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Bobida Vintage: Skandinavien in Paris

Uuuund, es geht in die zweite Runde mit unserer Skandinavienwoche! Den Anfang hat Bianca mit ihrer Story über Conni von VitaHus gemacht. Jetzt ist Kathrin dran: Sie hat sich in Paris umgeschaut und eine Boutique mit skandinavischen Vintage-Möbeln bei sich um die Ecke gefunden. Hier lest Ihr, was es mit der Boutique auf sich hat. Übrigens: Auf Roombeez gibt es noch viel mehr Beiträge, in denen sich alles um den skandinavischen Lebens- und Einrichtungsstil dreht.


Mit jedem neuen, besonderen Design-Laden, der in meiner Nachbarschaft in Paris aufmacht, wird Montreuil für mich ein bisschen mehr wie Brooklyn: Eine interessante Mischung vieler Kulturen mit Produkten und Restaurants aus aller Welt, fernab vom Rummel des Zentrums der großen Stadt.

So passt die neue Boutique Bobida Vintage perfekt an den Place de la République in Montreuil und bringt mich jeden Tag in Versuchung, mein zu Hause mit skandinavischen Möbeln und Produkten aus den 50er- und 60er-Jahren zu verschönern. Seit 2009 betreibt Véro Allane bereits einen Online-Vintage-Shop und träumte schon länger davon, eine reale Boutique aufzumachen. Bis sie im Januar 2015 den passenden Raum dafür fand.

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Was ist das Konzept von Bobida Vintage?

Ich verkaufe skandinavische Möbel aus den 50er- und 60er-Jahren und Dekor von dem Brand House Doctor. Die dänischen Designer von House Doctor legen Produkte aus den 50er- und 60er-Jahren neu auf. Ich möchte, dass meine Kunden die Besonderheit meiner Vintage-Möbel kennen lernen und etwas Seltenes, Einzigartiges und Elegantes für sich entdecken können. Ich bekomme alle drei Wochen neue Produkte geliefert, daher verändert sich meine Boutique laufend.

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Warum interessiert Dich Vintage mehr als Designs von heute?

„Vintage has no age“ – der Leitsatz meiner Boutique ist im übertragenen Sinne zu verstehen. Natürlich sind Vintage-Möbel eine bestimmte Anzahl von Jahren alt, aber für mich sind die skandinavischen Möbel aus den 50ern und 60ern zeitlos, aktuell und modisch. Wegen der minimalen und eleganten Formen passen sie in jede Umgebung. Außerdem ist massives Teakholz so viel schöner als die laminierten Spanplatten, aus denen heute die Möbel gemacht werden.

Warum hast Du Dich auf die 50er- und 60er-Jahre spezialisiert. Und gerade als Pariserin auf das skandinavische Design?

Ich liebe einfach diesen klaren, organischen Stil und mich reizt, dass diese Möbel schwer zu finden sind. Die Produkte der dänischen Marke Trioh sind rar und weit weniger bekannt als zum Beispiel die Designs von Charles und Ray Eames. Aber mir gefällt eben Eames gar nicht, weil das so verbreitet ist. In Frankreich hat man in den 50er-Jahren vor allem Rattan verarbeitet, aber mir gefällt eben das hochwertige und beständige Teakholz viel besser. Ich mag auch eine englische Marke sehr gerne. Ercol, eine Firma die seit 1920 handgemachte, sehr raffinierte aber leider auch sehr teure Möbel herstellt. Auch diese Möbelfüße, die nach unten hin weiter werden, finde ich toll.

Wo findest Du Deine Schätze?

Ich reise oft nach Dänemark und Holland, um mich inspirieren zu lassen. Und um neue, besondere Teile zu finden. Als nächstes werde ich nach Norwegen fliegen. Und ich arbeite mit ein paar Lieferanten aus Europa zusammen.

Bobida_Vintage_TaschenBobida_Vintage_Postkarten

Restaurierst Du manche Teile auch selber? Hast Du eine Werkstatt?

Ich bin keine professionelle Restauratorin, aber ich verspüre eine große Leidenschaft gegenüber meinen Möbeln. Früher habe ich viele Teile selbst neu gestrichen, mittlerweile säubere und wachse ich die Möbel nur noch und arbeite mit einem guten Restaurator in Nordeuropa zusammen.

Was heißt Bobida“?

Das ist mein Spitzname. Als ich klein war, und die Leuten mich fragten „Wie heißt Du?“, habe ich Bobida gesagt. Niemand weiß warum. Auch ich nicht.

Es war lange Dein Traum, eine Boutique zu haben. Was ist das Beste daran, in Deinem eigenen Laden zu sitzen?

Das Beste ist, mein Wissen und meine Erfahrung teilen zu können. Jedes meiner Möbel hat eine Geschichte. Außerdem liebe ich es zu dekorieren und in meinem Laden eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen.

Bobida_Vintage_Spiegel

Würdest Du dann nicht auch gerne selbst entwerfen?

Das würde ich gerne. Ich habe schon über Re-Editionen von Möbeln aus den 50ern und 60ern nachgedacht. Aber das ist eine andere Arbeit. Eines Tages vielleicht.

Findest Du oft Sachen, die Du lieber selbst behalten möchtest?

Ja. Alles. Aber ich habe einfach nicht genügend Platz zu Hause. Deshalb verkaufe ich meine Schätze.

Dann sieht es bei Dir zu Hause genauso aus wie hier?

Ich habe tatsächlich ganz viele skandinavische Möbel in meiner Wohnung, aber ich mische auch ein paar industrielle Möbel darunter.

Gibt es etwas, von dem Du schon lange träumst?

Von einem Stuhl von Hans J. Wegner, dem Peacock Modell, weil die Form der Lehne an die Federn eines Pfaus erinnern. Aber es ist unmöglich, ihn zu finden. Und wenn ich ihn je finde, dann wird es sehr, sehr teuer.

Bobida_Vintage_Vero_vor_dem_LadenBobida_Vintage_Gluehbirnen

Und hier findet Ihr die Boutique Bobida Vintage:

50 rue Robespierre 93100 Montreuil

Métro Robespierre ligne 9

Geöffnet: Dienstag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr