DIY: Betonduft liegt in der Luft

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Betonschale

Endlich wird es draußen wieder wärmer! Die erträglichen Temperaturen nutze ich natürlich auch, um meine DIY-Aktionen ins Freie zu verlegen. Das ist vor allem bei meinen selbstbetonierten Schalen sinnvoll. Denn es könnte staubig werden.

Für meine tiefschwarze Tafelwand im Gästebad benötigte ich noch eine Schale, in der die bunte Kreide für Besucher Platz findet. Die wird natürlich nicht gekauft, sondern selbst gemacht. Und passend zum betongrauen Boden eben aus Beton gegossen. Ich liebe diesen rauen, puren Werkstoff. Bin ich auf Baustellen unterwegs, fühle ich mich heimisch, wenn mir der Duft von frischem Beton in die Nase steigt.

2_Betonschalen

Bis ich die für mich richtige Weise gefunden habe, Dinge selbst zu betonieren, habe ich viel experimentiert. Ich kann Euch nun folgende Anleitung weitergeben:

Für die Betonschalen brauchst Du:

  • Handschuhe
  • Speiseöl
  • ausgediente Backformen, Sandkastenförmchen oder Joghurtbecher
  • eine Schüssel oder einen Eimer zum Anmischen
  • eine Unterlage
  • 1 Teil Trasszement
  • 2 Teile Quarzsand
  • Klarlack
  • selbstklebende Filzschoner

Optimal ist es, im Freien zu arbeiten, da der Zement sehr staubt. Zieh die Handschuhe an, damit der Zement Deine Hände nicht so austrocknet. Dann legst Du die Unterlage aus und ölst die Formen, die Du ausbetonieren möchtest, ein. So lässt sich der getrocknete Beton später aus den Formen lösen. Vermische einen Teil Trasszement und zwei Teile Quarzsand in der Schüssel oder in dem Eimer. Dann gibst Du unter Rühren Wasser hinzu, bis eine homogene, cremige, nicht zu flüssige Masse entsteht. Anschließend gießt Du die Zementmischung in die große, von innen eingeölte Form.

3_Betonschalen

Damit aus der Betonmasse eine Schale wird, musst Du eine weitere, kleinere und von außen eingeölte Form in die große Form drücken. Um sie zu fixieren und zu verhindern, dass sie nach oben geschwemmt wird, beschwerst du die kleine Schale vorsichtig mit einem Buch oder einem Stein. Damit die Schale gleichmäßig dicke Wänden erhält, achte genau auf die Ausrichtung der kleinen Form. Und pass auf, dass Du sie nicht zu weit nach unten drückst, sonst hast Du später ein Loch in der Schale. Vielleicht hast Du auch noch ein schönes Gefäß aus Keramik oder Porzellan, dass Du mit einbetonieren möchtest? Wenn du es uneingeölt in die Masse drückst, ist es für immer mit Beton umrahmt.

Bis der Beton richtig ausgehärtet ist, dauert es Stunden oder Tage – das kommt ganz auf die Menge an Beton an, die Du verwendet hast. Der Beton ist richtig trocken, wenn er so hell wie auf den Bildern ist und nicht mehr „nass“ wirkt.
Du kannst also nun vorsichtig, mit leichtem Drehen und Ziehen, die Formen vom Beton lösen. Vorsicht bei filigranen oder dünnen Ecken und Formen! Die brechen leicht, wenn Du zu grob vorgehst.

4_Betonschalen

Passend zum Fußboden: Die selbst gemachte Betonschale.

Tipp: Damit die Schalen beim Anfassen keine staubigen Hände hinterlassen, fixiere ich die gesamte Oberfläche mit Klarlack aus der Sprühdose. Es reicht vollkommen, wenn Du sie dafür ein Mal mit dem Lack einnebelst. Und keine Angst, nach dem Trocknen sind die Schalen wieder genau so hell wie zuvor. Zum Schluss solltest Du noch selbstklebende Filzschoner unter Deine betonierten Werke kleben, damit der Untergrund geschont wird.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Betonieren!