Dorf oder Stadt: Wo lebt es sich besser & nachhaltiger?

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Lebt es sich bess­er in der Stadt oder ver­spricht die Ruhe auf dem Land eine höhere Leben­squal­ität? Bei­de Leben­sräume im Ver­gle­ich.  

Landleben

Viele träu­men zwar vom eige­nen Haus im idyl­lis­chen Grü­nen, doch die Real­ität sieht anders aus: Immer mehr Men­schen ziehen in die Städte und dessen Speck­gür­tel. Nur noch jed­er Sech­ste wohnt in Deutsch­land auf dem Land. Zu anziehend sind die Vielfalt, das Kultur- und Freizei­tange­bot und die Events der Großstädte. Die Land­flucht hat uns fest im Griff. Gle­ichzeit­ig ließ man immer wieder, dass das Stadtleben mit sein­er Hek­tik, dem Lärm und dem ein­herge­hen­den Dauerstress unser­er Psy­che und Gesund­heit alles andere als gut­tun. Das Risiko an ein­er Depres­sion oder Angst­störung zu erkranken, sei bei Stadt­be­wohn­ern enorm größer als bei Land­be­wohn­ern. Wie passt das zusam­men? Ist das Dor­fleben wirk­lich bess­er und gesün­der? Und kann man das über­haupt so pauschal sagen? Wir haben ver­glichen und gegenübergestellt. So viel sei schon ein­mal ver­rat­en: Bei­des hat seine Vor- und Nachteile.  

Ist das Landleben nachhaltiger? 

Schafe Auf Einer Weide

Wer naturver­bun­den ist, lebt in einem Haus im Grü­nen umgeben von Wald und Vogel­gezwitsch­er – ist doch logisch, oder? Hier ist die Luft bess­er, es ist ruhiger, im Selbstversorger-Garten lässt sich eigenes Gemüse anbauen und alles andere gibt‘s beim Bio-Bauern um die Ecke. Das Landleben muss ein­fach nach­haltiger und gesün­der sein als ein Leben in ein­er lär­menden, nach Ben­zin stink­enden Großs­tadt. Ganz so ein­fach ist es nicht. Obwohl wir selb­st auf dem Land leben, hat die Stadt einige entschei­dende Öko-Vorteile: 

  1. Bessere Klima­bi­lanz: In der Stadt leben die meis­ten Men­schen in ein­er Woh­nung statt in einem Ein­fam­i­lien­haus. Sprich: Auf weniger Fläche wer­den mehr Men­schen unterge­bracht und sparen so Land­schaft, Energie und andere Ressourcen.  
  2. Weniger CO2: Auf dem Land sind wir abhängig vom Auto, welche in der Stadt durch den ÖPNV so gut wie über­flüs­sig sind. 
  3. Wertvolle Biotope: Stadt und Natur schließen sich nicht gegen­seit­ig aus. Wer genauer hin­se­ht, kann auch in der City echte Hotspots der Arten­vielfalt ent­deck­en. In Berlin haben sich beispiel­sweise in den Parks, Gärten und Verkehrsin­seln über 20.000 Tier- und Pflanzenarten ange­siedelt 

 Wir sind selb­st ”Lan­deier” und wollen nie­man­dem das Dor­fleben madig machen. Wichtig ist uns aber, dass manche Sachver­halte nicht so ein­deutig sind, wie sie zunächst erscheinen. Natür­lich sind unsere Großstädte keine Öko-Hochburgen, aber natur­nah bedeutet eben auch nicht automa­tisch naturver­bun­den.  

Pendeln & Mobilität 

Viele Dorf­be­wohn­er – uns eingeschlossen – pen­deln Tag ein Tag aus in die Stadt, um dort zu arbeit­en. Wir selb­st nehmen zwar die Bahn, ein recht kli­mafre­undlich­es Verkehrsmit­tel, aber der Bahn­hof liegt nicht ger­ade vor unser­er Haustür. Um also den Zug nach Frank­furt zu bekommen, müssen wir erst­mal neun Kilo­me­ter mit dem Auto zum näch­sten Bahn­hof fahren. In Sachen Mobil­ität ist die Stadt dem Land einiges voraus: Hier braucht man kein Auto, um von A nach B zu kom­men. Eine S-, U-Bahn oder Bussta­tion sind fast immer fußläu­fig erre­ich­bar. Vieles lässt sich auch ein­fach mit dem Rad erledi­gen. Hier punk­tet das Großs­tadtleben aber nicht nur in Sachen CO2-Bilanz, son­dern auch in Sachen Zeit­erspar­nis und Geld. Wer nicht pen­deln muss, kann erstens direkt in den Feier­abend starten und hat zweit­ens keine Aus­gaben für Auto und Ben­zin. Viele Dör­fer sind nur mit Ein­schränkun­gen an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. 

Schlüsselfaktor Lebensqualität 

Landleben Lebensqualitaet

Die Frage nach der Leben­squal­ität lässt sich keines­falls pauschal beant­worten. Denn, ob nun das Stadtleben oder das Leben auf dem Land bess­er ist, ist eine indi­vidu­elle Angele­gen­heit. Fakt ist den­noch: Während das Stadtleben mit aller­lei Freizei­tange­boten und Abwech­slung lockt, bietet das Landleben neben viel frisch­er Luft auch viel mehr Ruhe und mehr Platz, um sich zu ent­fal­ten. Vor allem Fam­i­lien mit Kindern schätzen die Natur rund­herum. Ob ein selb­st gebautes Baumhaus im Wald oder Wet­tren­nen auf dem Feld nebe­nan – auf dem Land kön­nen Kinder ”ein­fach” draußen spie­len. In ein­er Großs­tadt ist das ohne mul­miges Gefühl im Bauch kaum möglich. In den meis­ten Dör­fern ken­nt man sich. Hier herrscht vor­wiegend Zusam­menge­hörigkeit, in den Städten dominiert Anonymität. Während die einen diese schätzen, macht sie andere sog­ar krank. Soziale Dichte trifft hier auf soziale Iso­la­tion. Städter lei­den etwa anderthalb­mal öfter an Depres­sio­nen als Land­be­wohn­er. Das Schiz­o­phre­nie-Risiko ist sog­ar dop­pelt so hoch. Warum? Stadt­men­schen empfind­en mehr Stress. Nicht nur, weil es hier lauter und hek­tis­ch­er zuge­ht, son­dern auch, weil sie sich ein­sam fühlen.  

Anonym In Der Stadt

Doch auch die Stadt hat ihre Vorteile in punc­to Leben­squal­ität. Anders als in vie­len Dör­fern befind­en sich Ärzte, Schulen und Kindergärten qua­si direkt vor der Haustür. Ohne große Pla­nung kann hier alles erledigt wer­den. Und das ganz bequem ohne Auto. Es gibt veg­ane Restau­rant, Bio-Supermärkte an jed­er Ecke, Unverpackt-Läden, Kinos, Kneipen, Bars und ein bre­ites kul­turelles Ange­bot. Außer­dem bietet die Großs­tadt beina­he für jeden Job passende Stel­lenange­bote. Das Ärg­ern über lange Pen­delzeit­en fällt weg und schafft Platz für schöne Erleb­nisse. Die guten Nah- und Fer­n­verkehrsan­bindun­gen bieten allerd­ings die Möglichkeit, ganz bequem und umwelt­fre­undlich zu ver­reisen.  

Thema Wohnen und Wohnraum 

Haustuer

In der Stadt und den Speck­gürteln mit guter Verkehrsan­bindung ist der Wohn­raum knapp und die Preise hoch. Den Traum vom eige­nen Heim kön­nen sich hier nur die wenig­sten ver­wirk­lichen. Auf dem Land hinge­gen ist der Wohn­raum bezahlbar. Hier sind mehr als drei Vier­tel aller Immo­bilien in pri­vater Hand. Doch ganz egal, ob Stadt oder Land: Wer eine Woh­nung bzw. ein Haus kaufen möchte, sollte aus nach­haltiger Sicht auf eine bere­its beste­hende Immo­bilie set­zen. Zwar erfreuen sich Neubauge­bi­ete immer größer­er Beliebtheit, den­noch sor­gen diese gle­ichzeitig auch dafür, dass wertvolle Flächen ver­siegelt und zu Wohn­raum umge­wan­delt wer­den. Und das, obwohl vor allem in Dör­fern zig Häuser leer ste­hen. 

Dorf Fachwerkhaus

Wir sind mit unserem Haus zufrieden und haben gegenüber der Stadt den riesi­gen Vorteil, genü­gend Platz zu haben, obwohl unser Grund­stück nicht beson­ders groß ist. Jeden­falls haben wir genug Raum für eine kleine Werk­statt im Nebenge­bäude, wo wir ungestört basteln und werkeln kön­nen. Sog­ar eine Außen­saunadie wir nicht mehr mis­sen möcht­en, hat noch ein Plätzchen im Garten gefun­den. Ein eigen­er Garten ermöglicht einem außer­dem die Möglichkeit Obst und Gemüse anzubauen und vielle­icht sog­ar Tiere zu hal­ten. 

Fazit

Wiese Feld

Ob nun Land oder Stadt: Ein Zuhause ist mehr als nur ein Wort. Und einen nach­halti­gen Lebensstil lässt sich auch über­all anstreben bzw. ver­wirk­lichen. Was nun also bess­er oder schlechter ist, ist eine indi­vidu­elle Entschei­dung. Für die einen ist das Landleben und vielle­icht sog­ar ein Ausstieg als Selb­stver­sorg­er die Erfül­lung, für die anderen ist die Stadt mit ihren kurzen Wegen und der Vielzahl der Möglichkeit­en die richtige ökol­o­gis­che Wohn­form. Wir denken, bei­de Wohn­mod­elle haben ihre Daseins­berech­ti­gung und bieten noch viel Luft nach oben! Wir fühlen uns jeden­falls nach wie vor auf dem Dorf mit Großs­tad­tan­schluss wohl. 

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Wir sind Sig und Sven und schreiben seit 2009 auf unserem Blog wohn-blogger.de über nachhaltige und alternative Wohnkonzepte gemixt mit DIY- und Upcycling-Ideen. Tiny Houses, umgebaute Schiffscontainer und Earthships haben...

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