Haushaltsratgeber

Holz ölen: Tipps für die Pflege und Reinigung von Holzmöbeln

Holzmöbel sind in doppelter Hinsicht einzigartig: Jedes Stück Holz hat seine eigene Farbe und Maserung. Außerdem ist Holz ein arbeitendes Material – es dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen und bekommt so mit den Jahren immer mehr Charakter. Damit dein Lieblingstisch oder dein alter Schaukelstuhl möglichst lange schön bleiben, solltest du sie regelmäßig reinigen und hin und wieder das Holz ölen, wachsen oder lasieren: Wir verraten dir, worauf es bei der Möbelpflege ankommt.

1. Holzmöbelpflege – wie oft?

Die Holzoberflächen von Schränken, Betten und Regalen beanspruchst du in deinem alltäglichen Gebrauch nur wenig. Es reicht, diese Möbelstücke etwa einmal die Woche abzustauben und hin und wieder feucht abzuwischen.

Küchentische oder Arbeitsflächen reinigst du nach jeder Benutzung. Schließlich stellst du hier täglich deine Teller und Gläser ab. Ihr Holz braucht etwas mehr Pflege als ein Bücherregal: Je nachdem, ob es lackiert oder geölt ist, reinigst du deine Arbeitsplatte zusätzlich ein- bis zweimal im Jahr gründlich und pflegst sie danach mit einem geeigneten Holzpflegemittel. Lackierte Flächen werden poliert, unbehandelte Holzflächen gewachst oder geölt. Verschüttete Flüssigkeiten oder Flecken entfernst du am besten sofort, damit sie nicht ins Holz eindringen.

Deine Gartenmöbel sind ebenfalls aus Holz? Wie du sie richtig reinigst und pflegst, erfährst du im Artikel „Outdoormöbel reinigen“.

2. Holzmöbel richtig reinigen

Wie du deine Holzmöbel richtig reinigst, ist in erster Linie vom „Finish“ der Holzflächen abhängig – also davon, ob es behandelt oder unbehandelt ist.

Die Oberfläche von unbehandeltem Holz ist nicht bearbeitet, sondern naturbelassen. Sie hat also keine Schutzschicht, deshalb reinigst du sie besonders vorsichtig. Wische mit einem fusselfreien Baumwolltuch darüber. Krümel oder Staub in den Rillen entfernst du am besten mit einer weichen Bürste. Alternativ kannst du auch mit einem weichen Bürstenaufsatz über die Fläche saugen. Hin und wieder wischst du mit einem nebelfeuchten Tuch in Richtung der Maserung über das unbehandelte Holz.

Gewachstes und geöltes Holz reinigen

Holzwachs und Holzöl ziehen in die Oberfläche deiner Holzmöbel ein und bilden eine Schutzschicht, die das Holz imprägniert und es vor dem Austrocknen schützt. Beide Schutzschichten lassen sich gut mit etwas Seifenwasser reinigen. Entferne zunächst die Seife mit einem feuchten Tuch. Gewachste Flächen reibst du danach noch mit einer Bienenwachs-Pflege-Emulsion ein und polierst sie in Richtung der Maserung mit einem fusselfreien Tuch. Geölte Flächen reibst du abschließend einfach trocken. Hartnäckige Flecken kannst du mit feinem 280er-Schleifpapier bearbeiten, die Stelle mit Seifenlauge reinigen, trocknen und zum Schluss das Holz ölen bzw. nachwachsen.

Lackierte Holzoberflächen reinigen

Lackiertes Holz ist unempfindlicher gegen Stöße und Kratzer als unbehandeltes, gewachstes oder geöltes Holz. Dank der wasserundurchlässigen Lackschicht trocknet das Holz nicht aus, zudem verleiht sie ihm einen schönen Glanz. Am besten reinigst du lackierte Holzmöbel mit einem feuchten Lappen. Um Flecken zu entfernen, kannst du etwas verdünntes Spülmittel einsetzen, das du dann mit einem feuchten Lappen in Richtung der Maserung entfernst. Zum Schluss trocknest du die Fläche mit einem sauberen Tuch. Auf lackierten Flächen ist der Einsatz von Scheuermitteln tabu, denn sie können Kratzer hinterlassen. Manche Flecken kannst du übrigens auch einfach mit einem Radiergummi wegradieren.

Zwei Küchenstühle und ein Esstisch aus Holz
Wie oft du Holzoberflächen reinigen solltest, hängt davon ab, wie stark sie beansprucht werden. Holzstühle in der Küche bleiben bei täglicher Reinigung lange schön (Küchenstuhl „Veruca“ von Delife bei OTTO).

3. Holzmöbel pflegen

Pflegemittel imprägnieren das Holz, betonen seine Maserung und lassen es glänzen.

Welches Holzpflegemittel das richtige für deine Holzmöbel ist, kommt auf die Holzart und -verarbeitung an, aber auch darauf, wie stark die Holzflächen beansprucht werden und ob die Holzmöbel im Innen- oder Außenbereich eingesetzt werden.

Ölen, wachsen oder lasieren?

Eine Lasur ist ein nichtdeckender Anstrich, bei der die Maserung gut sichtbar bleibt. Sie hält besonders lange, ist wasserabweisend und schützt deine Möbel vor der Sonne. Daher eignet sie sich perfekt für deine Gartenmöbel. Öl schützt die Holzoberfläche ebenfalls vor Wasser, ohne dabei zu fetten. Das Pflegemittel ist umweltfreundlich und lässt sich leicht mit einem Tuch auftragen. Es eignet sich besonders gut für häufig genutzte Holzoberflächen wie den Küchentisch. Wachs ist auch umweltfreundlich und verleiht dem Holz einen seidigen Glanz. Die Versiegelung bietet aber den geringsten Schutz: Wasser kann leicht durch sie hindurch ins Holz sickern. Am besten wählst du Wachs für wenig beanspruchte Möbelstücke, da eine gewachste Oberfläche vor Wasserflecken nicht gefeit ist.

Tischplatte aus Massivholz
Holzpflegeöle bilden eine nicht fettende Schutzschicht auf dem Holz und schützen es vor Feuchtigkeit, Staub und Schmutz. Zudem betont die leicht glänzende Schutzschicht die natürliche Maserung (Esstisch „Suraya“ von Home Affaire bei OTTO).

Holz ölen

Wenn du zum Beispiel einen Holztisch ölen willst, benötigst du feines Schleifpapier (180er-Körnung), eine weiche Bürste oder einen Pinsel, Holzöl und ein fusselfreies Baumwolltuch.

  1. Befreie die Holzfläche ggf. von Schmutz, Staub oder alten Farbresten.
  2. Schleife die Holzoberfläche in Richtung der Maserung leicht an. Wenn du eine Schleifmaschine benutzt, achte darauf, keine Kanten in die Fläche zu schleifen.
  3. Entferne den Holzstaub mit einer weichen Bürste oder einem weichen Malerpinsel.
  4. Gib anschließend das Holzöl auf ein weiches Baumwolltuch und verteile es gleichmäßig auf der Holzoberfläche.
  5. Warte etwa 15 Minuten, damit das Öl gut einziehen kann und nimm das überschüssige Öl dann mit einem sauberen, fusselfreien Lappen ab.
  6. Anschließend lässt du das Holz über Nacht – mindestens jedoch acht Stunden – trocknen, damit das Öl vollständig einziehen kann.
  7. Um ein perfektes Ergebnis zu bekommen, schleifst und ölst du dein Möbelstück dreimal hintereinander.

Holz wachsen

Um Holz zu wachsen brauchst du zwei Baumwolltücher, eine weiche Bürste, Wachs und feines Schleifpapier (180er-Körnung). Wenn du Innen arbeitest, öffne das Fenster und lüfte den Raum gut durch.

  1. Wärme das Wachs an, indem du es etwa in die Sonne oder auf die Heizung stellst. So lässt es sich am besten verarbeiten.
  2. Befreie die Holzfläche ggf. von Schmutz, Staub oder alten Farbresten.
  3. Dann schleifst du das Holz in Richtung der Maserung ab und entfernst den Staub und die Holzreste mit einem weichen Lappen oder einer Bürste.
  4. Trage jetzt mit dem Baumwolltuch gleichmäßig das Wachs auf. Damit keine Unebenheiten entstehen, entfernst du Überreste direkt mit dem Tuch.
  5. Lass die frisch gewachste Oberfläche zwei bis drei Stunden trocknen. Fühlt sie sich danach noch trocken an, wiederholst du den Vorgang.
  6. Mit dem zweiten Baumwolltuch musst du zum Schluss nur noch das Holz polieren bis die Oberfläche ein schönes, glänzendes Finish erhält.

Holz lasieren

Zum Lasieren brauchst du neben der Lasur einen Schwamm, einen Schleifklotz, feines Schleifpapier (180er-Körnung), einen Pinsel – am besten Lasurpinsel, Abdeckplane, Schutzhandschuhe und einen Stab zum Umrühren der Lasur. Beim Lasieren arbeitest du am besten im Freien. Wenn das nicht geht, achte darauf, den Raum gut zu lüften.

  1. Breite zunächst die Abdeckplane unter dem Möbelstück aus und ziehe die Handschuhe an.
  2. Befreie die Holzfläche ggf. von Schmutz, Staub oder alten Farbresten.
  3. Dann schleifst du das Holz in Richtung der Maserung ab und entfernst den Staub und die Holzreste mit einem weichen Lappen oder einer Bürste.
  4. Rühre die Lasur gut um, bevor du sie verwendest. Trage anschließend mit dem Lasurpinsel die Schutzschicht dünn in Richtung der Maserung auf.
  5. Lass dein Möbel anschließend mindestens 12, am besten 24 Stunden trocknen.
  6. Für den zweiten Anstrich schleifst du die Oberfläche noch mal mit feinem Schleifpapier ab und wiederholst das Lasieren.
Diese Utensilien helfen dir bei der Holzreinigung und -pflege:
Xavax Microfasertuch 4er Set 30 x 30 cm Putzlappen Reinigungstuch »4 Farben: von grob bis fein«
UNITED PROTECTORS Möbel-Öl für alle geölten Holzoberflächen
BUTLERS MIX IT! »Küchentuch«
CONNEX Haushaltsdeckenbürste , 7 x 17 cm
Holzmann-Maschinen Exzenterschleifer »EZS 150PRO«
WELEDA Weleda Calendula Pflanzenseife, 100 g
MEIKO Mehrzweckeimer
CLEANmaxx Akku-Handstaubsauger 2in1, nass/trocken, 35 Watt, beutellos
CON:P Pinsel-Set , 7-tlg.

4. Kratzer und Dellen aus Holzmöbeln entfernen

Auf stark beanspruchten Holzflächen wie Tischen und Sideboards lassen sich Kratzer und andere Abnutzungsspuren kaum vermeiden. Die gute Nachricht: In vielen Fällen kannst du kleine Makel unkompliziert beseitigen – oft sogar mit einfachen Hausmitteln.

Vitrine aus dunklem Vintage-Holz mit niedrigem Hocker und Holzlampe vor dunkelgrauer Wand in Betonoptik
Einer der Vorteile von stark gemasertem Holz: Kleine Kratzer und Dellen fallen kaum auf. Falls dich die Gebrauchsspuren trotzdem stören, kannst du mit Hausmitteln oder Holz-Reparatursets aus dem Fachhandel Abhilfe schaffen (Sideboard „Yiaya“ von Home Affaire bei OTTO).

Dellen mit dem Bügeleisen entfernen

Dieser Trick funktioniert bei unbehandeltem, gewachstem oder geöltem Holz: Betupfe die Delle mit einem feuchten Baumwolltuch und lass die Feuchtigkeit ins Holz einziehen. Lege dann ein Blatt Papier oder ein feuchtes Tuch über die Delle und fahr mit einem auf Wolle eingestellten Bügeleisen mehrmals darüber. Die Vertiefung im Holz sollte sich jetzt dadurch anheben. Für einen nahtlosen Übergang kannst du die Stelle abschließend mit etwas Schleifpapier anrauen und im Anschluss ggf. nachwachsen oder -ölen.

Walnüsse lassen Kratzer verschwinden

Bei Kratzern in dunklem Holz knackst du einfach eine Walnuss und reibst mit ihr mehrmals über die Stelle – solange, bis der Kratzer nicht mehr zu sehen ist. Bei hellen Hölzern kannst du es mit Haselnüssen ausprobieren. Alternativ bieten sich auch braune Wachsmalstifte an.

Repairstifte und Holzkitt gegen Risse, Dellen und Kratzer

Kratzer im Holz kannst du mit einem Repairstift ausbessern, Risse und Dellen mit Holzkitt. Wähle jeweils einen zu der Holzoberfläche passenden Farbton. Außerdem brauchst du einen Spachtel und ein fusselfreies Baumwolltuch.

Reinige die Holzoberfläche und fülle den Riss oder die Delle mit dem Holzkitt. Mit der Vorderkante eines Spachtels kannst du den Überschuss entfernen. Zum Schluss polierst du die Fläche mit einem fusselfreien Baumwolltuch.

Auch bei einem Kratzer reinigst du zuerst die Oberfläche. Dann reibst du das Wachs des Repairstifts quer zum Kratzer ein. Geh ein zweites Mal mit dem Stift über die Stelle und verreib das Wachs anschließend mit dem Spachtel. Zum Schluss polierst du mit einem fusselfreien Baumwolltuch drüber.

Hier findest du schöne Massivholz-Möbel:
Home affaire Esstisch »SURYA« mit Massivholz-Tischplatte
Home affaire Regal »Pivo«, Höhe 171 cm
Home affaire Sideboard »Jiaya«, aus massivem Mangoholz, mit 2 Schiebetüren
INOSIGN Bett, Made in Germany
GALLERY M Stühle »Tonio« 8041 Massivholz Buche, 2er-Set
Home affaire Couchtisch-Set
Home affaire Küchenwagen »Edmonton«
SIT Wandregal »Panama« aus massivem Sheeshamholz

5. Do’s and Dont’s für schöne Holzmöbel

Do‘s

  • Die richtige Möbelpflege verwenden: Meist reichen lauwarmes Wasser und Kernseife aus, um Holzmöbel zu reinigen. Spezielle Mittel für die Möbelpflege solltest du immer abgestimmt auf die Holzart und -verarbeitung deiner Möbel kaufen.
  • Beständige Baumwolle: Nutze am besten ein hochwertiges Baumwolltuch, um deine Holzmöbel zu reinigen – die weichen Tücher kannst du immer wieder verwenden.
  • Möbelrücken: Kleinere Holzmöbel wie Stühle, Hocker und Couchtische solltest du immer mal wieder in den Schatten rücken. So bleichen die schönen Stücke weniger aus.
  • Filzgleiter: Wenn auf dem Holz dauerhaft Gegenstände wie der Fernseher oder die Stereoanlage abgestellt werden, klebst du am besten kleine Filzgleiter unter die Füße, die Druckstellen und Kratzern vorbeugen.
  • Täglich abwischen: Wenn du deine Holzmöbel regelmäßig feucht ab- und trocken nachwischst, behalten sie ihren natürlichen Glanz.

Don’ts

  • Scheuerschwämme verwenden: Je weicher das Holz ist, desto anfälliger ist es für Kratzer und Dellen. Am besten also keine groben Putzschwämme zum Holzmöbel reinigen verwenden. Auch langflorige Mikrofasertücher können empfindliche Holzoberfläche angreifen.
  • Zu viel polieren: Das Polieren mit Möbelpolitur gibt einen schönen Glanz, zu häufiges Holz polieren, kann der Holzoberfläche aber schaden. Daher lieber häufiger feucht abwischen und nur hin und wieder polieren.
  • Silikonhaltige Reinigungsmittel: In vielen Reinigern und Pflegemitteln stecken Silikone, die sich wie ein Film auf unbehandelte Holzoberflächen legen und sie stumpf wirken lassen.
  • Scharfe Reinigungsmittel: Aggressive Putzmittel eignen sich nicht zum Holzmöbel reinigen – sie können die Oberflächen angreifen und Spuren hinterlassen.
  • Holzmöbel in die pralle Sonne stellen: Holz ist ein Naturmaterial. Stehen Holzmöbel über längere Zeit regelmäßig im direkten Sonnenlicht, bleicht das Holz aus oder wird rissig.