Haushaltsratgeber

Holzmöbel richtig pflegen: Wie du Tische und Co. reinigst und ölst

Ob Wohnungswechsel, wilde Partys oder Renovierung: Holzmöbel sind treue Seelen und halten auch lebhaften Bewohnern stand. Aber auch Tische, Schränke und Co. brauchen von Zeit zu Zeit etwas Pflege, damit das Holz lange schön bleibt.

Schränke sollten einmal die Woche von Staub befreit werden, eine Behandlung mit Möbelpflege hält oft für mehrere Jahre an. Auf Holztischen sammeln sich dagegen täglich Flecken, Fingerabdrücke und vieles mehr an – Grund genug, die Oberfläche in regelmäßigen Abständen wieder schön geschmeidig zu machen und den Holztisch zu ölen oder wachsen. Denn spätestens, wenn die Tischplatte rau erscheint und sich nicht mehr angenehm anfassen lässt, wird Zeit für etwas Möbelpflege.

Hier erfährst du,  wie du behandelte und unbehandelte Holzmöbel reinigst und was du beim Auftragen von Wachs und Öl beachten solltest.

Inhaltsverzeichnis

Dos & Don´ts: Damit bleiben deine Holzmöbel lange schön

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Möbel aus Holz können unbehandelt, gewachst, geölt und auch lackiert sein – die Oberfläche bestimmt, ob und wie schnell sich Flecken hier festsetzen. Damit die verschiedenen Hölzer aber lange schön bleiben, gibt es neben der Fleckenentfernung noch die folgenden Tipps für den Umgang mit Massivmöbeln.

Dos

  • In passende Möbelpflege investieren: Meist reichen lauwarmes Wasser und Kernseife zum Reinigen aus, dennoch solltest du auch spezielle Pflegemittel zur Hand haben, die auf das Holz deiner Möbel abgestimmt sind.
  • Beständige Baumwolle: Ein hochwertiges Baumwolltuch kannst du über einen langen Zeitraum nutzen und damit deine Holzmöbel von Staub und Schmutz befreien.  
  • Möbelrücken: Regelmäßiges Möbelrücken sorgt dafür, dass Tische und Schränke unterschiedlichen Lichtverhältnissen ausgesetzt werden. So bleichen die schönen Stücke weniger aus.
  • Filzgleiter: Wenn auf dem Holz dauerhaft Gegenstände wie der Fernseher oder die Stereoanlage abgestellt werden, solltest du unter den Füßen kleine Filzgleiter kleben, die Druckstellen vorbeugen und sanft zum Holz sind.
  • Täglich abwischen: Flecken sollten natürlich direkt entfernt werden. Wenn du deine  Holztische täglich feucht abwischst und trocken nachwischst, sorgt das für einen natürlichen Glanz.

Don’ts

  • Kratzige Putztücher verwenden: Je weicher das Holz ist, desto anfälliger ist es für Kratzer und Dellen. Verwende lieber keine rauen Putzschwämme, auch Mikrofasertücher sind bereits zu rau und können Furniere und Hölzer angreifen.
  • Mit Politur übertreiben: Politur sorgt für einen schnellen Glanz, zu oft angewendet schadet sie dem Holz aber eher. Also lieber etwas zurückhalten und selten anwenden.
  • Silikone: In vielen Reinigern und Pflegemitteln stecken Silikone, die sich wie ein Film auf das Material legen. Bei Holz ist davon abzuraten, denn einmal aufgetragen, verstopft es bei unbehandeltem Holz die Poren und die Oberflächen fühlen sich schnell stumpf an.
  • Scharfe Sachen: Finger weg von aggressiven Putzmitteln und scharfkantigen Deko-Objekten. Beides kann die Oberfläche von Holz angreifen und unschöne Spuren hinterlassen.
  • In die pralle Sonne stellen: Holz lebt und reagiert auf äußere Einflüsse. Stehen Schränke und Tische über lange Zeit in der Sonne, bleicht das Material aus.

Holzmöbel reinigen: Runter mit dem Schmutz

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Wenn du deinen Holzmöbeln eine Erfrischungskur verpassen möchtest, solltest du sie zunächst gründlich sauber machen. Auf behandelten Oberflächen setzen sich Staub und Schmutz ebenso ab wie in offenporigen Hölzern, und es entsteht der berühmt-berüchtigte Grauschleier. Hier erfährst du, wie du unbehandelte und behandelte Holzmöbel reinigen kannst.

  • Unbehandeltes Holz: Staub wird ganz leicht mit einem fusselfreien Baumwolltuch beseitigt (denk dran: Keine Mikrofaser!). Wenn das Holz Rillen hat, erreichst du mit einem Staubsauger und einem weichen Bürstenaufsatz auch festsitzende Staubkörnchen und Krümel. Ab und an solltest du außerdem ein nebelfeuchtes Tuch nehmen und die Oberfläche damit putzen. Nimm nur wenig Wasser und wisch mit einem trockenen Tuch nach, damit die Restfeuchte nicht ins Holz eindringt.
  • Echtholz-Furnier, gewachstes / geöltes Holz: Wachse und Öle bilden eine schützende Schicht, die zwar in das Holz eindringt, die Poren aber dennoch frei und das Holz somit atmen lässt. Mit Wasser und etwas Kernseife lassen sich Verschmutzungen auf der Oberfläche schnell entfernen.  

Noch weitere Tipps gefällig? Dann erfahre im Beitrag „Terrasse und Balkon winterfest machen“, wie du deine Außenmöbel aus Holz fit für den Winter machst.

Mit diesen Dingen heißt es „Tschüss, Staub und Schmutz!“

Pflege: Beauty-Behandlung mit Wachs und Öl

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Neben einer regelmäßigen Reinigung sorgt auch eine regelmäßige Pflege dafür, dass deine Möbel aus Holz schön glänzen und eine tolle Optik haben. Ob Holzfurnier, unbehandelte oder lasierte Hölzer: Hier findest du Tipps, wie du die unterschiedlichen Oberflächen mit Wachs und Öl aufhübschst.

Unbehandeltes Holz und unbehandeltes Echtholz-Furnier

Furniere sind dünn geschnittene Holzschichten, die genauso wie jedes andere Echtholz bearbeitet werden können. Wachse und Öle sorgen dafür, dass die Oberfläche eine Imprägnierung erhält und die schöne Maserung weiterhin zu erkennen ist.

  1. Holz ölen: Zunächst schleifst du mit einem Schleifgerät die Oberfläche des Furniers in Richtung der Maserung glatt (verwende zuerst Schleifpapier mit 100er Körnung, für den Feinschliff Papier mit 200er oder 300er Körnung). Mit einem Pinsel, besser noch einem Baumwolltuch, verteilst du das Öl auf der Oberfläche. Nach 10 Minuten Einwirkzeit entfernst du überschüssiges Öl mit einem weiteren Tuch. Nach 12 Stunden Trockenzeit ist das Öl meist vollständig eingezogen.
  2. Holz wachsen: Furniere können auch mit Wachs behandelt werden. Unterschieden werden Wachse in matter Optik oder mit Seiden-Finish, bei dem die Oberfläche später sanft glänzt. Beim Wachsen verdunsten allerdings Lösungsmittel – öffne also alle Fenster und sorge für viel frische Luft. Zunächst schleifst du das Holz mit feinem Schleifpapier an. Damit das Wachs sich gut verteilen lässt kannst du es kurz anwärmen, zum Beispiel für ein paar Minuten in die Sonne oder auf die Heizung stellen. Dann verteilst du das Wachs (nimm im ersten Durchgang lieber weniger als zu viel) mit einem fusselfreien Tuch, Überreste sollten direkt entfernt werden damit es ein gleichmäßiges Ergebnis und keine unebenen Stellen gibt. Nach einigen Stunden Trockenzeit kannst du entweder eine weitere Schicht auftragen oder mit einem weichen Tuch das Holz polieren.

Tipp: Lasuren sind in der Regel transparent und werden besonders im Außenbereich eingesetzt, wo sie Gartenhäuschen und Liegestühle vor Feuchtigkeit und Sonne schützen. Da solche Hölzer einen besonderen Schutz gegen Witterung benötigen, werden Gartenmöbel meist nicht geölt oder gewachst.

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Dellen und Kratzer aus Holzmöbeln entfernen

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Wo kommt denn die Delle her? Und der Kratzer ist doch auch neu? Kleine Missgeschicke und natürliche Abnutzungserscheinungen gehören einfach dazu, wenn man sich für Holzmöbel entscheidet. Aber keine Sorge, meist lassen sich die unschönen Hingucker mit wenig Aufwand ausbessern.

Dellen entfernen mit dem Bügeleisen: Dieser Trick funktioniert bei unbehandeltem, gewachsten oder geöltem Holz. Tupf die Delle mit einem feuchten Baumwolltuch mehrmals und lass die Feuchtigkeit ins Holz ziehen, sodass es etwas aufquillt. Leg dann ein Blatt Papier über die Delle und fahr mit einem auf Wollwärme eingestellten Bügeleisen mehrmals über die Stelle – so hebt sich die Vertiefung. Für einen nahtlosen Übergang kannst du die Stelle abschließend mit etwas Schleifpapier glätten.

Kratzer entfernen mit Nüssen: Bei Kratzern in dunklem Holz kannst du eine Walnuss von ihrer Schale befreien und dann mit der Nuss mehrmals über die Stelle reiben, solange, bis der Kratzer nicht mehr zu sehen ist. Bei hellen Hölzern kannst du es mit Haselnüssen ausprobieren. Alternativ bieten sich auch Wachsmalstifte an.

Schöne Holzmöbel und wie du sie arrangieren kannst, findest du übrigens auch im Text „Einrichten im klassischen Landhausstil“.

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Holzmöbel sind einfach wunderbar – sie machen dein Zuhause gemütlich, offenporige Oberflächen tragen zu einem gesunden Raumklima bei und natürlich sehen die Möbel dazu auch noch richtig gut aus. Mit etwas Reinigung und Pflege sorgst du dafür, dass du lange Freude an den schönen Stücken hast und die Möbel ihre tolle Optik behalten.