Schlafzimmer

Marie Kondo: Aufräumen nach der KonMari-Methode

Du räumst ständig auf und trotzdem herrscht Chaos in deiner Wohnung? Dank Aufräumberaterin Marie Kondo ist damit Schluss. Mit ihrer KonMari-Methode löste die Japanerin weltweit eine wahre Aufräumwelle aus und machte radikales Aussortieren und Ordnung mit System zum Trend. Wir haben für dich die KonMari-Methode am Kleiderschrank und in der Küche getestet und zeigen dir, wie effektives Aufräumen nach Marie Kondo wirklich ist.

1. Die KonMari-Methode

Perfekte Ordnung in den eigenen vier Wänden – und das in kürzester Zeit. Das verspricht Aufräumexpertin und Bestsellerautorin Marie Kondo mit ihrer KonMari-Methode.

Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo

Ein ordentliches Zuhause sieht nicht nur schöner aus, laut der Japanerin bildet Ordnung die Basis für innere Aufgeräumtheit und ein glücklicheres Leben. Aufräumen wird also zur Lebensphilosophie. Damit scheint Marie Kondo den Nerv der Zeit zu treffen: Ihr Buch „Magic Cleaning – wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert“ wurde in fast 40 Sprachen übersetzt, mittlerweile hat sie ihre eigene Aufräum-Serie. Im Englischen wurde ihr Nachname sogar zu einem Verb umformuliert: „to kondo“ steht für „radikal aufräumen“.

Die KonMari-Methode zusammengefasst:

  • Aufräumen nach Marie Kondo heißt nicht nur Dinge neu zu ordnen, sondern dich von altem Ballast zu befreien. Der Kern der KonMari-Methode ist, alles auszusortieren, was dir keine Freude bereitet. Kondo nennt das die Spark-Joy-Methode. Nimm dazu jeden Gegenstand einzeln in die Hand und hör kurz in dich hinein.
  • Beim Ausmisten und Aufräumen gehst du nach Kategorien statt nach Zimmern in folgender Reihenfolge vor: Kleidung, Taschen und Schuhe, Bücher, Unterlagen, Kleinkram, Erinnerungsstücke.
  • Alle Dinge, die zu einer Kategorie gehören, legst du vor dem Aussortieren auf einen großen Haufen. Nur so wird dir bewusst, was du alles besitzt und es fällt dir leichter, dich von Dingen zu trennen.
  • Darf ein Teil gehen, bedankst du dich kurz bei ihm. Mit dieser Wertschätzung erleichterst du es deinem Gewissen, Dinge loszulassen.
  • Erst, wenn du alles Aussortierte aus dem Haus getragen hast, fängst du mit dem Einsortieren an. Das Entscheidende dabei: Jeder Gegenstand bekommt einen festen Platz zugewiesen. Für den Kleiderschrank gibt es eine besondere Falttechnik, die unübersichtliche Stapel und zerknitterte Kleidung verhindert.

Keine Angst, du musst nicht gleich deine gesamte Wohnung nach Marie Kondo aufräumen. Um dich mit der KonMari-Methode vertraut zu machen, kannst du auch mit deinem Kleiderschrank oder einem einzelnen Zimmer beginnen.

2. Kleiderschrank aufräumen (Video)

Vorher-Nachher-Vergleich eines nach Marie Kondo aufgeräumten Kleiderschranks

Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt: Durch das Aufräumen nach Marie Kondo ist der Kleiderschrank deutlich übersichtlicher und strukturierter. Die einzelnen Kleidungsstücke haben ihren eigenen Platz und verschwinden nicht mehr in den Tiefen des Schranks. Wir zeigen dir, wie du deinen Kleiderschrank mit der KonMari-Methode aufräumst.

Schritt für Schritt:

1. Staple deine Kleidung auf einem Haufen

Klamottenhaufen auf einem Bett im Schlafzimmer vor dem Aufräumen nach Marie Kondo

Räume zunächst deinen Kleiderschrank aus und staple deine gesamte Kleidung auf einem Haufen, zum Beispiel auf deinem Bett.

2. Behalte, was Freude schenkt

Zwei Personen lachen vor einem Klamottenhaufen beim Aufräumen nach Marie Kondo im Schlafzimmer

Nimm anschließend jedes Teil einzeln in die Hand und frage dich: Macht mich das Kleidungsstück glücklich? Ist die Antwort ja, darf es bleiben. Bei nein kommt es in einen Karton und wird aussortiert. Du kannst deine ausgemistete Kleidung zum Beispiel bei „Platz schaffen mit Herz“ für einen guten Zwecke spenden oder auf dem Flohmarkt verkaufen.

3. Richtig aufhängen

Nach Marie Kondo sortierte Kleiderstange in einem weißen Schrank im Schlafzimmer

Die Teile, die du nicht zusammenfalten kannst, hängst du an eine Kleiderstange. Links in den Schrank gehören deine längeren und schwereren Kleidungsstücke, zum Beispiel Jacken und Mäntel. Auf der rechten Seite finden leichte und kurze Stücke wie Blusen und Röcke Platz. Marie Kondo nennt das eine aufsteigende Linie des Glücks.

Ausrufezeichen
Verwende einheitliche Kleiderbügel in deinem Kleiderschrank: Das spart Platz und wirkt aufgeräumter.

4. Falten und hinstellen statt stapeln

Nach Marie Kondo gefaltete Kleidung in Boxen in einer Schublade

Deine restliche Kleidung faltest du in Pakete und stellst sie aufrecht in Schubladen. Das verhindert, dass eine Hierarchie im Kleiderschrank entsteht. Ein weiterer Vorteil: Du kannst alles leicht ein- und ausräumen und kein Teil verschwindet in den Tiefen deines Schranks. Wenn dein Kleiderschrank keine Schubladen hat, sortiere deine Kleidung stattdessen in Boxen.

In unserem Artikel „Marie Kondo Faltanleitung Schritt für Schritt“ zeigen wie dir, wie du deine Kleidung nach Marie Kondos faltest. Mehr zum Thema Minimalismus kannst du im Beitrag „Minimalistisch Wohnen – warum es sich lohnt, richtig auszumisten“ nachlesen.

5. Sortiere nach Farben

Nach Marie Kondo gefaltete und nach Farben sortierte Kleidung in Boxen in einer Schublade

Sortiere deine gefaltete Kleidung nach Farben: dunkle Kleidungsstücke nach hinten, helle nach vorne. Laut Marie Kondo rollt so beim Öffnen deiner Schublade eine Welle des Glücks auf dich zu. Fülle deine Schubladen nur zu 90 %, damit du deine Kleidung nicht quetschen musst.

6. Socken und Unterwäsche nicht vergessen

Nach Marie Kondo gefaltete Unterwäsche und eingerollte Socken in einer Box

Auch Socken, Unterwäsche und Schuhe sind von der KonMari-Methode nicht ausgenommen: Statt die Socken ineinander zu knüllen, rollst du sie wie Sushi Röllchen auf. Deine Unterwäsche faltest du – genau wie deine anderen Kleidungsstücke – zu kleinen Paketen zusammen.

7. Schuhe einräumen

Nach Marie Kondo sortierte Schuhe in einem Kleiderschrank

Deine Schuhe sortierst du ebenfalls nach dem Glücksprinzip: Schwere Schuhe kommen nach unten in den Schrank, leichte Sandaletten oder High Heels nach oben. Wenn du kein Schuhregal besitzt, kannst du deine Sneaker und Halbschuhe einfach in durchsichtigen Boxen verstauen und übereinander stapeln.

8. Schmuck arrangieren

Nach Marie Kondo sortierter Schmuck in transparenten Boxen ohne Deckel

Lass deinen Schmuck nicht unsortiert in Kästchen verschwinden, sondern präsentiere ihn wie in einem Schmuckgeschäft. Schön sind transparente Organizer, in denen jedes Schmuckstück seinen Platz hat. Kleinteiligen Schmuck kannst du an einem Board, Schmuckregal oder Schmuckhalter aufhängen. Dabei gilt: Nicht überladen – aussortieren ist auch hier der erste Schritt.

Praktische Helfer zum Aufräumen nach Marie Kondo:

3. Aufräumen in der Küche (Video)

Vorher-Nachher-Vergleich einer nach Marie Kondo aufgeräumten Küche

Die Küche im Vorher-Nachher-Vergleich: Dank der KonMari-Methode sind die Küchenschränke nicht mehr überfüllt, sondern strukturiert eingeräumt. So kommst du an alle Geräte, Teller und Tassen gut ran und musst dich nicht über unaufgeräumte Fächer ärgern.

Schritt für Schritt:

1. Aufräumen nach Kategorien

Nach Marie Kondos Kategorien sortierte Küchenutensilien auf einem Holztisch in der Küche

Wie bei deinem Kleiderschrank gehst du auch beim Aufräumen deiner Küche nach Kategorien vor – das hilft dir beim Aussortieren. In der Küche hast du es mit drei Kategorien zu tun:

  1. Geschirr und Besteck (Esswerkzeuge)
  2. Töpfe und Pfannen (Kochutensilien)
  3. Zutaten und Gewürze (Nahrungsmittel)

Beginne mit dem Geschirr und Besteck und räume alles, was in diese Kategorie fällt, auf einen Haufen. Auch hier wendest du wieder Marie Kondos Spark-Joy-Methode an und überlegst, welche Gegenstände bei dir Freude auslösen. Wenn dir das in der Küche schwerfällt, kannst du darüber nachdenken, welche Teile du in deiner täglichen Koch- und Backroutine wirklich benutzt – alles andere kann weg.

2. Besteck und Geschirr neu sortieren

Nach Marie Kondo aufgeräumter Küchenschrank und Hakenleiste in einer Küche

Die übrigen Teller stapelst du am besten auf mehreren Eben in den Küchenschrank. Dabei hilft ein praktischer Schrankeinsatz für Teller. Deine Tassen kannst du einfach mit dem Henkel an einer Hakenleiste aufhängen – das spart Platz im Schrank. Statt in der Schublade empfiehlt Marie Kondo, das Besteck aufrecht in einem runden Gefäß aufzubewahren. Wenn du nicht auf eine Besteckschublade verzichten möchtest, sorgt ein Besteckkasten für mehr Ordnung.

3. Töpfe und Pfannen aufräumen

Nach Marie Kondo aufgeräumte Topfdeckel in einem Tellerstapler im Küchenschrank

Im nächsten Schritt geht es weiter mit den Kochutensilien: Deine Töpfe und Pfannen verstaust du am besten in einer Schublade oder in einer flachen Box in deinem Schrank, sodass du sie bequem herausziehen kannst. Stapel nicht mehr als zwei Töpfe oder Pfannen übereinander, damit du an alle problemlos herankommst. Die Deckel sortierst du separat, zum Beispiel in einem Tellerstapler. Gleiches gilt übrigens für Tupperware: Die Gefäße schachtelst du ineinander, während du die Deckel in einem Stehsammler aufbewahrst.

4. Schöpfkellen und Pfannenwender stehend verstauen

Nach Marie Kondo aufgeräumte Kochutensilien in einem Gefäß auf der Arbeitsplatte in der Küche

Verstaue Kochutensilien wie Schöpfkellen stehend in Gefäßen oder Körben. Du kannst sie auch neben deine Tassen an eine Hakenleiste hängen. Messer und Scheren bewahrst du aus Sicherheitsgründen am besten separat auf – etwa an einer Magnetleiste oder in einem Messerblock.

5. Essensvorräte minimieren und in Gefäßen verstauen

Nach Marie Kondo aufgeräumtes offenes Küchenregal mit Vorratsgläsern und DIY-Teebox

Reduziere deine Essensvorräte auf das, was du täglich brauchst. Alles Weitere nimmt nur unnötigen Platz in deinen Schränken ein und macht die Küche unübersichtlich. Damit du immer sehen kannst, was du nachkaufen musst, fülle die restlichen Vorräte in Vorratsgläser und stelle sie in ein offenes Regal.

Ausrufezeichen
Falte deine Geschirrtücher und Stoffbeutel zu Paketen und verstaue sie aneinandergereiht in einer Box.
Alles, was du für eine aufgeräumte Küche brauchst:

4. Fazit: So funktioniert die KonMari-Methode (Video)

Das Ziel der Aufräummethode von Marie Kondo ist nicht, dass deine Wohnung am Ende leer und kahl ist. Es geht vielmehr darum, Überflüssiges auszusortieren und den Dingen, die dir Freude bereiten, einen festen Platz zu geben.

5. Sechs praktische Tipps zum Aussortieren

  1. Der Tag, an dem du Dinge benutzt, die dich heute nicht glücklich machen, wird nicht kommen. Schiebe daher Gedanken wie „Das könnte ich später noch gebrauchen“ beiseite.
  2. Rationale Argumente erschweren das Aussortieren. Lass deine Emotionen entscheiden.
  3. Trenne dich von gesammeltem Kleinkram wie Bedienungsanleitungen, Verpackungen, Ersatzknöpfen, Parfümproben, ungeliebten Geschenken oder alten Seminarunterlagen.
  4. Produktgarantien hebst du am besten gesammelt in einer dünnen Klarsichtfolie auf.
  5. Kleingeld gehört nicht in Kisten oder Tüten, sondern in den Geldbeutel oder auf die Bank.
  6. Behalte nur deine Lieblingsbücher. Alle anderen wirst du nicht noch einmal lesen. Deine aussortierten Bücher kannst du verkaufen oder spenden.