust.

6. Kleiner Garten ohne Rasen

Kleiner Garten mit Kieswegen, angelegten Beeten und Terrasse aus Holz mit Gartenmöbeln
Kiesflächen in deinem Garten bieten sich wunderbar als Platz für eine Sitzgruppe oder gemütliche Liegen an. Begrünen kannst du die Flächen ganz einfach mit Pflanzen in hübschen Kübeln oder Töpfen.

Wenn du einen kleinen Garten gestalten und dabei auf Rasen verzichten möchtest, kannst du zum Beispiel einen Terrassengarten mit Holzdielen oder großflächigen Steinplatten anlegen. Auch Kiesflächen, am besten aus unterschiedlichen Korngrößen, sind sehr dekorativ. Fasst du diese rundherum mit Staudenbeeten ein, hast du auch ohne Rasen viel Grün in deinem Garten. Die Übergänge von Blumenbeeten lassen sich übrigens toll mit Kräutern wie Thymian gestalten.