Haushaltsratgeber

Aufräumen nach Marie Kondō: Endlich ausmisten

Ständig räumst du herum und trotzdem herrscht Chaos – kennst du das? Ob Aufräumen mit System wirklich funktioniert, hat Interior Designerin Kathrin für uns getestet: Sie hat die Aufräummethode von Marie Kondō bei sich zuhause ausprobiert.

1. Video: Marie Kondō im Praxistest

2. Umgib dich nur mit Dingen, die du liebst

Für so manchen mag die sehr persönliche Beziehung, die Marie Kondō zu ihren Dingen pflegt, befremdlich sein. In ihrem Bestseller „Magic-Cleaning – wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ und im Nachfolgewerk liest man häufig Sätze wie: „Danke, dass du mir so gut gedient hast“. Eine Verabschiedung, die man murmeln soll, wenn man Dinge aussortiert, die man nicht mehr liebt. Ebenso typisch sind solche Sätze von Marie Kondō: „Ich sehe Socken leiden, wenn sie in Bündeln gestülpt in der Schublade lagern und nicht gerollt sind.“

Auch wenn ich mich über diese direkte Rede amüsiere, entspricht die Methode, die Marie Kondō in ihrem Buch lehrt, in weiten Teilen den Erkenntnissen, die ich mir selbst als Interior Designerin über die Jahre angeeignet habe: Dass man sich nur mit Dingen umgeben sollte, die man gerne pflegt, weil materielle Dinge ohne den richtigen Gebrauch kaputt gehen. Dinge wollen getätschelt werden, sage ich – während Marie Kondō sagt: Dinge wollen geliebt werden.

Collage: links Modernes Bücherregal hinter Holztisch mit Holzstühlen und Glasvase mit Schale rechts: Wohnküche mit Holztisch und Stuhl-Mix, im Vordergrund viele Paar Schuhe
Fast jeder hat Dinge zuhause, die er kaum oder niemals nutzt. Aufräumprofi Marie Kondō empfiehlt, sich konsequent von solchen Dingen zu trennen – so reduziert sich das Durcheinander fast von allein.

3. Jedes Teil möchte gesehen werden

Etwas ganz Wichtiges habe ich beim Zimmeraufräumen allerdings bisher falsch gemacht: Ich habe viele meiner Kleider in Schubladen übereinander geworfen, anstatt sie zu falten und hochkant aufzustellen. Auch Bücher sollte man nicht übereinander stapeln, sondern aufrecht aufbewahren. Auf meinen Kleiderstangen sortierte ich meine Kleidung nach Farben und nicht nach Länge. Dabei ist besser: lange Kleidchen nach links, kurze Kleidchen nach rechts.

4. Richtig aufräumen fängt mit aussortieren an

Der erste Schritt beim Zimmeraufräumen nach Marie Kondō: Alles aussortieren, was kein „Ja“-Gefühl in dir auslöst, wenn du es in den Händen hältst. Und erst, wenn du alle Mülltüten aus dem Haus getragen hast, sollst du für alles Übriggebliebene einen Platz suchen. Diese Dinge sortierst du am besten nicht nach Themen, sondern nach Kategorien: alle Bücher an einen Ort, alle Mäntel für die verschiedenen Jahreszeiten, alle Spielsachen und so weiter.

5. Aufräumen nach Kategorien

Arbeite dich beim Aufräumen von Kategorie zu Kategorie einmal durch deine Wohnung. Am besten gehst du dabei in dieser Reihenfolge vor:

  • Kleider
  • CDs und Bücher
  • Papiere
  • Kleinkram
  • Erinnerungsstücke

Beim Entsorgen von nicht mehr benötigten Büchern und CDs können Verkaufs-Apps wie Momox hilfreich sein. Aussortierte Kleidung kannst du ebenfalls über eine App verkaufen, sie spenden oder an Freunde weiterverschenken.

Du möchtest mit deiner ungenutzten Kleidung etwas Gutes tun? Dann packe sie einfach in ein Paket und verschicke es kostenlos mit der OTTO-Aktion Platz schaffen mit Herz. So schaffst du Platz und tust etwas Gutes.

Praktische Helfer zum Ausmisten nach Marie Kondō:
Broschiertes Buch »Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert /...«
ZELLER Utensilienhalter »Bamboo«
Home affaire Regalkörbe (4er Set)
Garderobenständer
Gebundenes Buch »Das große Magic-Cleaning-Buch«
GMK Home & Living Lack-Uhrenbox »Leelo«
Zeller Schlüssel-/Memo-Box m. Whiteboard, Holz 30x8x42
Home affaire Korb-Set »Ethno«, 2-teilig
Zeller Aufbewahrungs-/Zeitschriftenkorb, Filz, 32x18x43
Collage, links: Blick auf Wohnzimmer mit dunklem Esstisch, Retro-Couch, Holzschrank, Standspiegel und Weltkarte, rechts: Kinderzimmer mit schwarzem Gitterbett, buntem Druck an der Wand und Papagei als Wanddeko
Das Ziel der Aufräummethode von Marie Kondō ist nicht, dass deine Wohnung am Ende leer und kahl ist. Es geht vielmehr darum, Überflüssiges auszusortieren, sodass dein Zuhause nur aus Dingen besteht, die du liebst und um die du dich gern kümmerst.

6. Praktische Tipps zum Aussortieren

  • Gedanken wie: „Das war teuer“, „Das könnte ich später brauchen“ oder „Das werde ich irgendwann noch mal lesen“ schiebst du am besten gleich beiseite – sie behindern dich beim Ausmisten.
  • Lass keine rationalen Argumente mitentscheiden, nur die Emotion zählt.
  • Der Tag, an dem du Dinge benutzt, die dich nicht jetzt schon glücklich machen, wird nie kommen.
  • Trenne dich von gesammeltem Kleinkram wie Bedienungsanleitungen, Verpackungen, Ersatzknöpfen, Parfüm-Proben, ungeliebten Geschenken, alten Seminarunterlagen und Fotos.
  • Fünf wirklich schöne Fotos pro Urlaub reichen als Erinnerung aus.
  • Produktgarantien hebst du am besten gesammelt in einer dünnen Klarsichtfolie auf.
  • Kleingeld gehört nicht in Kisten oder Tüten, sondern nur in den Geldbeutel.
  • Weniger Bücher sind mehr: So liest du mehr und kannst die Informationen besser aufnehmen, weil dein Blick geschärft ist
  • Eine Kartonbox zum Aufbewahren von Kleinigkeiten funktioniert besser als jedes scheinbar praktische Stauraum-Möbel-Objekt.
Collage: links: Dunkel gefliestes Bad mit Dekoleiter, Holz-Badematte und weißem Duschvorhang vor der Badewanne, rechts: Blick auf kleine Konsole mit geöffneter Schublade, darin Kosmetikartikel, Spiegel und Boxen auf der Platte
Einfache Ordnungshelfer erleichtern Kathrin das Aufräumen zuhause: Eine Leiter im Bad dient als dekoratives Regal für Handtücher und Accessoires, in der Schublade ihres Schminktisches sorgt ein Besteckkasten für Ordnung.

Zuerst breitest du alle Dinge einer Kategorie auf dem Boden aus. Nimm jeden Gegenstand in die Hände, um die Energie zu spüren, die er ausstrahlt. Ich weiß jetzt, wie viele Paar Schuhe ich genau besitze: fünfzig. Und ich bin gespannt, ob Marie Kondōs Versprechen wahr wird, nämlich dass ich nie wieder mehr als diese Anzahl besitzen werde. Weil es „klick” macht, wenn ich mit allen Dingen durch bin. Und ich dann für immer und ewig die richtige materielle Menge in meinem Leben gefunden habe.

Collage, Links: Weiße Wand mit runden Spiegel-Wandhaken, daran hängen verschiedene Ketten, rechts: Schmales Bett vor bodenhohem Fenster unter Dachschräge, an der Wand Bilder und Flamingo-Lichterkette
Wenn alles in deinen vier Wänden seinen festen Platz hat, wird das Aufräumen leicht: Selbst kleine Dinge wie Ketten und anderen Schmuck musst du nie mehr suchen. Im Schlafzimmer schafft zum Beispiel eine Tagesdecke einen klaren, aufgeräumten Look.

7. Fazit: Marie Kondōs Methode schafft Klarheit

Nachdem ich fast alles in meinem Haus neu sortiert habe, kann ich wirklich sehen, wie mein Wohnraum besser atmen kann. Ich komme nach Hause und stelle meine Tasche an ihren festen Platz. Ich weiß, wo alle Dinge hingehören. Trotzdem frage ich mich, ob ein bisschen Chaos nicht auch etwas Gutes an sich hat. Für mich gibt es keine perfekte Ordnung.Trotzdem: Marie Kondō fand bei zwei ihrer Kunden 60 Zahnbürsten und 20.000 Wattestäbchen. Und die braucht wirklich niemand, oder?