Wohnzimmer

Deckengestaltung: Tipps und Ideen für eine schöne Zimmerdecke

Die Zimmerdecke als Teil der Raumgestaltung? Mal ehrlich – eigentlich beschäftig man sich vor allem dann mit der Decke, wenn sie beschädigt ist und zum Beispiel Risse oder Wasserflecken zeigt. Dabei kann die Zimmerdecke einiges zum Charakter eines Raumes beitragen: Wir verraten Tipps und Tricks und erklären die verschiedenen Möglichkeiten der Deckengestaltung.

1. Gestaltungstipps für verschiedene Zimmerdecken

Höhe und Bauart deiner Zimmerdecke kannst du in der Regel nicht beeinflussen – aber du kannst mit der richtigen Gestaltung einfach das Beste daraus machen.

Hohe Decke

Viele Menschen lieben die hohen Decken in Loft- oder Altbauwohnungen: Sie lassen die Räume luftig und großzügig wirken. Auf der anderen Seite fühlt sich so viel „Luft nach oben“ auch schnell leblos und kühl an – und gerade kleine Räume wirken durch die hohen Decken leicht unproportional. Hier kannst du mit der Deckengestaltung gegensteuern: Streiche die Decke in einem dunklen Farbton wie Dunkelblau, Petrol oder Grau. Das holt die Decke optisch näher heran. Die Wände bekommen einen helleren Farbton, etwa Creme oder ganz Weiß. Noch stärker ist der Effekt, wenn du Stuckleisten an der Decke ebenfalls in einem hellen Farbkontrast gestaltest. Ergänzen kannst du das Ganze mit großformatigen Deckenlampen: Durch ihre Größe relativieren sie die Proportionen des Raumes – und ein toller Blickfang sind sie sowieso.

Esszimmer mit großem Holztisch und Samtstühlen, Klavier und Barwagen, an der Decke drei große Hängeleuchten
Großformatige Hängeleuchten verringern die optische Distanz zur Decke – so wirken auch minimalistisch eingerichtete Räume mit hohen Decken lebendig und einladend.

Niedrige Decke

Bei niedrigen Zimmerdecken hilft kein Schönreden: Sie sind eine Herausforderung für die Wohnungseinrichtung. Damit Räume mit niedrigen Decken nicht beengend wirken, kannst du versuchen, die Decke optisch anzuheben. Das funktioniert am besten, wenn die Zimmerdecke heller ist als die Wände. Eine weiß gestrichene oder tapezierte Decke „streckt“ den Raum und lässt ihn etwas luftiger aussehen. Die Wände solltest du ebenfalls in einem hellen Farbton streichen, zum Beispiel in einem Cremeton oder einem pudrigen Rosa. Verstärken kannst du den Effekt, indem du mit einem dunklen Farbton einen schmalen, umlaufenden Streifen direkt unterhalb der Decke ziehst. Durch den Hell-Dunkel-Kontrast wirkt die helle Decke weiter entfernt und der Raum höher. Eine Tapeten-Bordüre erzielt den gleichen Effekt, wenn sie dunkler ist als Wand- und Deckenfarbe.

Verkleidete Decke

Klassische holzvertäfelte Decken sind für viele Interior-Fans ein Alptraum. Tatsächlich verleihen die dunklen Paneele vielen Räumen etwas Erdrückendes. Allerdings sind sie auch eine praktische und günstige Möglichkeit der Deckenrenovierung – und meist haben sie zusätzlich einen schall- und wärmedämmenden Effekt. Wenn du in deiner Mietwohnung mit einer holzverkleideten Decke leben musst, dann kannst du deinen Vermieter höchstens fragen, ob du die Holzpaneele überstreichen darfst. So wirken die Räume heller und offener. Wenn du eine Decke selbst verkleiden möchtest, wählst du am besten moderne Deckenpaneele in einem hellen Farbton. Wenn du dir etwas mehr Arbeit machen möchtest, kannst du die Deckenrenovierung auch nutzen, um Lampenanschlusskabel unter der Verkleidung zu ziehen oder Einbauspots einzusetzen – in diesem Fall benötigst du allerdings eine Unterkonstruktion aus Holzlatten.

Stuckdecke

Stuckelemente an hohen Decken machen das Altbau-Gefühl perfekt. Typisch sind Stuckleisten entlang der Ränder oder quer über die Zimmerdecke, aber auch Stuck-Rosetten rund um die Lampenanschlüsse oder mit Stuckmotiven verzierte Ecken findet man in alten Wohnungen häufig. Stuckverzierungen sind aber nicht nur ein besonderer Hingucker, sie geben einem Raum auch Struktur und ziehen die Decke optisch etwas nach unten – umso mehr, wenn die Stuckverzierungen weiß und die restliche Decke in einer dunkleren Farbe gestrichen sind. Diesen Effekt kannst du dir auch dann zunutze machen, wenn du hohe Decken ohne Stuck hast: Im Baumarkt findest du Stuckelemente aus Styropor und Gips, die du einfach an die Decke kleben und überstreichen kannst.

Hell eingerichtetes Wohnzimmer mit Schwarz-Weiß-Textilien und weißer Kassettendecke
Mitunter beschränkt sich die Stuckverzierung nicht auf Leisten und Rosetten, sondern schmückt die gesamte Decke. Die symmetrischen Quadrate im Bild erinnern an historische Kassettendecken und geben dem gesamten Raum besondere Tiefe.

Balkendecke

Eine Decke mit offen liegenden Holzbalken ist in der klassischen Mietwohnung eher selten – typischerweise findet man so etwas in historischen Gebäuden und in Dachgeschosswohnungen älterer Häuser. Die Deckenbalken strahlen Gemütlichkeit aus und geben dem Raum eine schöne Struktur. Gleichzeitig ziehen sie die Decke optisch nach unten, vor allem, weil die Balken in der Regel dunkler sind als Wand- und Deckenfarbe. Eine Balkendecke empfiehlt sich also vor allem für Räume mit hohen Decken. Damit die dunklen Holzbalken nicht erdrückend wirken, sollest du den Raum mit hellen Farben und modernen Möbeln gestalten – so bilden die Balken einen tollen Kontrast.

Weiß gestalteter Flur mit Durchgang zum Wohnzimmer und freiliegenden Deckenbalken
Freiliegende Deckenbalken haben einen besonderen Charme. Damit sie den Raum nicht optisch „niederdrücken“, solltest du sie mit hellen Farben an Wänden und Decke kombinieren. Mit moderner Deko schaffst du einen tollen Kontrast zur Zimmerdecke.

2. Zimmerdecke renovieren

Vor der Farbgestaltung kommt die Renovierung. Ganz gleich, ob du ein komplettes Decken-Makeover planst oder nur eine unansehnlich gewordene Decke auffrischen möchtest – hier sind deine Möglichkeiten.

Wasserflecken und Risse beseitigen

Kleine Risse oder Löcher in der Decke werden in der Regel mit Spachtelmasse verschlossen, die du fertig angemischt kaufen kannst. Vorher solltest du die Stelle staubfrei machen, Tapetenreste müssen entfernt werden. Die Spachtelmasse wird aufgetragen und nach der angegebenen Trockenzeit mit einem feinen Schleifbogen glattgeschliffen. Danach kannst du sie überstreichen oder -tapezieren.

Bei Wasserflecken sollte die Quelle des Übels beseitigt und die entsprechende Stelle komplett trocken sein, bevor du loslegst. Dann kannst du Staub, Schmutz und ggf. alte Tapete entfernen und die Stelle überstreichen. Stark verfärbte Flecken grundierst du am besten, damit der Fleck später nicht durchscheint.

Decke streichen

Deckenstreichen ist kein beliebter Job, da du die meiste Zeit über Kopf arbeitest. Um es dir etwas leichter zu machen, solltest du einen dicken, spritzarmen Farbroller mit einer Teleskopstange benutzen. Wähle außerdem eine möglichst dickflüssige Farbe mit hoher Deckkraft – die kostet zwar etwas mehr, tropft aber beim Streichen kaum.

Vor dem Streichen werden die Deckenleuchten abmontiert, die Anschlüsse abgeklebt und mit einem Pinsel vorgestrichen, genau wie die Ecken. Dann kann es losgehen. Am besten streichst du in einem Durchgang, damit die Farbe nicht zu schnell trocknet und Streifen entstehen.

Decke tapezieren

Zum Tapezieren brauchst du mindestens einen Helfer – und am besten zwei Leitern oder ein Leitergerüst. Wichtig ist, dass die Decke sauber und staubfrei ist, bevor du loslegst. Papiertapeten musst du einkleistern und eine Weile einweichen lassen. Vliestapeten sind praktischer, sie können direkt auf die eingekleisterte Wand aufgebracht werden. Schneide die Tapeten immer 3-5 cm länger zu als die Deckenlänge. Der Überhang wird später mit einem Cuttermesser gekürzt. Während du die Tapetenbahn Stück für Stück an die Zimmerdecke klebst, hält dein Helfer die andere Seite auf der Leiter oder mit einem sauberen Besen hoch, damit die Tapete nicht reißt.

Decke verkleiden oder abhängen

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Decke zu verkleiden. Glatte Decken kannst du einfach mit Paneelen zum Aufkleben verkleiden. Sie funktionieren ähnlich wie ein Klick-Laminat für den Fußboden. Etwas aufwendiger ist eine Deckenverkleidung mit Unterkonstruktion: Beim sogenannten Abhängen der Decke werden Deckenplatten auf eine Lattenkonstruktion aufgeschraubt. Das Abhängen ist eine beliebte Renovierungslösung für unebene oder stark beschädigte Decken. Die Decke wird dadurch ein Stück tiefer, bietet dir gleichzeitig aber auch ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel mit Einbau-Spots oder unsichtbar verlegten Kabeln. Während du Deckenpaneele normalerweise selbst anbringen kannst, solltest du dir beim Abhängen der Decke professionelle Unterstützung holen, damit die Konstruktion tragfähig und absolut eben wird.

Mann bringt Deckenpaneele an der Zimmerdecke an
Moderne Deckenpaneele werden einfach auf die Zimmerdecke aufgeklebt und wirken sogar wärmeisolierend. Die Voraussetzung für eine solche Modernisierung ist eine ebene, glatte Decke – Risse und Feuchtigkeit solltest du vorher beseitigen.
Zubehör zum Renovieren deiner Zimmerdecke:

3. Zimmerdecke verschönern

Die Decke ist gestrichen – aber es fehlt trotzdem noch das gewisse Etwas? Dann kannst du mit schönen Accessoires Akzente an der Zimmerdecke setzen.

Deckengestaltung mit Licht

Licht gibt Struktur und ist eine gute Möglichkeit, um eine optische Verbindung zwischen Decke und dem restlichen Raum zu schaffen. Dazu muss die Lampe nicht unbedingt an der Decke montiert sein: Du kannst zum Beispiel mit Deckenflutern oder nach oben gerichteten Wandleuchten das Licht von der Decke reflektieren und gemütliche Lichtinseln schaffen. Sehr beliebt sind Einbauspots in der Deckenverkleidung. Sie lassen sich nicht in jeder Zimmerdecke realisieren, aber wenn dann setzen sie auch niedrige Decken toll in Szene.

Eine weitere Möglichkeit, um die Decke mit Licht zu gestalten, sind umlaufende LED-Leisten an der Decke. Die LED-Leuchten werden durch Blenden verdeckt und geben ein warmes, indirektes Licht ab, das den Raum zugleich beleuchtet und strukturiert.

Drei schwarze Einbauspots in weißer Zimmerdecke, im anschnitt Schwarz-Weiß-Bilder
Einbauspots müssen nicht unbedingt in der Decke „versteckt“ sein – die Modelle im Bild setzen einen optischen Akzent und geben gleichzeitig ein gezieltes Licht für diesen Teil des Raumes ab.

Farbenfrohe Deckenverkleidung

Deckenverkleidungen mit Stoff sind ein bisschen aus der Mode gekommen, dabei kommt es nur auf das „Wie“ an. Statt mit wallenden Stoffbahnen kannst du die Decke auch mit einer fest gespannten Textilbahn gestalten. Die sogenannte Spanndecke wird auf eine Haken- oder Lattenkonstruktion gespannt und hat den Vorteil, dass sie gleichzeitig kleine Schäden an der Decke versteckt. Die Textilstruktur und das Muster des Stoffes gibt großen Räumen eine ganz besondere Note.

Deko-Ideen für die Zimmerdecke

Schnelle und günstige Akzente an der Zimmerdecke setzt du mit Stuckleisten und Gipsrosetten zum Aufkleben. Nach dem Überstreichen sind sie kaum noch von echtem Stuck zu unterscheiden. Im Fachhandel bekommst du sogar Deckenbalken für die Deckengestaltung. Besonders individuell ist eine selbstgemachte Deckenmalerei. Ein Motiv an die Decke zu malen ist nicht ganz ohne, aber dafür wirst du mit einer einzigartigen Deko belohnt.

Gelbe Wände mit Sonnen-Wanddeko und weißen Stuckleisten
Insbesondere farbige Decken lassen sich durch weiße Stuckleisten schön von den Wänden abgrenzen. Du kannst solche Zierleisten problemlos nachträglich anbringen.
Leuchten, die deine Zimmerdecke gestalten: