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Sonnensegel selber nähen: DIY-Anleitung mit Video

Ein Sonnensegel ist eine praktische Alternative zum klassischen Sonnenschirm – es lässt sich leicht transportieren, flexibel aufspannen und ohne viel Aufwand selber machen. Wir erklären dir in einer einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du ein dekoratives Sonnensegel selber nähst.

1. Anleitung: Sonnensegel selber nähen

Große Sonnensegel erhalten ihre Spannung dadurch, dass sie an drei Punkten straff aufgehängt werden. Unser DIY-Sonnensegel ist etwas kleiner und an den Seiten mit Holzstäben verstärkt. So hält es seine Form und lässt sich leichter an Zweigen oder einem Zaun spannen. Zudem kannst du es auch ohne große Nähmaschinen-Erfahrung nähen.

Folgendes Material benötigst du:

  • Festen Stoff deiner Wahl, mind. 120 x 120 cm
  • 3 Rundhölzer, z. B. alte Gardinenstangen
  • 3 x 2 m Kordel oder feste Schnur zum Spannen
  • Schere
  • Nähmaschine und Nähgarn

Wenn du den Stoff für dein DIY-Sonnensegel neu kaufst, wählst du am besten einen formstabilen, nicht zu hellen Stoff, damit dein Sonnensegel auch ausreichend Schatten spendet. Vielleicht hast du aber auch einen alten Gardinenschal, eine Tischdecke oder Bettzeug, das du nicht mehr benötigst? Färbe weiße Stoffe eventuell etwas dunkler ein, um daraus dein Sonnensegel zu nähen – so wird der Sonnenschutz zum Upcycling-Projekt.

Und so funktioniert es:

Schritt 1: Breite den Stoff – falls er bedruckt ist, mit dem Druck nach unten – auf dem Boden aus. Lege dann die drei Rundhölzer in einer Dreieckform auf dem Stoff aus. Achte darauf, dass die Enden der Stäbe an den Ecken jeweils 2-5 cm Abstand zueinander haben

Schritt 2: Nutze die Dreieckform als Schablone. Schneide mit einer Schere den Stoff in Dreiecksform aus und lasse dabei jeweils ca. 10 cm Stoff überstehen – dieser Teil dient später als Schlaufen für die Rundhölzer.

Schritt 3: Schlage den Stoff über den Stangen um, sodass sich ein „Stofftunnel“ bildet. Stecke den übergeschlagenen Stoff mit kleinen Stecknadeln ab – achte dabei darauf, dass die Stangen nicht zu viel Spiel haben. Ziehe die Stangen vorsichtig aus dem Stoff heraus.

Schritt 4: Fädle ein farblich passendes Garn in die Nähmaschine ein. Setze den Stoff an, sodass die umgeschlagene Schlaufe nach oben zeigt. Wenn du magst, kannst du den Saum doppelt umlegen, sodass eine saubere Kante entsteht.

Schritt 5: Entferne die Stecknadeln und nähe alle drei Schlaufen fest, sodass die Stangen genau hineinpassen. Lasse mindestens eine der Öffnungen an den Schlaufen-Enden offen, damit du die Stangen bei Bedarf herausnehmen kannst – zum Beispiel, wenn du das Sonnensegel waschen möchtest.

Schritt 6: Schiebe die Rundhölzer in die Stoffschlaufen.

Schritt 7: Schneide in jede der Ecken ein kleines Loch – nicht zu dicht am Rand –, ziehe je eine Schnur zur Hälfte durch das Loch und verknote sie am Ende mit einem Doppelknoten. Wenn du eine Textilkordel zum Spannen hast, kannst du sie auch an den Ecken annähen. So musst du nicht in den Stoff schneiden.

Fertig ist dein DIY-Sonnensegel!

Für den Transport oder zum Verstauen legst du dein Sonnensegel einfach zusammen und wickelst die drei Kordeln darum. Zum Waschen in der Waschmaschine kannst du die Rundhölzer herausnehmen und die Kordeln zu lockeren Schleifen binden.

Keine Lust auf Selbernähen? Hier findest du praktische Sonnensegel und Sonnenschirme:
FLORACORD Sonnensegel , BxL: 300x250 cm, anthrazit
SCHNEIDER SCHIRME Sonnenschirm »Malaga«, Ø 300 cm, ohne Schirmständer
KONIFERA Sonnensegel »Viereck«, 400x500 cm, in verschied. Farben
SCHNEIDER SCHIRME Sonnenschirm »Ibiza«, Ø 200 cm, ca. 150 g/m², ohne Schirmständer
High Peak Sonnensegel »Fiji«
GARTENGUT Sonnenschirm »Push up Schirm Rom«, Ø 200 cm
SCHNEIDER SCHIRME Sonnenschirm »Salerno «, 300x150 cm, inkl. Schutzhülle, ohne Schirmständer
Nordisk Zelt »Voss 14m² SI Tarp«
SCHNEIDER SCHIRME Ampelschirm »Rhodos Junior«, 270x270 cm, ca. 180 g/m², ohne Wegeplatten

2. Sonnensegel spannen – so funktioniert’s

Je nach Größe und Schnitt des Sonnensegels hast du unterschiedliche Möglichkeiten, es zu befestigen. Das DIY-Sonnensegel mit den verstärkten Seiten lässt sich zum Beispiel ganz unkompliziert in den niedrigen Ästen eines Baumes fixieren. Das ist schön flexibel, funktioniert allerdings nur mit kleinformatigen Sonnensegeln, da die Kordeln an den Ecken meist nicht ausreichen, um größere Stoffstücke straff zu spannen.

Frau spannt ein selbstgenähtes Sonnensegel in einem Baum in einem Park
Nicht überall gibt es Bäume mit ausreichend Ästen, um die drei Ecken deines Sonnensegels daran zu befestigen. Alternativ kannst du das Sonnensegel an nur zwei Punkten im Baum fixieren und die dritte Ecke an eine Zeltstange binden oder sie mit einer Verlängerungsschnur und einem Zelt-Hering im Boden spannen.

Sonnensegel an der Wand oder der Fassade befestigen

Wenn du das Sonnensegel als Sonnenschutz für die Terrasse oder den Balkon nutzt, bietet sich eine Befestigung direkt an der Fassade an (erfordert ggf. die Zustimmung deines Vermieters). Diese Art der Befestigung ist sehr stabil, sodass sich auch große Sonnensegel straff spannen lassen. Setze dafür am besten zwei stabile Haken mit passenden Dübeln in die Wand ein. Hier kannst du die Ösen deines Sonnensegels direkt einhängen. Die Ecken, die nicht an den Wandhaken befestigt sind, spannst du mit einem Mast oder mit großen Bodenpfählen – alte Zaunpfosten eignen sich sehr gut.

Achtung: Je größer dein Sonnensegel ist, desto mehr Gewicht bzw. Spannung muss es aushalten. Wenn du ein großes Sonnensegel selber machst, solltest du daher den Stoff doppelt legen und die Löcher zum Spannen mit Metallösen verstärken.

Doppelhaushälfte mit Backsteinfassade und Terrasse mit tropischen Palmen, schwarzen Gartenmöbeln und grauem Sonnensegel
Im Idealfall liegt deine Terrasse in einer Hausecke, sodass du das Sonnensegel an drei Punkten an der Wand fixieren kannst. Du kannst normale Wandhaken aus dem Baumarkt verwenden – viele Sonnensegel gibt es aber schon inklusive Wandbefestigung zu kaufen (Sonnensegel „BXL“ von Floracord bei OTTO).

Sonnensegel mit einem Mast befestigen

Vielleicht möchtest du dein Sonnensegel auch mitten auf dem Rasen oder über der Sandkiste spannen? Kein Problem – nahezu jedes Sonnensegel lässt sich mithilfe von Masten aufstellen. Als Mast eignet sich zum Beispiel eine große Zeltstange oder eine andere Metallstange, es gibt aber auch spezielle Spannmasten, die du in Camping- und Outdoorgeschäften kaufen kannst. Bei einem dreieckigen Sonnensegel reicht es, wenn du ein Ende am Mast befestigst und die zwei anderen Ecken mit Camping-Heringen oder Holzpflöcken im Boden auf Spannung bringst. Ein viereckiges Sonnensegel spannst du mit mindestens zwei Masten. Mit vier Masten kannst du sogar eine Art Sonnensegel-Pavillon bauen, unter dem mehrere Personen und ein Gartentisch Platz finden.

Picknick unter einem Sonnensegel mit Stuehlen und Tischenundpinken Polstern
Um dein Sonnensegel wie einen Pavillon zu spannen, brauchst du möglichst gleich lange, stabile Masten. Eine Metallspitze am Ende hilft dir, die Masten tief genug in den Boden zu treiben, damit sie durch die Spannung nicht wieder herausgezogen werden.

3. So bleibt dein Sonnensegel lange schön

Wenn du gut auf dein selbstgenähtes Sonnensegel achtest, kannst du es viele Jahre nutzen. Wir haben ein paar allgemeine Pflegetipps, die auch für gekaufte Sonnensegel gelten.

Sonnensegel nachts und bei Schlechtwetter abnehmen

Am besten nimmst du dein Sonnensegel abends und bei schlechtem Wetter ab. So verhinderst du, dass sich Stockflecken oder Schimmel im Stoff bilden. Auch starker Wind kann dem Sonnensegel zusetzen.

Stoff imprägnieren

Behandele dein Sonnensegel einmal im Jahr oder nach jeder Wäsche mit einer speziellen Textilimprägnierung. So ist der Stoff besser gegen Feuchtigkeit, Pollen und Staub geschützt.

Sonnensegel regelmäßig reinigen

Große Sonnensegel solltest du hin und wieder mit einem weichen Besen oder einer Handbürste abfegen. Dein DIY-Sonnensegel kannst du einfach in der Waschmaschine reinigen oder es auf die Schnelle mit einem feuchten Lappen abwischen.

Sonnensegel ab und zu wenden

UV-Strahlen haben eine bleichende Wirkung. Einfarbige, nicht bedruckte Sonnensegel kannst du daher ab und zu wenden, damit die Oberfläche nicht zu stark oder ungleichmäßig ausbleicht.

Nähte und Ösen prüfen

Gewöhne dir an, beim Spannen des Sonnensegels einmal kurz die Nähte und die Spann-Ösen zu prüfen: Kleinere Schäden solltest du sofort ausbessern, damit sie sich unter Spannung nicht vergrößern.