Badezimmer

Fliesen streichen: Neuer Look für Küche und Bad

Wenn altmodische Fliesen das Bad dominieren, ist alle Einrichtungsmühe vergebens. Also runter damit und alles neu fliesen? Moment: Es geht auch ein bisschen einfacher – nämlich mit Fliesenlack.

1. Was spricht fürs Fliesen Lackieren?

Wer schon einmal Fliesen von der Wand entfernt hat, der weiß: Es ist eine laute, schmutzige und zeitaufwendige Arbeit. Zudem braucht es etwas Know-how, um nicht die halbe Wand zusammen mit den Fliesen herunterzuschlagen. Fliesen streichen dagegen gelingt auch Laien ohne Probleme – und die Arbeit ist in der Regel an einem Tag erledigt. Auch nicht unwichtig: die Kosten für die Fliesen-Modernisierung. Spezielle Fliesenfarbe fürs Bad und für die Küche sowie das Malerzubehör sind um einiges günstiger als Fliesen, Flächenspachtel, Fliesenkleber und Fugenspachtel. Und einen Bohrhammer zum Abschlagen der alten Fliesen hat vielleicht auch nicht jeder einfach so herumstehen.

… und was spricht dagegen?

Fliesen streichen funktioniert nur auf unbeschädigten Fliesen wirklich gut. Gerissene oder abgebrochene Fliesen sieht man unter dem Lack umso deutlicher. Auch beschädigte oder schimmelige Fliesenfugen sollten nicht einfach übergestrichen, sondern müssen erst ausgebessert werden. Zudem gilt für Wohnungsmieter: Da sich die Maßnahme nicht ohne weiteres rückgängig machen lässt, ist das Lackieren der Fliesen nur mit Genehmigung des Vermieters erlaubt.

Ausrufezeichen
Falls dein Vermieter das Streichen der Fliesen nicht erlaubt, kannst du sie mit Fliesenfolie bekleben: Die speziellen Folien sind schnell angebracht, rückstandslos entfernbar und in vielen Farben und Mustern zu haben.

2. Fliesen streichen – so geht’s

Was denn nun – streichen oder lackieren? Wenn man es genau nimmt, werden Fliesen lackiert, und zwar mit einem speziellen Fliesenlack, der besonders stoßfest und unempfindlich gegen Feuchtigkeit ist. Wie bei jedem anderen Malerjob in den eigenen vier Wänden wird der Lack aber mit Pinsel und Farbroller aufgetragen.

Das benötigst du:

  • Reinigungsmittel für die Fliesen
  • Reinigungsschwämme
  • Fliesen-Grundierung
  • Fliesenlack
  • Lackpinsel
  • Farbroller (für Lacke geeignet)
  • Abdeckplane und Malerkrepp
  • Alte Kleidung oder Maler-Overall
  • für hinterher: Pinselreiniger und ein altes Gefäß

Alles, was du zum Fliesen Lackieren benötigst:

Fliesen vorbereiten

  1. Fliesen reinigen: Vor dem Lackieren ist Putzen angesagt – die Fliesen müssen komplett sauber sein, damit der Fliesenlack gleichmäßig und langfristig haftet. In der Küche solltest du einen guten Fettlöser zum Fliesenputzen verwenden, im Badezimmer einen Kalkentferner zusätzlich zum normalen Reinigungsmittel. Wichtig: Auch Schimmel oder Risse in den Fliesenfugen am besten vorher beseitigen.
  2. Boden und Fliesenkante abkleben: Auf dem Boden tut es eine normale Abdeckplane, die du mit Malerkrepp fixierst. Auch die Kante des Fliesenspiegels, Armaturen oder Übergänge zur Badewanne, zur Fensterbank etc. müssen mit Malerkrepp sauber abgeklebt werden.
  3. Fliesen grundieren: Eine dünne Schicht Grundierung sorgt dafür, dass der Fliesenlack später optimal auf den glatten Fliesen haftet. Die meisten Fliesenlacke benötigen eine Grundierung, es gibt aber auch spezielle Kombi-Produkte, in denen Grundierung, Lack und Versiegelung kombiniert sind.

Fliesen lackieren

Wenn du die Vorbereitung erledigt hast, ist das eigentliche Lackieren eine Kleinigkeit. Allerdings solltest du die angegebene Trockenzeit für die Grundierung einhalten – und unbedingt einen flachen Lackierpinsel verwenden. Am besten streichst du zuerst die Fliesenkanten und die Fugen mit einem kleinen Flachpinsel. Anschließend kannst du die gesamte Fläche mit einem Farbroller (für Lack geeignet) streichen. Trage den Lack lieber zu dünn als zu dick auf: Nachstreichen kannst du immer, aber unschöne Lacktropfen lassen sich hinterher nur schwer entfernen. Insbesondere bei dunklen oder gemusterten Fliesen ist wahrscheinlich ohnehin ein zweiter Lackanstrich nötig.

Praktische Tipps zum Fliesen Streichen

  • Vor dem Lackieren Läufer, Handtücher und Co. entfernen: Haare oder Staubflusen von Heimtextilien können auf dem feuchten Lack kleben bleiben und die makellose Lackoberfläche stören.
  • Sorgfältig abkleben: Es ist ärgerlich, wenn die Lackierung an den Kanten unsauber aussieht.
  • Lieber zu dünn als zu dick lackieren, sonst entstehen die typischen unschönen Tropfen an den Fliesenrändern.
  • Malerkrepp rechtzeitig entfernen: Wenn der Lack komplett getrocknet ist, kann es sein, dass sich das Klebeband nicht mehr sauber entfernen lässt und Stücke davon an der Farbkante kleben bleiben.

3. Bodenfliesen streichen: Worauf muss ich achten?

Wandfliesen und Bodenfliesen streichen – gibt es da überhaupt einen Unterschied? Es gibt einen, aber er besteht nicht in den Fliesen, sondern in der Art der Beanspruchung: Bodenfliesen werden wortwörtlich mit Füßen getreten, müssen Fett und Schmutz widerstehen und werden häufig nass gereinigt. Das erfordert einen hochwertigen Fliesenlack mit einer zusätzlichen Versiegelung. Am besten geeignet für Bodenfliesen sind Epoxidharzlacke. Die Zweikomponentenlacke enthalten Epoxidharz und sind daher trittbeständig und enorm widerstandsfähig. Ein weiterer Vorteil: Epoxidharzlacke werden speziell nach deinen Wünschen gemischt – du kannst dir also deinen individuellen Farbton aussuchen.

Vorbereitung und Verarbeitung

Genau wie bei den Wandfliesen sollten auch Bodenfliesen absolut sauber sein. Zudem kannst du sie mit Schmirgelpapier leicht anrauen, damit Grundierung und Lack besser haften. Achte beim Fliesen Lackieren auf ausreichende Belüftung: Zweikomponentenlacke dünsten stark aus: Falls du in der Nähe kein Fenster öffnen kannst, besorgst du dir vielleicht im Baumarkt einen Atemschutz, den du während der Lackierarbeiten trägst.

4. Fliesen modernisieren: Ideen für den neuen Look

Schlichte Wandgestaltung trifft auffällige Ausstattung: Ein klassischer Fliesenspiegel und Wände in gedeckten Farben: Vor diesem Hintergrund inszenierst du deine Badezimmermöbel als Hingucker. Das kann ein ultramodernes Waschbecken sein, eine Badewanne im Nostalgie-Look oder extravagante Lampen und Bad-Accessoires – Hauptsache, die Details sind sorgfältig ausgewählt.

Einfarbig mit starken Akzenten: Einfarbig ist alles andere als langweilig! Erstens sind neutrale Farben für Fliesen, Boden und Keramik auch in zehn Jahren noch aktuell. Und zweitens kannst du in einem einfarbig gestalteten Raum immer wieder neue Akzente setzen – zum Beispiel mit Bad-Accessoires oder mit Fliesenaufklebern in Mosaik-Optik.

Badezimmer in Schwarz-Weiß-Optik: Schwarz-Weiß-Kontraste sind zeitlos, optisch sehr prägnant – und sie lassen sich mit wenigen einfachen Accessoires umsetzen. Die Badezimmermöbel sind mit etwas Glück sowieso weiß, die Fliesen kannst du weiß oder schwarz lackieren – fehlen nur noch ein paar Bad-Accessoires in Schwarz-Weiß oder ein PVC-Boden im klassischen Schachbrett-Muster.

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